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Jüdische Wochenschau · 1961-05-09 · 1874 (9.5.1961) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1874 (9.5.1961)
Date
1961-05-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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Museum der Selbstverteidigung von P. E, Unförmige Musketen aus dir Zeit vor dem ersten Weltkrieg. arabische Dolche und britische Bajonette, improvisierte Handgranaten und Pistolen aus sechzehn l.ändern finden sich, ordentlich aufgereiht und mit Schildern bezeichnet, in rechteckigen Schaukästen. Aut einem Regal stehen plauzende runde Flaschen mit. Mustern von in Heimarbeit herges*liten Sprengstoffen An der Wand hängt ein Schlagring, rostig von Aller und langem Nichtgebrauch. Darüber findet sich die lakonische Inschrift: „Dies sind die Werkzeuge, die unseren Staat geschmiedet haben“. Wir befinden uns im Erdgeschoss von Beit Golomb, das durch den Ministerpräsidenten David Ben-Gurion als das offizielle Hagana- Museum Israels eingeweiht wurde. Bei der Feier waren zahlreiche Hagana-Veteranen anwesend, einschliesslich des Staatspräsidenten und fast aller Mitglieder des Kabinetts. NATIONALES MUSEUM Das zweistöckige, mit Stuck verzierte Haus wurde von Eliahu Golomb erbaut, dem legendären Stabschef der Hagana-Untergrundbeveg'Ug. vielleicht der werigst bekannte, aber beliebteste der Gründer der jüdisch?« Selbstverteidigungso: gaiiisation Die Idee, sein bescheidenes Heim in ein Museum zu verwandeln, entstand so spontan — und wurde ebenso schnell ausgeiührt — wie die meisten militärischen Beschlüsse, die hier in diesem einfachen Studierzimmer mit seinen gradlehnigen Stühlen und Spitzenvorhängen gefasst wurden. Das Haus, das an einer der belebtesten Strassenkreuzungen Tel Avivs am Rothschild-Boulevard gelegen ist. stand im Begriffe, abgerissen zu werden, um einem Wolkenkratzer mit Büroräumen Platz zu machen. Der Verkaufsvertrag sollte an einem bestimmten Dienstag im letzten Herbst unterzeichnet werden- Am Sonntag nachmittag kam dies Frau Golda Meir. Minister des Auswärtigen und ehemaligen Mitglied der hagana. zu Ohren. Noch am selben Abend berief sie eine Sitzung in ihrer Wohnung ein, und es wurde ein „Ak. tionseomite" gewählt. ..Ein Volk wird nach oer Fähigkeit. seine Vergangenheit lebendig zu erhalten, beur- LAPIDE teilt“, s3gte sie, und alle ihre früheren Mitarbeiter stimmten ihr zu. Am selben Abend wurde die Idee eines nationalen Museums gefasst und mit einer Energie aufgenommen, die der alten Untergrundkämpfer würdig war. Man beschloss ..Bausteine zu verkaufen und zu diesem Zweck einen persönlichen Appell an Freunde der Hagana im In- und Ausland zu richten. So wird die Stätte. von der aus die Sicherheitsmassnahmen des jüdischen Palästina während zweier Jahrzehnte gelenkt ui;d kontrolliert wurden, bewahrt werden, damit auch künftige Geschlechter den Scharfsinn jüdischer militärischer Pioniere bewundern und die unglaublich bescheidenen Anfänge der heutigen israelischen Verteidigungsarmee sehen können. Sind es wirklich erst 13 Jahre her, dass diese spielzeuggleichen Maschinenpistolen, die in einem Haifaer Keller hergestellt wurden die Hauptwaffe des belagerten Jerusalem waren? Liegt nur eine halbe Generation zwischen diesen modernen Tanks draussen — die das Heer zu Ehren seiner tapferen Vorläufer sandte — und den primitiven ..Davidka“ Mörser. dessen Lärm (nicht seine Bomben) Safed im Frühjahr 1948 rettete? DIE GESCHICHTE DER JUEDISCHEN SELBST¬ VERTEIDIGUNG Doch führt uns die Geschichte der jüdischen Selbstverteidigung ein halbes Jahrhundert in die Vergangenheit zurück. Im dritten Stockwerk des modernen Museumgebäudes hinter Beit Golomb sieht man eine eindrucksvolle Reihe von Photographien der Gründer des „Haschomer“. die als erste die Idee ..Jüdischer Wächter für jüdische Kolonien“ propagierten, 1897 ist die Jahreszahl unter dem Photo einer Gruppe kriegerischer Reiter auf weissen arabischen Pferden mit langen türkischen Gewehren. Das Zion Maultierkorps (Zion Mule Corps) und seir.p Veteranen, die nach dem Siege der Alliierten in Palästina blieben, folgten in ihren Fusstapfen und zählten zu den Gründern der auf gegenseitiger Verteidigung aufgebauten Organisation, die im Jahre 1920 auf einer Sitzung der Histadrut-Exekutive ins Leben gerufen wurde und sogleich den Namen „Hagana“ erhielt. Im selben Jahre brachen arabische Unruhen aus und gaben den jungen Verteidigern reichlich Gelegenheit, ihren Mut zu beweisen. Da sie Erfahrung in nächtlichen Kämpfen und der beweglichen Taktik der aiabischen Banditen hatten, gingen sie bald zu einer , konstruktiven Offensive“ über, wie sie in einem ihrer geheimen Rundschreiben genannt wurde. Wir sind nun bei der „Mauer- und Wachtturm“- Zeit der dreissiger Jahre angelangt, welcher der zweite Stock des Museums gewidmet ist. Mit Hilfe von Bildern, Landkarten und Modellen ist das ganze Netz der jüdischen Siedlungen dargestellt, die im Laufe einer einzigen Nachf an strategischen Punkten des Galils und Judäas errichtet wurden. Von hier aus führen uns einige Stufen zur Darstellung der Epoche der Jüdischen Brigade. Am Eingang sehen wir ein Plakat aus dem Jahre 1940, das die jüdische Jugend aufruft (britische) Waffen zur „Rache und Befreiung” zu ergreifen. Ingenieure. Pioniere, die Infanterie, das Frauen-hilfskorps und ein Dutzend anderer Zweige der britischen Armee hatten alle Einheiten jüdischer Freiwilliger. Doch die Feder w:ar niemals weit vom Schwert. Es hat den Anschein, dass es keine einzige palästinensische Kompanie ohne eine eigene hebräische Zeitschrift gab. Einige hatten sogar eigene Amateur-Karikaturisten und Dicnter, wie aus den hier ausgestellten Exemplaren der Zeitschriften „Die Fackel“. „Der Wachtturm“ und „Das Brigade-Journal“ hervorgeht. “SLICKS" Eine Untergrund-Widerstandsbewegung sollte unterirdisch sein, und wirklich, eine ganze Abteilung des Museums ist den „slicks“ Vorbehalten, wie die Waffenverstecke in jenen Tagen genannt wurden. In einer Ecke im Erdgeschoss sieht man eine der etwa 20 Dampfwalzen, in deren hohlen Zylindern die Hagana ihre ersten schweren Maschinengewehre „importierte”. Die an einen Pfeiler gelehnten Sauerstoffbehidter enthielten Handgranaten und Ersatzteile für Gewehre, und in einem elektrischen Transformator, der als „landwirtschaftliche Maschine“ ausgegeben wurde, war ein vollständiger Mörser eingebaut. Ausgehöhlte Bücher über so harmlose Themen wie Botanik und griechische Archäologie dienten als Verkleidung für Pistolen, selbst ein Füllfederhalter mit einem silbernen Verschluss konnte — eine einzige Kugel — absehiessen. DIE GEBURTSWEHEN DER “ZAHAL” Im ersten Sioek siehj man die Geburtswehen der Israel-Armee — des lebhaften Kindes des „Haschomer“ urd der Hagana. Ihr Geburtsschein. der erste Tagesbefehl, der die Gründung der israelischen Verteidigungsarmee anzeigt, hängt neben Photokopien damalig „streng geheimer“ Korrespondenz. Hier findet sich auch der Befehl an die Siebente Brigade, Nazareth einzunehmen. Daneben, unter Glas, liest man den historischen Befehl vom 19. Mai 1948 an die Etzion-Brigade. am Vorabend des totalen Frontalangriffs der Arabischen Legion auf Jerusalem. Er besteht aus vier nüchternen Sätzen, geschrieben auf einer Armee- Schreibmaschine auf dem grauen Blatt eines Nachrichtenformulars. Auf solch bescheidenem Material wurde der Ruhm Israel gegründet. Doch ist nichts Bescheidenes in den funkelnagelneuen Maschinengewehren, den glänzenden Flugzeugbomben und Kanonen, die im Paviilion der Militärindustrie ausgestellt sind. Auf einer hölzernen Plattform stehen mehrere Kisten mit , Uzzis“ — den leichten israelischen Maschinenpistolen — fertig für den Export nach Holland. — In speziell hergestellten Büchsen befindet sich Nitroglyzerin, das in verschiedenen kleineren Industrien benutzt wird und einige Nebenprodukte der Munitionsherstellung, die an Streichholzfabriken und Färbereien verkauft oder für die Fabrikation von Schädlingsbekämpfungsmitteln verwandt werden. Das Hagana-Museum wurde am Vorabend des 13. Unabhängigkeitstages des Staates Israel eröffnet. Wahrscheinlich haben wir seit 1948 einen langen Weg A RNOLD Z W E I C Bilanz der deutschen Judenhei! Erste in Deutschland erschienene Ausgabe mit einem Nachwort von Achim von Barries. 328 Seiten — DM 16,50 (gebunden) HANS KOHN: MARTIN BUBER Sein Werk und seine Zeit 2te um ein Geleitwort des Verfassers und ein Nachwort von Dr. Robert Weltsch vermehrte Auflage ca. 500 S gr. 8<\ Leinen gebunden DM 24.80. MARGARETE SUSMAN Frauen der Romantik 3. veränderte und erweiterte Ausgabe, 178 S. mit 16 Bildnissen auf Kunstdruckpapier, in Leinen gebunden 12,80 DM. FLAV1US JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieges Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl. 8^, 695 Seiten, 2 Karten auf nolzlr. Papiei in Leinen geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 13 LITERATUR * AUFSEHEN ERREGE Nach dem Erfolg der archäologischen Expedition des vergangenen Jahres in den Höhlen der judäisenen Wüste beschlossen die für dieses Unternehmen verantwortlichen wissenschaftlichen Institutionen, nämlich die Hebräische Universität von Jerusalem, die Israelische Forschungsgeselischaft und das Regierungsamt für Altertumskunde, in diesem Jahr eine zweite Expedition in dasselbe Gebiet zu entsenden. Die hauptsächliche Arbeit wurde in den im letzten Jahre erforschten Höhlen geleistet, doch wutden auch eine Anzahl neuer Höhlen untersucht. An der Expedition, die von Prof. j. Yadin, Herrn P. Bar-Adon, Dr. Y. Aharoni und Prof. N. Avigad geleitet wurde, nah. men 150 freiwillige Mitarbeiter verschiedener Herkunft teil, wie Kibbuzmitglieder, Amateure, Archäo. logiestudenten und Touristen, die um Erlaubnis gebeten hatten, sich änschliessen zu dürfen. Dem Unter, nehmen stand eine Einheit der Israel-Armee zur Seite, die für die Sicherheitsmassnr.hmen verantwortlich war. elektrische Leitungen in den Höhlen anlegte und die zum Einstieg in die Höhlen benötigten Leitern anbrachte Die Expedition war wie. derum in vier Gruppen, jede unter einem der vier Leiter, geteilt. Sie dauerte vom 14. bis zum 27. März und die heimgebrachten Funde übertrafen alle Erwartungen. Die wichtigsten Funde machte Lager 4 unter Leitung von Prof. Yadin, der dje Suche in der grossen Höhle nördlich von Nahal Hever fortsetzte, in der im letzten Jahre die Bar Koch. ba-Urkunden gefunden wurden und die daher den Namen „Urkunden.Höhle” erhielt. Die Arbeit konzentrierte sich auf die drei Kammern der Höhle. Die erste, die anscheinend als Wohnraum der ehemaligen Bewohner diente, wurde gründlich untersucht, ergab aber keine interessanten Funde; in der zweiten Kammer kamen drei Papyri zum Vorschein und in der dritten fand man, alles an anderer Stelle, einen Korb aus Weidengeflecht, der hölzerne Seha. len, Sandalen einer Frau, eine Sichel, einige Messer und einen Schlüssel enhielt. Unter dem Korb lag ein Lederbeutel — ähnlich dem, in dem die Bar Kochba- Urkunden gefunden wurden zurückgelegt. Man weiss aus Erfahrung, dass die Jugend schnell die Kämpfe ihrer Väter vergisst. Daher ist der Sinn des Beit Golomb, das die Anfänge der Hagana »n seinen Mauern sah, die Erinnerung an die Vergangenheit, ihre Geist und ihre Leistungen wachzuhalten. von HA IM gH ACHTE* — der ein Leinenbündel gangstor d«r enthielt und ein grosses, * Gedi). gutverpacktes und ver- Ei“ G!*ss sehnürtes Paket mit einer hend aus einf grossen Anzahl Papyrusrol. zierten len. Unter diesem Leder- Schalen; alle beutel befanden sich eine PalmWätler Reihe von Metallgefässen mit einer und zwischen ihnen eine mengebunden. Lederrolle, eine ziemlich Lager 3 unt grosse Papyrusrolle, in eivon Herrn Bi nein Bambusrohr verwahrt, seine Arbeit und fünf einzeln aufgeroll. Miscbmar f0 te Papyri. ¿eckte n«n Weiterhin entdeckte man und ein« Tons in dieser Kammer, zwifalls eine %>:! ** “ - der AUFSTIEG p. fSXu. H. sehen grossen Felsen versteckt und mit kleineren Steinen bedeckt, die folgen, den Gegenstände: Ein grosses, guterhaltenes und sorgfältig zusammengefaltetes Netz zusam. men mit zwei Kochtöpfen; Eine Münze der Bar- Kochba-Zeit mit der Inschrift „Schimon” auf der einen und „Lecherut Jeruschalajim” (Die Befreiung Jerusalems) auf der anderen Seife. Zwei eiserne Messer. Einen Bund mit sechs Schlüsseln, einer von diesen ist sehr gross und war wahrscheinlich der Schlüssel zu einem grossen Tor (möglicherweise zum Ein- Keramikum and Reste and Nahrung: d«m im vo fundenen Gi n>an drei v Eines von «inen sehr fr PjPyruskorb dein und G Personen, «¡ttelgu, "ILDEM U\ PHELTem V Israel - Marke und Marken idler Laender — Neuigkeiten - «t ( m ln flroesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARK^ M|, NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE &0(5e PU VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE %G.B [f1» SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERD|ßE ALFONSO MORITZSON Guanaeachf 23-^ __C*bh ’

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