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Jüdische Wochenschau · 1961-03-17 · 1861 (17.3.1961) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1861 (17.3.1961)
Date
1961-03-17
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, t7 d* Mar*« de IWi LA SEMANA ISRAELITA Ad« XXII. — X«. .*W — 3 }Die Anfrage” eines Den Ischen In Deutschland ist ein Buch erschiene», unter dem Titel ,.Die Anfrage" (Claasen-Verlag, Hamburg >, dessen Bedeutung weit über die literarische Sphäre hinausgeht. Hier hat ein Drei. ssigjähriger, Christian Geissler die grosse. entschei- | . schuld? Wenn man kei. dende Frage gestellt: die ne A(jsrede mehr hat!.. von hekhfmt freeden ren. dass Ihr am Ende selbst ( Frauen, die heute Schulleh. die Schuldigen seid“, sagt, rer sind, bereits das gleider Autor bedeutungsvoll.! die Amt im Dritten Reich Das Problem der Schuld | Hitlers innegehabt hat. Keiwird immer wieder, von al-|ne Sehulbiicher behandeln len Seiten, beleuchtet. ,,Was dieses Problem klar und aufrichtig: statt dessen ist LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE 3». Air#« — PUEYRREDON 219«, 1» i«q. — T. E. M-MI 29. Adar 5721 I zu, es wird Sumpfland.“ I Daher kommt der Autor zu folgender Konsequenz^ „Kein Mensch ist allein — — - schuldig, sofern es über- und verschleppt, Leute mit haupt einen Sinn hat zu sadeutschen Examen haben gen. er hat einen Mitmendie Kammern und die Gesehen. Es ist nicht seine fen konstruiert. Leute, die 17. März HMD Anfrage der Generation je- . ner. die 1933 noch im Kin-1 Der Zufall wollte es, dass dergarten waren, au ihre 1 das Büch gerade in jenem Väter. Es ist die Frage : Augenblick in meine Hand nach der Verantwortung; kam. als der Generalsekreder Eltern, der Lehrer, der tär der UN, Dag Hammar- Priester. der Aelteren über-1 skjöld. den Bericht der haupt. für die Morde, für; Unterkommission der Ver. i Nationen nennt diese die Indifferenz, für die Ta. i einten Nationen veröffent-; s^eshaitung ..passiven tenlosigkeit selbst jener, die! lichte, die sich mit der Vergüten Willens waren. ’ i hiitung von Diskriminierung Das Buch hat die Ro. und dem Schutz der Mindermanform gewählt. Der Phyj heiten befasst. In diesem siker Köhler, offenbar mit Bericht wird den Deutschen dem Autor Geissler iden-1 vorgeworfen, dass sie ver, tisch. kommt der Vernich-' suchen, ihre Vergangenheit Schuld und nicht meine, was deutsch gedacht haben, haan faktisch Vergangenem ben die Theo: e dieses Undie populärste Lektüre, , vorliegt, aber es ist sehr ternehmens geliefert, und sowohl in den „Illustrierten j w0}(i unsere Schuld, was in Millionen Deutsche haben wie in Buehlorm. die „bio- I Zukunft mit dem, was war,; diese Theorie volkstanzen. graphische . Hinterlassengeschieht. Man kann das, der Weise breitgetreten .. schalt prominenter Nazis vvaä war nicht trennen von Hast Du vergessen, dass und ehemaliger Generäle, je,,, Was kommt, man kann man die ganze Mordbren- Der Bericht der Vereinten njet,t vorwärtslaufen, ohne nerei auch in deinem Na- Gnij zu wissen, woher man men angestellt hat? Man ^a* kommt! Man kann, ja, aber hat im Namen der Zukunft zismus“. der hier und da,: wenn bisher auch nur ver-■ einzelt, in aktiven Antisej mitismus übergehe. | Es ist gerade dieser .pas. j sive Nazismus“, der in Geissler«! Buch entlarvt ja. man sollte nicht, sofern vorwärtslaufen nicht heisst: sich selbst davonlaufen.“ Warum? Geissler gibt die Antwort: „Man hat die ganze Familie vergast und verbrannt. Leute, die in tung einer jüdischen Fami-. zu verbergen und zu unter-■ wird. „Man hört heute an-1 deutsctie Schulen gegangen Ire auf die Spur, und aus drücken. Es besteht die diesem Erlebnis heraus be-! Notwendigkeit. heisst es ginnt er seinen Kampf ge.! darin, die junge Generation gen die „unbewältigte Ver.' vor der Gefahr des Antisegangenheit“, seinen Kampf, mitismus zu warnen. In gegen Falschgedachtes und Deutschland jedoch hätten Halbgedachtes, von dem ein sich ..Interessen Koalitioganzes Volk sich einlullen liess, gegen jene nebelhaften Schlagworte und heldische Sentimentalität, die heute von neuem üppig und gefährlich zu wuchern beginnen. „Wenn Ihr es ablehnt, die nen“ gebildet, die eine „Inventur“ der Vergangenheit verhindern und zunichte machen. Die systematische Vernichtung der .luden, so liest man in dem Bericht weiter, bleibt unbekannt, was nicht Schuldigen festzustellen, I verwunderlich ist, nachdem dann kann es Euch passieein Drittel der Männer und Zivilklage gegen Eichmann! Haifa. — Der schweizer Jude Joseph Mandel aus Zürich reichte eine Zivilklage gegen den früheren j Obersturmbannführer Adolf Eichmann auf Rückerstattung von 300 Pfund Sterling ein, die Teil einer Be. I stechungssumme bilden, welche den Nazis im Jahre 1944 gezahlt wurde, um 1.200 Juden die Flucht in die Schweiz zu ermöglichen. Eine Abschrift der Gerichtsakten über die Klage des 62jährigen Mandel gegen Eichmann wurde dem Generalstaatsanwalt übergeben, und der Fall wird in der nächsten Woche in Haifa zur Verhandlung gelangen. Mandel zahlte 1944 den Betrag von 37.500 Pfund Sterling, wofür die Deutschen 1.200 Juden erlaubten, in einem Sonderzug in die Schweiz zu reisen. Die ingeklagten 300 Pfund sind der gerichtlich vorgeschriebene Minimalbetrag zur Eröffnung der Klage. (ITA) lässlich von Prozessen häu fig von Exzessen aus der Nazizeit. Man hört hingegen öffentlich nie. wie es eigentlich den deutschen Normalverbrauchern, unseren Eltern und Patenonkeln passieren konrte. dass sie. zwischen Hilfslosigkeit und Borniertheit eingeklemmt, die Unfreiheit selber wollten. Wie war das möglich? Darüber spricht man nicht. Man gibt sich verführt, traurig und tüchtig“. Geissler geht weiter als es die „Kollektivscham“ fordert. .„Scham und Entsetzen allein führen zu keinen Resultaten. Es muss schon eines Tages weitergefragt werden, z. B.: wie konnte man meinen, so et. was sei bei ur.s nicht möglich weiterfragen, weiterfragen. schamlos weiterfragen .. Sehr m allein ist wie ein stehendes Wasser: es wird faulig, es wächst sind, hat n sie gefangen unseres Volkes, man hat für das heranwachsende freie Geschlecht, man hat zur Eroberung neuen Lebensraum für die deutsche Jugend Millionen Menschen gemordet! ” Wie gesagt, dieses Buch ist mehr ais ein Roman, mehr als eine literarische Aussage: hier spricht eia junger Deutscher zum Thema seiner Generation und schafft eine Kampfschrift, eine Dokumentation. Die Anfrage wird zur Anklage. Die Tatsache, dass es ein Deutscher ist, der hier infragt, birgt schon zu einem gewissen Teil die Antwort in sich. In dieser Anfrage allein iegt ein Stück Zukunft, Menschentums, herrlichen Willens, an dem niemand Vorbeigehen darf. Dass ein deutscher Schrift, steiler die grosse Anfrage stellt, ist ein Zeichen, dass die Sache des Humanismus noch nicht verloren ist. Der Name Christian Geissler verdient, ein Programm zu werden. Tepdtbtts -1 HocUberd <► *■' n UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKUüPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen« Fabrikation — Unverbindlich# Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samttag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus CalJe ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza Waictmiinä MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSE'LGAHNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774 AUTO - REPARATUR _ WERKSTATT} „BENO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 L (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 für den kommenden Herbst und Winter, für Pessach. für die Barmizwa. Verlobung, Hochzeit oder Ihre Reise müssen bereits jetzt geplant werden. 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Ein Kommission wird den Termin bestimmen, da Vorschläge lerdings nicht Ben Gurion sein dürfe, geführt würde, David Bar Raw Chai von der Mapai, der als Wahlterinin den 29. August vorschlug, betonte, dass seine für die Zeit vom II. Juli i Partei bei den neuen Wah- bis 20. August vorliegen. Man nimmt an, dass die Kommission ein zwischen diesem Zeitraum liegendes Datum festsetzen dürfte. Die Abstimmung folgte auf die Verlesung einer Botschaft des Präsidenten Ben Zwi an den Knesset- Präsidenten Kadish Luz, dass die Parteien zu keinem Uebereinkommen gelangt seien und als einzige Lösung der Ministerkrise Wahlen empfehlen. DIE DEBATTE Die sechs Parteien. die die Auflösung der Knesset verlangen und die Ausschreibung von Neuwahlen beantragt haben, beschuldigten Ben Gurion, die Krise hervorgerufen zu haben. len ihre werde. Macht beweisen NEUE KOMBINATIONEN Jerusalem. — Die Progressiven und Religiös. Nationalen sind immer noch geteilter Meinung über den Vorschlag der Mapai, eine beschränkte Koalition unter dem Vorsitz von Finanzminister Levi Eshkol zu* bil-, den, in der Ben Gurion als Verteidigungsminister fungieren würde. Der Vorschlag bedingt eine beschränkte Dauer eines solchen Kabinetts, dessen Führung nach einigen Monaten erneut Ben Gurion übernehmen soll. Die Mapai verlangte eine baldige Antwort. Die Exenister Pinchas Rosen, stehen dem Vorschlag im Prinzip günstig gegenüber, wenn sie auch seinen zeitweiligen Charakter nicht billigen. Gleicherweise sind die re. ligiösen Führer noch unentschlossen und wollen ihren Beschluss von der Entscheidung der Progressiven abhängig machen. Dagegen ist bekannt, dass die jungen Politiker, einschliesslich Vize - Verteidigungsminster Shimon Peres, der Generalsekretär der Partei Josef Almogi und der Deputierte Akiwa Gworin sich euer, gisch einer Regelung widersetzen, die darauf hinauslief Ben Gurion zurückzudrängen. Die Mapai-Minister sind inzwischen bemüht. Kombinationen zu suchen, um ohne neue Wahlen eine Koa. lition zustande zu bringen, obwohl die Abhaltung von Wahlen von der Knesset in kutive der Progressiven be. I erster Lesung angenommen ___ _ rief eine Sitzung ein, und worden sind. Die anderen Die bitterste Kritik übte! einige ihrer Leiter wollen Parteien, die sich davon Re. Menachem Begin von der Cherut. Die Sprecher der Achdut Awoda und Mapam erklärten neuerlich ihre Bereitwilligkeit, einer Koalition beizutreten, die von einem Mapai-Mann, der al. den von der Mapai gemachchenschaft ablegen, mit ten Vorschlag rundweg abweichem Eifer die Mapai lehnen, weil ihrer Meinung j Neuwahlen zu vermeiden nach die Fusion mit den bestrebt ist. verlangen jetzt Allgemeinen Zionisten die wie es heisst, einen höheren Priorität habe. Andere Pro- Preis für ihren Beitritt zu gressive, darunter Justizmieiner Koalition. .vmm : ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL j 0 ■ ■ — -f r » t-B -i >,i,i i |, , t n a t t ■ ■ ■ » ■ ■ ■ r T i a i r Dr. | Dr. Hardi Swarsensky p | Asuntos Europeos excLusivamente g Sprechstunden: Dienstag:, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr 0 -_ 0 i 0 0 0 0 0 0 0 i _ 0 0 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS — T. E. 83.2013 Gunter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT : 16-19 Uhr 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Í

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