Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1876 (16.5.1961)
- Date
- 1961-05-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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ie Theater - Saison in DAS NATIONALTHEATER HAB1MA von ISRAEL GER Erfolge und Misserfolge kennzeichnen die gegenwär. tige Habima-Saison. Jedoch kann nur in einem Fall der finanzielle Misserfolg künstlerischer Unvollkommenheit zugeschrieben werden, und nicht in einem einzigen kann der finanzielle mit dem künstlerischen Erfolg in Beziehung gebracht werden. Die Saison 1960 61 wurde mit Bert Brechts .Drcigro schenoper" in der Inszenierung von Joseph Milo eröffnet. Die Aufführung dieses bekannten Schauspiels eines der grössten Drama, tiker dieses. Jahrhunderts spricht zugunsten eines jedes! bedeutenden Ensemble-;. Wenn wir daher die llabima kritisieren, so nicht wegen der Wahl des Stükkes. Das Theater hat sich anscheinend zu sehr auf Joseph Milo verlassen, einen debesten israelischen Intendanten. der u. a. grossen Erfolg mit der Inszenierung von Brechts ..Der gute Mensch von Sezuan” und Friedrich Dürrematts ..Der Besuch der alten Dame” hatte. Aber selbst ein erstmaliger Intendant kann ohne Steine und Mörtel nichts zustande bringen; er kann nicht eine höchsten Ansprüchen genügende Aufführung ohne geeignete Sing-Schauspieler geben, wie dieses Schauspiel es verlangt 'ohne me Schwächen von Mi. los Inszenierung und Frank Pc-Hegs musikaiischer Bearbeitung zu erwähnen). Für die hauptsächlichsten Mängel ist natürlich die Habima selbst verantwortlich, denn sie hätte sich von An. beginn klarmachen müssen, dass ihr die geeigneten Kräfte für diese Aufführung fehlen. So blieb das Stück nicht lange auf dem Spielplan. Es stellte das treu? Habima-Publikum. das die Schwäche der .Sänger” bei der Wiedergabe von Brechts beliebtesten Liedern und der expressionistischen Musik Kur* Weills fühlte, auf eine harte Probe. Daher ging oer finanzielle und der künstlerische Misserfolg Hand in Hand. Weit erfreulicher vom künstlerischen Standpunkt aus war das nächste Schauspiel .Eine lange Reise in die Nacht” von Eugejie O Neill, inszeniert von Hy Kalus. Dies ist ein düsteres Schauspiel mit langen Re. den, das tief in die Seele der dargesteiiten Charaktere greift. Man kann natürlich mit Recht behaupten, dass das Stink nicht nach den von Aristoteles in seiner ,,Dichtkunst” festge. legten Regeln der griechischen Tragödie geschrieben ist. da cs keine Handlung hat und aus ermüdenden Dialogen und Wiederholungen besteht. Aber alle Mängel dieses und anderer Stücke des Dichters verblassen vor der Kraft der O’Neill’schen Tragödie, die Jas Publikum mit seinen allgültigen und unausweichlichen Wahrheiten läutert und erbaut. Es ist ganz natürlich, dass ein solches Schauspiel grossen und erfolgreichen Schauspielern den Anreiz gibt, eine Art Kammerkonzert zu veranstalten. Es ist ein Prüfstein für alle guten Truppen die auf gutes Spiel Wert leben und für die alles andere nur Beiwerk ist. Für diejenigen, die ins Thea, ter gehen um sich auszuspannen oder ..zwei Stunden totzuschlagen” ist es sicherlich ermüdend, aber es riihrt das Herz eines kultivierten und wahrheitssuchenden Publikums! Daher bezeichnete der Tag der Erstaufführung von „Eine lange Reise in die Nacht”, einen Höhepunkt in der Laufbahn der Habima. Vier der grössten Schauspieler der hebräischen Bühne. Hanne Rovina, Nahum Buchmann. Aaron Meskin und Schlomo Bar-Scha. vit. gaben eine hervorragende Darstellung. Die Wirkung eines solchen Stückes leidet jedoch beträchtlich in einem so grossen Saal wie dem der Habima. Es eignet sich besser für ein kleines Publikum in einem intimen Saal, in dem kein Wort verloren gehen würde. Daher hatte es auch keinen Kassenerfolg. Ein ähnliches Schicksal hatte Friedrich Dürrematts ,.Die Ehe des Herrn Mississipi”. inszeniert von Zwi Friedland. Natürlich hat es auch künstlerische Mängel, aber es ist weit entfernt von dem Naturalismus eines O’Neill. Es ist ein episch-satirisches Stück, das sich an den' Inte lekt des Publikums wendet. Der literarische Charakter ist das einzige, was es mit O’Neills Schauspiel gemeinsam hat. Man kann ein Stück dieser Art nicht ohne Vorbereitung und Konzentrationsfähigkeit würdigen. Daher hätte auch dieses Schauspiel in einem kleinen Saal durch den engeren Kontakt zwischen Schauspielern und Zuhörern grösseren Erfolg gehabt. Einen beträchtlichen finanziellen Erfog hatte William Gibsons Werk „Der Wundertäter” in der Inszenierung von Awraham Ninio. Dem Stück selbst fehlt jeder literarische und künstlerische Wert, es ist eine farblose Darstellung der Jugend Helen Kellers. Die Aufführung ist zwar unvergleichlich besser als der Inhalt, leidet aber durch melodramatische Momente. Den grossen Bühnenerfolg verdankt dieses Werk vielleicht den guten Rezensionen und der ausgezeichneten Darstellung der Probleme des jungen taubstummen und blinden Mädchens durch die zehnjährige Dalia Cohen. Für den Sommer bereitet die Habima eine Tournee durch Westeuropa vor Die meistgefragtesten Schau- ARNOLD ZWEIG Bilanz der deutschen Judenhei! Erste in Deutschland erschienene Ausgabe mit einem Nachwort von Achim von Barries. 328 Seiten — DM 16,80 (gebunden) HANS KOHN: MARTIN BUBER mm Sein Werk und seine Zeit 2te um ein Geleitwort des Verfassers und ein Nachwort von Dr. Robert Weltseh vermehrte Auflage ca,- 500 S gr. 8?, Leinen gebunden DM 24.80. MARGARETE SUSMAN Frauen der Romantik 3. veränderte und erweiterte Ausgabe. 178 S. mit, 16 Bildnissen auf Kunstdruckpapier, in Leinen gebunden 12,80 DM. FLAVIUS JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieges Uebersetzt und mh Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl 8V, 695 Seiten, 2 Karten aul noizir. Pap;ei in /.einen ■ geo. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MCZABTSTRA"!r Israel LITERATUR spiele sind immer noch „Der Dybbuk” von S. Ans. ky (inszeniert von I. B. Wachtengow und ,Der Golem” von H. Lewik (inszeniert vor. V. Voroshilov). Max Zweig: ..Die Marannen” (Inszenierung: Zwi Friediar.d), Yigal Mossin. sohn: „ln den Ebenen des Negew” (Inzenierung: Shimon Finkei) und Aaron Meged: .Hanna Sennes” (Inszenierung: Abraham Asio) werden auf dem Spielplan stehen. DAS KAMMERTHEATER Weit mehr vom Glück begünstigt in dieser Saison war das Kammertheater, dessen Aufführungen der gegenwärtigen und der vergangenen Saison sich grosser Beliebt heit erfreuen. Den Höhepunkt dieser Saison des Kammertheaters bildete die Aufführung von ..Maria Stuart”. Dieser Erfolg hat verschiedene Ursachen: Die vorzügliche Leistung der Schauspieler, mit Orna Porat als „Maria Stuart” und Hanna Meron als „Königin Elisabeth” in den führenden Rollen; die durchdachte und sorgfältige Einstudierung; die Dekoration von Dany Carawan und die literarische Bearbeitung von Dan Miron. Das Theater war jeden Abend überfüllt: daher sollte die Aufführung von L. Hellmans „Junge Füchse” (Inszenierung: Hy Kalus) noch einige Zeit aufgeschoben werden. Die nächste Theatersaison wird mit Nathan Altermanns „Geisterherberge” eröffnet werden. Bis dahin wird das Theater sein ei-' genes Gebäude besitzen. Ein Besuch bei Vor Abend fuhr unser Arzt in das arabische Nachbardorf, um einem verunglückten Mann Hiife zu bringen. Er lud mich ein, ihn zu begleiten. Seit geraumer Zeit war ich nicht bei den Nachbarn gewesen, ur.d so nahm ich die Einladung gerne an. Ein regnerischer, kalter Abend, wie nian ihn zu Zeiten der Pfiaumenblüte ganz selten hat. Die Hügel der Gegenseite, auf denen jüdische ’ Siedlungen errichtet sind, waren trotz Nebel durch zahlreiche Laternen erkennbar. Das arabische Dorf war teilweise bereits elektrifiziert. Die andere Hälfte soll dieser Tage ans N< tz ängeschlossen werden. Ein junger Arbeiter zeigte mir die bereits vorbereiteten Gruben für die Masten der Leitung Die Leute sind auf die Errungenschaft nicht wenig stoiz. Riesige Kandelaber mit Schirmchen in buntesten Farben hängen bereits von den Gewölben. von Dr. CONRAD N R0SENS1 Zum ersten Male erlebte ich es, dass ein junges Mädchen den Kaffee brachte. Im allgemeinen betreten den Raum nur Männer, wenn männliche Gäste erschienen sind. Weibliche Gäste pflegen zu den Frauen zu gehen. Die Wohnungseinrichtung ähnelt provinz'ellen Verhältnissen Europas vor etwa zwei Genera- DAS OHEL-THEATER Der Beginn der diesjährigen Saison erweckte den Eindruck, als ob das Theater sich wenigstens teilweise vor der schweren Krise der vergangenen Jahre erholt hätte. Die berühmte Satire J. Haseks „Der brave Soldat Sehweijk” mit Meir Margalit in der Titelrolle wird weiterhin gespielt und erreicht die 800. Vorstellung, was einen Rekord darstellt, der von keiner anderen Aufführung des hebräischen Theaters mit Ausnahme des ..Dybuk” ge. schlagen wurde. Als nächstes Stück stand „Kennst Du die Milchstrasse?” des jungen deutscher. Dichters Reitlingev auf dem Spielplan, inszeniert von Seew Baraban. Das Werk ist für zwei männliche Schauspieler geschrieben und stark von Pirandello und Brecht beeinflusst. Es stellt die Bemühungen eines jungen, aus dem Kriege heimgekehrten Mannes dar. einen Platz im bürgerlichen Leben zu finden. Es gibt den v führenden Schauspielern des Ohel. dem bewährten Jaacow Einstein und dem jungen Eitan Primär Gelegenheit, ihre Fähigkeiten vor einer verständnisvollen Zuhörer, schaft zu entfalten. Es hatte künstlerisch und finanziell einen vollen Erfolg. Das zweite neue Schauspiel dieser Saison war „Befristete Zeit” der amerikanischen Bühnendichter Henry Denker und Ralph Bunkey. Den Hauptinhalt bil. det ein juristisches Kreuzverhör. in dem die folgenden Probleme aufgeworfen werden: 1. Sind Verrat oder Anzeige entschuldbar, wenn sie die Rettung eines menschlichen Lebens bedeuten? 2. Ist es gerechtfer. tigt. dass ein Augenblick der Schwäche oder eine einmalige Missetat die Vergangenheit eines Menschen auslrsohen kann? Dies sind wichtige Pro. tionen: Sträusse künstlicher Blumen stehen auf den Tischen, in hohen, gedrehten Vasen. Mächtige Spiegel blicken von der Wand. Koransprüche zieren Ein- und Ausgang. Auf Polstermöbeln türmen sich riesige Sofakis. sen. In einer Ecke stuft sich oir.e Stuhlpyramide zum Gewölbe hoch. Man belehrt rrieh. dass sic abgetragen wird, wenn zu Festlichkeiten viele Besucher in den Raum strömen. Im Grunde gibt es nur diesen einzigen, sehr geräumigen Familiensammelplatz. Die Wände sind dick wie die Kemenaten einer mittelalterlichen Burg. Infolgedessen ist es im Sommer sehr kühl in solcher Häuslichkeit. Beim Regen der Pessachzeit ist es ausgesprochen kalt im Zimmer. Die Fliesenfussböden sind durch Einlage ornamentierter Kacheln sehr viel ansprechender als die gleichförmigen Fliesenbussböden, die man meistens in jüdischen Haushaltungen findet. Teppiche können sich meist nur die wohlhabenderen Araber leisten. Mein Gastgeber ist ein Arbeiter, der regelmässig beim Iläuserbau in Jerusalem beschäftigt ist. Er hat seinen üblichen „Hisladruth- Lohn”, seine Lage ist also gut bleme. aber das Stück selbst ist nur dramatisierte Reportage. Es bat keinen eigenständigen literarischen Wert, daher kann nur eine gute Aufführung ihm Leben einflössen. Genau das geschah hier. Die Aufführung war fesselnd und voller Spannung und bew’ies wieder einmal, dass im allgemeinen literarische Mängel durch gute Darstellung ausgeglichen werden können. „Befristete Zeit” bringt einige junge Intendanten und Schauspieler auf den Plan. Es macht uns mit der vorzüglichen Arbeit Joel Silbergs bekannt, einem jungen Israeli, der am ..Old Vic” in London und Strassbergs „Actors Studio” in New York studiert hat. Auch bringt es neue Schauspieler auf die Bühne; mehr als alle anderen hebriii. sehen Theater erweckt Ohel den Eindruck, dass es beträchtliche Reserven vielversprechender Talente/ hat, die aber noch weiteren Schliffs und Studiums und der Erweiterung ihres Gesichtsfeldes bedürfen. „Salastina” von Paul Ashar. auf dem Lustspiel „Fernando de Rujas” basierend. wurde als drittes neues Stück von Ohel herausgebracht, aber nach drei Aufführungen abgesetzt. Dieser Misserfolg beweist, dass es falsch ist, zu grosse Hoffnungen auf Gastin. tendanten zu setzen. Intendanten vom Format Marcel Lupovicig (dei für diese Inszenierung verantwortlich zeichnete) und sogar bessere kann man in Israel fin. den. KLEINERE THEATER Keines der drei grossen israelischen Theater hat in dieser Saison ein Werk eines einheimischen Verfassers herausgebracht. Diese Aufgabe blieb den kleineren Truppen, die in Landstädten und Dörfern auftreten, Vorbehalten. So hat „Eshnab” drei israelische Einakter aufgeführt, und Peter Frys Theater gibt volkstümliche Aufführungen der Stücke der vergangenen Spielzeit. Die ,Zuta”. Truppe führt unter der Leitung Siegmund Turkows Nathan Shachams ..Vier Augen und ein Bleistift” auf, das den Kampf zwischen zwei Generationen im Negew nach dem Befreiungskrieg schildert. Aufmerksamkeit verdient auch „Zawit”, eine junge Gruppe, die mit Erfolg das Werk „Eine solche Liebe” des tschechischen Dichters P. Kohart inszeniert hat. Die Bedeutung dieser kleinen Wandertheater kann nicht hoch genug eiuge. schätzt werden. Der enge Kontakt des Publikums mit der kleinen Truppe im Saal des Kibbuz oder Moshaw schärft die Empfänglichkeit für literarische Qualität und Feinheiten des Textes und bildet eine treue Zuhörerschaft für das israelische Theater heran. genau s0. . «blecht wie d‘e uhen Arbeiters Kgorie- Dahf jensanspruebe t .ad, s0 i8t tu pekuniäre anbet' «frieden. Dennoes ihn. dass er s fern vom i'J renddes Unabl Weges verloren Lt abgefunde Veuc Böden, n Vohnortes. "erd* ifr den Anbau v ¿¡sehen Siedlung; ¿ereilet: entsteh t'ert. ausreiehenc ¿•s er aber eine haben wird, verg vier Jahre. Wir trinken ui cten Kaffee, m kandierte Frücht Mustapha lasst an fände sind nich e.ck: gegossene Grosse, modern;jr,d eingesetzt. Leute haben das kel ihrer Lukenfe Das Dorf ist ei von Stilarten. V tat man den Ei nes pittoresk in des hügeligen I eingelassenen. Platzes. Zwisch Sleinwiirfeln: Sill Oliven, hier und sehe Zypressen i mel gereckt Ist cm, so ist man immer ein bis utzt: man wa ,schmutz- und , irn. da das Ab\ System nicht : oder ganz unzuv Kreuz und quer Jahrhunderten ° s'tigt auf schm tuenwegen zu ( gingen empor. Auto des Arzti ningang halten itenfaüs bringt Ksel in die HS Luten macht d nichts aus. Ich auch viel alte. Lute. „Warum m?” frage icl cherheitsgründe Sauber hat sic s'em bewährt'1 mir Sie müssen Ahnherr 'rar selbst ein bfr- und da e part. - sagen Raubritter. - fe, er eine I Einwohner de« n;«n alle Von s»d stolz. se: men zu sein. Mustapha ist gutgewachsene J.ht m einen- ]?**** Wintc .wutiema em Doch ...sPuckt ei bl,^e aus. Ï noch v°m Ural “ns ist er «■sucht b( i11 Jahr, Nachb uhs im 'ärsehaff. Isrcel - Marke und Mttrken aller tuender — Neuigkeiten-»y ln groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN fl NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE uAi VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSqAb 'P'an, SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDI(JE ALFONSO MORITZSON Giianacaehf N esA C»B|i r, ’ *