Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1871 (25.4.1961)
- Date
- 1961-04-25
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Martes, 25 de Abril de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1871 Eichmann-Prozess1 Botschaft des Praesidenten Israels (Fortsetzung von Seite 1) sah, die zur Liquidierung von Juden verwendet wurden, sei ihm übel geworden. Und dann fügte er hinzu. dass bereits eine blutende Wunde für ihn ein unerträglicher Anblick sei. Ei habe auch mit ansehen müssen, wie sie SS die Juden gezwungen haben, sich zu entkleiden, bevor sie ermordet wurden, und wie mau nachher die Goldzähne ausriss. Als ich das sah, habe ich mich davongemacht, denn ich konnte die Bestialitäten nicht ertragen, meinte Eichmann. WO ER DABEI WAR Nach seinen eigenen Erzählungen war Eichmann aber nicht nur in Treblinka, einem der schrecklichsten Ausrottungslager, nicht nur in Auschwitz und Litz. mannstadt (Lodz), sondern auch in Lemberg, wo er Zeuge von Massenerschiessungen gewesen sei. Die Knie hätten ihm gezittert, versicherte er bei seiner Polizei - Vernehmung. In Auschwitz war Eichmann sogar drei- oder viermal. Dort hätte er jedoch nur die Verwaltungsbüros besucht. — „Die Gaskammern habe ich nicht gesehen. Ich hatte nicht die Kraft, bei einer Vergasung zugegen zu sein”, beteuerte der SSObersturmbannf obrer. Es sei durchaus möglich gewesen, dass er im Anblick dieser Grausamkeiten ohnmächtig geworden wäre... Immerhin hat Eichmann zu gesehen, wie Juden in Treblinka, völlig entkleidet und im Gänsemarsch in die Gaskammer marschierten. Dies jedenfalls hat er selbst erklärt. — KEINE SAUBEREN IIAENDE Im Laufe seiner gravierte« Erklärungen unterj streicht Eichmann, dass die j Befehle gegen die Juden von Hitler selbst ergangen sind und von ihm direkt, stammten. Er, Eichmann,: habe diese Befehle ausgeführt. Immerhin gab er j eindeutig zu, dass er bei der Ausführung der Ausrot-1 turg von Millionen Juden mitgewirkt und „geholfen” | habe, sodass er schliessj lieh doch zu der Erkennt-; «iS gelangt; „In diesem Sinne bin ich offensichtlich schuldig.” Aber die Pläne zur Ausrottung der Juden hätten nicht vön ihm gestammt, versicherte Eichmann bei seinen Aussagen vor der Polizei immer wieder. „Hitler hat den Plan der ,Endlösung’ entworfen und Himmler und Heydrich mit der Ausführung des Planes beauftragt. Aber diese drei sind tot. Niemals habe ich in dieser Sache einen schriftlichen Befehl gesehen. Aber Heydrich hat mir selbst gesagt; „Der Führer hat die physische Vernichtung der Juden angeordnet” Eichmann schildert den Weg der Befehle. Er hat Befehle von Heydrich bekommen, dem Chef des Sicherheitsdienstes und der Geheimpolizei, aber Heydrich habe niemals selbständig Befehle von solcher Tragweite geben können; mit Sicherheit habe er diese Befehle von Himmler erhalten, der wiederum diese Befehle von Hitler bekommen hatte. IMMER DAS EINE ARGUMENT: JUDEN In seinen Erklärungen behauptete Eichmann von sich, dass er niemals Anti semit gewesen sei oder die i Juden gehasst habe. Dies hätten auch seine Untergebenen gewusst. Unö dann liess er die „jüdische Verwandtschaft” aufmarschieren, die er gehabt habe oder noch hat. und dort eine halbjüdische Kousine, die er gerettet habe, — (vor sich selbst) — und einen jüdischen Klassenfreund aus der frühesten Kind, heit. All diese Geschichten sollen beweisen, dass er kein Antisemit war. Er habe. so sagte er weiter, niemals die antijüdischen Gefühle in der SS geteilt, aber auch die anderen hätten das nicht so ernst ge-1 nommen. Himmler z. B. habe mehr aus Zeitvertreib j Antisemitismus betrieben, I um sich von seinen Leiden j abzulenken, und da sei ihm ' der Antisemitismus gerade zurecht gekommen. In Deutschland sei das Jahrhunderte hindurch immer so gewesen: wenn irgende*was schief ging, dann waren eben die Juden schuld. Damit hat man immer wieder die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit von den wirklichen Problemen abgelenkt. BEREIT ZU BUESSEN Im Laufe dieser ausserordentlich ausgedehnten Erklärungen vor der Polizei, die mit der grössten Sorgfalt aufgenommen und von Eichmann nachträglich über prüft, korrigiert und Seite für Seite unterzeichnet worden sind, meinte der Angeklagte auch; „Ich bin bereit, für meine Schuld zu büssen.” Diese Erklärung machte er bei einem Verhör, dem er durch den Polizeioffizier Hoffstatter unterzogen wurde. An verschiedenen Stelle« wiederholte sich Eichmann. Er versicherte, nie^ mals irgendeinen schriftlichen Befehl zur Ermordung von Juden gesehen zu haben. — In diesen Berich- I ten und Geständnissen des Angeklagten, die auch am ' folgenden Verhandlungstag vom Tonband übertragen wurden, stellt sich Eichmann als der pflichtsbewusste und pflichteifrige Beamte par excellence hin. DEN EIGENEN VATER GETOETET Als ein braver und sich seiner Pflichten bewusster Beamter hätte er, so führte Eichmann aus, auch seinen eigenen Vater getötet, wenn dies von ihm verlangt worden wäre. Er sagte, 1. — dass er so blind in seinem Gehorsam gewesen sei, seinen eigenen Vater zu töten, wenn man diesem vorgeworfen hätte, Deutschland verraten zu haben, 2. — dass die Gestapo, der er angehört habe, niemals Befehle zur Ausrottung der Juden erhalten habe, und 3. — dass er, Eiehmann. niemals etwas mit den jn den Konzentrationslagern begangenen Verbrechen zu tun gehabt habe, und 4. — dass er, Eichmann, kein Antisemit gewesen sei, zumal in seiner Familie auch Heiraten mit Juden vorgekommen seien, und er selbst eine Kousine gerettet habe. — FICHMANN — EIN TRANSPORTARBEITER In seinen weiteren Erklärungen beteuerte Eichmann, dass er sich nur mit den Fahrplänen zum Transport der Juden in die Konzentrationslager beschäftigt (Fortsetzung auf Seite 8) Der Präsident Israels, Jiz. chak Ben Zwi, erliess die feigende Botschaft zum 13. Unabhängigkeitstag; „Aus Anlass des Bar Mitzwsh-Jahres der Unabhängigkeit Israels sende ich einen herzlichen Gruss an alle Bürger und Bewohner des Landes, an das ganze Haus Israel, an das Verteidigungsheer, an alle Sicherheitskräfte, die Tag und Nacht für die Verteidigung und Sicherheit des Vaterlandes wachen; gesegnet mögen sie alle sein! „Das vergangene Jahr war ein Jahr der Erinnerungen und Festlichkeiten in Erinnerung an die Vergangenheit und gewidmet dem Fortschritt. Aber es war nicht nur ein Jahr der Feiern und Feste, sondern auch dev schwersten Ar. beit, des dynamischen Aufbaus, vor allem in den noch verlassenen und wüsten Gebieten des Landes, ein Jahr der Erschliessung neuer Böden, um sie der Verwüstung zu entreissen. Es war auch ein Jahr des intensiven Fortschritts der Landwirtschaft, der Industrie und des Handels. In diesem Jahr ging die Einwanderung weiter und unsere Bemühungen um die Einordnung der neu ins Lrnd gekommenen Juden wurden fortgesetzt. ,Das vergangene Jahr war auch ein Jahr des Fortschritts unserer Beziehungen zu auswärtigen Mächten, der freundschaftlichen Verbindungen mit allen Völkern aer Erde, unter ihnen „vor allem der jungen Nationen Afrikas, die das junge Israel zu schätzen lernten. Wir haben' auch d'e kulturellen Beziehungen mit Völkern alter Kulturen auigenomnien und verstärkt, indem wir an zahlreichen internationalen Kongressen teilnahmen, die sowohl in Israel wie auswärts stattfanden. Wir beteiligten uns an Arbeiterkongressen und wissenschaftlichen Konferenzen, un gemeinsam mit anderen dem Fortschritt zu dienen, um die Entwicklung der Wirtschaft, des Handels, der Kunst und des Sportes des Negew und in Galiläa zu fördern. : W r.stenland und warten auf .Diese Beziehungen erhö die arbeitenden Hände, die hen nicht allein unseren?ie erschliessen und dem Reichtum an Wissen, sie L-ben zurückgewinnen wer nmhren nicht allein die tun. Noch bedürfen wir ei- Fieundschaften zwischen rer ununterbrochenen und unserem Land und den anmebt müde werdenden deren Nationen der Erde, Wacht und einer entschlos. c’en nahen wie den fernen, j sonen Verteidigung, um vor sie dienen vielmehr auch Bedrohungen und Ueberfälder Vorbereitung des Bo. | len an unseren Grenzen gemm «HP t "'SSt iS® «s ' * dens, um einen echten Frieden aufzubauen, den die ganze Welt dringend benötigt. Wir müssen den Tatsachen begegnen und feststellen, dass wir uns weit entfernt von diesem Ziel befinden, ebenso wie wir noch entfernt von nationalen und internationalen Zieler .sind. Selbst die alte und harte Arbeit unserer eisten Chaluzim, den Boden zu erschliessen und über ihn zu wachen, isnoch keineswegs erfüllt. Noch sind weite Gebiete schützt zu sein. Noch ist es aus diesen Gründen unsere Pflicht, unsere jungen Generationen zur Erfüllung dieser Aufgaben zu erziehen: zur Arbeit, zur Verteidigung und zur Aufnahme der neuen Einwanderer. ..Der Staat hat das Prestige uqd das Ansehen des jüdischen Volkes in aller Welt gehoben, die Augen des jüdischen Volkes sind aus den entferntesten Plätzen der Erde auf Israel ge. Wcnderung, wurde nicht unterbrochen und wird nicht aufhören. Unser Ziel bleibt die Sammlung aller Zerstreuten, auch aus den Ländern, deren Türen im Augenblick für die Ein. Wanderung nach Israel verschlossen sind. .Mit tiefer Befriedigung müssen wir die herzlichen Beziehungen begrüssen, die zwischen uns im Staate Israel und dem jüdischen Volk irt der Welt bestehen, j vor allem auch mit der j Zionistischen Weitorgarisai tior.. Es ist auch kein Zu. | fail, dass der ständige Sit . idts Jüdischen Weltkongresj ses Jerusalem ist. .Vir wisjs(« die brüderliche Hilfe j zu schätzen ur.d die Unter-! Stützung, die uns auf mora- I lischem, wirtschaftlichem | und politischem Gebiet von ¡unseren Brüdern in der |DJaspora geleistet wird.; .Beim Eintritt in das 14.! J«hr unserer nationalen Un.! abhängigkeit können wir | hier den Mann vor seine i Richter stellen, der einer Cer schwersten Kriegsverbrecher ist, jener Verbrecher, die Millionen Juden dahingeschlachtet haben. Unser Gericht wird über den Schuldigen das Urteil sorechen. Wir haben durch das Schicksal die Möglichkeit erhalten, eine gerechte Entscheidung zu fällen über den. der einer der schrecklichsten Feindes des jüdi. sehen Volkes ist, eine Entscheidung, die nach den Ge setzen Israels durch R chter Israels unter den Augen der. ganzen Welt ergehen wird. Diese Möglichkeit, die bisher in der Galu*. niemals vorhanden gewesen ist, wurde uns jetzt nach der wunderbaren WJedererstehung unseres Staates gegeben. „Zum Schluss will ich die Worte des Propheten Obad- ,ia zitieren, die sich jetzt in unserer Gegenwart verwirklichen: „Es werden die Retter vom Berge Zion kommen, um über Esau zu ric hten; und das wird Gottes Königreich sein.” — (Uebersetzung aus dem richtet. Die Alijah, die Ein-Spanischen). — r Die Theodor Herzl Gesellschaft veranstaltet gemeinsam mit den vier Zentren der WIZO und mit der ACIBA am Mittwoch, den 26, April, um 21 Uhr GROSSEN SAAL, CHARCAS 1155, DIE JOM HAAZMAUTH - Feier im Bar Milzwah-Jahr Israels Ehrengast: Botschaftsrat MORDECHAI AVIDA Künstlerischer Teil: RAQUEL ZIPR.S vom Teatre Gelen Begriissungswort: Dr. GUENTHER BALLIN Festansprache: Dr. HARDI SWARSENSKt Caoste willkommen Eintritt frei