Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1860 (14.3.1961)
- Date
- 1961-03-14
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Martes, 14 de Marzo de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXII. — Xo. 1860 Verwirrung der Begriffe ] \ Die deutschen Enhfhaediaungen l! (Schluss von Seite li Zelewski gegebenen Erschlessungsbefehl mit ei. nem anderen SS-Führer ausgeführt zu haben. Von dem Bach-Zelewski machte während des Krie. gevon sich reden, als er 1944 die polnische Freiheitsbewegung in Warschau niede^kämpfte. Wegen seiner Rolle im Warschauer Aufst~- der Erschiessung von polnischen Juden und der Paririanenbekämpfung sind gegen den früheren SS-General eine ganze Reihe änderet- Verfehren anhängig, die aber noch in der Voruntersuchung stecken. j Zu Beginn des Prozesses schilderte der Angeklagte seine Karriere in der SS F Auch in dieser Aussage begegnen wir wiederum einer völligen Begriffsverwirrung. Dass im Zuge der (Röhrn-Affäre forde vorgekommen sind, bestätigt der ehemalige SS-General; nur er habe den Befehl nicht gegeben. Dass die Erschiessung von hunderten Ge. folgsleuten und vermeintlichen Gegnern oder erklärten Feinden des Nazi-Regimes bereits eine gross angelegte Mordaktion war, hat von dem Bach-Zelewski nicht bestritten. Dass aber diese Massnahmen auf den alleinigen Befehl Hitlers aus. gefiihrt wurden, was hundertfach erwiesen und bisher eigentlich niemals ernsthaft geleugnet wurde, stört die 1930 begann, und sagte, iden „Hitlermann” nicht, er sei ,,bis zum Schluss! der trotz dieser Tatsachen Hitlermann” gewesen und > auch heute nocl von Hitlers sei auch noch heute von Hitlers Unschuld überzeugt. Im Fall Hohberg sei er a'«er auch der Meinung, dass seine damaligen Un. tergebenen einer. Mord begangen hätten, den er nicht befohlen habe. Von dem Bach-Zelewski wehrte sich in einer Erklärung dagegen, als Massenmörder abgestempelt zu werden. Er habe 1944 den Aufstand in Warschau niedergeschlagen. Aber sein damaliger Gegner, der heute in London lebende polnische General Bor Komo. rewski. sei vor Monaten j nach München geflogen und habe vor den deutschen Ermittlungsbehörden für ihn, von dem Bach-Zelewski, ausgesagt: „Ich habe Hunderttausenden Polen das Leben gerettet”, behauptete der Angeklagte. Er habe unter Einsatz seines Lebens einen Terror-Befehl aufgehoben und den SS-General Kaminsky. der sich nicht danach richtete, erschiessen lassen. Als einziger deutscher General könne er für sich in Anspruch nehmen, entgegen einem Be. i fehl unzähligen Menschen j das Leben gerettet zu ha. j ber. — Unschuld überzeugt ist. Schliesslich tritt von dem Bach-Zelewski noch als Ret. tungsengel für ..Hunderttausend*? von Polen” auf, die durch einen Terror-Befehl liquidiert werden sollten. Er sei sogar der einzige deuti den sind. Fünf sehe General gewesen, der! A einem Befehl zuwidergehandelt habe, um Menschenleben zu erhalten. Diese Art der Verteidigung setzt wohl eindeutig voraus, dass sich Herr von dem Bach.Ze- : gangen wurde. Als hoher , SS Funktionär konnten ihm * die Massenmorde nicht unbekannt geblieben sein, ■ nicht nur diejenigen, die | 1 sich in seinem unmittelba- 1 | ren Befehlsbereich ereignet j ■haben. In seiner Verteidi-J I gung berichtet er davon, er I ■ habe einen anderen Gene- [ ral, der sich nicht nach sei. nem, sondern nach dem Terror-Befehl gerichtet habe, erschiessen lassen. War i dies rechtmäsig? Damals aber wurde nur geschossen und gemordet, und die ■ Bachs-Zelewskis waren seit den Anfängen des Dritten Reiches an Standrecht und Schiessereien gewöhnt, sodass sie selbst alle Masstäbe von Recht und Unrecht verloren hatten. Die Be. griffsverwirrung war vollständig. — Welche Aufgaben den deut. sehen Behörden noch bevorstehen, um dm Schlacken der Vergangenheit zu beseitigen, beweisen neue Verhaftungen, die vor wenigen Wochen vorgenommen wor. Mitarbeiter Bonn. — Die Erfüllung der deutschen Entschädij gungs-Verpflichfungen ist im allgemeinen ..zufriedeni stellend”, trotz der Schwäche des Gesetzes und der j Mängel der administrativen Anwendung, so erklärte! Dr. Nachum Goldmann, Präsident des Jüdischen Weltkongresses, in einem Interview, das über das westdeutsche Fernsehnetz verbreitet wurde. Er setzte auseinander, dass zwar die Kosten, die gegenwärtig auf 18 bis 20 Millionen D-Mark gerechnet werden, bei weitem die anfänglichen Schätzungen überschritten haben. Trotzdem habe die Deutsche Bundesrepublik die höheren Ausgaben nicht als Vorwand benutzt, um das Gesetz zu ändern. Ferner, so bemerkte Dr. Goldmann, seien aufgrund der Initiative des Bundeskanzlers Dr. Konrad Adenauer heute bessere Kriterien für die Anwendung des Gesetzes vorhanden und er gab der Hoffnung auf weitere Verbesserungen Ausdruck. Goldmann fügte hinzu, dass ,.viele Deutsch:? bewusst oder unbewusst ihre Augen vor dieser Aufgabe verschliessen, was ich verstehe, jedoch nicht verzeihen kann.” Er unterstrich, dass Israel das volle moralische Recht habe, Eichmann abzuurteilen, und ,,das Urteil wird natürlich gerecht und juridisch un. anfechtbar sein.” (ITA) LA SEMANA ISRAELITA B.í'. manarlo — aparece tos Martes v Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr H. Swarsensxy Pueyrreoon :U9.' V> :¿q. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland % 430,— jährl. j vorliegenden Dokumenten hobenen Anschuldigungen , ermittelt werden konnte,; gegen die Landesregierung, I wurden diese fahrbaren die Gerichte und die Ver- 1 Gaskammern bereits 1941 .waltung Schleswig-Holsteins I gebaut und „entwickelt”. In ' mit dem Bemerken zurück, den folgenden zwei Jahren sollen zwanzig bis dreissig solcher Wagen zur Ermordung jüdischer Frauen und des Reichssicherheitshaupt- Kin(Jer aus Polen ei tzt amtes, wie sieh diese Ge.; worden sein stapostelle nannte, sind festgenommen worden. Sie stehen nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft Hannover im Verdacht, am Tode Die Idee zum Bau dieser Fahrzeuge soll von einem höheren SS-Führer ausgegangen sein, nach dem jetzt gefahndet wird; angeblich soll er sich xitrii vuii , , _ . , nugcuiitu öuii ci ¡jiui un lewski über erlassene Un. tausender Juden ,™tv€rant" j Ausland befinden. Wie lan. Dr F R E YI Abogado Í t FUEYRREDON 2190 ♦ It l*q. I 4 nachm. 16—19 Uhr ♦ J. Liebling i FOURN1ERE — SPERRHOELZER | OIAZ VELEZ $224 al «6 j T, E. 43-2343/0340 y 3021 1 REAL PEJNI Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRENTES 569 T E. 49-5850 VwwvwvwwwvwvwvwT Optica R£][ DIPL. OPTIKER Sarmiento 829Í!T. E. 35 - 735d rechtsbefehle im klaren war. V7er hatte diese Befehle erteilt? Wann wurden sie erteilt? — Die Antworten auf diese beiden Fragen ergeben sich von selbst; die Befehle waren von den Verantwortlichen des Hitler- Regimes erlassen worden, in welchem es nur einen Führer gab, der die gesamte Verantwortung auf sich genommen hatte, wie von ihm die höchste Befehlsgewalt — ganz unzweifelhaft und eindeutig — ausging. Trotzdem spricht der ehemalige General noch immer von der Unschuld Hitlers... Auch die von ihm gewähl. te Formulierung „Terror- Befehl” weist auf das Unrechtmässige hin. Von dem Bach-Zelewski, der sich in die Rolle des treuen Gefolgsmannes hineinspielt, wusste genau, wieviel ungeheuerliches Unrecht be- JUDJTH SCHENKOLEWSKl KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen . Maz. zot-Ta sehen - Hand- und Maschineustickerei von Bett- und Tischwäsche BEBEDERO 2583 T. E. 73.9155 wörtlich zu sein. Unter den j Verhafteten befinden sich ' der frühere Referatsleiter im Reichssicherheitshaupt-; amt, Johannes Pradei, : der vermutlich Miterfinder der fahrbaren Gaskammer | ist, und der ehemalige ■ Kraftfahrzeugspezialist im Reichssicberheits - Haupt- : amt, Harry Wentritt, der bis zu seiner Festnahme unter seinem richtigen Na. I men in Oberfranken lebte. | Pradei war bis zu seiner , Verhaftung als Obermeister der Polizei in Hannover be. schäftigt (!)... Die Yerhafteten haben inzwischen erklärt, dass sie ,nur für die Kraftfahrzeuge im Reichsj Sicherheitshauptamt zustän- , dig gewesen” seien und „über den Verwendung?.; zweck der Todeswagen j nichts gewusst” hätten. j Man macht immer die.; selbe Erfahrung. Die Ver. ' antwortlichen versuchen sich reinzuwaschen und die Schuld auf andere abzuwälj zen. Wie inzwischen aus; At&itha <tpeaux\ HUTSALON I Jetzt in 1 B e I g r a ß o \ MOLDES 2 5 6 1 t T. 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KUHN ] I prov. f RIVADAVIA 2625 III I Tel. 48-7524 t t 4ont„ Mittwoch, Freitag 117—20 Uhr. Tel. Anmel-j | düng erbeten. Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 52-8214 j RAYOS X PARA DENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Restaurant »Paso "neo ’aso 452 Cal fondo) — T. E. 87-92591 Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der KehiUa z MITTAGS- und ABENDTISCH j Anrichten von kleinen Festlichkeiten | und Banketten | i CONDE 2318 BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTLICHER Malerarbeiten T. E. 76 7533 dass seine Regierung sich immer darum bemüht habe, führende Nationalsozialisten vom Staate fernzuhal. ten. Seine Regierung be. kenne sich zur Wahrung der in den Verfassungsgesetzen verankerten rechtsstaatli. chen Garantien für alle Staatsbürger. Kein demokratischer Mensch wird etwas anderes wünschen, als dass die in der Verfassung verankerten Rechte für alle Bürger Gültigkeit besitzen. Mit dieser Proklamation eines allgemeinen demokratischen Rechtsgrundsatzes hat aber von Hassel zu einer weiteren Begriffsverwirrung beigetragen, die an die Praxis deT verantwortlichen Organe der Weimarer Republik erinnert, die den Feinden der Republik — gewollt oder ungewollt, bewusst i oder unbewusst — mit dieser generellen Anwendung j eines Rechtsprinzips den j Weg zum unerbittlichen' Kampf gegen die Republik wie gegen die demokratischen Grundsätze freilegten. Rechtsstaatliche Garantien müssen für alle Bürger, auch für die Verbre. eher, gelten, die einen An. Spruch darauf haben, irr Rahmen der geltenden Ge. setze zur Verantwortung ge zogen und abgeurteilt zv werden. Hierum geht e« aber in Wahrheit nicht, wa! natürlich auch der Herr voi Hassel wissen dürfte. Niemand hat den Heydes und Genossen das Recht abgesprochen, im Rahmen der geltenden Rechtsordnung abgeurteilt zu werden. Dagegen haben diese Menschheitsverbrecher keinen Anspruch darauf, unter falschem Namen hohe Posten zu bekleiden, was in Schleswig-Holstein der Fall gewesen ist. Wie weit hierfür die Regierung oder andere staatliche Organe verantwortlich zu machen sind das mag die Justiz feststellen. Zur Ueberwindung 'der noch immer bestehenden Verwirrung der Begriffe hat die Erklärung von Hassels gewiss nicht beigetragen. Es wäre an der Zeit, wenn die höchsten Stellen der Bundesrepublik dafür Sorge tragen würden, dass endlich Klarheit geschaffen wird, damit der Weg für eine echte demokratische Entwicklung freigegeben werden kann. Auch das gehört zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechtes. VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 T. 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