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Jüdische Wochenschau · 1961-05-09 · 1874 (9.5.1961) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1874 (9.5.1961)
Date
1961-05-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Startes, 9 de May# 4e '1911 L A SEMANA ISRAELITA A fio XXII. — N». 1ST4 DER DICHTER KOVNER BERICHTET UEBER DEN WIDERSTAND (Fortsetzung von Seite 1) derstand wach und erstarkte, obwohl alle die Hoffnungslosigkeit eines Aufstandes erkannten. Als dann die jüngeren Men. sehen erfuhren, dass die Nazis alle Juden liquidieren wollten, griffen sie zu den Waffen, die sie sich meist selbst angefertigt oder auf unterirdischen We. gen — natürlich in völlig u.¡zureichendem Masse — beschafft hatten. Es war ein glücklicher Moment, so sagte eine Zeugin, als die Juden ihren ersten Angriff auf die nazistische Soldateska lenkte, die ins Ghetto eindrang, um weite, re Juden zu fangen und abzuschleppen. KOMMANDANT DER UNTERGRUND. BEWEGUNG Eisiges, erwartungsvolles Schweigen herrschte, als Antek Zuckermann, einer der Kommandanten der Untergrund-Bewegung, die ersten Kampfhandlungen be. schrieb, die von den Juden im Warschauer Ghetto eingeleitet wurden. Zunächst haben die Juden selbst zahlreiche Häuser im Warschauer Ghetto angezündet, um auf diese Weise durch die emporschlagenden Flammen die Aufmerksamkeit der Russen und ihrer Flie. I ger hervorzurufen. Die Ju- | den. sagte Zuckermann, halben einige Waffen von der polnischen Widerstandsbewegung ernalten, aber es waren nicht viele. Der rech. {tc Flügel der polnischen Widerstandsbewegung arbeitete mit den Nazis bei der Ermordung der Juden i zusammen. | Der Zeuge erhob dann eine Anklage gegen die pol- | nische Exilsregierung, die I damals ihren Sitz in Lon- I don gehabt hat, die viele Informationen über wichtige Fragen und Vorkommnisse nicht weitergegeben habe, obwohl ihr alle Tatsachen bekannt waren. An. dererseits gab es auch in der Leitung der polnischen Untergrundbewegung Kreise, die absichtlich die volle Wahrheit der polnischen Exilsregierung vorenthielttn, und die vorliegenden Berichte zu diesem Zweck zensurierten. Zuckermann erklärte wei. ter, die jüdische Untergrundbewegung in Zentralpolen habe etwa 20.000 junge Leute umfasst; in dieser Zahl sind die Kämpfer des Ghetto und die Partisanen ausserhalb der Ghetti mit. eingeschlossen. i HAUSNER BESCHULDIGT! SOWJETS I! Der Generalstaatsanwalt I Hausner beschuldigte indij rekt aber deutlich die sow- I jetische Regierung, sie wür-! de Dokumente zurückhalten, aus denen sich Eich- , manns Schuld eindeutig er-; geben würde. Diese Be- / •VERLEIH VON GESELLSCHAFTS. ANZUEGEN KAGNER Das einzige jüdische Geschäft ii» dieser Branche. Cangallo 2553 — Tel.: 47-4709 Buenos Aires | Teppichhaus - M. Höchberg] »UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKPüPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen« Fabrikation — Unverbindlich« Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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' heutet wurden, zur Zeit im Wilnaer Museum ausge- J stellt sei. j An dieser Stelle unteribrach Hausner den Zeugen,; um das Gericht davon in : Kenntnis zu setzen, dass die I israelische Regierung die! leihweise Ueberlassung die- 1 ser Dokumente von der (Sowjetunion erbeten habe; diesem Ersuchen sei jedoch 'nicht stattgegeben worden. Es gäbe dort Dokumente über die Vernehmung ge. fangen genommener Nazis durch die Partisanen und Erklärungen von Kindern, die der Vernichtung im Wilnaer Ghetto entgangen waren. Die Russen haben die Herausgabe dieser Dokumente abgelehnt und darauf verwiesen, dass sie diese Urkunden bereits den Nürnberger Prozessen zur Verfügung gestellt hatten. Als Hausner den Zeugen fragte, aus welchen Grün, den die Juden keinen Widerstand geleistet hätten, schrie der Zeuge: „Ich lehne diese Unterstellung ab'”( Der Zeuge zeigte auf Eichmann und sagte: „Dieser da und weitere 80.000.000 Deutsche sangen in ihren Liedern .Wenn’s Judenblut vom Messer spritzt’; da war es nicht einfach, den Widerstand zu organisieren. Unsere Widerstandsbewegungen wurden von verzweifelten Menschen formiert, die keine berufsmässigen Soldaten gewesen sind. Aber diejenigen, die den Widerstand und die Aufstände vorbereiteten, hatten eine Hoffnung: ' Sie wollten wenigstens ehrenvoll zugrun. degehen.” — Der Zeuge sagte dann weiter: „Es war ein Wunder, dass es untet solchen Umständen überhaupt eine Bewegung zum Widerstand gegen die Nazis gegeben hat.” — WIR WAREN DIE ERSTEN Abba Kovner berichtete dann weiter und führte aus: „Nicht die Litauer, nicht die Russen waren die er. sten. die einen deutschen Eisenbahnzug in die Luft sprengten. Dies war ein jüdisches Mädchen. Sie ganz allein vollbrachte diese Tat ohne jede Hilfe von Partisanen. Danach kam sie mit blutigen Füssen heimlich ins Ghetto von Wilna zurück. — Zum Generalstaatsanwalt gewandt sagte der Zeuge: „Wir haben uns nicht wie Schlachtvieh zur Schlachtbank führen lassen. Wir haben Widerstand geleistet. . Die jüdischen Widerstandskämpfer haben der Welt draussen die Sc-hrekken und die Namen der Veibrecher mitgeteilt, unter denen auch Eichmann figu. rlerte.” — Im Jahre 1943, sagte Kovjncr, habe er für den Kominiandanten der russischen Partisanen einen ausführlichen Bericht über die Schreckenstaten der Nazis vorbereitet, der auch die Namen der Hauptverbre.; c-her enthielt. Unter diesen Namen stand der Eichmanns. Den Russen also war Eichmanns Namen bereits damals bekannt. „Der Namen Eichmanns gelangte schon damals nach Moskau, bemerkte Kovner, ut:d hierfür gibt es einen Be wei.:. Ich hatte ein Lied verfasst, in welchem der Namen Eichmanns erwähnt wird. Dieses Lied kam über Moskau nach Palästina während des Krieges, zur gleichen Zeit, wo ich selbst noch Hei den Partisanen gegen die Deutschen kämpf, te.” ANDERE ZEUGEN AUS WILNA Die Juden in Wilna, vor allem die verantwortliche Leitung, wollte nicht glauben, dass es einen nazistischen Plan zur Vernichtung aller jüdischen Leben geben würde. ihre Mutter oder ihre Frau in den Tod marschieren soH. In den meisten Fällen sind die Mütter gegangen und baten ihre Schwiegertöchter, bei den Söhnen zu bleiben! Auch aus anderen Ghetti und Lagern wurden ähnli. che Zeugenaussagen abgegeben. deren Tenor immer ' der gleiche war: Verbrechen von unvorstellbarem Ausmass. In allen Orten gingen die Nazis systematisch an die Ausrottung. Sie verhinderten selbst den Unterricht, den die Juden den Kindern im Ghetto geben wollten. Sie wollten die Demorati. sierung der jüdischen Jugend erzwingen. Aber übelall bildeten sich geheime; Schulen und Jugendorgaaisationen, die den Kindern I und Jugendlichen einen Halt > zu geben versuchten. FOLTERN UND QUAELEREIEN Vor dem israelischen Gerichtshof erscheint eine polnische Krankenschwester, , um über die heldenhafte I Haltung des jüdischen Wioprstandskämpfers Harry! Biumenfrucht auszusagen, j Die Polin Frida Mazia, die heute 39 Jahre alt ist, be- Ein Arzt aus Wilna, der heute in Israel arbeitet, schilderte, wie die Nazis in nur zwei Monaten 40.000 Menschen vernichtet hät.' richtet, dass Blumenfrucht ten. Die Nazis boten eini- ( eines Tages von den Nazis gen wenigen Juden an, sie i selbst sollten bestimmen, ob 1 (Schluss auf reite 8) Kursus uateinianiL MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774? i AUTO - REPARATUR . WERKSTATTi „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. 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