Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1878 (23.5.1961)
- Date
- 1961-05-23
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Martes, 23 à* May* de 1S€I LA SEMANA ISRAELITA AB* XXII. — X*. 1*7* Dr. Knost, Dr. Globke & Cie. (Schluss von Seite 1) derung und Heimatvertreibung ein prominenter Festredner am Tag der Heimat". Er klagt die Welt an, dass auch sie durch Deutschland einen ..Trennungsstrich" gezogen hat. Er verlangt gleiches Recht für alle Deutschen. In seinen Büchern aber propagiert er fast 10 Jahre lang: ,,Es gibt Keine Gleichheit aller vor dem Gesetz." — Es gibt keine ..Gleichheit alles dessen, was Menschenantiitz tragt Herr Knost lehrte .die grundlegende Erkenntnis von der Ungleichheit der Menschenrassen. ,.Mit die-sen Knostschen „Trennungsstrichen" der Ungleichheit des Blutes und der Rasse aegann das Unglück Deutschlands und Europas. Mit diesen ..geschichtlichen Erkenntnissen" ■ wurde die ungleiche Behandlung von Juden. Polen und Russen vorbereitet und damit die Ver-klavung ganzer Völker unter den Terror det- ■ SS-Polizeiverbünde. Mit diesen primitiven Thesen trug | Herr Knost zu seinem Teil dazu bei, Millionen von Mitbürgern der Verachtung und Verfolgung auszuliefern. der; des Nebenlagers Gusen 1 — somehrere Auflagen. Das ist durchaus beachtenswert, oder einen von ihnen ereilt. Aber wenn der Bundesrepublik etwas an ihrem Ruf liegt, so muss sie sich doch darüber klar sein, dass solche Spiegelfechtereien nicht geeignet sind, Vertrauen zu schaffen oder zu erhalten. Wer kann das ihnen .abnehmen’, wie es im Neudeutiy<rö s uuscii i — zu tun hatten — vom grü. in die Senkgruben des La-. nen Tisch versteht sich gers gestossen und solange' Der Kommentar von Lösemit Stangen untergetaucht, ner und Knost erlebte bis sie in der Jauche ertran-'gar ken..,. Die Saat der Difla _ mierung und des Hasses, denn die Nürnberger Gesetschen heisst, dass alle oder trug ihre Früchte. Verbreze waren schliesslich nur, gerade diese beiden Kom. cherische Todfeinde des verhältnismässig kurze Zeit mentatoren d€r Nürnberger deutschen Volkes hatten1 in Kraft, weniger als io Gesetze gar keine Nazis keinen Anspruch auf Erbar- Jahre. Hieraus ist der'war€ndass sie nur grösse- Es gibt keine GleichjSchluss gerechtfertigt, dass res Unheil vermeiden wollheit alles dessen, was Men. schenantlitz trägt!” lehrte auch Herr Knost. | „Wer Mensehenbrüder zu Elementen stempelt, zu weltpolitischen Zersetzern und Verbrechern, der ist mitverantwortlich, wenn die untersten Organe seiner Partei und seiner Reichsverwaltung dies ernst nehmen und dann ebenso primitv und barbarisch handeln.” Di^se Ausführungen, die wir ihrer Bedeutung wegen hier vollständig wiedergegeben haben sind äusserst lehrreich, weil sie ein grelles Licht auf die Zustände werfen, die heute in der deutschen Demokratie anzu. | treffen sind. Natürlich wollen wir nicht ausser Acht , sondern nach anderen, *». gen wir, nach politischen Gesichtspunkten eine Entscheidung gefällt. Und das ist äusserst bedenklich, we. niger für uns als für diejenigen, die ernsthaft daran glauben, ein demokratisches Deutschland aufbauen zu können.! Fehlleistungen der Justiz j haben schon einmal zum | Untergang eines auf den j Prinzipien des Rechts und | der Freiheit erichteten deut-! sehen Staates beigetragen. ■ Sie waren die ersten Alarm, j Zeichen eines Unterganges, von dem man sich offen- M SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarseniky Pueyrredón 2190, 1<? izq. T. E, 83-2613 80-6930 dieser Kommentar von ei. ' *en un<f mi* ihrer wdrkli ner recht grossen Anzahl chen Ansicht hinter dem von Lesern, vor allem Stu-, BerS hielten! Wer soll das . _ iiiaii oii_m w dienenden und Richtern. Anallef S'-auben. nachdem wir j sichtlich bis heute nicht er-I das walten und sonstigen Juri- 8UC^ einige schwere Kost, holen konnte. Ist die Bun-: die Schinder sten benutzt worden ist. P10ben der beiden Komdesrepublik wirklich so Man darf sogar annehmen, mentare veröffentlichen arm an Männern, dass man dass es auch an aussenste. j honr.teil, in eenen von der aU£ insbesondere SöUgew’ollten der Menschen die Rede ist. Abono-Preis: Argentinien: $ 75,— pro Quartal Ausland $ 439.— jährl. lassen, dass manches sub- und‘“Mitmenschen l ^ktiv Stehen sein mag, aber wir halten uns an die bisherigen unbestrittenen Rechtlosigkeit und dem Tod. Tatsachen Zunächst einmal Dr. Knost half mit. die gei. , fallt aufdass eine Zeitung stigen Voraussetzungen’ für slcdl w'eigeit. eine Stellung-1 die jüdischen Konzentra- . nahme zu bangen, die sach. tionslager und für die Ver-1 heh geboten erscheint. Pres- , hende Kreise amtliche Stellen ge:angte, da die behandelte Materie, die Juden- und Rassenfrage. im Dritten Reich eine j ausserordentlich wuchtige Rolle gespielt hat. Merkwürdig genug, dass sich Knost auf ähnliche oder die gleichen Argumente beruft, die auch von seinem Konkurrenz-Kommentator, dem Staatssekretär Globke, benutzt werden: Knost behauptete schlicht — und verlangte, dass man ihm das glauben soll, er habe den Komrmntar nur deswegen abgefasst, um Schlimmeres zu vermeiden. Fast mit den gleichen Worten verteidigt sich Globke gei Noch nicht einmal die einzig akzeptierbare Ungleich-! heit der Menschen, ihre Klassifizierung in anständi. . ge Mersehen und Nazis ist! ..gottgewollt ’. Mit Recht wurde von Dr. Raschen darauf aufmerksam gemacht, es sei völlig uninteressant. welche Teile des Kommentars aus der Knostschen Feder stammten und welche sein Kompagnon geten zu begehen? Wer hat Material bereitgestellt, der KZ darüber aufzuklären, dass dio „Juden den Staat, dem sie it oi uh ui— diese, ¿chwer belaste, j angehörten, in verbrechen, ng^eie ei , ten Leute völlig falsche J scher Form in den Schmutz Rücksichten nehmen muss? j gezogen haben”, und .. — Warum nimmt man die das ist die logische Folge Henkersknechte gefangen, dieser Lehren — deswegen lässt aber diejenigen laukein besseres Schicksal fen. die der. ideologischen | verdienen würden, als ih- Hintergrund zu dieser unge-jnen nun in den KZ zuteil heuren Tragödie schufen? 'wurde... Den miserablen Schin-1 So viel dem der Konzentrationslager wird — sicherlich mit vollem Recht — der Prozess gemacht. Schreckliche Verbrechen sind von den und so gut wird | von Deutschen über die '„nicht überwundene Vergangenheit” geschrieben. 1 Will man denn diese Ver- : gangenheit wirklich über. .i deutschen Gerichten festge-! winden? schrieben hat. Denn mit stellt worden, die von den i Diejenigen aber, die ihre Namen hat er die . ... - von _ seinem Namen hat er die Richtern mit den schärf- ] schützende Hand über die- Mitverantwortung für das! sten Worten verurteilt Wor.se Leute halten, erweisen „Gesamtwerk” übernom.1 den sin(j jn dieser Hinsicht i nicht nur anderen, sondern men. Das kann er zwar , hat es kaum des Eichmanni sich selbst einen schlechten heute ableugnen, aber kein prozesses bedurft, um der i Dienst, denn sie müssen objektiv urteilender Mensch , weit kundzutun. was von I das Vertrauen verlieren, das würd ihm das verzeihen ]\iazjs zur ewigen Schande gasung und Ermordung von über 6 Millionen Juden zu schaffen. Von ihnen waren 3,5 Millionen polnische Bürger. „Nach Dr. Knost gab es keine Gleicnheit aller vor dem Gesetz. So wurden die land. und rassefremden Elemente, die das -deutsche Volk in verbrecherischer Form, also vorsätzlich zersetzen und zerstören wollsefreiheit setzt voraus, dass auch der einzelne Bürger die Möglichkeit zur Stellungnahme erhält, die sicherlich im Rahmen der durch das Recht gebotenen Grenzen beinen muss. Diese sind hier aber nirgends überschritten w-orden. Der Sachverhalt ist eindeutig. Dr. Knost. heute ein hoher Beamter des demokratischen Deutschlands ist , der Verfasser eines Königen die Angriffe, denen er in wachsender Stärke auskönnen. Seine Schuld steht , Deutschlands getan worden gesetzt ist. Hat es denn, fest, denn dieser Kommen-I jst Bewusst wird jedoch der Frage aus dem Wege gegangen, wie solches Geschehen möglich war. Warum hat man nicht die mo. ten. mit Hilfe seines Reichs- : mentars zu den Nürnberger sippenamtes sauber bis auf Gegeben. Wer zu solcher den letzten Mann und die , wissenschaftlichen Arbeit” letzte Frau erfasst, dann in berejt war diirfte wohl da. die KZ’s eingezogen ausge. hungert, ermordet und vergast — oder wie im Fall Dr FREY Abogado PUEYRREDON J1*0 1* tax wirklich keine überzeugten Nazis gegeben? Wenn wir diese Begründüng lesen, die von den Mitverfassern und Kommenta-1 toren der Nürnberger Ge.! setze gegeben wird, dann fällt uns nicht nur der Man-: gel an Zivilcourage auf,! sondern die unerhörte Zu- | mutung an das Publikum, die in dieser Art der Ver-1 teidigung liegt. Wer soll das eigentlich galuben? Diese . Herren können uns natür.! lieh antworten: Was wollen Sie eigentlich, die Staatsantar — wie ieder andere zur gleichen Materie — hat nicht nur zur Rechtfertigung. sondern auch zur Anwendung der Nürnberger Gesetze beigetragen, ganz abgesehen davon, dass alle diese Herren schon bei der Vorbereitung dieses Geset. zes-Maehwerkes aktiv mitgewirkt hatten. j ihnen eine grosszügige leichtgläubige Welt schenkt hat. und geralische Kraft und den Mut, gegen diejenigen vorzugehen, die erst die Voraussetzungen lieferten, die erforderlich waren, um derartige Verbrechen in den KZ zu begehen. Wer hat die Hen- Wenn man noch einmal i kersknechte gelehrt, dass ruhig die einzelnen Punkte ' die Juden ausserhalb der durchliest, die in der Dar- | Gesetze stehen, wer hat sie Stellung des Dr. Raschen vorgetragen werden, dann muss man zu der Ueber. angetrieben, ihre Sehandta- Dr. ARTURO WELT arg. RECHTSANWALT (ncaso, Gesellschaftsveruräge, Erbschafts-Angelegenheiten, Bürgerschaft, Wiedergutmachung PARANA 489, piso 6 oí 34 T. E. 46-4428/4320 Einverständnis mit waltschaft hat diese Arguzeugung gelangen, hier ''urde nicht nach rechtlichen, nachm 16—IS Uhx i 4 t J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER PI AZ VELEZ 6224 a) 46 T. E 43-23480340 v 3021 REAL PEN I Füllhalter * REPARATUREN * Spezialgeschäft $ CORRIENTES Í>b3 | T E. 49-5850 | Optica REI DIPL OPTIKER Sarmiento 829¡ T. E. 35 - mit sein den Bestimmungen det haben, die von läutert begründet und erklärt worden sind. Die Staatsanwaltschaft aber sieht keinen Grund zur Kia. geerheoung. Wir stehen einer grotesken Situation gegenüber. Soweit wir das übersehen können gao es zwei Kommentare zu den Nürnberger Gesetzen. Beide Kommen, tare w'urden von hohen Beamten des Reichs- und preussischen Innenministeriums verlasst, also von Beamten, die unmittelbar mit dem Problem, mit dem Gesetz und mit den Juden bekun-1 mente geprüft und für richihm ertig befunden. Wir aber kön. , nen nur mit dem Wort antworten: Man merkt die Absicht und man wird ver- | stimmt. . | Natürlich geht es hier j nicht darum welches künftige Schicksal diese Herren? NERVENu. GEMÜTS.! ■ KRANKHEITEN I : Dr. M. J. KUHN j \Aiattkix. <2k apeaux HUTSALON ] Jetzt in j Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E 76-6784 «i 76-2312 Jacobo M. Lapiduf dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T. E.: 46-2124 orov. » RIVADAVIA 2625 III | Tel. 48-7524 } 4ont.. Mittwoch. Freitag; 17—20 Uhr. Tel. Anmelj düng erbeten. Dr.! B. Schwarcz! ZAHNARZT ¿I-STOMEA 2283 — 52-8214 1 RAYOS X t PARA DENTOSE TELEF. VORANMELDUNG ü e I g r a « o ¡ MOLDES 2 5 6 1 t T. 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