Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1872 (28.4.1961)
- Date
- 1961-04-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 28 de Abril de 1961 LA SEMANA ISRAELITA A A» XXÎI. — N*. MIÏ — S EXPRAESIDENT DER ZVfD SAGT AUS (Fortsetzung von Seite 1) ger gebracht werden sollten, um als politische Geiseln gebraucht zu werden. DIE ERSTEN ZEUGEN Als erster Zeuge wird Dr. Salo Baron. Professor für Geschichte an der New Yorker Columbia-Universität vernommen werden, der einen Ueberblick über die jüdischen Gemeinden in Europa vor und nach dem Kriege abgeben solle. Als zweiter Zeuge wird Dr. Benno Cohn erscheinen, der letzte Präsident der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, der Eichmann auch nach seiner Verbringung nach Israel im vorigen Jahr identifiziert -hat. Ein weiterer Zeuge, ist Moshe Agami, der Eichmann aus Wien kennt, und der ihm ebenfalls im vergangenen Jahr gegenübergestellt worden ist. Auch dieser Zeuge erkannte den Eichmann wieder. DEFTIGE DEBATTE Zu einer heftigen Debatte zwischen Verteidigung und Anklage kam es in der Montag - Sitzung, als der Verteidiger des Angeklagten, Dr. Servatius, die Vorlage einiger Dokumente beanstandete. Servatius erk'ärte später den Journalistin. er sei ernsthaft über die Schwierigkeiten besorgt, Entlastungszeugen für den Angeklagten nach Jerusalem zu bringen. Wie Servatius weiterhin berichtete, sei sein Mitarbeiter. Rechtsanwalt Dieter Wichtenbruch, zur Zeit in der Bundesrepublik. um Entlastungszeugen zu suchen. Jedoch würde sich die israelische Regierung weigern. solchen Zeugen freies Geleit zuzusichern’, die alte Nazi-Funktionäre gewesen seien. Servatius teilte ferner mit. dass Eichmann von zwei Psychiatern untersucht v'orden und für seine Handlungen verantwortungsfähig befunden sei. Jm übrigen werde die Verteidigung keinen Freispruch für Eichmann mit der Begründung verlangen dass er nicht zurechnungsfähig wäre. In der Verhandlung wandj te sich Servatius gegen einige Dokumente, die aus den Nürnberger Prozessen! vorgelegt werden, mit der j Begründung, dass diese Beweismittel unvollständig seien und deswegen nicht die volle Wahrheit widerstiegeln würden. — VERLEIH VON GESELLSCHAFTS- ANZUEGEN KAGNER Das einzige jüdische (»es« häft ir dieser Branche. Cangallo 2553 — Tel.: 47-4709 Buenos Aires I Teiißfchbaus - M. Hocier? UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKFÜPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samslag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus DER ZEUGE Dr. BARON | Als erster Zeuge wurde! dann Dr. Salo Baron von I der Columbia Universität j vernommen. Der Zeuge sprach in hebräischer Spra-1 che. Er führte aus, dass nach seinen Forschungen j zwischen sechs und sieben I Millionen Juden in Europa 1 von den Nazis ermordet worden sind. Im Jahre 1939 1 lebten ungefähr 16.5 Mil-! lionen Juden auf der Erde,! deren Zahl im Jahre 19451 höchstens noch zehn Mil-1 lionen betrug. Dr. Baron führte dann ins einzelne ’ gehende Statistiken an. aus denen sich die Bevölkerungsziffern der europäi. I sehen Judenheiten ergaben. Er wies auf die Verluste, hin. die jede dieser Judenheiten zu beklagen hatte. | Dr. Baron wies darauf j hin. dass die Folgen dieser Katastrophe nient allein heute noch spürbar sind, sondern auch noch in Jahr-1 zehnten nicht überwunden sein werden. Baron sagte, | dass von den drei Millionen Juden, die vor dem Krieg in Polen lebten, nach dem Krieg 73.955 übrig geblieben seien. Um ein anderes Beispiel zu nennen, das Baron gab, sei auf die Juden der CSR verwiesen. Von mehr als 117.000 Juden waren nur 14.480 am Leben geblieben, unter diesen nicht mehr als 779 Kinder. Dr. Baron wies auf die Eimordung der Kinder und jungen Menschen hin und betonte, dass Generationen nötig sein werden, um diese Folgen des Völkermords auszugleichen. ANKLAGE AUS DEti GRABE Eichmann wurde heute „aus einem Grabe-’ angekiagt, der wildeste Judenmörder gewesen zu sein, aber ein niederträchtiger Feigling, der nichts unternahm. ohne sich vorher che Zustimmung seiner \ Calle ANDONAEGUI 2083 I J 4 Quader vor Station Urquiza ^lufBUS WalcTuyumrv MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774 I AUTO - REPARATUR - WERKSTATT! „BENO” 1 BEÑO HUTSCHNECKER ¡ Avda. CONSTITUYENTES 4902! L (Ecke Monroe) T. 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Auf dem Tisch E. ehmanns in seiner kugelsicheren Zelle im Verhandlungsraum türmten sich die Dokumente. Servatius hatte sich vergebens dagegen gesträubt, dass die Erklärungen des Wislicency vorgvtragen werden. Er be-1 hauptete. dass diese Ankla-1 ge gegen Eichmann nur desj wegen von Wislicency er-1 hoben worden ist. weil Wis-! licency Rache an Eichmann , nehmen wollte. i Das Gericht akzeptierte cie Argumente der Vertei.' digung nicht, sodass der Arkläger. Gideon Hausner, j mit der Verlesung der umfangreichen eidesstattlij eben Versicherung des Wis-1 licency beginnen konnte. Darin heisst es u. a.: Eich-; mann war eir. Zyniker und hat mit zynischer Kaltblü. | tigkeit das jüdische Pro-! blem behandelt. Er war nicht nur unmoralisch, da : er überhaupt keine Moral ir der Judenfrage bewie- ’ sen habe. Er war unerbittlich hartherzig gegenüber den Juden. Bei einer Gelegenheit habe Eichmann ge. 1 sagt: „Ich werde lächelnd ins Grab steigen, denn ich habe fünf Millionen Juden lauf meinem Gewissen; das al’ein bereitet mir eine ungeheure Genugtuung." — Eichmann habe, so heisst eweite'- in der beeideten Erklärung Wislicencys, alle mündlichen und schriftlichen Mitteilungen seiner Vorgesetzten sorgfältig auf. gehoben, die meistens von LA SEMANA ISRAELITA BISEMANaFUO IN DEREN DIENTE B». Air*« - PUEYRREDON 2190, 1» i*q. - I E. 83.261 13. Ivar 5721 28 April 1961 himmler unterzeichnet gewesen sind. DFR VATER GRYNSZPANS Als weiterer Zeuge trat Sigmund Grvnszpan auf. j der Vater des Herschel Grynszpan der im Novem. her 1938 den deutschen j Botschaftssekretär in Pa-; rts, Ernst von Rath, erschossen hatte. Diese Tat, hatte damals die Novem-1 ber - Pogrome in ganz Deutschland ausgelöst, in deren Verlauf alle jüdi-; sehen Gotteshäuser einge- . äschert und tausende Juden in die Konzentrationslager | geworfen worden waren. W as aus Herschel Grvn-1 szpan geworden ist, weiss , ir an nicht. Grynszpan er. j k arte, dass die deutsche i Polizei bei ihm in seiner Wohnung erschienen sei und befohlen habe, dass er sich mit allen seinen Fami- Lenangehörigen in der Polizeistation einfinde. Die I’ässe aller Familienange- 1 hörigen wurden sofort be. I s'hlagnahmt. Auf der Poli. I zei wurden sie dann ge- ' zwungen. ihre Deportat'.onspapiere zu unterzeich- ' nen. j Die Familie Grynszpan wurde dann in einen Kon- ’ zcrtsaal gebracht, wo sich be reits 5 bis 600 Juden he. ’ lenden. Alle wurden auf Lastwagen verladtn und zur-! Bahnstation gebracht. Auf ' den Strassen waren zahlre.che Neugierige. die schrieen: ..Juden nach Palästina.'” Wir wurden an die polnische Gi'enze gebracht, wo sich bereits 10 bis 12.000 Juden befanden. ’ die aus den verschiedensten Richtungen im Oktober 1938 dorthin transportiert worden sind. Alles, was diese Juden in ihrem Gepäck mit sich führten, mussten sie weglegen. Auch der Inhalt der Taschen musste abgegeben werden. Dann stürzjten sich deutsche SS-Leute j auf die Menschen und schlu. ' .Fortsetzung auf Seite 8) LIBERALE PARTEI lei Aviv. — Die neue liberale Partei;n lsrae tritt mit ihrer Eröffnungs-Konvention in das politische Leben ein. Hauptredner der Konvention ist Dr. Nachc.m Goldmann. Eine grosse Reihe bekannter Persönlichkeiten. Professoren der He. britischen Universität. Industrieller Bankiers, Aerzte üi.d Schriftsteller sind der Partei bereits beigetreten. Die Liste derjenieec, die einen grossen Autrut unterzeichnet haben, der inzwischen in allen israelischen Zeitungen erschien, ist beeindruckend. Diplome anerkannt Jerusalem — Die. Hebe tische Universität wird die D.plome anerkennen, die nach Absolvierung eines Lehrgangs in Argentinien herausgegeben werden sollen, der unter der Aufsicht des Argentinisch Israelischen Kulturinstituts sWhon wird. — REISEN leicht gemacht durch Viajes Globus Alsina 1418 - 6° piso T. E. 38-8304 — ¡7-7589 38-5860 — ¡8-1447 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL * í i 4 r í í í í i \ * i i * Dr. Hordi Swccrsexisky \ $ Asuntos Europeos exclusivamente 8 Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BÚEROZEIT: 16-19 Uhr PUEYRREDON 2190 esq. A*. LAS HERAS — T. E. B3-2SI3