Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1880 (30.5.1961)
- Date
- 1961-05-30
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Là*. ,_| IL-^L^ir I lin ri Pt1 Martes, 30 de Mayo de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1580 — 3 IN DEN AUGEN DER AFRIKANER Es ist der Mühe wert, der kurze Weg ins airoasiatisehe Institut, es .oant sich, mit den Studenten dieser Institution in eine .Unterhaltung einzulassen, man kann manches daraus ernen. Der durchschnittliche Israeli kommt sich selber grossartig vor. begegnet er auf der Strasse zufällig einem dieser ounkelhäutigen exotischen Gesichter: „Eri ist ja Bürger des Wirtslan-; des. Er der Israeli, ist ja i ihr Gastgeber ur.d sogar ihr Lehrer und Wegweiser! Denn : sind sie, die Dunkelhäutigen j nicht hergekommen, um das Licht in Zion zu suchen?’ | So denkt, so empfindet das ' der Israeli selbstherrlich: und selbstzufrieden. Aber j was denkt, was empfindet der Afrikaner und Gast? ,,Der Israeli“ sagt uns einer der Studenten des afroasiatischen Instituts, mit denen wir plauderten, „ist! freundlich, hilfsbereit. Aber | zwischen freundlich und 'reundschaftlieh besteht doch | ein grosser Jnterschied. Es | ist viel schwieriger, sich mit den Israelis anzufreunden, als wir geglaubt haben. Unsere gesellschaftlichen Kon-1 takte beschr.i iken sich meist j auf: Boker, Tow, Shalom, Welitraot“. sagt uns unser Gesprächspartner in harter Afrikaner-Aussprache dieser! hebräischen Worte: „Und VOI1 URI GFDALJAHU iSie müssen doch zugeben: das ist ein sehr magerer i Kontakt. Wenn man hier; Monate im Land verbringt,! fehlte einem die menschli- ' che Nähe des anderen. Es ist sehr unangenehm, als j Mensch distanziert zu werden. Besonde-s für uns. Wir sind in diesem Punkt empfindlich.“ Ein paar Zentimeter mehr Abstand Viele unserer afrikanischen Gäste waren auch schon in Europa, kennen das Leben und das gesellschaftliche Klima solcher Länder wie z. B. Frankreich. und sie sagen: „Sehen Sie. in Frankreich . . Frankreich ist nach aussen hin und in seiner offiziellen Politik das klassische Koloniaf.and Aber die Menschen, weich eine herrlich freie und fortschrittliche Einstellung. Man fühlt es so j wohltuend deutlich: die; Hautfarbe ist dem Franzosen keine Ursache, um ein Vorurteil, cnen Ueberlegenheitsdünxel zu haben. Er bezieht sich zum Afrikaner frei und ungezwungen, zeigt sich mit ihm ungeniert j mit der grössten Selbstverständlichkeit, in der Gesellschaft. Dem französischen Mädel macht es gar nichts aus, ob einer weiss oder schwarz ist. wenn er ihr nur gefällt. Und man fühlt auch, dass sie sich so frei mit uns benimmt, w-bl sie keine Furcht hat. dafür von der Gesellschaft verurteilt zu werden. Aber eure Mädels: Ho, no, — das ist was ganz anderes! Kaum, dass sie sich mit unsereinem auf ein Gespräch einlassen. Und wir haben Augen im Kopf wir «ehen es doch genau, wie sie mit euren, wie sie sogar mit Fremden. sagen wir mit einem Engländer, Amerikaner oder überhaupt Europäer tanzen, und wie mit einem „Schwarzen“. da passen sie sehr genau auf. dass die Distanz unbedingt ein paar Zentimeter grösser :st ..“ Vergeblich versucht man, dem afrikanischen Gast zu erklären, unsere Mädels seien eben nicht m frei im Umgang. wie die Französinnen. Er weiss, was er weiss. Und man kann es einem Menschen lebhaft nachfühlen, der ein halbes Jahr oder länger in einem fremden Land verbringt, keinen richtigen menschlichen Kontakt Jeder VERLEIH VON GESELLSCHAFTS- ANZUEGEN KAGNER Das einzige jüdische Geschäft ir dieser Branche. Cangallo 2553 — Tel.: 47-4709 Buenos Aires t 4 Tepiclhus - M. 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Das Studium leidet, ihren Worten nach ferner sehr stark darunter dass das Niveau der Hörerschaft sehr unausgeglichen ist. Auf einer Bank sitzen nebeneinander Absolventen europäischer Universitäten und solche. die kaum die Volksschule beendet haben. Es lernen hier Menschen mit einer reichen politischen Vergangenheit und mit grosser fachmännischer Erfahrung, zusammen mit blutjungen Anfängern im Leben, in der Polifik und in ihrer Laufbahn, die nichts als ihren guten Willen, ein Stück Idealismus und Lerneifer mitbrachten. Kein Wunder, wenn solche Unterschiede in den Bildungsgraden, dem geistigen und menschlichen Niveau sich stärkstens in hinderlicher Weise bemerkbar machen. Doch wie wir von der Leitung des Instituts erfahren, soi’en schon beim nächsten Turnus zum Studium nur Hörer zugelassen werden, die mindestens das Reifezeugnis der Mittelschule besitzen. Heikle politische Fragen . .. Heikler noch als die menschlichen Probleme, von denen ANTISEMITISCHE BROSCHÜRE EINGEZOGF.N Der Dritte Strafsenat des Bundesgerichtshofes hat jetzt die Einzienung der deutschen Uebersetzur.g der amerikanischen Broschüre ..Die Bankier-Ver_ sehwörung von Jekyl isiand’ verfügt. Die von Eusta, ce Mullins verfasste und von dem 74 Jahre allen Guido Roeder in Überammergau übersetzte Broschüre ist nach Ansiem des BGH-Senates verfassungsfeindlich und antisemitisch. Die Broscnrre verstosse eindeutig gegen das Verbot der Rassennetze und sei ausserdem eine Beleidigung für die deutschen Juden. In der Broschüre wird behauptet, die Juden hätten sich durch betrügerische Machenschaften Einfluss auf das amerikanische Notenbank bvsterr verschafft. Ausserdem neisst es. eine Gruppe nternationaler Juden habe die neiden Weltkriege dneezettelt und die amerikanischen Wirtschaftskrisen in den zwanziger und dreissiger Jahren neraufbeschworen. - Das Landgericht München I hatte üc Einziehung der Broschüre abgelehnt. Die Staatsanwa tschaft hatte dagegen Revision eingelegt, die jetzt zu der Entscheidung de^ Dritten Strafsenats aes Bundesgerichtshofes führte. wir eingangs sprachen, sind vielleicht — wie uns Casablanca oder so ein ..Kleiner Zwischenfall“ im Bet Tabor belehrte — die oolitischen Fragen. Glaunen die Afrikaner. glauben die Gäste wirklich daran, dass Israel ein Agent des Imperialismus ist, als der es angeprangert wurde? Wenigstens in dieser Hinsicht atmete man nach den Antworten unserer Gäste auf, die sich wiederum durch Sachlichkeit auszeichnet. » „Wer glaubt denn an so etwas im Ernst?“, lacht der Gast, der darüber Rede und Antwort steht, fein. ..Was könnt ihr schon für imperialistische Interessen in Afrika haben? Ihr stimmt in der UN oft gegen uns und habt uns erklärt, ihr seid dazu gezwungen, weil die Unterstützung des Westens Für euch eine Lebensnotwendigkeit ist. Wir naben das verstanden. Sie -ehen doch: der beste Beweis, dass wir dies nicht als Feindseligkeit gegen uns auffassen, ist dass niemand bei uns zu Hause daran denkt, uns hiei von Israel wegzurufen Wie wir waren, so bleiben wir weiter Aber auch ihr müsst verstehen dass unsere Interessen es erfordern, jetzt, des Kongo wegen, mit Nasser Hand in Hand zu gehen als mussten wir einen Standpunkt beziehen, der euch nicht angenehm ist. Aber das hat doch nichts mit unserer Zusammenarbeit zu tun.“ Und die .Affäre”... Ob sie davon gehört habeh? I ..Wie kann man in Israel i sein, und davon nicht hö- ,ren?“ Was .sie darüber ¡denken: Was snl.«-’ ce dar- | über denken’ v\ a-- Können , sie viel da'ron verstehen, ¡wenn die Israelis selbst da-! von zu verstehen scheinen? , Es kommt ihnen einfach j ganz so wie nm sich zuhause ' vor: z. B. >n Senegal, die I beiden grös.cen oolitischen (Führer gehören viele Jahre der gleichen sozialisti- I sehen Partei an und hören ¡alle die Jahre hindurch nicht , auf. sich miteinander zu zanken .“! Der Zwischenfall im Bet ¡Tabor: ..Nun das war nicht j so gemeint, wie man es allj gemein auffasste Wenn der I aufgeregte Protestierende auch so etwas wie t-olonialistischer Agent sagte, so meinte er bestimmt nicht ganz Israel, --ondern nur Dr. Mani. der die Belgier so eifrig verteidigte ..Ih dürft nicht allem Glauben schenken, was man über uns sagt. wenn man uns der Faulheit, des Alkoholismus. des Kannibalismus anklagt. Ihr solltet doen am besten wissen, wie vorsichtig man mit solchen Urteilen sein muss. Was hat man nicht für Schmutz auf euch Juden schon geworfen! Hat man euch nicht auch gesagt, dass ihr Christenblut zu rij tuellen ZwecKen verwendet? Gerade ihr solltet am wenigsten die V irurteile teilen, I die man gegen uns verbreitet’’. % IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft T. E. 83-2613 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL t -- * Dr. Hardi Swarsensky ¡ £ Asuntos Europeos exclusivamente % Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr g ¡ —— J Dr. Günter Frey! 0 Asuntos Argentinos y Sudamericanos g! TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN \! VERTRAEGE - VERWALTUNG^ t 0 BUEROZEIT: 16-19 Uh» ' t?UEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HERAS Ti Et 83-2613 m 4