Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1870 (21.4.1961)
- Date
- 1961-04-21
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Vic nes. 21 de Abril de 1 ÍH>1 LA SEMANA ISRAELITA VON WITHECHAPEL Año XXll. — No. 1870 — ft Das Gesicht der englischen Judenheit hat vielfache Wandlungen durchgemacht. Von den etwa 500.000 jüiischen Bewohnern des In-?e'reiches ist wo.il jeder selbst ein Emigrant oder ier Nac.iKomme zon Emigranten. Seit 300 Jahren wandern Juden lach Eng and ein. e’st die Vlarranen. ils spanische und portugiesische Einwanderer getarnt ois sie auch als Juden zu- »elassen wurden. Ihnen folgen die aschkenasiscnen. die aolnischen und deutschen Juden übet Hamnurg und Amsterdam. Die verschieden gearteten Zweige e’nes Stammbau. Ties, die n streng von einander gc rennten Gruppen ebten. fancen sich schliessich in dem 1160 durch seardische initiative gegriin- Jeten ..Riard of Dcputies“ •usammen um gemeinsam am ihre Emanzipation zu «impfen. Diese war mit der Aufhebung der veralteten ihristlichen Eidesformel 1866» an« dem ungehinderten Zutritt der Juden zum snglischen Parlament als abgeschlossen zu betrachten. Eigenartig ist die im Laufe dieses Kampfes eingetretene Erscheinung, dass Sefarden, die j m ihrer Glaubenstreue wilien ihr Heimatland verlassen hatten, diejenigen wäre.« die zuerst vom Judentum abfielen. um in der englischen Aristokratie aufzugehen. Der nächsten Epoche, der Massenei.iwanderung der Juden von Osten die dem englischen Judentum seine bis in die Neuzeit fühlbaren Impulse gab, widmet sich eine Studie von Lloyd P. Gärtner The Jewish Immigrant in England. 1870—1914 (Allen & Unwin. London), das erste Ruch sei* 60 Jahren, das sich mit diesem Problem "efasst. In einer Analyse des modernen eng. lischen Judentums. seines sozialen u’ l kulturellen Charakters. netrachtet Gärtner das Phänomen, wie eine Masse von mittellosen Einwanderern eine jüdische Ge. me-insehaB von 60.000- Seelen auf 1ufünffache Zahl im Laufe vor 3—4 Jahr-, zehnten mschwellen lässt, diesem neugefornuen Kon. glomerat seine Züge aufprägt uni es zu einem Bollwerk der uidischen Diaspora gestaltet. Die „sesshaften“ Juden waren übei die neue Emigrationsweile nicht begeistert, sie -uchtcn sie, soweit sie konnten, einzudämmen, der Emp.'siig war kühl, im. merhin aber verweigerten i sie nicht ihre Hille. So be- | trachteten die Sefarden das Ankommen der Asehkenasen mit gi össererr. Unbeha. j gen noch verfolgte man das Eintreffen der russischen und rumänischen Einwandci rungswebrn. und so schauten die inzwischen verwur. zelten 'Nachkommen des . ehemaligen ..Han erers“ : auf die F.üch'linge der Naziepoche die für «ie für ei. | ne gewisse Zeit Fremde“ j blieben. : i WHITECHAPEL j Völlig unmeiklich geht die City. der mode-ne Teil Gross-Lo;.eons. in den ältesten und dichtbevölkertsten S'adtteil das East.End über das Zentrum der ostjiidi- ' sehen Ansiedlung. Ein altes Kloster — Whitechapel —. das diesem Stadtteil seinen Namen verliehen hat. ist durch Bu'nben im zweiten Weltkrieg zerstört worden, aber die Brandbomben ver. I mochten t.'cht das jüdische1 Leben in London auszulöschen. Noch vor etwa drei Jahrzehnten konnte man das pulsierende indische Leben in den Strassen Whitechapels beobacht“*! das heute fast verschvvunoen ist. Nach dem Tod des 7. ren Alexander II. (1881) und den folgenden Pogromen ergossen sich Massen flüchtender Juden auf dem Wege nach Amerij ka zunächst nach England, machten fort Station und blieben JJt'weise dort Klei, rere Gruupen bildeten Kolomen in den Industriestädten w.e Manchester. Leeces. Li. verpool. Glasgow. Birmingham und an einigen Punk- : ten von Wales, zum über. ' wiegenden Teil aber liessen sie sich ln London nieder. ' S;e wählten die ärmeren Stadtteile Stepney und Whi-; techapel wegen der billigen Mieten zur Nieder assung. j Die dich» zusammengc- , drängten Massen ,fristeten hauptsächlich als Handwer..j ker ihr Leben sofern sie nicht als Tagelöhner unter unmenschlichen Bedingungen ein Objekt der Ausbeutung wurden. Russische Juden traf man als Schuster. Schneide'’ Tischler, in der Möbelerzeugung, der Zigarettenher.ntellung wie im Kleinhandel. Der ..Board of Deputies“ sorgte dafür, dass die Aermsien nicht zu hun- . gern brachten. Ihre Kin. | der genossen Unterricht in der ,.Jews Free School“ j (Jüdische Freischule i zeit-! weise mit ihren 3500 Schülern die grösste Schule der! von Dr, S. GOLDMANIS Welt, deren Ueberreste am sen. und .mci das Haus der Bishopsgale 'n Läden und Mission diaus diesen Mas- Warenhäu.-n'n noch zu er. kennen sind. Was aber als Positivum hervorzuh-hen ist. das sind die ideell?'» Werte, das positive Jj'lentum das sie mitbracht-n und das verhinnem Nam schon Bauart Ehre Es zeigt Vorgärten. die sen nftnuis Beute gewann, ste-ht ver'«ei da. Wohin ist dieses E’ement entschvvun. den? Im La>’fe der sozialen Fr.twi'kiu; e die sieh, insbesondere nacT dem ersten von gepflegten deOe hass das englische Weltkrieg oei den früheren : der wohLu^nden Ruhe, -Judentum der Assimilation Emieramo, vollzog begann durch ke r A -tohupen geanheimfie Die zahlreichen Wand-runs der londoner st< rt wvd seinen vorneh. Andachts und Lernstuben Juden .n arde i, cesser ecmeren Ch. rakter in White-.iapel. 62 an der Kgene Tuie der Stadt. Zwei Zahl S“h o-ser sich um 1887 Brennpunkte intensiven ,uciiauf Initiative des den orthosehen Leoens weisen der doxen S andpunkt vertre- Norden hzv, Rer Nmdwesfcn tenden Sir Samuel Montagh Londons a. I Die Gegend um zu der .!ede*\rtion of Sy. Stamfcrd Hill 'N 16• hat nagogues ' - gegenüber deho't“ dem Anschein eines 1870 gegründeten ..United vollkommenen Judenvier- Svnagogu-P — zusammen. <els. Die bekannte ..Machsike Die SWf-ssen von N 16 Hadass“ '•'pitalfields Great sind dem ergli'-chen Chaiak- Synagog-e) sowie die Ez entsp-eehend. eintönig Haehajim leschiwa. beide gebaut, a -*-r sie stellen bei in Brick i.ane stammen aus ters ins Englische übertra. fach es die:er Zahl an Ange.i hat! dachts- und Lehrstätten auf. Noch hält der Zuzug nach Goideis Green an. aber »r Das V; ■enviertei von Golist auch her nicht zu seinem dtrs Green im Nordwesten Endpunkt ¿eiangt. Die jüdi. de,- Rie-e. -tadt macht sei. GOLDERh GREEN dieser Zeit | Es ents»ind eine jiddische Gewerkschaft eine jiddische Presse, j* d das jiddische Theater das ..Grand Palais“ an ,er Commereial Road 27 :«t noch heute ein Anziehungspunkt vieler Theato-rgrcssen aus Amerika und anderen Teilen der Welt. Ber hm' ist auch der Sonntags-Markt an der Petticoat La« der auch heute seine Bedeutung nicht ver. loren hat Diese arme zusnmmergedrängte Masse die wohl eine der untersten Schichten in Ergland darsteüte. entwickelte eine initiative, die dem Wirtschaftsleben c’d Land' , einen bedeutenden Antrieb gegeben hat auch in c.< zialer Beziehung. So bedien'cn sieh Juden im Schneide'bewerbe der bisher nie-ht benützten Nähmaschine zur Erzeugung billiger Kleidungsstücke. Einer cbeser Eurgranten aus Polen war Michael Marks, der in d:n achtziger Jahren des vorigen i ahrhundprts in Leeds e’t.en .Penny Bazaa.r“ ^.-öffnete. Dessen Sohn Sir? innen Marks, ist Inhaber Jei Firma ..Mark« <V, Spencer“ mit ihren 237 Fetteniäder die preiswerte ab'r gufe Damen, und Kinderheklei-ü.ing in ganz Enga ler Unif'U mität ein besseres Wohn iertel dar. das durchwegs Einfamilienhäuser hat. Bi rtige Juden mit Peijes und Kinder mit langen Senu fen’ocken. aber auch Streimel tragende Chassidim mit weissen Sok_ ken. sowie eutgekleidete Damen mit berücken beloben das Stras-.enbild. Jüdische Gaststätten und Lebensmittelgeschäft findet man all. enthalben um Stamford Hill, wo cm Sonniag reger Geschäfts ictr-eb herrscht, denn nach englischem Gesetz ist mar zu einem Ruhetag verpf'iehtet und wer cm Sehabr-at geschlossen hat darf < en von den puritanischen Engländern so geheiligt.ro Sonntag zum Verkaufst»-? benutzen. Aber roch ein anderer Menschei'yp belebt diese Strassen nämücn Neger, die den luden naehgeriiekt sind und .r, gleichem Masse. in d.ur die Engländer nr.c-h anderen Gegenden verzogen und deren Stelle eir.genomr en haben. In fast allen Strosen bemerkt man Schilder vr-r iüdischen Institutionen Fine der 24 Synagogen i'r .United Syna. gogue“ f.r.det sich in der New Egs'ion Road. bedeulend ist auch das Stamford Hill Bet Llam drasch, daneben aber gibt es zahlreiche Privatrniai mim. insbeson stlie Wa i eroewegung hat sich von n.er über Fincbley in uer moderneren >lr,d Hen.i'n f'is nach Edg- .1“,- Häuser mit ihwäre mit -einen Luxusvillen fortees< tz: Tatsächlich gibt cs Jieutfc -ohon sowohl in Hencion w e in Edgware ..Adat b-i r-ei '-Gemeinden den die wie Refo. .nsvnagogen, die wohlhaheu.ten Juden von ihren Ursprung in der 1812 Golders Greer, zu schätzen gegründe'er West c.ondon. Synagogue of British Jews _ haben. Dr. Mir ks. des früheren . . , Rabbiners der Adat Israel- : ®s ist ein erfi euliclics Synagoge in Stamtord Hill. Zeichen .i.er sozialen Auf- Biick wur'.e nach Goldcrs wärtsei.twvklurg die in Green ge.'ch'et. wo sieh da- Whiieehao°i ihren Ausgangsmals einig« Familien nieder. Punk| naum und die mit gelassen Hatten die den eine.- gei.-tigen und kultu. Grundstocii seiner neuen Gerellen Ft Wicklung Hand m meinöe u deten. ..Goldcrs H'tJtd gin=! Auch diese ist Gr:en Be* Hamidrasch“. In Gartne: s Buch angedeudiesem Bezirk bestanden 1954 bere t.- sieben Synagogen. Heu'.* weist er ein Viel. tef. aber «ie fällt nicht in den Rahmen dieser Be. trcchiung Hace el vestidomás fino... V - - ** Bíút VljXti 1:^0 hsirrugasie land dur. h ein h"sondeies cjerc Himldrasch! A D H E S I 0 N "" „ Hnos SOCIEDAD ANONIMA TNDUSTR. COM. FINANC. E INMOBILIARIA 3. Independencia 485 Buenos Aires Erzeugung« und Verkaufspystem a’ich den unteren Be Völker'nt gsklossen zugänglich »«macht hat. Dieselbe I inie hielt Sir Montague Burton — und nach ihm Lionel Jacobson — it.ne. der mit seinen 600 HorrenbekleidunPs - Ghsehäften zum grössten Kleidererzeuger der Welt wur- . de Burton war der erste. I der um 1900 in Chesterfield die Singer - Nähmaschine durch K' aftstrom im Fa. brikbetrie ) verwendete und cs durch nie niedrige Preisgestaltung auch dem Fa-! brikarbeber ermöglichte. ' gute Konft ktion zu tragen. Etwas später f 1932> trat | Isaac WoRson der leitende Direktor 'Tr ..Great Univer j j sal Stores mit ihren 2500 Kettenländen. die haupt-! sächlich Möbel, aber auch Haushalts-Geräte, etc. verbreiten, aut die Bühne Die Idee der r.rre:chung eines höheren Lebensstandards für die ä-mere Bevölkerung wurde im Ghetto Whitecheapels geboren. STAMFOLl) HILL Geht man heute durch die Strassen Whitechapels, so findet man ausser diversen Betrieben der Gastronomie und jüdischen Bücherläden nicht viel vom jüdischen Leben. Mehrere Synagogen haben ihre Tore gescfclos. dsr Zeire Israel, intensives jüdisches Neben umgibt die neue Synagoge der Adat Israel in de* Queen Elizabeth's Walk. "tfren Mitglieder gresstenteüs aus deutsehorthodoxor. Kreisen stammen. Hiei herrscht der Geist S. R Hirsc-hs dessen Enkel, Dr Isaak .^evi. den Pentateuch seines Grossvaj à . M Por \h btrmosv La marca florido ÍK.:¡itrubU! y stemple elegante pornue es Dcsfirrugab/t fH U OtIUO U AifCiMA éi MfJOC OI ñJkO uhO t í í $ i i í i * f $ t $ $ i Banque pour le Commeree J Í uwisse - jlsici VERTRETUNG IN BUENOS AIRES: Carlos Pellegrini 739 T. E. 31-6260 ZENTRALE ii> Gent (Schweiz) und Zweigniederlassungen in London. Paris und Tel Aviv sowie Repraesentanten i** Bangkok, Mailand, Montreal und New York. ★ IHRE Bank für alle internationalen Transaktionen — IHRE Beraterin für Israel-Investitionen schliesst sich den Feiern zur Bar Mitzwa des Staates Israel an. i ) Í i % i I 1 I M .0 $ i I J 5