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Jüdische Wochenschau · 1961-04-21 · 1870 (21.4.1961) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1870 (21.4.1961)
Date
1961-04-21
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German, Spanish
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S — Viernes. 21 île Abril de DKil LA SEMANA ISRAELITA Ano \.XI1. — .No. 1x711 \ ie nesie groessten Verbrechen der Weltget Die Anklage im Eichmann-Prozess (Fortsetzung von Seife G) Aber Eichmann fand einen YVtt. die Anweisungen seines obersten Chets zu um. SUIILDER» NG DER gehen. Er organisierte mit GRAUSAMKEITEN Ibiie seiner ungarischer, fa-j semitischen Freunde einen I Genc-r&lstnatsamvalt Dr. Marsch von Juden in Rieh. ■ Hausner sprach neun Stun. lung Oesterreich unter dem i den über die Grausamkei- Vorwand. Arbeitskräfte für ten, die Eichmann zur Last Bt*e>tigungswerke zur Ver-'gelegt werden. Die Darstel. fügung zu stellen. In Wirk-' lut.g versetzte die anwesenliehkeit aber war die Ab den Journalisten und Zuhö. s'cnt Eicnmanns. die er rer in Schlecken, sodass Lchkeken zu beseitigen, eiet. Unglücklichen chemioie sie angerichtet hatten.! sehe Produkte ein. um die damit jede Erinnerung an . Widerstandsfähigkeit der diese nazistische Hölle ausj Menschen festzustellen, gelöscht werde. Die einsti. n.it diesem Todesmarsch e.nige von ihnen in Tränen i verfolgte, die Juden umzu. j ausbrachen. Zum Angeklag- STATISTIK DES b> Ingen. Er rechnete daten sagte er. dass er ein ' SCHRECKENS m.t. dass die Schwachen Recht in seinem Prozess j ohnehin den Marsch nicht geniesse. das er keinem durchhalten können und setner Opfer zugestanden ■ sind in Maidanek e-mordet! e ntach liegen bleiben, wahhat. nämlich das Recht. I_von ge Verbindung zwischen der Judenheit und Deutschland stellt eines der tra. - gischsten K ipitel der Weitj geschiehte dar. meinte Dr. Hausner. Mindesens 200.000 Juden EICHMANNS BEWUNDERER r-r.d er die an ihr Ziel anderen. die sich zu verteidigen." gelangen, zu-1 Die Ausluhrungen worden. 75u 000 in Treblin.! k. ai. 340.000 in Chelm und am 230.000 in Subibor. Ais Beispiel fiir die von den Nazis Die Tätigkeit dieses Eich. m„nn und seine Leistungen aut dem Gebiet der Ausrot. tui g von Juden waren so ..glänzende’ dass sie die Bewunderung der grössten Judenfeinde hervorrief, un- L-r ihnen auch den Beifail des früheren Grossmufti Jerusalem. Eichmann ei griff die schärfsten Vorsichtsmassnahmen, um die Auswanderung von Juden nach Palästina zu vereiteln. begangenen Unmenschlich-1 nnchdem er dies dem Mufti ketten führte Hausner an dass in Sobibor die Juden, die um Wasser baten, mit d< m Gesicht in Exkremente gesteckt wurden. Eine a, eiere Methode bestand darin, auf Menschen abgerichtete. grosse Hunde auf ehe unglücklichen Opfer der V« rfolgung zu hetzen, die DER AXKLAEGER G. HAUSNER nächst arbeiten und dann t Si hluss der Rede Hausners vernichten wollte." [ücerstiegen die Aufnahmei kraft vieler anwesender ¡versprochen hatte. Eichi mann hatte auf den Mufti leiden solchen Eindruck ge. j macht, dass der Mufti den i Cestapochef Himmler bat,! ihm Eichmänn als Adjutanten anzuweisen, sobald , die Truppen der Achse ge- ' siegt und er der Mufti, .nach Jerusalem zuriiekgeven den Hunden buehstäbk€j,rt gej lieh zerrissen wurden. In i Sobibor war es üblich, dass Hausner s childerte die cie Juden vor ihrer Ert ernichtung der euiopäi. , sehiessung geschoren wur-j sehen Judanheit, Land füi ¡den. damit man ihre Haare I-znd. In Holland bot er ho- | verwerfen Konnte, und dass j Belohnungen an. wenn ihnen Goldzähne und -kro-; ihm die Verstecke der Ju ren ausgerissen worden! den mitgeteilt werden w urs.lld 1 den So kam es. dass von ¡der. 123.000 Holländischen ¡Juden nur 5.000 überlebt , ha Den. Daselbe Bild bot sich ln der Todesfabrik von ir. allen von den Deutschen Auschwitz wurden 2'i Mil-: besetzten Ländern, in Nor. lionen Juden ausgeröttet. | v.egen. Dänemark. Belgien, Ausserdem muss man zu ■ Frankreich. Italien, Jugoeiieser Zitier mindestens siawie-n. Rumänien, Grie- 5v)0.000 Juden hinzurechnen.! chenland. der CSR. Oesterd:e durch Krankheiten und reich und m Deutschland te Eiehmann seinen Plan aul eigene Rechnung durch, indem er sich zum absoluter, Herrn über Leben und Tod der ungarischen Juden aufgeworfen hatte. Die berüchtigten Verhandlungen wurden unter Terror und k-nnung für Raou! Vallen. h< rg, den ’unger. s'-nwecischen Diplomaten, der — selbst in gri.-.ster Gefahr — eine gewaltige Rettungsarfceit in Ungarn leistete. Er rühmte die Haltung des Königs Christian von Däne, r.mrk und bemerkte: Wenn wir sehen, was einzelne taten und erreichter., weil sie sich einsetzten, um den Ln AUSCHWITZ DER VERTEIDIGER SERVATIUS DER TODESMARSCH Aushungern .liqiiidiert“ systematisch worden sind. selbst. Es gibt Drohungen geführt. Man verlangte von den Juden' Lastwagen. Café, Tee und ¡ Unterschiede im i Der Marsch begann im November unter Regen, Si hnee und Kälte. Der Weg betrug 200 km Nachts wurden die Menschen aus ihrer. Behausungen herausgeheit und mussten unter freiem Himmel stehen. So wur. dPn Frauen. Kinder und G'fcise deportiert. Jeder, du nicht mitmarschieren k>rnte. wurde auf der Stellt- -on den Wachmannschaften erschossen. Diese Wachleute schlugen auf die Menschen -.ein und traten sie Diejenigen, die nicht genug Widerstandskraft hatten, fielen zu Boden und Lheber. in der Kälte liegen. Hunderte brachen zusammen. sodass sich die Reihen der Marschierenden immer mehr lichteten. An Nahrungsmitteln erhielten die Juden auf die. sfm Todesmarsch höchsiens einma. am Tage warne? Wasser mit einem Stückchen Brot. Die Mensenen fielen wie Fliegen zu l’»den und starben. Der gi.nze Weg war mit Leimen besät. Man schätzt c;c Anzahl derjenigen, die auf diesem Marsch umgekommen sind, auf 6—10.000. Und dann geschah etwas völlig Unerwartetes, rief Hausner aus. Himmler selbst rüg'e Eichmann wegen dieses .Unternehmens’ und nur aus diesem Grunde stellte Eichmann den vveitermarsch der unglücklichen, völlig erschöpften Menschen ein. Die ungarischen Juden aber wurden erst von der Geissei Eiehmanns befreit, ais die sowjetischen Truppen Ungarn besetzten und d'e Hauprsiadt Budapest umzingelt hielten. Dann erst flohen die Nezis und Hessen vcti ihrem 1 eufeiswerk ab. Journalisten, die sich von! Diese Ziffern beruhen auf*^gehen und in den Me. Angaben von Rudolf1 th0den, die den Bedinguniimen Plätzen erhoben und der, den Verhar.dlungsaal verbessern als sie von den Bestialitäten erfuhren, die von een Nazis begangen worden sind. Der Angeklagte dagegen sas? ruhig und beinahe teilnahmslos in seiner j Auschwitz, wo kugelsicheren Zelle. 'ne zwang. | I BHefe an Angehörige zu i DEUTSCHE, NICHT NAZIS schreiben, um sie dann an- I I sohliessend ir, die Gaskam-! Erstmalig sprach Haus-! niern zu schicken. Ir, den I ner heute nicht mehr von j Vjcriiehtigten ..Duschanla. : Nazis, sondern nur von gf.n” VOn Auschwitz star- | Deutschen. Im Jahre 1945, ' ben 2.000 Juden jede 24 Mijais die Deutschen ihre Nie-; nuten. An den Gefangenen derlage nic-ht mehr autzu- ■ wurden schieekliche Expe- Hûf.ss. dem Kommandanten . grn der einzeli,en Länder vor Auschwitz, der aufgrund j aPgepasst waren. aber des Urteils eines, polnischen überall galt das gleiche Gerichtshofes im Jahre I Leitmotiv ,,Grausamkeit. 1947 erhängt wurde. Eich. ] j.iorde, totale Ausrottung", 'mann kam des öfteren nach er Gefangeberuhigende glücklichen zu helfen, dann steigt in uns die bedrükkende Idee auf, wieviele; Seile. Eiehmann beachtete j Menschen wohl hätten ge. ¡rittet werden können, wenn ¡auch andere so gehandelt i hatten. wie diese beiden IMänner. .. holten vermochten. ver-I r.mente gemacht, unter an IN UNGARN che Befehle seiner Vorgesetzten nicht. — AUCH IN NORWEGEN suchten sie sofort, die Spu-! drrem auch die Herausnah" ren ihrer Verbrechen zu P)(. der vernichten und die Scheussdtr Frauen; In Ungarn ging Eiehmann vöilig auf eigene Initiative vor. Um die 800.000 ungarischen Juoer. mit Sicherheit vernichten zu können, griff Eiehmann zu Eilmassnalimen, weil bereits' die russischen Truppen mit ihrem Marsch auf Ungarn begonnen hatten. Obwohl Himmler bereits den Be- Gesehlechtsorgane ' fehl gegeben hatte, die Verspritzte 1 g.-.sungen einzustellen, führ. man 1 CT C; ¿ASS. Es ist nur Eiehmann. der am Tod der norwegischen Juden schuldig ist. Er war e*. der die Bemühungen der schwedischen Regierung zur l Rettung der norwegischen ¡Juden zunichte machte. Von den 300 Juden Norvvej gens haben 21 überlebt, j Eiehmann schäumte vor I Wut. als er erkennen muss- I te dass die Dänen unter ' den Augen der Besatzungs- ' macht 6.000 Juden nach Schweden brachten. j In Belgier gab es ein La-; ger für die Juden, namens! |Breedonck. Dort mussten j d e Juden, wenn einer von j ihnen erschossen wurde,, später am Leichnam vorj beimarschieren und das Lagerlied singen; „Niemals werden wir Breedonck vergessen — das Paradies für die Juden.” Die Aufgabe, die Juden aus FranKreieh zu deportn-ren. hat Eiehmann selbst aisgeführt. Im Lager Dranc-y wurden die kleinen Kirder den Eitern entrissen; wenn sie den Befehlen, auf dem Hof Aufstellung zu nehmen, nicht nachkamen, griffen die SS-Wachmannschaften und ihre französischen Helfershelfer ein und schleppten die Kinder in der unmenschlichsten Wei. s* fort. In Bulgarien widersetzte sich der König Boris der Deportation der Juden persönlich. Daraufhin wurden nur die Juden aus den von Bulgarien besetzten Gebieten verschleppt. EIN GESTAEXDNIS Der Angeklagte in seiner Glas zelle »nd seine Verteidiger (OriginalzekbftOMgeit »»»seres S»n*»8ererlcl»t*rst*tters in Jerusalem) EINE BEDRUECKENDE UEBERLEGUNG Hausner fand Worte höchster Verehrung und Auer. Am nächsten Verhandlungstage übergab die Poli. zei dem Gericht die Spruchbänder durch den höheren Polizeioffizier Avner Less, die voh der Vernehmung Eichmanns aufgenömmen worden sind. Less* sagte, dass der Angeklagte ohne jeden Druck diese Erkiä- 'rrng abgegeben habe. Die Geständnisse und Erklärungen Eichmanns sollen mehr ais 4.000 Schreibmaschinen, seiten füllen Der Angeklagte verfolgte von seiner Glasze.lle aus die Wiedergabe der Tonbänder, ohne eine Erregung oder grösseres . Interesse zu beweisen. Eiehmann sprach über sich selbst, sein Schicksal, über die Stellung Himmlers ui,d den ..Führerbefehl" zur Vernichtung der Juden. Er sprach über die Befehle. die ihm von Heydrich gegeben worden sind, über Befehle des SS-Generals Müller, der ihn nach Theresienstadt geschickt habe, ui d über Besprechungen, in denen er gegen die Morde an Frauen und Kinder pro. testiert habe. Schliesslich werden auch Tonbänder zu Gehör geb>'acht, auf denen Eiehmann über seine Besuche in Auschwitz berichtete. — Genauere Informationen über diese erregenden Darstellungen des Angeklagten, der während der ganzen Verhandlung mit versteinertem Gesicht in seiner Zelle sitzt und den KopfhorQ trägt, können in ihren Einzelheiten aus technisch«» ¡Gründen erst in ¡nächsten Ausgabe mitgetewt M- Das ces! judenheit Wandlung i'on den jischen J;P'reiches selbst jer NäCgrauten, »■andern and e‘n p jls span' tische E' ois sie 1 »elassen i m die a? polnischer Juden äh Amsterda: Die ver Zweige e Ties, die mder ge' tbten. fai irh in dr irdische ieten ..R ■usammai im ihre lämpien. tufhebun christlich) 1866> un;en Zuiri' englische tbgeschlo Eigenarti jieses K ie Ersch den. die treue wil verlasset gen war: Judentun der engl aufzugeh. Der nä. Massenei. Juden vo englische bis in di? 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