Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1878 (23.5.1961)
- Date
- 1961-05-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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DIE WISSENSCHAFT Zu einer Zeit, da die Wissenschaft sich bis zu den entferntesten Sternen und den letzten Geheimnissen des Elektros vorwagt, wird di? Kluft zwischen Wissenschaftler und Laie immer grösser und bedrohlicher. Der Durchschnittsbürger hat eine vage Vorstellung, dass die Wissenschaftler in ihren Laboratorien erstaunliche Kräfte für auibauende und destruktive Zwecke entwickeln, aber er weiss nicht, wer diese Kräfte kontrollieren wird, die die Zukunft der Menschheit bestimmen werden. Die Israelis sind mit Recht stolz auf den enormen Fortschritt, den ihre Wissenschatler in den dreizehn Jahrer seit der Gründung des Staates gemacht haben. Die Wissenschaftler selbst wollen sich nicht von der Bevölkerung separieren und gründeten daher die Gesellschaft ztr Förderung der Wissenschaft in Israel, deren hauptsät hlicher Zweck es ist. die Wissenschatt und den Wissenschaftler dem Mann auf der Strasse verständlich zu machen. if DER VIERTE KONGRESS Im Frühjahr 1961 fand im Weizmann Institut in Re. hoxoth der vierte und bisher wichtigste Kongress der Gesellschaft statt, an dem tausend Wissenschaftler, die 21 verschiedene Gebiete der Wissenschaft vertreten, und hinderte von Laien teilnahmen. Die xvissenschaltlichen Gesellschaften hielten gleichzeitig ihre regelmässig statt, findenden Tagungen ab. Dies hatte den Vorfei], dass es den Wissenschaftlern die Möglichkeit des Kontaktes und de;, Austausches von Erfahrungen gab-, in einem Zeitalter der extremen Spezialisierung kann dasselbe Probern von verschiedenen Gesichtspunkten aus in Angriff genommen werden; daher zeigten die Fachleute gegensei. tig grosses Interesse an den wissenschaftlichen Berichten ihrer Kollegen. Am Eröffnungstage, dem ..Tage der Wissenschaft’, sprachen führende Wissenschaftler über die Bedeutung neuer wissenschaftlicher Ideen für das L,eben in Israel im kommenden Jahrzehnt; sie bedienten sich einer der Aligemeinheit verständlichen Sprache und gaben ihren Zuhörern ein anschauliches Bi'd zukünftiger Entwicklung. ARNOLD ZWEIG Bilanz der deutschen Judenheii Erste in Deutschland erschienene Ausgabe mit einem Nachwort von Achim von Barries. 328 Seiten — DM 16,80 (gebunden) HANS KOHN : MARTIN BUBER Sein Werk und seine Zeit 2te um ein Geleitwort des Verfassers und ein Nachwort von Dr. Robert Weltsch vermehrte Auflage ca. 500 S gr. 8L Leinen gebunden DM 24.80. XIARGARETE SUSMAN Frauen der Romantik 3. veränderte und erweiterte Ausgabe 178 S. mit 16 Bildnissen auf Kunstdruekpapier, tn Leinen gebunden 12,80 DM. FLAVIUS JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieges Uebersetzt und mh Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CREMEN TZ Kl. 8% 895 Seiten, 2 Karten auf holzir. Psp;er in Leinen geo. OM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MC ZARTSTRASSE 13 UND DER BUERBER * ERHALTUNG DES MEERESSTRANDES Aaron B. Horwitz. Professor am Technikum in Haifa. beschrieb die voraussich<licne Entwicklung der Städte, Dörfer und landwirtschaftlichen Gemeinschaften in Israel. Zum nicht.geringen Erstaunen seiner Hörer setzte er sich leidenschaftlich für die Erhaltung der Na urschönheit im Lrndschaftsbild ein. Er betonte, dass Israel trotz seiner geringen Ausdehnung eine erstaunliche Variation des Kli. ntas. der Vegetation und der Landschaft aufweise; es besiehe‘jedoch die Gefahr, dass durch das schnelle Anwachsen d?r Bevölkerung die natürliche Schönheit der Landschaft teilweise zerstört werde, fal.s nichts sofort entsprechende Schutzmassnahmen getroffen würden. Er vetlangte, dass der lange Kistenstrich von Naharia bis Aschkaion zum Naturschutzgebiet erklärt werde. Den Bauunternehmern sollte verboten werden, den Mceressar.d abzutragen. Er ist der Meinung, das Bäume an der Landstrasse mehr zur Schönheit be.tragen als Reklameschilder. Die Amerikaner hätten cir so ungeheuer gTosses Lend. dass es ihnen möglich sei, von einer verschandelter Landschaft in eine unversehrte zu ziehen, doch dies sei in Israel unmöglich, in den Städten Israels sollte m-’hr Sorge auf die Planung eines für den wachsenden Verkehr geeigneten Strassennetzes verwandt werden. Der Redner schlug vor. die kleim-ren Städte zi vergrössern, um die Bürger mit einem Mindestmass -.n Verkehrsmitteln zu xersehen lind ihnen gesellschaftlich-?, kulturelle im.t andere Annehmlichkeiten zu bieten. * FLUGVERKEHR Professor M. Arens. ebenfalls vom Technikum, sprach iilx>r die Entxvicklung des Flugverkehrs auf dem Erdball i:r kommenden Jahrzehnt. Er wies daraut hin. dass jede Voraussage die von Menschen festgeiegten Grenzen und die technischen Möglichkeiten berücksichtigen müsse Auf jeden Fall erfordere der Entxvurf eines neuen F!i.gzeugt.vps für den Zivilverkehr vier ris acht Jahre. Seine Zuhörer xvarep sicherlich enttäuscht, als er sagte, dass für die nahe Zukunft wenig Aussicht bestehe, dass s;c in interkontinentalen Raketen um die Erde geschleudert xverden xvürden. Stattdessen würden sie in üblichen Strahlflugzeugen reisen, deren Fahrgeschwindigkeit wahrscheinlich bis zu einem Maximum von 4.600 km pro Stunde erhöht werden xvird. Professor Michael Evenari von der botanischen Abteilung der Hebräischen Universität in J?rusalem begann seinen Blick in die Zukunft, indem er zxx’eitausend Jahre auf die Zeit der Nabatäer zurückgriff. Das xvichtigste - Problem in Israel ist der Wassermangel. Es steht bereits fest, dass die Entxvicklung des Landes durch die zur Verfügung stehenden Wassermengen bestimmt werden wird, selbst nach Vollendung des Jordanprojekts Professor Evenari. der sich mit dem Wasserproblem beschäftigt, hat sieh in die Frage vertieft, xvie die Nabatäer. diese erstklassigen Wasserfachleute, vor 2.000 Jahren dm Negexv bei einer durchschnittlichen jährlichen Regenmenge von nur 5—7 cm bebauen konnten. Dieser Regen fäll< in Schxvellxvassern im Winter. Um die Vergangenheit nacherleben zu können, baute Prof. Evenari zwei nabatäisc-he Farmen im Hochland des Negexv rach dem Schema von Siauflächen der damaligen Zeit. Dies bedeutet, dass die Farm in einem Teil unterhalb einer solchen Siaufläche liegt, die Schxve’lwasser aufgespeichert und in Furchen und terrassierte Felder geleitet xverden. statt ungenutzt die Wadis hinabzufliessen. Professor Evenari stellte fest, dass 20 bis 40 Prozent des Wassers nutzbringend verxvertet xverden kann, indem es der Farm das Zehnfache der normalen Regenmenge liefert. * POLYMER FORSCHUNG David Vospi vom Weizmann-Institut nielt eine fesselnde Rede über Plastikerzeugung und neue Entwicklungen auf dem"Gebiet der Polymer-Forschung. Israel, das xvenig Rohmaterialien, aber glücklieherxveise hochqualifizierte Wissenschaftler und Techniker besitzt, ist besonders an der Erfindung neuer syntnetischer Materialien interessiert, um Gummi. Fasern und andere Naturstoffe zu ersetzen. Es ist reizvoll, sich klar zu machen. dass diese Art der Anxvendung der Wissenschaft eine der grundlegenden Ideen Dr. Chaim Weizmanns war. des Erbauers des jüdischen Narionalheims und Gründers des Instituts, das seinen Namen trägt. Vospi gab eine Aufzählung zahlreicher neuer Plastikmateriallen ur.d anderer synthetischer Stoffe, die eine Umxvälzung der Industrie und Landwirtschaft ces Landes zur Felge haben können. S. Gitter vom medizinischen Forschungsinstitut der Arb^iterkrankenkasse, beschrieb die Bemühungen, wirksame eh-mi-eh-therapeutische Mittel gegen Krebs zu finden. Die Forschung bedient sich hauptsächlich empirischer Methoden, da man mit dem Metabolismus von Gewachsen noch nicht genügend vertraut ist. um rein wissenschaftlich? Methoden anzuxvenden. -fr WISSENSCHAFTLICHER UNTERRICHT IN ISRAEL Der zweite Tag des Kongresses xvar Debatten über felgende Fragen gewidmet: Lebensmitte.Versorgung der zunehmenden Bevölkerung der Erde;_neue Methoden xvissei schaftlicher Erziehung; neue Medikamente: Gexvebekulturen und ihre biologische Anxvendung; Medizin und grundlegende Probleme der Weltraumfahrt. Die für Laien interessanteste Diskussion befaste sich mit dem wissenschaftlichen Unterricht in den Schulen Israels. Man stimmte überein dass es für die Lehrer in der Klasse und in Schullaboratorien scnwierig. sei, bei dem atemberaubenden Tempo d-er xvissenschaltlichen Entwicklung aut dem Laudenden zu bleiben. Man diskutierte über Wege und Mittel, die Unterrichtsmethoden, besonders die der Physik, zu xerbessern. An den beiden letzten Tagen des Kongresses nahmen Wissenschaftler und Gäste an den Tagugen der einundzwanzig wissenschaftlichen Gesellschaften Israel teil. Sechshundert Abhandlungen über die verschiedensten Themen wurden verlesen und diskutiert. Laien zeigten LITERATUR ZWEIMAL BAR I Jehuda Ben.Thema war ein Thanaite. ein Lehrer der Misehna also und vermutlich ein Zeitgenossen des Rabbi Akiba <50—135). Ueder die Lebensgeseliichte dieses Jehuda Ben-Thema ist uns nichts näheres überliefert, aber drei seiner Lehrxvorte sind uns in den Sprüchen der Väter (V, 23—25) erhalten. Der letzte dieser Aussprüche beschäftigt sich mit der Einteilung der Lebensalter der Juden und mit den damit verbundenen Aufgaben und Vorzügen: mit fünf Jahr?) soll man mit der Bibel beginnen mit zehn JiV^i mit der mündlichen Uel« Lieferung, mit dreizehn fahren sber mit dem Ha ’v.-i der Gebote: ..Ben Schloscn Essre la.Mitzwoth”. Das heisst, der dreizehnjährige Knabe ist. nach dieser Auffassung, zur selbständigen Erfüllung der Gebote verpflichtet und dafür verantxvortiich. xvährend bis zu diesem Alter die Vormundschaft der Eltern gilt. Dieses Wort des Thanaiten Jehuda Ben.Thema ist die Quelle unserer Bar- Mizxva-Feiern. wobei man oft fälschlich annimmt, dass erst nach einer Vollzogenen ..Konfirmation” diese religiöse Mündigkeit in Kraft trete. Die Absicht des Spruches ist aber ganz einfach die, dass der junge Mensch mit dreizehn Jahren in sein Eigenleben eintritt — mit oder ohne zeremonielle Feierlichkeiten. Und nun haben wir in den letzten Wochen zxvel Bar- Mizxva-Feiern von so diametraler Gegensätzlichkeit hier in Israel erlebt, dass eine Zusammenschau uns gleichsam sehlaglichtartig die Paradoxie jüdischer Existenz heute erleuchtet. VORAUSGEWORFENER SCHATTEN Von SCHALOM BEN TH' Grosse Ereignise xverfen ihre Schatten voraus. Das grosse Ereignis. X’on dem hier die Bede ist. ist die Bar.Mizxva-Feier des Staates Israel. Es besteht die Absicht im Bar-Mizwa-Jahr Israels viele Bar-Mizwa. Feiern im Lande abzuhalten; also vor allem junge Juden aus der Diaspora und ihre Eltern dazu zu veranlassen, dass sie ihre Bar. Mizwa-Feier im Tar-Mizwa- Staate zelebrieren. Die Regierungs - Gesellschaft für Touristik hat einen besonderen Plan für diese Feiern ausgearbeitet. Das ist kein Zufall, denn an der Spitze dieser Abteilung steht Rabbi F. G. Nathan, Absolvent des Breslauer Rabbinerseminars und xväh. rend des zweiten Weltkrieges englischer Luftwaffen- Rabbiner für die israelischen Truppen in Aegyp. ten. Rabbi Nathan ist im ehrenamtlichen Nebenberuf auch Vorsteher der grossen Jerusalemer Jeschurun- Synagoge, die so zum Schauplatz der ersten Kollektiv - Bar , Mixvaz - Feier der Diaspora xvurde. xvobei Argentinien den ..chaluzi. schen” Anfang machte. Bei Wind und Wetter, an einem besonders kalten Jerusalemer Schabbath wurden 16 Jungens aus Argentinien erstmalig zur Thora aufge. rufen, gehü’lt in ihre neuen Talliloth. die sie als Geschenk von der Kanzlei des Ministerpräsidenten erhalten hatten. In Gruppen zu zxveien und dreien sagten die Bar.Mizxva-Knaben in sefardischer Aussprache die Segenssprüche über die Thora. Alles klappte vorzüglich, denn Touristen-Rabbi Nathan hatte vorher eine Generalproble mit den Jünglingen abgehalten, die zum Teil aus so assimilierten Häusern stammen, dass sie ohne das Sochnuth _ Programm der Bar-Mizxva-Feiern in Israel überhaupt keine Bar. Mizwa-Feier gehabt und vielleicht X'on dieser Einrichtung kaum eine Ahnung xrerspriirt hätten... Tat. sächlich xvaren auch einige Bar-Mizxva-Jungen in dieser Gruppe, die schon das vorgeschriebene Alter überschritten hatten; aber besser später als gar nicht. Am Freitag vor der synagogalen Feier wurde die Gruppe im Beth-Hanassi empfangen und durfte sich ins Gästebuch des Staatspräsidenten Einträgen, und am folgenden Sonntag fand eine Baumpfianzung für die jungen Leute im Sanhedria- Garten in Jerusalem statt. Wer einen Baum in die Erde Israels gepflanzt hat, der wird' — so hoffen xvir — eines Tages selbst hier verxvurzelt sein. Weitere Gruppen von je etwa 25 Bar-Mizwa.Knaben aus den USA werden im Laufe des Jahres erxvartet. Sie sollen auf verschiedene Synagogen des Landes verteilt xverden, wobei zu erxvarten ist, dass die aus konservativen Gemeinden stammenden Knaben in der konservativen Synagoge Jerusalems «m Reformgemel” den. in der den Jerus* «n Konfirmiert rend für f , ausdenar^ den ja zah‘r „en in Jeruss Fügung stehen Ein schöne , und ein er wendiges, ce . Bekanntschaft jungen Juden zeigt, dass theoretisch Söhne j »dii sind; in ",r nur äusserst Stellungen v haben... IM SCHATTE der admor In einem Zeichen sta Bar-Mizwa-Fi Tage Hunder dim anzog. V argentinische wanten" leid Eltern kamei stündlich he Reisekosten freulich, den Tage gehöre Eltern zusa; zu dieser i' wa-Feier vie ohne ihre K: her kamen s und Amerika aus allen Tei zur Bar-Mizi Rabbi, ja ihi „Jenuka", des designier Bels, der ein Dalai Lama, desbeinen ai mor" von angesehen « nastisches solch hob n stimmt. In der neu scbixvah der dim (direkt Aussenminist salem) wird her Rokeac Spross der iJ discher Wui Bels von alte mudisten zui ..Thronfolge" ausgebildet. besonderes Interesse für die Tagung der neuggründeten israelischen Gesellschaft für wissenschaftliche Filme. Der Kongress erweckte allgemein den Eindruck, dass die Wissenschaftler Israels sich mit grossem Eifer und grosser Hingabe der reinen und angewandten Wissenschaft widmen. Wie Herzl. Weizmann und auch Ben Gurion betonten, hängt das Fortbestehen Israels von dem Menschen und ihren intellektuellen Fähigkeiten ab. PHILIP GILLEN sind sein« sen vieles sen sie nie! ein Kind wollen, w Das weiss traurige M 'erlorenes wint und eine Klage men Kerl Jungen e hie ihr da; fem haltet smh einer 4ci" Rabl “Jd wenn mutter ¡s Die Kla "‘“len.. abe;r nid V/////////////W,, Israel - Mark und Marken aller Laender — Neuigkeiten - ln groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKe^ NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLOTTE B0G£N VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AU$gAbJ rpoir uadu AiunCM _ \/CDTBAllFNSWUERDlr.e - .O i AtiMUiuc Í3PMYI m Lunwun — •’vgiilBe», SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWU£RQ|ge B£reN ALFONSO MORITZSON Guanacad» 23-, esq.