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Jüdische Wochenschau · 1961-05-23 · 1878 (23.5.1961) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1878 (23.5.1961)
Date
1961-05-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Martes, 23 de Mayo de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1878 — 3 Eichmann-Prozess in arabischer Sicht Während in Jerusalem ben. Wer geglaubt hat, dass Adolf Eichmann vor Ge-.fcs sich hier nur um den rieht steht und sich für sei-1,.Missgriff’ eines Radionc Taten im Dienste des Nakommentators handelte, der zi-Regimes zu verantworten wurde inzwischen eines Bes. hat, haben sich die geisti. seren belehrt: denn in den gen Nachfahren des Natioletzten Tagen ist eine antise-; nalsozialismus und des Anmitische Propagandaflut in tisemitismus wieder zu Wort der arabischen Welt festzugemeldet. Sie treten nicht in! stellen. i Europa und der westlichen Die Führung hat natürlich Welt auf, sie haben sich die ägyptische Zeitung j ganz offen in Israels Nach-1 „Gumhuria” übernommen, barländern gemeldet und die als offizielles Organ der lassen alle die Scheu fal.! Nasser-Regierung gilt. Für' len, die europäische Faschisie ist der Prozess nichts , sten von heute immerhin anderes als eine .zionisti.! noch auszeichnet. sehe Komödie”. Die ..zioni- Vertreter der Juden haben : stische Bande hat sich das , des öfteren darauf hinge- Hecht genommen, ein ganj wiesen, dass die arabische zfcs Volk gegenüber dem Propaganda ‘ sich nicht auf I Angeklagten zu vertreten den Kampf gegen Israel und Gumhuria ist beson- und den Zionismus bej ders unzufrieden darüber, schränkt, sondern zu einem dass man den Angeklagten Sturmangriff gegen das ge.; nach 15 Jahren aburteilt. samte Judentum wird. Die! Aber mit der Ziffer 15 Araber, und insbesondere , Jahre gibt s‘cb uas Blatt ihre Delegierten in den UN, I noch nicht zufrieden, denn haben dies immer bestrit-1 au einer anderen Stelle des ten und erklärt, dass sie ' Artikels .wirft die Zeitung zwischen Judentum und Zio-! den Zionisten vor, dass sie , nismus unterscheiden. Sehr die ,,Uhr” der Geschichte oft verwischten sich jedoch j um 20 Jahre zurückstellen diese künstlichen Grenzli.! wollen.” i nien. und der Antisemitisj Radio Kairo schliesst sich raus begann die arabische i der Charakterisierung de.s Propaganda und ihre Argu- Prozesses mente zu beherrschen. als ,, Komödie' ¡an; doch findet der Ruud- Dies ist zum Beispiel in 1 funk einen anderen Grund den Tagen des Eichmann, j dafür. Nach seiner Mei-; Prozesses der Fall. Radio! nung hätten enge Beziehunj Kairo hatte die Namen der gen - zwischen Eichmann ■ Brüder Eichmanns veröf-j und der Jewish Agency be. | fentlicht und die Araber ge.! standen. Hätten die Nazis : beten, ihnen Trost- und Er. i wirklich die Juden gründj munterungsbriefe zu schrei-' lieh verfolgt, so wäre es gar : VERLEIH VON GESELLSCHAFTS- ANZUEGEN KAGNER Das einzige jüdische Geschäft in dieser Branche. Cangalle 2553 — Tel.! 47-4709 Buenos Aires n'cht zur Gründung des zionistischen Staates gekommen. AUCH AMMAN IM STIL HITLERS Der transjordanische Sen. der in Amman will in der Zeit der Annäherung Transjordaniens nicht hinter Kairo zurückstehen, und entdeckte, schon A. Lincoln habe die Juden aus den USA vertreiben wollen. ..Niemand wird es einfallen, Lincoln wegen dieser An. schauungen anzugreifen“ — meinteder Kommentator des Senders Amman. Der transjordanische Rundfunk übernimmt genau die Argumentation ehemaliger Nazis, denn er erklärt, dass d:e Behauptungen der Juden übertrieben seien und dass die Nazis ,,nur den Tod von einigen hunderttau. send Juden verursacht hätten.” Amman will sich zwar von der Nazi-Ideologie distanzieren, aber nach Meinung des Senders ist der jüdische Staat der letzte, der berechtigt wäre, Eichmann abzuurteilen —; und dies wegen der ,.Verbrechen der Zionisten gegen die Araber”, die vom Sender fein säuberlich aufgezählt werden. Aber es bleibt nicht bei den Angriffen gegen die Zio. nisten, sondern Amman lässt sich ganz offen zu antisemitischen Attacken hin. reissen. „Im Charakter der Juden liegt es begründet, dass sie nach Bestechung, Betrug und Spionage streben”, und die Verfolgung I Teppiciaus - M. Hocfcbersfj UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKNÜPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen t MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza Jeder (arlton - Anzug Jeder (arlton Mantel ist eine neue Referenz! 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I Generalstaatsanwalt Hausner versuchte in seiner Rede die Verbindung zwi. sehen dem Mufti und Eichmann zu beweisen. Der Mufti hatte Andeutungen in dieser Richtung vorher be- 1 stritten, und im allgemeinen wollen arabische Füh. | rer nicht gern an ihre Verbindungen mit den Nazis im zweiten Weltkrieg erinnert werden. Aber jetzt haben a-abische Zeitungen und j Rundfunkstationen alle diese Vertuschungsversuche; widerlegt und die .liberale” Maske abgeworfen, i PROPAGANDA GEGEN ADENAUER | Die Aktion gegen die Juden und Israel ist auch mit I einer grossen Propaganda j gegen Westdeutschland und ' speziell gegen den Kanzler ¡Adenauer verbunden. Arabische Zeitungen hatten noch vor dem Prozess gej schrieben, dass Israel das 'Verfahren ausnutzen wolle,; um „weitere Gelder von ¡Deutschland zu erpressen.” | Jetzt sind die arabischen I Staaten sehr darüber er- I regt, dass Westdeutschland das vor einigen Jahren er. j schienene Buch „Israel — Land der Hoffnung” in eij ner englischen Ueberset- ' zung in Amerika verbreiten lässt. i Der Vize-Generalsekretär! der Arabischen Liga liess | den deutschen Botschafter zu sich kommen und warn, te ihn dringend vor den „Folgen, die sich aus dieser proisraeiischen Propaganda ergeben können”. Kreise der Liga erklärten inzwischen, dass sie eine grosse Aktion gegen Westdeutschland und gegen Ade. nnuer starten würden. Interessant ist bei allem die Haltung der Sowjetunion. Obwohl arabische Politiker und Zeitungen offin die Sprache der Nazis benutzen, schweigt Moskau zu diesen Ausfällen. Dort will man das ,,Rad der Geschichte nicht zurückdre. hcn” und will nur die taki tischen Vorteile ausnutzen, die sich aus der Zusamj menarbeit mit den arabi-! sehen Ländern ergeben. i Y—n! I DIE TODESSTRAFE BEANTRAGT Berlin. — In einem vor dem ostberliner Höchsten Gerichtshof durchgeführten Verfahren ¿egen den früheren Kommandanten" des Konzentrationslagers Buchenwald, den heute 49 Jahre aiten Wilhelm Schaef. fer, beantragte der Staatsanwalt die Todesstrafe. Schaeffer war wegen Verbrechen gegen die Menschheit und wegen Kriegsverbrechen unter Anklage gestellt worden. Der Oberste Gerichtshof in Ost-Berlin verhäng, te die Todesstrafe gegen Wilhelm Scheiter, wie es der Staatsanwalt beantragt hatte. Erfolglose Revision Marburg. — Das Landgericht Marburg hat das Urteil einer Wiesbadener Straf, kammer gegen den früheren SA-Standartenführer Ulrich Reutlinger bestätigt. Er war zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auf die Revision des Angeklagten natte der Bundesgerichtshof das erste Urteil aufgehoben und zur neuen Verhandlung an das Marburger Landgericht verwiesen. Dieses Gericht hielt es für erwiesen, dass sich Reutlinger in Wiesbaden in 19 Fällen der einfachen, ge. fährlichen und schweren Körperverletzung an Gegnern des nationalsozialistischen Regimes, zum Teil in Tateinhalt und Nötigung Bedrohung oder Freiheitsberaubung schuldig machte. (AWZ) „Ich bleibe Nazi” Frankfurt. — Der 39jähri. ge Harald wurde vom Mainzer Schöffengericht wegen | Billigung von NS-Verbrechen : Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, Hausfriedensbruchs und vorsätzlicher Körperverletzung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte im vorigen Jahr in einer Mainzer Gaststätte mehrere anwesende Zigeuner mit den Worten beleidigt: „Euch hätte ich vergast. wenn ich euch im alten Regime gehabt hätte“ .und „noch viel mehr hätten | vergast werden müssen”. Ausserdem hatte er erklärt:! „Ich bin Nazi, und ich bleibe Nazi.“ Als ihn der Wirt; aus dem Lokal wies, versetzte der Angeklagte, ein i ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS, ihm mehrere Faustschläge. Mehrere Wo- I chen später betrat Harald erneut das Lokal, um sich an Idem Wirt zu rächen. Zeugen bestätigten das „unge- , mein rüpelhafte Verhalten“ ’ des Angeklagten, der mit seinen nazistischen Acusserungen die anwesenden Zigeuner beleidigt und eine . Schlägerei begonnen habe. Die erste Jerusalem-Bibel | Jerusalem. — Trotz der , Tatsache, dass Israel das I Land der Bibel ist, wurae bisher niemals zuvor das , Buch der Bücher von einem Drueker im Heiligen Lande j gesetzt, denn alle bisherigen ¡Ausgaben stützten sich auf! diejenige von Letteris. Desj halb wurde es als ein gros-! ses Ereignis gefeiert, als in | diesen Tagen, zum ersten Mal in der Geschichte Jerusalems und des Landes, die letzten 24 Worte des Tenach von geladenen Gästen feierlichst in der Achva-Druckerei in Jerusalem gesetzt wurden. Innerhalb von sechs Monaten dürfte somit die erste Ausgabe der in Jerusalem gesetzten Bibel erscheinen. (AWZ) ISRAEL - BRIEFMARKEN j AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA- J BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial l del Estado de Israel, l VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep Argentina * SUS WolpTunanii MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL . Dr. Hardi Swarsensky i \ Asuntos Europeos exclusivamente I Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr î Sarmiento 1147 t AUTO - REPARATUR . WERKSTATTj „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Herrenbekleidung Maipú 484 I. 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