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Jüdische Wochenschau · 1961-06-06 · 1882 (6.6.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1882 (6.6.1961)
Date
1961-06-06
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Martes, 6 de Juni« de 1ÎKÎ1 LA S E >« A N A ISRAELITA Afio XXII. — No. Jfita Der braune Buergermeister 'Schluss von Seite 1' Stischen El?mente stische Gruppierung) des sier durchzubringen, hat Bundes der Heimat\ertriedie SPD-Bürgerschaftsfrak- Einer benen und der FDP gegen tion dafür gestimmt, dass der Hauptführer dieser Pardie Sozialdemokraten er- Schepmann zweiter Bürger, ei war der Prof. Oberlän. folgt. Der CDU-Ratsherr meister wird. Heute, da 3er. seines Zeichens aktiver Ullrich Gordeler erklärte Schepmann denselben Po- SS Mann, aktiver Zerstörer hierzu, dass Schepmann das sten. aber in einer biirgerder tschechoslowakischen kleinere Uebel gegenüber (liehen Koalition, innehat, Republik unter Benesch, der Wiederwahl des SPDschiesst ein den Sozialdemoselbstverständlich Antisemit, Bürgermeisters wäre Ohne kraten nahestehendes Wo- »uch wohl Kriegsverbredie einzelnen Parteien ana.! chenblatt quer.” eher, aber Adenauer-Schützlysieren zu wollen, muss ling und Minister, bis zum man bei dem Namen Görletzt-möglichen Augfenblick deler stutzig werden. Ja. im Amt behalten, vom par. Gördeler ist der Sohn des iamentarischen Untersuberühmten Leipziger Bür chungsausschuss freigesprogermeisters, der als einer chen. niemals ernstlich von der ganz wenigen — als die der Staatsanwaltschaft verheutigen Grössen der Bunhört, ein rechter Paralleldesrepubiik ausnahmslos fall zu G.obke. Adenauer1 schwiegen — den Widerberufen worden war. berief diesen Oberländer stand gegen Hitler organi. aus innenpolitischen Grün. giert hat und der bis tien. sehr geschickt, sehr letzten Atemzug die Ideen Die Zeitung erinnert daran, dass auch Oberländer I ursprünglich Minister einer | Koalitionsregierung mit der | SPD in Bayern gewesen ist, \_ dass die Sozialdemokraten j gegen Oberländer jedoch Fantasie dazu EHRUNG FÜR GRANADOS Jerusalem. — Im grossen Amphitheater der Hebräischen Universität wurde eine Gedenkfeier zu Eh ren von Garcia Granados durchgeführt. Dr. Granados war der erste Botschafter von Guatemala in Israel und einer der treuesten Vorkämpfer für die Sache des jüdischen Volkes. Die Gedenkreden hielten der israelisch« Erziehungsminister Abba Eban, der frühere Au. sssenminister Mosche Sharett und der Präsident des Instituts für die israelisch-lateinamerikanischen Beziehungen, Yaakow Tsur. Zahlreiche Vertreter der lateinamerikanischen Länder waren zugegen. Auch Angehörige der Familie des verstorbenen Diplomaten sowie zahlreich« katholische Priester waren zu dieser Gedenkfeier erschienen. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ios Martes y Viernes.- Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, I? :zq. T, E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. Die Ausschaltung all derjenigen Personen, die im Dritten Reich an einer pre. minenten Stelle devote Diener ihres Führers gewesen sind, müsste .eigentlich" vom ersten Augenblick des Bestehens der Bundesrepusieh die Fol-j neu diese Verbrechen zur] erst dann zu opponieren begen dieses Verhaltens aus-.Last zu legen sind, gannon, als er nach Bonn, zumaien. Was soll eine Ju-< Der Fall Schepmann ist .,Die gend sagen, die nach Wahr. ¡ejn alarmierender Beweis Welt” schliesst ihre Betrachheit strebt? Was sollen anj mehr dafür, dass die zum jungen mit dem interessan-! öere Nationen denken, die - schreckliche Verwirrung der blik eine selbstverständliche , , , , ., ~ Jeen ten Satz: „Wir sind sehr sich von den Verbrechen .Begriffe und der Gefühle {Selbstschutzmassnahme der gut gedacht, aber leider mit der Freiheit verteidigte. {iir Forderungen-nach Saudes i Carl Görde er der von den b^-keife, in der Politik. Aber nazistischen Schergen im Rahmen des Aufstandes vom 20. Juli 1944 hingerichtet worden ist, wurde zu eirem Symbol. Umso betrüblicher wirken die Worte und die Ein- __ _ _ _ _ Stellung seines Sohnes UHwobf jeder unterschreiben.! sehen in den „gleichen Topf j begangenen Verbrechen, mit brechen unverantwortlich, lieh, der den ehemaligen Dj) der von der Zeitung . Die der allgemeinen Meinung” d€r Fahndung nach den Tä- Ohne dieses Bekenntnis zur- ■A Chef Schenmann als das WeH„ dargestellte Sachver- 'Ihr habt doch selbst so viel tern und der Vorbereitung Schuld diesem Kreises wird halt unbetritten sein dürfte, und so lange unter ungeyou Gerichtsverfahren gedie unbewältigte Vergaei--. der nicht überwundenen Vergangenheit und mit dem Bemühen, diese zu überwinden. schwer oder garnicht in Einklang zu bringen. . . Auch Schepmann gehört dem BHE an. Obwohl in der -Nazi-Hierarchie unvergleichlich bedeutsamer als Oberländer, konnte er gerade deswegen nicht in höchste Aemter zurückgerufen werden. Immerhin ist der Posten eines stellvertretendeutsehen Volkes ahj noch längst nicht überwun-' jungen Demokratie gewewenden, und denen man' nen j&t. In steigendem Ma-1 sen sein. Dehn -dieser trawir möchten diese Forde, jetzt erklärt, es war flicht sse werden die Kriegs’er.' gende Kreis des Nazismusu rurgen nicht erst dann höd«s deutsche Volk, es wa-,brecher zur Verantwortung' ¿ie hohen Chargen in der ren, wenn einem die Tätigren die Nazis, die jene Un-lgezogen in der Bundesre-, Partei und ihren Giiederun. ■ keit eines Belasteten nicht taten vollbracht haben. pubiik beschäftigten sich mehr in den politischen Werft nicht, so sagt man j zahlreiche Behörden Kram passt.” — Diese -Bemerkung muss! uns, den I, die anständigen mit! unanständigen Men gen sowie im Staatsdienst, mit haben die Linie bestimmt, der Sammlung des Mate-, sie sind deswegen als intelrials über die in der Nazizeit | fektuelle Urheber der Ver: SA Chef Schepmann als das kleiner; Uebel einschätzt. Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob dieser Schepmann nicht auch in seiner den Bürgermeisters auch aufgespreizten Uniform zu eine öffentliche Funktion, den neugierige Zuschauern die zu einem neuen Aus.1 des Prozesses vor dem gangspunkt für grössere | Volksgerichtshof gehörte. der seinen Vater wie alle anderen Freiheitskämpfer lange unter unge muss davon ausgesangen | rechten Vorurteilen und werden, dass die SPD zu ] Verallgemeinerungen gelitsolchon Schritten ebenso ,en< um nicht denselben bereit ist wie die CDU, | Fehler zu begehen, den anwenn es nur in ihr politi. öere an euch sündigten. Mit sches Konzept einzugliedern i tiefem Misstrauen haben gen die Schuldigen. Die Zahl der in Deutschland lau. fenden Prozesse dieser Art genheit immer unbewältigt bleiben. Auf der Grundlage dieser schauderhaften VerT Aufgaben hätte werden können. Statt aufzusteigen, trat Schepmann zurück, ohne wohl endgültig seine politische Karriere damit aufzustecken. Im übrigen war er bereits zweimal zum gleichen Amt erwählt worden, obwohl alle seine Vergangenheit kannten. Wer sind diese alle? Und bei der Feststellung dieser Mitverantwortlichen an der Wahl ist. Hier liegt das Uebel. Mit Demokratie und Freiheit kann man keine politischen Geschäfte machen. Ein aufs schwerste beleidigte, verhöhnte und quälte bevor er ihn dem Henker ausge-1 Schepmann ist niemals das liefert hat. — Vielleicht werden westdeutsche Beobachter garnicht das Gefühl haben, dass sich dort in Gifthorn eine neue deutsche Tragö. die abgespielt hat, die für die gegenwärtige Situation kleinere Uebel. sondern immer das Uebel, wobei hier nicht der Mann als solcher, sondern das Prinzip gemeint wird. Mit der unbewältigten dürfen und wir diese Einwendungen und Beteuerungen anfangs aufgenommen, lernten dann — mitunter gegen unsere eigene Ueberzeugung — zwischen Deutschen und Nazis unterscheiden, weil wir be- Jingungslese Diener der Gerechtigkeit sind. Wir hörten auch jene ehr- Vergangenheit | liehen Stimmen, die nach ' Schepmann nicht, können keine 1 Läuterung streuten, denen \ warum wurde er begnadigt ist gross, die Zahl der an- J gangenheit kann es keine hängigen Verfahren roch - ... grösser. Aber was soll das alles bedeuten?, müssen wir fragen. Sind diese Prozesse wirklich ernst gemeint, oder praktiziert man die alte Formel des geringsten Widerstandes, indem man die Kleinen fängt und die .Grossen laufen lässt. Hierbei handelt es sich um eine Kernfrage. Warum bessere, ganz gewiss keine demokratische Zukunft ge. ben. Der Fall Schepmann bat einmal mehr gezeigt, die Fehler liegen. Hintergrürde und Hintermänner wurden klar. Die Debatte über die unbewältigte Vergangenheit ist durch eine neue Varian- . te bereichert worden. Man s'tz* soll jedoch wissen, dass irj-f/ j gendwann auch diese Diskussion ihren Abschluss Konzessionen abgeschlossen ' die Vergangenheit nicht nur .während irgendein roher, 'fin(jen sollte. Schepmanns'" kommen "wir svmptomV^ch‘5und‘7ür“‘ehe Es §ib‘ ke.ine Gefühl einer Reue aufungebildeter, unbedeutender j zerredet man ... _ ... . t/> 1 linip sl&c Y'Pi’hrPrnpnR Kr _ r!ncomIrnii^ ict O^^ 1 r*o Viortz» rnf« —— i_t j:_ zu dem eigentlich bedenk liehen Punkt dieser ganzen Angelegenheit." j Die Wiederwahl Schepmanns war vor kurzem mit den Stimmen der Christli-, chen Demokraten <CDU).i der Deutschen Partei (nazi. ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ : ♦ » 4 4 t ♦ : i ♦ Dr FREY Abogado PUEYRREDON Í190 IJQ weitere Entwicklung sehr gefährlich sein kann. Die Angelegenheit zeigt sicherlich auch innenpoiitisebe Aspekte, die für den bevorstehenden Wahlkampf in Deutschland ausgenutzt werden. Aber hinter diesen Wahlparolen und gegenseitellinie des Verbrechens. Es gibt keine anständigen Nazis. die man deswegen respektieren könnte, weil sie Nazis gewesen sind. Der aus politischer Gesehäftemaeherei abgeschlossene Kompromiss muss zu einer Unterhöhlung der politischen Gesinnung und der Allmählich schon nicht zwang. — ..Gesamtreue’ ist j Geselle eine harte Strafe — 'mehr die nicht überwundedie schwächliche Entschulsicherlich mit gutem Grund j nc Vergangenheit, sondern digung. die Heuss fand, —j — zu verbiissen hat. Und : ,jje ebenso wenig bewältig. sondern die das Bewusst. ( Schepmanns gibt es viele sein einer Schuld quäite. obwohl sie es doch garnicht selbst gewesen waren, dete Gegenwart. j tigen Schachzügen mit Vorpolitischen Moral eines Vol-; * nachm 16—19 Uhr j J. Liebling ¡ IrOURNlERE — I SPERRHOELZEP j DIAZ VELEZ s22« al 46 j j T. t «3-2343,0340 r 3021 1 würfen und Anschuldigun gen steht die bittere Wahrheit. die niemand unter | dem Schlamm von Redensarten verbergen kann. Des- 1 wegen ist es wesentlich, i was die Zeitung . Die Welt” 1 zu dieser Affäre geschrieben hat: | „Am unverständlichsten ist uns die Haltung der Soj zialdemokratie. Vor fünf Jahren, als man die Stirn.! men de? BHE brauchte um in Gifthorn einen sozialdei niokratischen Bürgermeikes führen. Das ist das grosse Problem, das sich in diesem Fall Schepmann prä- 1 sentiert. Es gehört nicht allzu viel Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76-6784 v 76-2312 NERVENu. GEMÜTS. KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN j i prov. J » RIVADAVIA 2625 III j; Tel. 48 7524 j lont.. Mittwocn. Freitag’ 117—20 Uhr Tel. Anmel-J I düng erbeten. j * Ataitkü. * <2k REAL PEN ilj <: Füllhalter ¡Í REPARATUREN j; Spezialgeschäft « CORRÍENÍ ES r £. 49 5850 Outica f DIPL OPTIKER iSar miento 829 T. L 35 - im <Lpeaux\ HUTSALON Í Jetzt in i u c i g r a i’ u i MOLDES 2 5 6 1 t T. E. 73-9229 | 73-9155 1 Propiedades Frankenberg oerät Sie Kostenlos una unverbindlicn oeim Ka\il odei Verkaul von CESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSER Manuel« Pedraza 2530 pl o. Dp 8 T. £. 70-724« - . Jacobo M Lapiduf dipl. Mohel TUCUMAN 2396 4^ J T. E.: 48-2124 \ Dr.! B. Schwanz •* ZAHNARZT \ h SI OME. 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