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Jüdische Wochenschau · 1961-05-05 · 1873 (5.5.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1873 (5.5.1961)
Date
1961-05-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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GEFAHREN FUER ISRAEL EINE REDE GOLDMANNS PUEYRREDON 2190 - )’ izq. Jemxuta T. 8 3 - E. 2 6 1 3 Año XXII. BUENOS AÍRES, VIERNES 5 OE MAYO DK EMU No. 1873 Verbrechen - Greuel - Morde Das ist die Spur des Nazismus DER VATFR KENNEDYS gelegt, sodass diese Bemerkung des Verteidigers als nichtssagend bezeichnet werden muss. In dem Bericht von Kennedy heisst es: ..Heute wurden wir vom Büro Ber. lenger (Paris) angerufen, malige amerikanische Boti Wir wurden davon in Kenntsehafter Joseph P. Kenne. n,s gesetzt dass die Frage , einige dieser Verbre '5Flüchtlinge! Jerusalem. — Auf der Tagurg oes Aktionscomites in Jerusalem ergriff der Präsident der Zionistischen Organisation. Dr. Nachum Goldmann, das Wort und führte u a. aus: Die relative Ruhe, die seit geraumer Zeit an den Grenzen Israels herrscht, — wie überhaupt die relative Ruhe im Mittleren Csten — wild nicht lange Zeit anhaL teil. Die ,,statische Phase ’ in der Auseinandersetzung über die mittelöstlichen. bisher nicht gelösten Probleme v/na im internationalen Masstab zu einem Abschluss gelangen, sodass die aitei. dienen Fragen wieder auf der Tagesordnung erscheinen werden. Die Versuche Nasters einen Ausgleich mit dem König. Hussein von Transjordanien herbeizuf"hren. bedeuten unzweifelhaft eine Gefahr für Israel, sagte Dr. Goid. mann. Hierfür sei das Verhalten Trans.iordaniens in der Frage der Parade zum Jom Haazmauth ein untrüglicher Beweis; Transpordamen habe di.-se Parade zum Vorwand genommen, um sich Beschwerde führend an die UN zu wenden. — , ,, , n.. | Man müsse sich darüber klar sein, dass die Position ten. Man würde die Juden.,Dir gehorsam «e n, wh 1 Israels jn den UN geschwächt wurde was sich aus der 7v.<inr»en in Bezirken zu le. auch von mir verlangst, bis _, _,_ Jerusalem. — Im weite, ren Verlauf des Eichmann- Prozesses wurde ein Bericht verlesen, den der Vater des jetzigen Präsiden, ter* der Vereinigten Staaten von Nordamerika der da zwingen, in Bezirken zu le. ben. die in erster Linie von Verbrechern bewohnt werden. Man würde sie ferner zwingen, sich wie die Verbrecher bei den zuständigen Behörden zu melden. Die deutsche Regierung könne nicht verhindern, dy, in gierung England seiner Re. |^t"r 'jüdischen1 nach Washington ivon Oorges Bonnet, dem üher die Tage der deutfranzösischen Aussenminiselfen Juden im Jahre 1938 mit dem deutschen Au. geschickt hat. Kennedy hes'-enminister von Ribben. richtete, dass die Nazis die m Deutschland befindlichen Juden als Taschendiebe und Mörder bezeichnen würden. Bereits vor dem Prozess hat der Verteidiger Servatius erklärt, der Prozess würde eine Schlacht um Dokumente werden, was offensichtlich der Fall sein wird. Denn die Donnerstag- Sitzung war fast ausschliesslich der Verlesung von Dokumenten gewidmet. Dies ist jedoch nicht weiter verwunderlich, denn viele Verbrechen der Nazis sind dokumentarisch festtrop Das eher in andere Länder fliehen, die offensichtlich dar- I auf begierig seien, diese ¡Elemente aufzunehmen. . 1 Diese Juden dürften aber behandelt worum »stihr Eigentum mit sich Ergebnis d:eser Behmen äas sie nlegal er_ spreehung war senr ““JimhStter,. In Wirklichst^ Ribbentrop. von Bonkeit kann Ribl>entrop in m,die Eiige getneten, djeser AngeiegeDheit nichts erklärte, nie Juden in | unternehmen und ist airh Deutschland seien aus. nuhmslos Taschendiebe, Mörder und gewöhnliche ic den Tod. Gott möge mir beistehen.” Ein weiteres Dokument gfn isc ein Schriftstück mit der Unterschrift Eichmanns. Es handelt sich um einen ße. rieht, den er über seine Tätigkeit am 8. Mai 1938 aus V ien nach Berlin geschickt < Fortsetzung aut Seite 5) i Debatte und der folgenden Abstimmung über die Frage | der arabischen Fliic Hinge ergebe. Aus diesen Vorgänmiisse die Zionistische Organisation die erforderlichen Konsequenzen ziehen und sich darauf vorbeteiten, Israel auf politischen-, Gebiet zu unterstützen. In seinen weiteren Darstellungen wies Goldmann auf die guten Beziehungen zwischen Israel und den Juden iu aller Welt hin; es gäbe aber auch negative Faktoren, die nicht unbeachtet bleiben dürften. Hierzu sei auch das un. bfreehtigte Gefühl zu rechnen, diss Israel seine ökonomischen Probleme bereits allein gelöst habe. — Ein protestantisches Bekenntnis von B. B. SAMVEL j unternehmen und i nicht bereit hierzu.” DER SS-EID Diebe. Das, was sie besitzen, hätten sie illegal er-! Eines des von der Ankla. worben. Aus diesem Grün-! ge vorgelegten Dokumente de habe die deutsche Re. j behandelt den Eid, den die gierung beschlossen sie als ' SS-Leute leisten mussten, Verbrecher zu behandeln, j bevor sie in die SS eintra- Das jüdische Eigentum j ten. Die Eidesformel lautewürde beschlagnahmt wer-.tc: ..Ich schwüre vor Dir, den. da die Juden es un- Adolf Hitler standhaft und rechtmäsig erworben hat- 1 tapfer zu sein. Ich werde WIE ICH ES SEHE ♦ Er konnte kein Blut sehen I ‘ Mit grosser Aufmerksam, sehe Kirche hat. wenn man Kirche auch heute noch bekeit wurde die Aleldung auf-'diese Deklaration wörtlich ' dcutungsvoll. I «enommen, dass in allen, nimmt, die in jüdischen j Sicherlich ist auch der protestantischen Kirchen! Kreisen vertretene, wenn Hinweis berechtigt, dass die- Westberlins den Gläubigen I auch dort nicht unbe trit-; st kirchlich-protestantisch eine Botschaft verlesen . teue, Auffassung unterstriv/urde, die in einem alige-1 eben, die in ihrer letzten meinen Schuldbekenntnis ' Konsequenz von einer Ge. ar den Verbrechen des Na-1 samtsehuld des deutschen tionalsozialismus gipfelte, j Volkes an den nazistischen Wir dürfen hierin mehr als! Verbrechen spricht. Die Kir. chen-Erklärung zu diesem Punkt lauteie: , Al’e Deutschen, die alt genug waren, um die nazistischen Verbrechen zu erkennen. die mit der phvsi- ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ X | a von JEHUDA GOTTHEIMER Die ersten Verhandlungen 1 unter ihnen mussten den sich sogar zu der Behaupvaren voller Spannung. Mit .Gerichtssaal verlassen, weil tung, dass es seinen Untereiner bewundernswerten ' sit nicht ertragen konnten, gebenen bekannt gewesen Kraft hat Hausner, der Ge-, was Menschen an Menschen j sei. dass er die ganze June ralstaatsanwalt die Ein- (ar Scheusslichkeiten begandenfrage nicht sehr ernst wände des deutschen Verteigtn haben. I genommen habe. Auch H. di*ers abgewehrt, der sich Dann kam Eichmann zu Himmler, sein oberster da^rum bemüht hatte, die Wort, zunächst nur seine Chef, so meinte Eichmann, Unzulänglichkeit des israeli- Stimme auf langen Tonbänhabe das Judenproblem nur sehen Gerichtshofes zu bedern, die von der Polizei bei ais ablenkende Unterhaltung »runden Der Vorsitzende den ersten Vernehmungen i für manche Sorgen und hat dann nach längerer Beaufge.nommen waren. Seite Schwierigkeiten, für persönratung unterstrichen, dass für Seite war dem Angeklagliehe Lasten und Krankhei- - - ■ fen zum Durchsehen über. | ter betrachtet. Die Befehle die Objektivität des Gerichtes gesichert sei. Kein anderes als das israelische sei dazu berufen und bestimmt, einen der Henker des jüdischen Volkes abzuur'eilen. Nach diesem Vorspiel, das kolle. wohl auch von dem Eich-! Auf geben worden: Seite für seien nur von Hitler ge- Seit? machte er seine Korkommen, und dessen Wort rekturen, fügte Ergänzen-,habe Gesetzeskraft gehabt, gtn hinzu und unterschrieb [ Die Eichvnannsche Taktik di*- Richtigkeit dieser Proto.; zeigt ihn bemüht jede Verj antwortung urd jede strafdiesem Wege erhielt rechtliche Schuld von sich einen Beitrag zu eir,er seit Jahren mit Leidenschaft geführten Diskussion biikken. Die protestantische deut- Erklärung reichlich spät kommt. Wie war es nur möglich, dass der verantwortliche Klerus in einer solchen V;rblendung leDte, dass er nicht sofort — wenigstens nach dem deutschen Zusammenbruch — seine Stimme erhob, um sich in den Dienst der Gerechtigkeit, zu stellen? Es mag «ein, dass der Einfluss, den die mann-Verteidiger, Dr. Ser-' dit Welt von erstaunlichen abzuwälzen, wenn er auch vatius, nicht als besonders aussichtsreich angesehen worden war. konnte das Gericht in die eigentliche Verhandlung eintreten und die Anklage verlesen. Eichmann der seine Identität bestätigte erklärte sich für unschuldig. als er aufgefordert wurde, auf die 15 Anklagepunkte zu antworten. Sodann erhielt der Ankläger das Wort. Seine Anklagerede, die in sich ein geschlossenes Meisterwerk war. spiegelte die gewaltige. einmalige, entsetzliche Tragödie des jüdischen Volkes wider, das in seiner Ganzheit, soweit es unter die Nazi . Herrschaft gefallen war. Opfer der Verfolgungen Erklärungen Kenntnis, die an anderer Stelle meint, er im wesentlichen in drei The- , wolle für das. was er getan srn gipfelten: hat, entsprechend biissen. 1. Eichmann erklärte, kein Aber die Verantwortung an Antisemit gewesen zu ein,1 der Deportation und dem zumal zur Familie seiner traurigen Schicksal der Ju- Stiefmutter auch Juden gehörten. 2. Eichmann erklärte, nur ein Untergeordneter Funktionär gewesen zu sein, der mit der Ausrottung der Juden, die ermordet wurden, hätte er nicht. Diese Ver- Photograph des Saales verwiesen Bei Beginn einer Sitzung teilte Oberrichter Mosche Landau mit, dass einer der Photographen, die amtlich befugt wurden im Beth Ilaam in Jerusalem Aufnahmen zu machen, künftig ' j nicht mehr zugelassen \ \ sein wird. Der Photograph habe seine Rechte missbraucht und Aufnahmen von Notizen angefertigt, die der Angeklagte Adolf Eichmann, w’ährend der Gerichtssitzungen machte. Diese Photographien wurden auf Anweisung des Gerichts beschlagnahmt und vernichtet. Eichmann hätte hiermit die Wahrheit gesprochen. Man kann ermessen, wie weit die SS-Leute bis in ihre oberen ’ Chargen fanatisiert waren, j dass sie es überhaupt nur auszusprechen wagen, sie hätten ihren eigenen Vater ermordet, wenn man dies von ihnen gefordert haben sehen Ausrottung der Juden \ piotestantische Kirche auf endeten — einschliesslich ihre Anhänger auszuüben derjenigen, die den Juden; vermag, nicht mit demjenigeholfen haben —. müssen ger. verglichen werden darf, zugeben. da>s sie sich durch j der. katholische Kirche auE ih Schweigen und ihren ihre Gläubigen hat. Während Egoismus zu Komplizen der | jedoch führende katholi-che nezistischen Barbarei ge- P-iester wie Kardinai Faulmaeht haben“. j hiber in München, Dr. Ga- Diese Worte sind so einlen in Münster oder die Erdcutig. dass sie einer Inter-1 diüzese Köln gegen den napietation nicht bedürfen, j zistischen Rassenwahn und Man könnte mit Recht fra-; die Judenverfolgung Stellung gen, aus welchen Gründen diese Auffassung Anlass z« heftiger Kritik bietet, wenn sie von Juden vorgetragen wird, nachdem nun die Kir. I che selbst ihr Wort in gleichem Sinne gesprochen hat. Es ist besser, klare Ansichter zu üussern. als sich mit versc-hwommeiien Begriifsdr klinationen zufrieden zu geben wie etwa dem der ..Gesamttreue“ die doch nur vermeiden, die tatsächlich vorhandene Verantwortung ‘ Jugenderziehung jene anzuerkennen und auf diesem Umweg dazu beitragen, dass allgemeine Gewissen zu beruhigen. Deswegen ist diese Stellungnahme der genommen naben, hat em solches offenes Wort auf protestantischer Seite beinahe völlig gefehlt. Dennoch wollen wir anerkennen. dass mit der heutigen Stellungnahme der erste. vielleicht entscheiden e Schritt getan wurde. Man muss sich aber darüber k ar werden, dass nur eir.e ständ.ge kirchliche Einflussnahme und eine im Sinne der neuen Erkenntnis geführte Voraussetzungen schaffen können, die allein eine Wiederholung der von der Kirche so bezeiclineten Barbaiei zu vermeiden imstande sind. antwortung müsso man bei [würde. Jetzt wird wohl die Hitler, Himmler und Heyimmer noch zweifelnde Welt drich suchen, nur seien die-1 beginnen zu glauben, dass se drei führenden Nazis! es wahr ist, wenn berichtet den nichts zu tun gehabt [schon tot. Winselnd beteuert wird, dass Kindern die Elu..u„ ..„j j e . dags er nur ein Befehls-! tern und Eltern die Kinder empfänger gewesen sei. ¡in die KZ gebracht haben Und dann kommt er zu eilum sie liquidieren zu lassen, habe, und dessen Aufgabe lediglich darin bestand, für die Transportmittel in die KZ de'- Ostens Sorge zu tragen, 3. Eichmann erklärte, er könne kehl Blut sehen, habe niemals einen Juden gener Bemerkung, die ein furchtbares Licht auf ihn selbst und das ganze Regime wirft. Er sagt: Wenn man von ihm verlangt hätte er solle seinen eigenen wurde. Der Anteil des An- ¡ auf seinen Dienstr( tötet und sei stets beinahe ohnmächtig geworden, wenn ¡Vater töten weil er ein Ver „ , er auf seinen Dienstreisen in , räter am Dritten Reich und g. klagien an diesen un»e'icjn KZ gekommen sei, wo er am Nationalsozialismus sei, heuerlichen Verbrechen wur-; Jliden sah die in die Gas. dann hätte er dies ‘."n! El“zc!heitei'(iar' knmmer marschierten. kenlos getan. Auch gestellt. Ein Bild des Grau- ■ »ns wurde vor dem ntrollt. Zuhörer wemieo a!s An(wort auf die gegen 'f¡ihrer, ohne weiteres ausge-' Rch wird issungslos im Angesicht ihn gerichte.te Anklage zu führt. hchwud Jieser Katastrophe. Manche icl-widern weiss. Er verstieg Unterstellen wir einmal, nur weil der „Führer es befahl”. Schon an diesem Beispiel kann man die Verworfenheit eines Systems erkennen, dass die natürlichen Gesetze und die moralischen Postulate des „Ehre Vater ur.d Mutter“ aufgehoben hat, um seinen Machtanbedenj spruch durch die bedindiesen. gutigslose und sklavische Gericht Fiirwahrsehr heldenhaft [ Befehl hätte er, der unter- Bereitschaft seiner Gefolgsweinten dfslnichtt' wa! Eichmann [ geordnete Obersturmbann. | lente zu sichern. Unwillküryvwiuicu „j Anfwftrr auf AID crAerion fnhr»Ar aIhio irolbi-aff onorm , man daran erin (Schluss auf Seite 2) ZUSTAENDE IN WIEN EIN INVALIDE Von einem üblen antisemitischen Vorfall berichtet die Wiener Presse: „Die Saujuden sind wiener obenauf, jetzt haben wir sogar schon ¿inen jüdisenen Minister . soll s*ch ein Invaliden Rentner in einem Gespräch ereitert haben, dar ein Passant, der oekannte Wiener Maler und Architekt Kurt Konrad Loew, zufällig mit anhörte. V^n Loew mr Rede gestellt, soll der Rentner tätlich geworden sein. Dir Sache kommt nun wegen Körperverletzung zur Un. tersuchung, wobei dis Aeusserung de? Renfners milangezeigt ist. Ob wirklich die luden wieder ooenaut sitd und nicht viel,eitht viel eher dis Wiener Nazis .? ...UND EIN STADTRAT Josef Pleyl, ein Wiener Stadtrat der wegen Titulierung ines -iäen als „Saujude ’ angek.ast war. hat sein Amt autgegeben. nachdem der Stadtrat ihm das Recht aut Immunität verweigert hatte.

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