Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1868 (14.4.1961)
- Date
- 1961-04-14
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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* — Viernes, 14 «I« AbrH de mi Das war der gelbe Stern (Schluss von Seite 1> ... , _ ' gewöhnliches Es gibt be- ■ v°n den verbrecherischen genen Erinnerung zu ver-1 re*ts so v'«le Werke über I Absichten der braunen drängen”. Pecbel erzählt Nazireich, dass man! Machthaber Kenntnis gedann ein solches Erlebnis, i ^*ese Literatur nur noch ' ben. das er als politischer Getan- I schwer übersehen kann. Bereits in der Anfangsgener des KZ Sachsenhauj Das Besondere des Buches! zeit hat Alfred Rosenberg, sen nach dem Tode Heyf ”Per gelbe Stern” ist der 1 der Ideologe des Dritten drichs gehabt hat, der bej Bilderteil. Texte und Er. i Reiches, in der ihm eige. kanntlich von tschechischen l Klärungen kann man ausle-1 nen verschwommenen, wei- Freiheitskämpfern elimi- I Sen. Es ist auch möglich, j chen und weichlichen niert worden ist. Die Nazis 1 Tendenzen hineinzudeuten i Schreibweise davon gebenutzten dieses Attentat i oder Interpretationen zu geschwärmt: „Heute erwacht auf Heydrich auch dazu. I ben, die den eigenen Vorein neuer Glaube, der Myfurehtbare Repressalien 1 Stellungen näherkommen, thus des Blutes, der Glaudurchzuführen. Pechei be- : Ein Bild kann man nicht | be, mit dem Blut auch das richtet, dass die Gestapo diskutieren. Vorläufig ist göttliche »Vesen der Men. die Fotografie noeh immer sehen überhaupt zu verteider getreuliehe Abdruck der; digen. Der mit hellstem Wirklichkeit. | Wissen verkörperte Glaube, Die Bilder dieses Buches! dass das nordische Blut jestellen in ihrer Mehrheit of-! n«s Mysterium darstellt, fizielle Aufnahmen dar, die : welches die alten Sakraauf Veranlassung oder mit mente ersetzt und über- Erlaubnis der Nazibehörden | wunden hat.” — gemacht worden sind. Die ) Hitler sagte am 24. 2. Nazis hatten eigene Propa. 1938 in München „vor alten ganda-Kompagnien, die Bil- Kämpfern'': der von der Registrierung | „Völker Europas. euer der russischen Juden und Erbfeind ist das Volk der natürlich auch andere Bil- juden. Das deutsche Volk' der herste lten. Eine Reihe , hat es «ewagt, ihm die hoher nazistischer Funktio. 1 stirn 2U bieten Wir kön. näre. unter ihnen z. B. der nen daraus die Lehre zie- Mörder des Warschauer , ben: gegen diese jüdische Ghetto, der SS-General Jür- Brut jn Deutschland ungen Stroop, getiel sich gerabarmherzig vorzugehen ... dezu darin Bilder über die | Ich win rtich vernichten. Niederwerfung des Aufstan und jetzt dich .. $o in die „cllcu ...... — des zu macnen oder anfer. Ecke hineinmanövrieren, mag sich in das Buch „Der I tigen zu lassen, die er dann t ¿¡ass du 2U keinem Stoss gelbe Stern” vertiefen, das I später zusammen mit sei- , kommst, und dann kriegst von einem Deutschen für t nen Berichten über die von , ¿u ¿ejnen Stoss in Herz Deutsche geschrieben worj ihm vollführten Heldenta-. hinein.” — den ist. Die Texte und die j t«n in Form eines Fami- | Hitler hat se}ne Ahsich- Zitate enthalten — sieht j lienallbums gesammelt hat. ten Ziele l!n<j pjane für man von der sorgfältigen j In schwarzem genarbten das Schicksal des jüdischen und geschickten Zusammenf Leder eingebunden, trägt j Volkes nicht verheimlicht. die Titelseite in kalligrafi-; wer aber konnte glauben, sehen gotischen Buchstaben . wer konnte als bare Münze, die Aufschr'ft „Es gibt kei. I nehmen, dass er wirklich nen jüdischen Wohnbezirk : dje. physische Vernichtung in Warschau mehr”. Aber aiier Juden, deren er habnicht nur Stroop machte haft werden konnte, anord. Aufnahmen. Man fand Bilj nen un(j durchführen weröer bei Kriegsgefar genen; de-> Nur nebenbei sei ge- und in verlassenen deut. gtattet, darauf aufmei’ksam sehen Stützpunkten und : zlI machen, dass Hitler da- Quartieren. Das Geschehe- : von Spricht. „das deutsche ne ist auch im Bild festge- , Volk'’ habe es gewagt, den halten worden. Einen Be. < juden die Stirn zu bieten, weis hierfür liefert das Er sagte nicht, die Nazis Buch ,Der gelbe Stern”. . hätten dies gewagt. Dass Neben Bildern und Zeuj aber der Führer” im Nakönnen wir | men des deutschen Volkes JÜDISCHE WOCHIItcKAI A#« HD, N«. iMg beschlossen hatte, als ..Vergeltung” für den Tod Heydriehs Juden zu ermorden. In Saehsenhausen wurden 37 Juden ausgesucht, viele von ihnen waren Krüppel. „Die SS, so schreibt Pechei, entriss ihnen die Krücken, und sie mussten in den Tudeswagen kriechen. Wir Politischen Haft länge standen voll Erbitterung über unsere Ohnmacht an den Fenstern der Barakke und sahen das grauenhafte Schauspiel”... Das Wort „Schauspiel” ist unglücklich gewählt. Wer aber Näheres über den Ablauf der Tragödie oder einige Eindrücke über die Verbrechen der brauner. Herren erfahren will, der l<n Stab des „Hanktrs vor Lublin” Hamburg. — Di* Hamburger Staatsanwaltschaft hat, i wie erst jetzt bekannt wird, . bereits am 24. Januar den ehemaligen SS-Sturmbann- | führer und Major der Waf-; fen.SS Georg Michalsen ver- | haften lassen. | Der 54 Jahre alte Michal- | sen steht unter dem Verdacht, massgeblich an der j Ermordung von Millionen polnischer Juden beteiligt gewesen zu sein. Er gehörte im Kriege zum Stab des i „Henkers von Lublin”, des bei Kriegsende durch Selbstmord aus dem Leben ge. schiedenen SS-Gruppenführers Odilo Glohocnik. Michalsen soll wegen seiner Rolle bei den Massener. | schiessungen in den Lagern Belcec, Treblinca, Sobibor | und Maidanek zur Verantwortung gezogen werden. I Michalsen, der unter sei- 1 nem vollen Namen lebte, war seit Jahren bei einer j Hamburger Firma als Buchhalter tätig. Er bewohnte , mit Frau und Tochter ein ' Reihenhaus in Blankenese. Stellung ab — nichts Ausseri Dr FREY I Abobado FDEYRHEDON I1M 1* Uf nachm IS—19 Uhr REAL PEN ji 5 <; Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 5b9? IE. 49-5850 i J. Liebling FOURNIERE — SPEHRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 »1 46 T. £. 43-2343/0340 y 3021 | Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSER Manuela Pedraia 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 genaussagen aber auch auf zahllose Schriftstücke, Reden und Bücher aus der Nazizeit zurückgreifen, die eindeutig JUDITH SCHENKOLEWSKI KUL TUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallisbeute! - Käppchen . Maz. zot-Taschen - Hand- und Masehinenstickerei von Bett- und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73.9155 Mattka j tëk&pQ&uy-K v HUTSALON j Jetzt in! , Delgrssö I (moldes 2561! \ T. E. 73-9229? I 73-9155 i Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría Conde 202 0 76.0286 sprechen konnte, ist bisher nicht in Abrede gestellt worden. Nur bei cer später auf ge wor feien Schuldfrage beginnt "nin, ad hoc.Unterscheidungen zu treffen. . Noch 1941 höhnte Hitler: „Die Juden mögen auch heute noch lachen darüber, genau so, wie sie früher über meine inneren Prophezeiungen lachten. Die kommenden Monate und Jahre werden erweisen, dass ich auch hier richtig prophezeit habe.” Und sein Generalgouveneur Frank meinte: „Zimperlich dürfen wir nicht sein, wenn wir die Zahl von 17.000 Erschossenen hören. Diese Erschossenen sind eben auch Kriegsopfer.” — Der Blut.Mythos, die Rassentheorie, der Judenhass, | der hemmungslose Maehti rausch und die entfesselten niedrigsten Leidenschaften! verwandelten Europa in ei-; nen gewaltigen Sebutthau-! fen, der von Strömen unschuldigen Blutes durchzo. I gen wurde. Nicht mit der ■ elementaren Kraft eines! Vulkan« hatte sich die ' Mordmaschine in Bewegung : gesetzt. Es handelte sich durchaus nicht um ein Na- ‘ turereignis oder um einen ' .natürlichen* Vorgang, son- | dern um e.nen langen, systematisch durchgeführten Prozess, bis die Menschen, bis das Volk für diese Mordmaschine reif war und ciitmachte. Deutlich kann der Historiker den Entwicklungsgang verfolgen und die verschiedenen Etap. pen mit ihren .Höhepunkten’ feststeilen, die in Wirk-? NERVENu. GEMÜTS. I Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T. E.! 48-2124 f KRANKHEITEN 1 Dr. M. J. KUHN i prov. I RIV.4DAVIA 2625 III t Tel. 48-7524 j Jont.. Mittwoch, Freitag il7—20 Uhr. Tel. Anmel- I düng erbeten. I j Dr. j B. Sdiwarcz fZAHNARZT; ESTOMEA 2283 — 52-8214 1 RAYOS X i PAR/' DFNTOSE | TELEF. Í VORANMELDUNG H. ROSEN ZWEIG Tucumctn 563. piso 1 ¡ TABLOR HENRY > Í Neues Telefon: 32.0913 > ► » r 4 Grinste Auswahl is imp hiesigen Stoiieo BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSTUEHBUNG SAEMTUCHER Malerarbeiten : COMDE 38U - 1. 7t 7539| lichkeit «in Kulturvolk ia die tiefsten Niederungen barbarischer Zeiten zurückwarf. Schon 1933 hatte der spätere Luftmarschall Göring in der Frankfurter Festhalle verkündet: „Meine Massnahmen werden nicht angekränkelt werden durch irgendwelche juristische Bedenken und durch irgendwelche Bürokratie. Ich habe keine Gerechtigkeit zu üben, sondern zu vernichten und auszurotten.” Es ist vielleicht wichtig, diese Bemerkung zweimal zu lesen, um wirklich zu verstehen, was sie bedeutet. Die führenden Nazis haben tatsächlich niemals einen Zweifel an ihren verbrecherischen Absichten aufkommen lassen. Sie haben mit einer brutalen Schärfe gesagt, was sie Vorhaben. Hitler sprach von Vernichtung, Gering sprach davon, sie alle haben in diesem Ton ihre Reden gehalten. Damit ist der Einwand begründet, dass die Juden gewarnt gewesen seien, aber nicht glauben und nicht hören wollten. Das ist eine Lehre, die wir hieraus ziehen müssen. Weil die Juden nicht glau. ben wollten, was man ihnen deutlich zurief, haben sie nicht /'ie Konsequenzen gezogen, die ihnen eine weitergehende Rettung ermöglicht haben würde. Aber mit dieser, an die Juden, die nicht hören wollten, ge. richteten Adresse ist die Angelegenheit durchaus nicht abgeschlossen. Nicht nur die Juden, auch alle Deutsehen haben ebenso wie die anderen Völker je. ne schrecklichen Drohungen vernommen, ohne zu reagieren. Die Juden haben wenigstens protestiert, sie haben ihre Zelte in Deutschland abgebrochen, sie haben ihre Auswanderung betrieben, sie haben in ihren Zeitungen und Zeitschriften im Rahmen der damals gegebenen Mögiichkeiten gegen diese antisemitische Hetzkampagne Stellung genom- U SUMIA NARITA Bisemanario — aparece loa Martas y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Or. H. Sweraenskr Pueyrredón 2190, 1? iaq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450.-— jährl. men. Sie haben sogar persönlichen Mut bewiesen, sehr im Gegensatz zu allen anderen oder den meisten der anderen. Es hat keinen zweiten Artikel gegeben wie denjeni. gen, den Robert Weltseh j im Zentralorgan der Zionistischen Vereinigung für | Deutschland, der „Jüdischen Rundschau” veröffentlicht hat: „Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck” Und man darf sagen, dass die in Deutschland lebenden Ju-! den ihr Judentum und ihr 1 Judesein trotz der furchtbaren Verfo’gung und trotz der Demütigung mit Stolz getragen haben. Aber di« anderen haben zu Hitlers Drohungen geschwiegen; sic haben die Geschäfte, die j Aerzte-Praxis und die An. I waltsbüros. die Fabriken und die Stellungen der Jul den schweigend und gern j übernommen; sie haben , Hitler gewählt und wiederi gewählt und überall mit | „Heil Hitler ’ gegrüsst und , unterzeichnet; sie haben | das braune Schandspiel — nicht Schauspiel — mitgemaebt. Sie haben gesehen und geduldet, wie zuerst unsichtbar urd dann sehr deutlich die Juden den gel. ben Stern haben tragen müssen. Aber sie haben bestenfalls geschwiegen. * Wozu sie geschwiegen haben, das wird der Eichmann-Prozess entweder ent. hüllen oder erneut bestätigen. T VARICES —.ULCERAS DE LA PIERNA - ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 T. E. 17 1362 ¡Dr. BENJAMIN L1PNIZKY | ZAHNARZT | ROEKTGENSTRAHLEM - ZAHNZIEHEN - BEt HANDLUNG MH GASBETAEUBUNG - REGU- } LIF.RUNG DER ZAHNSTELLUNG (Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger V erembarung. t JOSE HERN ANDEZ 2518 T E 7t-86TJ und 73-0500 l Dr. L. KLEIN Mcdico f * J * Magen- und Darmkrankheiten * | Röntgen Untersnchungen * * SPRECHSTUNDEN; * * * ♦Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 UhrJ *Es wird gebeten, tcch vorher telefonisch anzumelden * ♦ * JSANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542* ■h A •^************-*******HHHr'*-e*-*-**-**+-*- ***** Dr. Bernardo Goldstein M E D I C C Cardiología — Hospital Fernánétz Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr ChMuHa«: Menio« Ms Freite*: ö—IS Uhr