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Jüdische Wochenschau · 1961-05-05 · 1873 (5.5.1961) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1873 (5.5.1961)
Date
1961-05-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 5 de Mayo de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Afin XXII. No. 1873 — 3 Ein Staatsbürger par excellence Wie eine legendäre Figur ragt Bernard M. Baruch in unsere Zeit ninein. Seit über einem halben Jahrhundert steht er im Zentrum des öffentlichen Lebens in den USA, sein Name ist geradezu zu einem Begriff ge. Rolle kam mit der Wahl Woodrow Wilsons zum Präsidenten der Vereinigten Staaten im Jahre 1912. Mit Wilson verband ihn bald gemeinsame fruchtbare Tätigkeit, die sieh zu einer ech. ten Freundschaft zwischen den Dingen des öffentlichen Lebens zugewandt, ein ste. ter Anreger und Kritiker, vorausdenkend und vorausplanend. So ist er zu einer der bedeutendsten Figuren der Geschichte der Vereinig te-n Staaten in der ersten worden, seine Dienste für! Hälft des zwanzigsten Jahr-'den beiden Männern entwiksein Land zeigen ihn als den hunderts geworden. \ kelte. Einer der erregend- Staatsbürger par excelence. Der letzt erschienene | sten Teile der Erinnerungen der unabhängig von finanzweite Bann seiner Erinne-j sind die Jahre von Wilsons zieller und Motiven der Kar-j rungen „The Public Years“ , Präsidentschaft oer Eintritt riere seine ganze Kraft und (Verlag Holt Rinehart and Amerikas in den ersten Winston. New York) — der , Weltkrieg, die Organisierung erste My own Story“ er. und Leitung de- Kriegswirtschien vor einigen Jahren : schaft (man erinnere sich, —ist trotz der sachlicher dass auch in Deutschland zu Nüchternheit oder vielleicht; jener Zeit ein Jude, Walter gerade deswegen, voll von Rathenau, die Kriegsrohdramatischer Spannung, ein stoff.Versorgung erganisier- Beispiel dafür, wie die ein. i te>. das stete Drängen Bafache Darstellung von Tal-; ruehs zur Konzentration der Sachen, gesehen durch das! wirtschaftlichen Möglichkei- Auge und erfühlt durch das | ten gegenüber dem „laisser Herz eines Mannes, der dem faire“ der industrie-Magna- Leben offensteht und sich j ten, seine bei aller Diploma. für das allgemeine Wohl j tie unbeugsame Energie almitverantwnrtlich empfindet, len Widerständen gegenüber, von allen literarischen und; Man lese über die Art Hingabe den Aufgaben zuwendet, die die Zeit stellt und die er stets als einer der ersten erkennt. Seine Organisationsgane, seine Fä. higkeit, stets die besten Männer um «-ich zu sammeln und sie für meist neue und ungewohnte Probleme zu begeistern, seine Unbe-ugsamkeit una sein persönlicher Mut auch den höchsten Stellen gegenüber haben ihm im Laufe der langen Zeit seiner öffentlichen Tätigkeit einen Status gegeben, der kaum je von einem anderen Bürger der Vereinigten Staaten erreicht worden ist. Seine ganze Tätigkeit war auf Freiwilligkeit und finanzieller Unabhängigkeit aufgebaut; ohne je in den Staatsdienst einzutreten — trotz vielfacher Aufforderungen —, hat er nicht nur durch die zwei Weltkriege hindurch, in die sein Land verwickelt war. sondern auch in den Friedensjahren unablässig seine Gedanken anwandte, und die er sich aufgrund seiner grossen Menschenkenntnis und seiner Unbestechlichkeit erlauben konnte. Eindrucksvoll wirkt die Schilderung von Wilsons Kampf auf der Friedenskonferenz in Versailles, an der auch Baruch als Berater teilnahm. Die Darstellung der Persönlichkeit Wilsons und seiner Chrraktergrösse wie auch das Drama seines unfruchtbaren Kampfes mit dem Kongress über die Gestaltung des Völkerbundes, das mit dem völligen Zu-! sammenbruch des Präsiden-; ten endete, ist geradezu er. j greifend. | In der dem ersten WeHj krieg folgenden Periode ist j Baruch immer wieder zu! den verschiedensten Aufträ- ' gen herangezogen worden.! Er diente allen nachfolgen.1 stand, den Präsiden'en. aber am i engsten gestaltete sich seine! LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE B«. Air#« — PUEYRREDON 2190, 1» i*q. - T. E. 83-z«i3 5. Mai 1961 19. Iyar 5721 wärtige Hilfe in schwierigen Zeiten sind wollen Sie „es wieder tun“? Sie würden besser sein als der ganze Oberste Gerichtshof.“ Bernard Baruch hat die ausserordentliche Gabe, stets mit der Zeit zu gehen, ja meist ihr vorauszueilen, was die Erkenntnis gewisser | zur Untersuchung und politischer und wirtschaftli-! seitigung der Wurzeln Beseitigung von Vorurteilen München. — aui einer Konferenz internationaJer Fachleute im UNESCO-Jugendinstitut in München wurden kürzlich Pläna Berascher Notwendigkeiten be-. sischer, nationaler und retrifft. Bis ms nöchste Alter ■ Hgiöser Vorurteile diskutiert, hinein blieb er flexibel so-' Es wurde oesehiossen, in dass er noen mit 76 Jahren den nächsten Jahren in mehzum Führer der amerikani. r-ren Ländern gleichzeitig sehen Delegation bei der. ein entsprechendes For- United Nations ernannt sf hungsprogramm durchzuwurde. als die Kontrolle der führen, um wirksame Mittel Atom-Energie zur Debatte und Wege zur Bekämpfung I allgemeiner Vorurteile zu finden. Dabei sollen vor algeistreichen Floskeln abse.: und Weise, wie er mit den | h***1!*■ T** w' ir 1 hen kann. i Grössen der Autoindustrie h^!g i Baruch gab eine glänzende | umging, die voller Hochj ,e£ht Er 1 Seine Stellung zu Sowjet- Russland ist weit enfernt I von der sturen Feindselig. l:eit, die in den höchsten lern die Lehrer für eine aktive Unterstützung des Feldzuges gegen Intoleranz und Laufbahn als Finanzier in; mut ablehnten. seine nii ht immer leicht v.a der Wallstreet ir verhältni -! piäne einzugehen. Er erj *** massig jungen Jahren auf. j greift in ihrer Gegenwart! s ' 1 < n -kneruhig das Telefon, setzt sich mit den massgeblichen Stellen der amerikanischen Vorurteile gewonnen werden. Politik zeitweise vorherrsch-1 Das Geldverdienen allein konnte ihn nicht befriedigen. Er war reich und wirtschaftlich unabhängig ge. worden. Er fühlte mehr und mehr eine tiefe Verpflichtung, dem öffentlichen Wohl zu dienen. Seine erste bedeutende VERLEIH VON GESELLSCHAFTS. ANZUEGEN KAGNER Das einzige jüdische Ges« häft in dieser Branche. Cangallo 2553 — Tel.: 47-4709 Buenos Aires Teroiclaus - M. Hochber?] UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKI’ÜPFTEN ♦ TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN. QUALITÄTEN « FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. ♦ Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wu nc<*li Zahlungserleichterungen | staatlichen Behörden in Ver-j bindung und gibt ihnen den Auftrag, die Rohstoffe der betreffenden Firmen zu be. | schlagnahmen. „That did j it“, schreibt er. Das ist nur j ein Beispiel für die direkte Methode, die Baruch stets! te. Er ist ein rurchaus klarer Denker und durchschaut j j mit grösste» intellektueller i Ehrlichkeit die billiger.; Schlsgworte, die an der! Oberfläche oer Dinge biei-, I ben und verheerend auf das 1 j politische Bild der Nation! vsa Jeder ges voraus und konzentrierte seine genze Ueberredungskunst darauf, sein Land für das Kommende vorzubereiten. ähnlich dem Wirken Churchills in England zu der gleichen Zeit.; wirtpn cSnSrin5 V€rbi vet ih,"i Natürlich war Baruch als ebenfalis eine enge > reundchemaliger . Wallstreei“- 1 h iiem S kum; Mann im Laufe seiner ÖL Baiuch nach Eng.ann, ohne j i>nüichen Wirksamkeit dass ihn Churchill zu sichL,^..,.. nach Chartwell rief. Anzug MASCHIt- PPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus CalJe ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza BUS Waföiwuuwv MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT! BENO” { HUTSCHNECKER j Avda. CONSTITUYENTES 4902 i 99 BENO (Ecke Monroe) T. 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TE. 31-7845 Herrenausstattung Maipú 982 TZ. 31-0357 Aber Baruch hatte mit seinen Warnungen in Amerika ebensowenig Erfolg wie Churchill in England. Als dann der Sturm losbrach, wurde er wieder zum leitenden Kopf der Kriegsversorgung. stets drängend, alle Bürokratie überwindend, stets im engsten Kontakt mit Roosevelt und dessen Mitarbeitern. So sage Roo. sevelt einmal bei einem Zusammensein mit Churchill urd Baruch im Frühjahr 1943: „Jedesmal, wenn Bernie seine Nase in etwas steckt, wächst die Produktion“. Ein andermal, als es ' sich um die Rohgummiverj sergung handelte und der Streit um die Ernennung eines Leiters ging, schrieb ihm 1 Roosevelt: Lieber Bernie: ' Weil Sie eine immer gegen-1! mancherlei Anfeindungen, ja sogar Verleumdungen ausgesetzt, aber -seine unantastbare Persönlichkeit ging stets völlig gerechtfertigt aus allen persönlichen Angriffen hervor. Eine leise Enttäuschung beschleicht den Leser, dass in diesem an Ereignissen so reichen Buche kaum ein Hinweis auf eine Betätigung in jüdischer. Angelegenheiten enthalten ist S-^jn Jadesein, das geht s.p vtisehiedenen Stellen ne ---i ist ihm selbstverständlich und natürlich, abee ei fühlt sich und handelt s.- nundertprozentiger Amerikaner. von Zionismus Baitour-Deklaranou, Palästina oder Israel iirdet sich Keinerlei Erwäh. nung übwjh. d„eh die Pa- I.:s*inr;fräse auf oer Pariser Friedenskonferenz 19x3 eine Rolle spielte. Dennoch nieil’t es e.ne Genugtuung dass dieser mit seinen 91 Jahren noch unter uns lebende lade zu einem lebendiger, rfeisoiel der Hingabe. der Pflichttreue, des tatkräftigen Arbeit geworden ist. z ISRAEL GUENSTIGE REISEMOEGLICHKEITEN ZINSLOSE ZAHLUNGSFKI EICHTERUNG VIA WIND AGENCIA DE VIAJES Y TURISMO 25 DE MAYO 189 34-6919 33-4148 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL * i i Dr. HcxrdI Swarsensky ¡ É Asuntos Europeos exclusivamente * p Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr £ Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT: 16—19 Uhr PUEYRREDON 2190 «sq. At. LAS HER AS — T. E. 83-2613 I 0 0 0 0 a 0 0 0 0 0 0 0 t 4

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