Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1872 (28.4.1961)
- Date
- 1961-04-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, » a« Abril de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXII. — No. WR rf Deutsches Theater, Buenos Aires PROLOG ZU EINER SPIELZEIT Seit vielen Jahren, bevor gativen, bestände, sehen sieh der Vorhang zur ersten . wir zu unserer Freude jetzt Verstellung in der neuen ,.Das Lustspiel der deut- Saison hebt wird über den sehen Sprache”, Der zer. bevorstehenden Spielplan . brochene Krug; das 1927 erd skutiert. Der eine bemän- ' sohienene Schauspiel „Ein gilt d>e vielen ernsten Thebesserer Herr” von Hasenmen. der andere die allzu ciewer, im Thema gerade leichte Kost. j unter uns brennend aktuell. Als nun in diesem Jahr ui:d den unsterblichen Mo che erste Ankündigung des liere mit seinem „Eingebil Schauspieler-jubilaeum j^jug¡jt ¡n Buenos Aires Am 27. April 1921 debu-1 tierte im Wansbecker Stadt-' j theater der in allen Kreisen 1 | beliebte und als Mensch j ebenso wie als Schauspieler! geschätzte Max Wächter. Bis 1933 an verschiedenen Deutschen Theaters mit dem gesamten Spielplan für die r.cu; Saison erschien, hi rten wir auch wieder das deten Kranken”, neben an. deren Stücken, die alle das ..aufgelockerte” Bild eines anspruchsvollen und den- F"r und Wider in den ver. j noch nicht nach einer Richschie. enstea Formen. Und tung überlasteten Spielplan wir freuten uns! Freuten! zeigen. Zu diesem Spielers weit es wieder einmal p an wollen wir schon jetzt der beste Beweis war. wie I..Ja” sagen, weil er nichtrran in Buenos Aires an nur den Wünschen des Puthesem Theater hängt. Man bi'kums entgegenkommt, bt'ce'näftigt sich mit ihm! s. nelerh auch in seiner in. mciu nur man verteidigt. 'Ulügent durchgeführten kritisiert es; immer aber Auswahl Niveau zeigt, is. man 'roh. dass wir als j Nun bieibt noch die Ar_ e.izice Weltstadt auf dem bc-it der Regie und der g-ossen Erdenrund seit . S( hauspieler zu erwarten, nunmehr so vielen Jahren I Was diese anlangt, so had.ese Bühne haben. Denn ben wir auch in diesem immer noch, trotz Radio; Jahre wieder aus Europa ui o. F-einsehsn. bleibt dasjde Fächer besetzen miis- Th^ater das Magische. der|;,en. die )eider in unserer Sp.egel des Lebens dieser .Mitte nicht mehr vorhanden weiten Welt mit all seinen'sind. _ Mit sechs für uns Schönheiten und Konflik-1 n^uen Menschen hatten wir ter. das uns in seinen Bann ,-;m Tage ihrer Ankunft hier zl”kt. j in Buenos Aires unsere er- Nsch dem letzten Jahr'sie Begegnung ausserhalb mit seinen quälenden, die | des Theaters WTenn wir Nerven so stark angreifender Meinung sind, dass ein i deutschen Bühnen tätig, ■ wurde er nach dem Um- : bruch als Schauspieler und I Regisseur des Hamburger Kulturverbandes beschäftigt, der. Autoren wie Sartre, Ttnnesse Williams, die uns Orchester immer so spielt, wie es aussieht, eine eigen. nur ein verzerrtes Bild der artige, aber immer zutrefmenschlichen Seele zeigen I fende Beobachtung, die fast kennen, so schreiben, als! nie täuscht, so können wir ■wenr die Welt nur aus , nur unseren Lesern den gu- Komplexen, und zwar ne-1 ton Eindruck übermitteln, Dputfclies Theater Künstlerische Leitung: Jacques Arndt Geschäftliche Leitung: Susi Schmoller Am 8. Mai Eroeffnung der Spielzeit 1961 im TEATRO ODEON ESMERALDA 367 BAS GROSSE ABC von darcel Pagnol DER ZERBROCHENE KRUG von Heinrich Kleist EIKER VON UNS von Manfred Mansfeld DIE FALLE von Robert Thomas DER EINGEBILDETE KRANKE von Moliere EIN BESSERER HERR von Walter Hasenclever DER TOD DES HANDLUNGSREISENDEN von Arthur Miller EIN ENGEL NAMENS SCHMITT Musical von Scheu und Nebenhut beginn des Abonnement-Verkaufs: Montag, den 10. April im Teatro Odeon von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr. A. i PREMIEREN-ABONNEMENT (jeweils Montag um 21 Uhr). B ) ABONNEMENT FEER DONNERSTAG (19.45 Uhr), FREITAG <19.45'. SONNABEND (20.15 Uhr) C.) STAMMSITZ-SERIE FUER SONNTAG (15.15 Uhr) Für die -'oriährigen Abonnenten und Stammsitzbesucher bleiben während der ersten drei Tage ihre Plätze reserviert. D1F EINTRITTSPREISE SIND SO GESTALTET, DASS llE JEDEM DEN BESUCH OES THEATERS ERMOEGLICHEN den die Gäste machten. Vor allen Dingen überrascht; uns die grosse Begeisterung, mit der diese! last ausschliesslich juegen I Menschen ihre Aufgabe 1 auch hier in Argentinien auffassen. Da hörten wir nichts von Gagen als Vor. Bedingung, da war wieder die Rolle das grosse KampfoLjekt, die unbändige Spielfee ude, die wesentliches E ement jedes wahren Schauspielers ist. Woher sie auch kommen, sie fühlen sich hier als Träger einer grossen Aufgabe: Uns weder echtes, lebendiges Theater zu vermitteln, uns mitreissen zu wollen, das schilderten sie als den einzigen Zwecke ihrer Reise. H'er haben wir, und das ging aus dem Gespräch mit jedem einzelnen klar hervor. noch den Schwung, der nicht in der Routine erstarrt ist, und der uns hoffnungsvolle Erwartung schenkte. Eine „Salondame” par exeellence, wie dieser schreckliche Fachausdruck lautet, Margrit Spielmeyer.’ d;e sich schon in grossen k.assischen Rollen bewährte, die Jugendliche, die Schwung mit Intelligenz zu verbinden scheint, sich ais Anne Frank bestens bewährte, ist Ursula Bredin; zwei aus der Max Reinhardt-Schule der Hilde Korber in Berlin hervorgegangene Schauspieler der neuen Generation, Klaus Jägel und Manfred Hahn. Desweiteren der bewusste „Na- »urbursche” Wolfgang Priewe und vor allem ein Name, den wir bald sehr schätzen werden, Alfred Schnös, der Aelteste der Sechs, mit einem prägnan. ten, erregend lebendigen Gesicht, der auch Regie fuhren wird und dessen Lebensrolle, wie er sich ausdrückte, Adam im „Zerbrochenen Krug” ist. — Wir gehen, ohne jede Skepsis in diese neue Spielzeit, wenn wir auch unser endgültiges Urteil nicht vorwegnehmen können. Es wird die Kunst des Regisseurs sein, diese Sechs mit unseren hier lebenden Künstlern zu einem organischen Ensemble zu verschmelzen, sie aufeinander akzustimrhen, damit jede Aufführung einen geschlossenen ' Eindruck machen kann. Jacques Arndt scheint dies voll und ganz verstanden zu haben, so dass wir ungeduldig auf das Zeichen warten, das den Vorhang heben lässt. spielte Kabarett und gründe te die „Handgruppenspiele jüdischer Schauspieler“, die er leitete. Nebenbei war er mit den bekannten Schauspielern im Kulturbund beschäftigt, bis er 1938 nach Argentinien auswanderte. Zunächst in allen möglichen Berufen wie die meisten Emigranten tätig, gab er bereits im Oktober 1938 ein Gastspiel mit seinen Puppen in spanischer Sprache im Teatro Casino. Das Theater war immer sein Leben, er spielte für jüdische Vereinigungen, hatte mit einer selbst verfassten Revue ..Wir blicken nach vorn“ Publikumserfolg, wird vom IFT eingeladen mitzuwirken und gründet mit dessen Hilfe die „Deutschsprachige Bühne in Argentinien” deren Leiter er war, um dann seine Bühne mit der „Freien Deutschen Bühne” zu vereinigen, der er in den Folgejahren als Bühnenleiter und Schauspieler angehörte. Georg Braun schrieb 1950 in seinen Monatsheften, dass Wächter ohne Zweifel als erster Schauspieler und Bühnenleiter Theater in deutscher Sprache in der Emigration geschaffen hat, wofür ihm besondere Anerkennung gebühre. Die lange Liste seines Wirkens, seiner Erfolge und deren rühmende Anerkennung kann hier nicht in allen Einzelheiten „aufgef'ihrt“ werden. Alle Freunde beglückwünschen diesen vornehmen und aufrichtigen Menschen, diesen ehrlichen Freund zu seinem 40. Bühnenjubiläum in der sicheren Erwartung dass ihm weitere grosse Erfolge vergönnt sein werden. Literarische Notizen Forsch ung-arbeit Der frühere israelische Botschafter in England, Eliahu Elath, ist aus dem auswärtigen Dienst ausgeschieden. Seit seiner Rückkehr ins Land war er als Berater ohne festes Ressort tätig. Er wird jetzt seine Kraft dem Afro.asiatischen Institut widmen, dessen Präsident er ist. Ebenso wird er eine Geschichte der amerikanisch - israelischen Beziehungen von 1945 bis 1950 schreiben, da er als der erste Gesandte Israels in den USA diente. Politische Geschichte Israels” Erziehungsminister Abba Eban Unterzeichnete einen Vertrag mit einem New Yorker Verleger über eine „Politische Geschichte Israels in den ersten zwölf Jahren”. Eban hat bereits in den letzten drei Jahren erhebliches Material gesammelt, wird jedoch das Euch wegen seiner Verpflichtungen als Minister kaum vor Ende des Jahres beenden. Er wird es in Englisch schreiben und auch die hebräische Version selbst besorgen. CELLIST ROSTROPOVICH , wegte sich ganz im Rah. EROEFFNET WAGNE. RI ANA-SAISON In der „Asociación Wagneriana”, die hiermit ihre Spielzeit 1961 im Saal des , Coliseo” begann, machte der 1927 in Russland geborene Violoncellist Mistislav Rostropovich sein argentinisches Debut. Weit entfernt davon, in der ersten Reihe seiner grossen Kollegen zu stehen, ist der Künstler ein gediegen und sorgfältig ausgebildeter Instrumen, t.'st, dessen Stärke auf der technischen Ebene liegt. Das „sich in die Materie versenken”, das Blosslegen jenes Fluidums, welches zwischen den Zeilen des Pentagramms aufzudecken wäre, bekümmert den Cellisten nicht. So hörten wir eine von der instrumentalen Seite aus unanfechtbare Besthoven-Sonate Nr. 3 in a-dur, opus 69. deren tieferer Sinn nur selten an die Oberfläche gelangte. Denselben Charakter hatte die Interpretation der Bach-Suite Nr. 2 in d-moll für Cello solo, aus welcher mehr Rostropovich als Johann Sebastian Bach sprach. Dagegen lag der zweite Teil des Progoramms, welcher die obligaten Bravour. Piecen enthielt, dem Künstler weit mehr. Die Schumann’schen „4 Stücke im Volkston” leiteten zu der Cello-Sonate von Claude Debussy über .in deren 2. Satz — Serenata — die Pizzicato Glissandi und Flageoletts wirklich in Erstaunen versetzten. Igor Strawinskvs „Russisches Lied” — es stammt aus seiner neuen Oper „Mavrä”, die wir in der diesjährigen Colón- Saison hören werden — und eine „Humoreske’ aus der Feder des Solisten, eine rasende „tour de force”, beschlossen das Konzert, dessen beifallsfreudiges Publikum sich mehrere Zugaben )u. a. Faure und Debussy) erzwang. Die Arbeit des Begleiters Alexander Dediovhkine bemen der Leistungen Rostropovichs. NATIONALES SYMPHO¬ NIE-ORCHESTER UNTER TEWAH Am Beginn des 2. Zyklus- Konzerts, abermals unter Leitung seines neuen Titu. lar-Dirigenten Victor Tewah, stand die letzte und giösste Mozart-Symphonie, KV 551, Nr. 41, in c-dur, die unter dem Namen „Ju. piter-Symphonie” unsterblich geworden ist. Das Orchester und sein Leiter waren ihrer Aufgabe voll gewachsen, und als speziell gelungen muss das Finale — allegro molto — genannt werden, dessen vierfacher Kontrapunkf und Fuge vollendet herausgearbeitet wur. den. Alfred Ianelli war der hervorragende Solist im dreisätzigen Flötenkonzert mit Orchester des zeitgenössischen französischen Komponisten Jacques Ibert, dessen Faktur zwar als unpersönlich, aber dennoch originell bezeichnet zu werden verdient. Der mit technischen Schwierigkeiten überladene Solopart, ein Brillant-Feuerwerk, wurde von Ianelli magistral gemeistert und er hatte grossen Sonder-Applaus. Der Abend fand mit einer ausgewogenen, traditionell empfundenen Wiedergabe der 2. Brahms- Symphonie opus 73, in ddur einen würdigen Abschluss. Tevvah, der in den felgenden Konzerten auch d:e 3. und 4. Symphonie von Brahms zu Gehör zu bringen beabsichtigt, wurde zusammen mit seinem Klangkörper Gegenstand herzlichen Beifalls. Leider bes’ehränken sich die Programhefte ausser Angabe der Spielfolge und kurzer Biographien der Interpreten auf Propaganda und lassen die in vergangenen Jahren abgedruckten Analysen' des Konzert-Zettels vermissen. e-i» i; Restaurant «Paso" '"ItTD 2 Paso 452 (al foiulo) — T. E. 87-9259i * Unter Auf«,ent des Vaad Harabonino der Ketillla 2 MITTAGS- und ABKNDT1SCH von jetzt an aoeh Sonntag abends geöffnet | Anrichten von kleinen Festlichkeiten | | und Banketten 2 HOT EL LAGO “IttCj! 5 t* t eingebettet zwischen herrlichen Bergen;: umgeben von Wasser;! i * vorzügliche Küche - geschultes Personal;; t LEON KAHN Rio Ceballosij i SIERRA5 DE CORDOBA — Casilla Correo 34 <; Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten “Temáticos ln aroesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN- NUMMERN - MARKEN MIT BAND - KOMPLETTE BOGEN (plan.fcoU! VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABENI — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG Guanacache 2-351, dep. 2 «Mf. CABILDO I ALFONSO MORITZSON H. D.