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Jüdische Wochenschau · 1961-05-05 · 1873 (5.5.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1873 (5.5.1961)
Date
1961-05-05
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Vicrne«, 5 de Maye de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ï kein Blut sehed Añ* XXII. — No. 1873 i Schluss ' o-. Seite 1 l ert. c’ass schon einmal von c er Een sehen ' erlangt wur. de auf die Eitern zu sehiesren, wenn es der Kaiser wr lar.gt Merkwürdig. dass man nur du sein \ ulk eine solche li 'li dhing zumj.en darf. .• uig. dass die sei Voik ei. e yvv.ss-ü und weitbcku.ii.ii 1 .¡teiiigenz feine u'. l'H t seine Denker, seine c ... .••:siuitsprc-ic-soren. . i . o.:;enden Aerate Ki n zr Anwälte und Lehi-- .-¡’'ständigen Alenbt!.., ein in einem eu.Ziie \ i siiirei des Ent setzeiis -i-. n gegen solches V-rlar. en empörte Hierdurch hat das Volk eine gewaltige Schuld auf sich geiaden. die weder durch wf higemeime Demokraten noen duren ge chättsheflies s:-ne Juden wegdiskutiert werden kann. Eichmann, der von sich behauptet, er könne kein Blut sehen und »ei ein feinfühliger Mensch i.!), scheut sich iedoch nicht. sozusagen im gleichen Atemzug öftentlieh zu erklären, dass eauf seinen eigenen Vater geschossen hätte, wenn man es nur ven ihm verlangt h .ben würde W:e wird er diesen offensichtlichen Widerspruch deuten wollen? Es lohnt sieh wirklich nicht, sich hierbei lange aufzuhalten. denn die abgrundtiefe Schlechtigkeit des Nazisystems wird aus diesen Wörter. und der nur Verachtung erregenden Form der Verteidigung Eichmanns nur noch deutlicher. besetzten Ländern Europas < Eicbmann hat sich ausnach Auschwitz und in die ' drücklich mit diesem Ver! anderen Vernichtsungslager j fahren einverstanden er. :im Osten Europas gebracht! klärt. Er war es, der die Das Cericht wird die che andere Amtsstsllen, un. werden- Hätte Eichmann entsprechenden Informatio- Schuldfragj entscheiden. In ter ihnen sogar das Aus-: nur das 2etanso würde es 1 nen über zu errichtendende keinem Straf- oder Militärwartige Amt. ihre hilfreiche ' vie]faeh ausreichen, um von ' I.ager in Riga und Minsk Strafgesetzbuch der Welt U.;r>d hierzu boten. Was geseiner Schuld zu sprechen. erteilt hat und gleichzeitig bilde der höhere Befehl sebehen wäre, wenn das AA i Im übrigen hat Eichmann ' davon Kenntnis gab, dass ei 'en Sohuidbsimungs&cumi sich geweigert hi*Uo, die! selbst gesagt, dass er bei-! dorthin auch Juden aus dem wenn es dem Befehis-rnp fäiiger klar war oder klar sein musste dass der 1**. v-M; gegen das Gesetz oder die ' moralischen Menschheit:; prinzipiell vevsUisst. Di-'cr. ' Giundsatz haben die Gerichte zu al'en Zellen aner,j kaiint. Nach dem zweiten : angeforderte Zustimmung; zu erteilen, wissen wir nicht. Dass aber das deut-; sehe Aussenministerium kei- U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece .os Martas y Viernes, Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 30.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450.-- jährl. nahe ohnmächtig geworden Altreich geschickt w’erden sei — wogen seiner Zartwürden. Tn dem zitierten fühligkeit! —, sobald er in Dokument heisst es dann den KZ die langen Reihen wörtlich: nen Einwand erhoben hat,! der völlig entkleideten Ju-j ..Nach Sachlage bestehen! steht als traurige Tatsache den sah. die in die Gaskam-' keine Bedenken, wenn die.! fcst- :mern marschiertfn. Also jenigen Juden, die nicht arj __ Win weit Eichmann —und! ,TU1SS er doch wohl gewusst beitsfähig sind, mit den j : . . vor ihm manche andere—; haben, welches Schicksal die Bracksehen Hilfsmitteln (ge_ i tiert zu haben .. Unter sol- \ eltkueg haben sovvohl di-a j clabei gehen. nachträglich | Juden erwartet, die er dort- : meint sind die Vergasungsj eben Umständen macht die Intel nationa.en Tribunale .¡iire Unschuld zu beteuern, i ^iT; durch seine Transporte apparate) beseitigt werden", i Frankfurter Entscheidung w-ie die deutschen Gerichte, j kann man alls seinen Ant-1 bringen liess. Warum hat I Eichmann kann heute : schon einen peinlichen Ein- Kriegsverbrecher Worten ersehen, die er dem | er sich l}*<|^..aus der^ei' nicht bestreiten, dass er i druck. Und die Verteidigung ... . vernehmenden Polizei Offi- | eben Sensibilität veranlasst Kenntnis von den Schrekj Eichmanns auch, mein gültigen Prinzip ent-! 7jer gegeben hat. Der mit i gesehen. um seine Verset-. k< nstaten in diesem Raum j Man wird wohl damit rechschieden. Selbst ein Eichder Voruntersuchung beaufj zl'fg zu bitten? Im Gegen.1 hatte. Der damalige Gene-jnen dürfen trat öi* in Tlncram alc —„i o:r . die über richteten, nach diesem allgemann musste wissen, dass de- ..Führers” Worte nicht Gesetzeskraft besassen, was er jetzt ad hoc behauptet. Wenn sie .Gesetzeskraft" hatten, so doch nur deswegen. weil Hitlers Gefolgsleute dies wollten, obwohl sie -- - dass die Steltragte Offizier, wies Eich-! tra^ ..er in Ungarn als raimajor Sieff, der später j lungnahme des Frankfurter mann darauf hin, dass des-' unumschränkter Herr über | a]s einer der Hauptbeteilig- Gerichts einer Revision unsen Verteidigung in der Be-1-^od und Leben auf, der so- 1 ten am Aufstand der Offimerkung gipfelte, er habe 2ar die Transporte auf eiziere gegen Hitler im Juli als untergeordneter Beam- | S^ne Faust fortsetzte. als ,1944 hingerichtet worden ist, toi nur die Transporte ver- I Himmler bereits den Befehlj schrieb über diese Zustänzur Einstellung der Transde an seine Frau (19. 11. 1 anlasst und aeleit-et, dass . er sich dadurch allein schon ' Porte lind der Todesmärsche 1941): sich alle darüber im klaren ‘mitschuldig am Massenmord gegeben hatte. Trotz dieser! Es gibt waren, dass dies? Worte und j gemacht habe, Eichmann ¡Tatsachen baut er seine Ver- Befehle gegen jede Moral verneinte dies und bemerkverstiassen.! te. dass der Transport noch 1 auf seine „untergeordnete“ Der Angeklagte meinte, '■ nicht den Tod bedeutet habe, | Stellung und auf seine Geer habe nur die Transporte! da zwei Millionen Juden die J horsamspflicht gegenüber organisiert. Es sind mehrere 'KZ überient hätten. Auf die seinen Vorgesetzten auf .. Vorgänge im KZ habe er im Eichmann hat 1944, als er übrigen keinen Einfluss aus- | in Ungarn wütete, genau gegrosse Bahneiner seine ver. ■ schränkungen... Aber dafür teidigung auf seine Unschuld r€jcbt dje Bahn noch aus, an! jedem zweiten Tag einen , Zug mit Juden aus dem i Reich nach Minsk zu fahren Dokumente erhalten geblie. ben, die das Gegenteil beweisen. Man braucht nur an üben können, die Deportation aus Frank- I ßass die Mehrheit der nach reich zu denken, die auf- Auschwitz und den übrigen grund eines Schriftwechsels Ausrottungslagern ver. wusst, was die unglückli- und sie dann ihrem Schicksal preiszugeben. Das ist, ebenso wie der Judenstern... eines angeblichen Kulturchen Opfer der Deportatio- I volkes unwürdig. Es muss und schleppten Juden dort umzu‘ gekommen sind, hat Eiehzwischen Eichmann dem Auswärtigen Amt stände kamen. Damals hat'mann schon nicht mehr be Eichmann noch die Zustimstrjtten. Für seine Mittäter mung des AA. angefordert. . Sehaft an den Massenmor nen erwartete. Die berüchtigte Wannsee - Konferenz fand im Januar 1942 statt, wo in Gegenwart Eichmanns, des Leiters des ..Judenreferats“. die Endlösung besprochen und beschlossen .* »-4 » ü-4 ♦ ♦ ♦ ♦ I Dr FR K V ♦ ♦ j Abobado f PUEYRREDON Í190 1* 1*0 * t nachm IS—19 Uhr { REAL PEN I ¡ Í Füllhalter £ REPARATUREN $ Spezialgeschäft J CORRIENTES S89 | T E 49-5850 | ^wvww^wwwwwvwv j J. Liebling Í 1FOURN1ERE — i SPERRHOELZER? DIAZ VELEZ 6224 al 46 j T. E 43-234S/0340 y 3021 ¿ Propiedades Frankenberg berät Sie Kostenlos und unverbindlicfi beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSER Manuela Pedraza 2530 pl b. Dp. B T. E 70-7244 Die Dokumente sind bei Ro-! ¿ien dürfte es schon nicht |"’urde- Eichmann hatte auch Entscheidung einer Frank bert M. W. Kempner „Eich-1 entscheidend sein, ob , sc^l0n vorher genaue Kenntmann und Komplizen“ (eret damit rechnen konnte,'n,s darüber. welchem schienen im Europa Verlag, j dass nun wirkHch alle seine ' Schicksal die von ihm orga- Zi rich 1961) auf den Seiten lh4 ff. abgedruekt. Unschwer kann jeder nachlesen, bei wem die Initiative lag. Nur wenige Tage, nachdem das Auswärtige Amt sehändli. cberweise — seine Zustimmung zu diesem Vorgehen gegeben hatte, rollte der erste Transport, von Eichmann gefordert, angemahnt ur.d durchgefühlt, nach Auschwitz. Natürlich war auch das Wüten Eichmanns nur möglich geworden, weil zahlrei- JUD1TH SCHENK0LEWSK1 KULrUSSTICKERKiEN Schabbosdecken - Tallisbeute' - Käppchen . Maz. zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche BEßEDERO 2585 T. E. 73 9155 [JfattAa I i tëltapeauxS? HUTSALON j! Jetzt in! t u 6 i g r S o ö? 'MOLDES 2561! I T. E. 73-9229 ¿ I 73-9155? Opfer , der Deportationen! umkommen werden. Denn l gefahren er wusste sehr genau, welches Schicksal die Juden erwartet. War er doch selbst an der verruchten Wannsee-Konferenz beteiligt gewesen, auf der die „Endlösnng der Judenfrage“ durch die totale physische Vernichtung der Juden beschlossen worden ist. Feststeht ferner, dass Heydrich mit ihm ausdrücklich hierüber gesprochen hat. Aus welchem krankhaften und verbrecherischen Hirn diej ser teuflische Plan entj sprang, ist nicht wichtig, j Dass Eichmann allein weder I die Macht noch die Mögj lichkeit besessen hat. einen solchen Plan zu entwerfen, zu vertreten und durchzuführen, hat bisher auch niemand ernstlich behauptet. Seine Teilnahme an der Wannsee-Konferenz hatte ihm die Mitwisserschaft an dem Ausrottungsvorhaben verschafft. Zu diesem Zweck mussten die Juden aus allen nisierten Transporte entge- Es sei auf den Dokumentär - Berichten „Eichmanns gäb es viele“ von Albert Wucher verwies:ch ja alles einmal an uns j rächen — und mit Recht!... i Es ist alles noch viel schlimj rner geworden, als es vor zwei Jahren in Polen war.” | Vor kurzem mussten wir | von einer wenig glücklichen j - i furter Strafkammer berich-; ten, die einen Lastwagen-1 fahrer aus Auschwitz, der j die Kranken in die Gaskam. i mer transportierte, in Frei- | heit setzte, weil für ihn „übergesetzlieher Notstand“ | anzunehmen sei. Zufällig — ' terzogen wird, da es offen, kundig ist, dass sie nicht aufrecht erhalten bleiben J kann. Dennnoch war zwi-! sehen dem Lastwagenfahrer | von Auschwitz und dem Leitei des Judendezernats der Sicherheitspolizei noch ein gewaltiger Unterschied, der in seinen Einzelheiten keiner weiteren Erläuterung bedarf. Auf eine so primitive Art kann sich Eichmann, der niemals ein Antisemit war und kein Blut sehen konnte, der aber auch seinen eigenen Vater erschossen hätte, wenn es von ihm verlangt worden wäre, seiner Verantwortung an den Verbrechen nicht entziehen, die ihm zur Last gelegt werden. sen (erschienen in der Drö-!0(=‘er ist es kein Zufall merschjn Verlagsanstalt Th Knaur Naehf.. München- Zürich). wo u. a. auf Seite 95 die Rolle Eichmanns bei dei Behandlung der Juden Serbiens geschildert wird. Damals war schon von . Vergasungsapparaten“ die Rede, die im Herbst 1941 in Riga fabriziert wurden. NERVENu. GEMÜTS.? I KRANKHEITEN i : Dr. M. J. KUHN t i orov. . i RIV ADAV1A 2625 III? I Tel. »8 7524! | lont. Mittwoen. Freitag j .’17—20 Uhr Tel. Anmel-j { düng erbeten.? beruft sich Eichmann jetzt auch darauf, die Juden „r.ur“ in die KZ transpor- Dr. ARTÜR0 WELT arg. RECHTSANWALT Incaso, Gesellschaftsverträge, Erbschafts-Angelegenheiten, Bürgerschaft, W iedergutm achung PARANA 489, piso 6 of 34 T. 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