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Jüdische Wochenschau · 1961-05-23 · 1878 (23.5.1961) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1878 (23.5.1961)
Date
1961-05-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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HK i.ii KUNST uIrmitzwah Christlicher Antisemitismus EINE RUNDFUNK-DISKUSSION SCH% BEN - CHORIN •i p n v «•» •licfl he. ■Weiten Weltkr Qr lfhan isi , n A. Jeschunj£. t, * so o> Vrs,en - MwaZ'Feie.’ '*'*<*■ m ^en -chaluzL ag machte. Bei y-ei!en Jerusak- )ath wurden k ls Arg<m(iniea ,r Thora aufge. in ihre neud‘e sie ais & der Kanzlei des identen «¡-iiai. rusalems und die aus den Reformgemeinden kommenden, in der entsprechenden Jerusalemer Gemeinde ,,Konfirmiert werden, während für die jungen Leute aus den orthodoxen Gemein, den ja zah.reiche Synagogen in Jerusalem zur Verfügung stehen. Ein schönes Programm — und ein erzieherisch notwendiges. denn die nähere Bekanntschaft mit die.-en jungen Juden der .Diaspora zeigt, dass ie oft nur sehr theoretisch ,ßar. Mizwa'% Söhne jüdischer Pflicht sind; in Wirklichkeit aber nur äusserst geringe Vorstellungen vom Judentum haben... IM SCHATTEN DER ADMORIM In einem ganz anderen Zeichen stand eine zweite Bar-Mizwa-Feier. die dieser Tage Hunderte von Chassi. dim anzog. Während unsere argentinischen „Bar - Mizwanten” leider ohne ihre Eltern kamen (das ist verständlich bei den hohen Reisekosten aber nicht erfreulich, denn an solchem Tage gehören Kinder und Eltern zusammen!) kamen zu dieser zweiten Bar-Mizwa-Feier viele ältere Leute ohne ihre Kinder. Von weit, her kamen sie; aus Europa und Amerika und natürlich aus allen Teilen des Landes zur Bar-Mizwa-Feier ihres Rabbi, ja ihres Rabbi, des ..Jenuka”, Rabbi Berele, des designierten Rabbi von Bels, der eine Art jüdischer Dalai Lama, schon von Kindesbeinen an als der ,,Ad. mor” von Gottes Gnaden angesehen wird, da ein dynastisches Prinzip ihn zu solch hob m Amte bestimmt. In der neu erbauten Je. sehiwah der Belser Chassi. dim (direkt gegenüber dem Aussenministerium in Jerusalem) wird Jissacher-Dov Ber Rokeach. der letzte Spross der Dynastie chassi. discher Wunderrabbis von Bels von alten, weisen Tal. mudisten zur rabbinischen „Thronfolge-’ systematisch ausgebildet. Weise und alt sind seine Lehrer. Sie wissen vieles — nur eines wissen sie nichtwas es heisst, ein Kind sein, spielen zu wollen, wie alle Kinder. Das weiss nur die schöne traurige Mutter, die um ihr verlorenes Kind „Bernju” weint und sogar bei Gericht eine Klage gegen die frommen Kerkermeister ihres Jungen eingereicht hatte, die ihr das Kind gewaltsam fern halten, denn es geziemt sich einer Frau nicht, mit dem Rabbi zu sprechen .. und wenn ts die eigene ¡ucii Ben G»- Mutter ist. atjs von de1" Die Klage wurde zurück, eiten ab, gezogen. .. bei Gericht, „ aber nicht aus dem verletzi ClLLE^_;_;_ Marken ~~ “Tematicos" ’ J,RK£N mit platten. ILGG MptEtTE BOGEN (planchas) — roTVOU* AUSGABEN - ERSTER r^>«d|GE BERATUNG | 2351, <lep. 2 j esq. CAßlLDO | 1 zu zweien und n die BarJliZ' ta sefardischer l>e Segenssprö- ' Thora. Alles züglich. deon Jbi Nathan hat. ne Generalpro. Jünglingen abzum Teil aus len Häusern iss sie ohne ) . Programm a-Feiern in Ist keine Bar. gehabt und dieser Eineine Ahnung ten... Tat. auch einige;en in dieser hon das vor- Alter über, i; aber besgar nicht, vor der synr wurde die Beth-Hanassi d durfte sich des Staats, intragen, und Sonntag fand mzung für die im Sanhedriarusalem statt. um in die Er- «pflanzt bat. so hoffen wir ■s selbst hier in. ppen von je Mizwa.Knaben t werden i® ires erwartet. 1 verschiedene s Landes verwobei zu erlass die nus Gemeinden Knaben in d« Svnagoge Je- íeug; che Filme. ¡indruck, das* em Eifer m dten Wissenven Mutterherzen, dem alle Ehren dieser Welt und alle Gnaden der künftigen Welt nicht die zärtlichen Küsse des Kindes ersetzen können. Die Mutter hat sich dem Willen der Chassidim gebeugt. Ihr steter Rabbi ist als ukrainischer Bauer verkleidet. mit geschorenem Bart vor den Nazis in aben. teuerlicher Flucht gerettet worden. Er kam nach Jerusalem, ein müder, gebrochener Mann, auf dem die Hand des Herrn zu schwer gelastet hat. Seine ganze Familie war den Eiehmänr.ern zum Opfer gefallen. Ich habe ihn gesehen, den Rabbi von Pels als er in Jerusalem einzog. Aus sei. nen grossen Augen loderte der Schmerz des unfasslichen Judenschicksals dieser Jahre. Seine Chassidim veranstalteten einen Empfang, den ich damals .Pogrom der Liebe” nannte. Das Altersheim Moschaw Sekenim ging teilweise in Trümmer, so drängten sich die Chassidim um ihren Rabbi zu sehen, der von einer Orange kostete und den Rest als „Schirajim” unter die Gläubigen verteilte . Dann zog er sich zurück. Er schlief nicht mehr in seinem Bett. Er fastete tagelang. Er büsste dafür... dass er am Leben geblieben war. Man gab ihm wieder eine Frau. Der Rabbi muss eine ftebbezin haben. Es war dem Hause kein Erbe mehr beschieden. Nur der Bruder des Rabbi bekam noch einen Sohn... und das ist nun der „Jenu. ka”, der heilige Säugling, wie er bucnsjäblich schon als .Baby in Anlehnung an ein Wort über den Sohn des Rabbi Elieser im Talmud genannt wurde, von dem die Sage ging, dass er bereits an der Mutterbrust Worte der Thora gelallt habe... Und nun -.teilt der „Jenuka” zum ersten Male predigend vor seiner Gemeinle, sagt seine „Drascha”, legt den Chassidim Gottes Wort aus. Sie singen und tanzen. Sie unterbrechen die W’orte ,hres kindlichen Meisters mit Lobgesang... und dann vollendet er seine Drascha, die ihm wohl seine Lehrer aufgesetzt ha. ben, die aber in seinem Munde zur „Thronrede” wird. Es gab Himmelsstürmer, die nicht warten wollten und tatsächlich, die „Krönung” ihres ,,Rabi” Berele als „Admor” (Herr, Lehrer und Rabbi) von Bels am Tage der Bar-Mizwa-Feier verlangten .Der kleine Jun. ge mit den kastanienbraunen, seidigen Schläfenlokken im altertümlichen Kaftan. der mit verwunderten Augen auf die ihm huldigenden Alten blickt — der, nur der sollte ihr Rabbi sein. In seiner Seele (ganz Dalai Lama!) ist ja der heilige Baa’-Schem-Tov wieder geboren, scnvvingt ja die goldene Kette der Zaddi. kim, der gerechten und klinkt, wie die Glöckchen am Gewände des Hohe-Priesters aus seinen Worten. Aber die Besonnenen wollen warten, bis der „Rabbi’ ■ unter den Trauhimmel tritt („Mit Achtzehn zur Ehe”, rät unser Jehuda Ben-Thema, aber solange kann Bels nicht warten), um der heute neunjährigen Tochter des Rabbi von Das war der Titel einer Veranstaltung, die eine Diskussion weaden sollte — in der Reihe „Umstrittene Sachen“, die der Westdeutsche Rundfunk seit Jahren mit Erfolg vor die Oeffentlichkeit bringt.Statt dessen wurde es eire Begegnung, eine Begegnung mit der überaus würdigen und eindrucksvollen Gestalt des Londoner Rabbiners Dr. Salzberger. Alles, was neben und mit und zu ihm gesagt wurde, geriet ins mehr oder weniger Belanglose angesichts der Ausstrahlung dieses Mannes. Er bot keinen aus. sergewöhniiehen Annlick, er verwandte Keinerlei rhetorische Künste. Er sagte nichts was uns nicht schon einmal auf die eine oder andere Weise zur Kenntnis gekommen war — trotzdem er. schlitterte er seine Zuhörer, viele von ihnen mögen sich noch nie in ihrem Leben so bittet lieh geschämt haben, wie an diesem Abend Er reihte nur ein paar historische Tatsachen aneinander; die ersten judenfeindlichen Aeusserungen in Schriften des Neuen Testamentes, Zitate aus den Kirchenvätern, strotzend von Hass und Unverstand, die feindlichen Dekrete Justinians, die Grausamkeitenn des Mittelalters. Verleumdungen. Verfolgungen, gewaltsame Bekehrungen, Kinderraub, Mord. Plünderung und Brandstiftung und Folter, bis hin zu den Scheiterhaufen der Inquisition — und alles im Namen eines Gottes der Liebe! Nie hatten die Juden unter dem Halbmond dermassen zu leiden wie unter dem Kreuz. Diese Uebersich; wiederholte und bestätigte der katholische Theologe Professor Nielen ohne Beschönigung. Darüber hinaus erwies er die Absurdität der Vorstellung von der „Gesetzesreligion“ der Juden und von der „Schuld“ an Jesu Tod. Aus einer wichtigen Veränderung in der KartrePag-Liturgie vor sechs Jahren sei zu entnehmen, dass auch die offizielle Kirche sieh von diesen Vorstellungen abgekehrt habe. Der evangelische Theologe Professor Kraus Klausenburg angetraut zu werden Das Mädelchen spielt inzwischen noch nichts ahnend, in Kiryat- Zans bei Nathanya. aber die „Alten im Tore” (oder die Toren im Alter?)', haben schon beschlossen, dass diese Ehe im Himmel ge. schlossen ist... Der „Jenuka” hat seine Drascha beendet. Man jubelt, man tanzt, man lässt die Becher kreisen . Ich aber muss an ein hartes Wort des Weisen Koheleth danken; „Wehe dem Land, dessen König ein Knabe ist” (Prediger 10. 16). Das stolze „Städtele Bels” hat sieh einen Knaben zum König erkoren, nicht einen geistigen Führer, nur noch einen, über dem das Faust-Wort steht; „W’eh dir, dass du ein Enkel bist. ’ Unter den Gästen der Bar-Mizwa-Feier des ..Jenuka” waren auch einige der jungen Leute aus Ar. gentinien. Sie blickten erstaunt ihren „Bar-Mizwa.Kollegen”, der offenbar einer ganz anderen Generation angehört. Ein alter Mannin Kindsgestalt spricht W’orte der Weisheit und wiegt sich im Rhythmus des Lehrhauses wie die Alten, die seine Worte sehnsüchtig einschlürfen. „Euch ist der Meister nah” — fällt mir nochmals ..Faust’ ein „.. euch ist er da.” - ergänzte die Darlegungen des Rabbiners um da? wichtige Faktum des „christlichen Germanismus“ im 19. Jahrhundert Dieser hat seine Grundlagen in konstantinischer Zeit, als zum erstenmal christliche Juden. feindsehc.it mit der Idee des Reiches verschmolz: nur wer die Sakramente empfängt, kann Staatsbürger sein und gen irt zum Reich. Von da führt eine Linie zum jungen Hegel, dem der Gott des Alten Testaments das dem „absoluten Geist“ entgegengesetzte böse Urprin. zip war E. M. Arndt, der Turnvater lahn. Richard Wagner, Lagarde bewegen sich in „flutsch _ christlichen“ Gedankengängen. 1848 also noch vor Chamberlains rassischem Antisemitismus. war in einem Flugblatt zu iesen: .Juden, lasst euch eiserne Schädel machen, denn ihr werdet es mit den Beinernen nicht überleben!-’ Christentum war die Brutstätte, aus der der Mordgeist des Dritten Reiches erwuchs, aus christlichen Ressentiments vermischt mit nationaler Ideologie. brauten sich die Nebel der Antisemitismus zusammen. So erregend es war, dies alles — noch oder wieder einmal oder überhaupt — zu hören: erregender waren Ges’cht und Stimme und Haltung des alten Mannes, der in Deutschland geboren und aufgewaebsen. die jüdische Gemeinde in Frankfurt geleitet hatte, Häftling in Dachau gewesen und später dem Jernr entflohen war; det das entsetzensvolie Geschick seiner Glaubensbriid.r aus der Ferne miterlitt ifhd trotzdem die unwandelbare Treue seines Gottes bezeugte; bezeugte, dass die Untaten vergessen seien, und der nichts verlangte, als Gerechtigkeit für jene Menschen, die .den Verlauf ihrer furchtbaren Geschichte in Geduld aushieten öhne Hass und Vergcltungswil.en. Wahrscheinlich sprach der Leiter der Veranstaltung, Gert H. Theuniss-en. der das christlich-jüdische Gespräch seit langem aufs entschiedenste fördert, allen Zuhörern aus c'em Herzen wenn er zu Beginn der Diskussion nur die eine grosse Frage stellte: „Was sollen wir tun?“ (denn wir sind im Grund genommen noch gar nicht ans Werk gegangen!. Schuldbekenntnisse genügen nicht .— obwohl man sie in und von den Kirchen gern, öfter urid intensiver hören würde. Was sollen wir tun? Die Diskussion ergab: Wir sollen uns unterrichten. Wer von uns kennt den jüdischen Glauben so. dass er ihm zum erlebbaren Gegensatz, zum eigenen Glauben wird? Wir sollen. Theologen und Laien. Gespräche führen, es gibt Themen, die nicht nur in der Kontroverse enden. Schriftsteller ¿esterfeen Im Alter von 78 Jahren itarb in New York Robert K.rl Weil, als Humorist, Schriftsteller und Texfbuchantor in ganz Europa ver dem Umbrucn bekannt. Er schrieb und las unter dem Namen „Homunkulus” und „Gustav Huber . 1938 kam er über Prag nach Zürich, gelangte mit Hilfe amerikaruscher Freunde, unter ihnen Upton Sinclair, nach Amerika, wo er schwer um seinen Lebensunterhalt ringen musste. Zuletzt schrieb er „Das war Lidiee” und eine Biograph!« von Robert Stolz. Seine Autobiographie' „Eine komische Welt” ist noch nicht veröffentlicht. Was die Schulen (auch und besonders im Religionsun tcrricht) tun sollen, ist unzählige Maie gesagt worden; sie dürfen nicht nacHiasstn, auch wenn sie aut noch soviel Widerstand des Elternhauses stossen. Die Kirchen müssen von der Kanzel her mehr tun. Wo gab es in cen letzten fünfzehn Jahren eine Predigt, die oen christlichen Antisemitismus behandelt hätte — mit jenem Unmass von Trauer und Beschämung im Ton, das angemessen ist? Was wir Deutsche getan haben, ist ungeheuerlich. Was wir als Christen getan, vielmehr nicht getan haben, ist noch ungeheuerlicher. Es sollte jeden Tag bedacht, werden. Vilma Sturm (in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“) HEBREO SIN MAESTRO por AHARÚN ROSÉN grande .na .86 nosotros . tanax .ai ga-dor T a-mij-nu solamente P! .87 Nosotros, Uds. D nx .82 rak a-iem sin .88 ellos an .83 b'ü * hem todo, cada .89 escuela . “joo-rra .84 kol T bet-sefer niño .90 pequeño ]DPt .85 yé-ted ka-lan mían T .DnniD DnaV7 cpx nn ,nE?a- .D^ai» tan axt nao-rras miam t - : naV? rnisn - tanax ,]dpn : 1 t 1 t “ nix ,x^ - “nxai onaiP on ,maV? T * » - V V .ntrmra t * : v rnian ni? “rai1? rnian oa -?D^HSn D’P'ax'? * : ” T-: t D3 “¡ai1? tsrx- .mia trtfaxn nnai5? anal*? na-?rnia ltfa» Hin - 'wwn ]a rrp» onmn .~rnia nnas?- an .o^na-^na .o-tfax-tf’x ,Dnia-rnia .onaV? tamx - -rai1? ax .ania ,x*pp ,nato ^xitf .na-oia^xa onai1? t : v t : tnan-anx nt na- -rra ne^ona^xn - .D-^na □•hV’5? ido; * T v •* o-Häx dpn an« rx - T-; v “ * t; v ' f .D^ns □n’r pn xS - D,s?na a-tfix oa; * t *■ *; .onai1? ar x? cnaV? Quinan nnx - .^an nspjr rnian na .V7/n naf? tzrx *?a- -rraa;iix ,0-HaV? Dpx ,nnav Q'naV? tanax - umx ,c\xaip?,anax;,*nin : *;'—; r Hebraeisch ohne Lehrer 81 wir 82. ihr (männl.) 83. sie (Mehrzahl, männl.) 84 Schule 85. klein 86 gross 87. nur 88 ohne 89 jeder, alle 90 Kind Uri ist ein männlicher Vornamemors ist die weibliche Form von more - Lehrer daher mit Lehrerin m überreizen.

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