Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1859 (10.3.1961)
- Date
- 1961-03-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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A«» XXII. — N*. 185" — 3 Neuwahlen sind unvermeidlich? Jerusalem. — Nur die Ausschreibung neuer Wahlen, denen gezwungenerma. ssen die Auflösung der Knesset vorausgehen müsse, kann die Ministerkrise lösen, die das Land seit mehr als einem Monat durchmacht, nachdem die Mehrheit der Fraktionsführer sich weigerte, an einem von Ben Gurion präsidierten Kabinett zu partizipieren. Dies ist in kurzen Worten der Inhalt des Berichts, den die Führer der Mapai, die über 47 Bänke im Parlament, d. h. über mehr als ein Drittel der Stimmen verfügt, dem Statspräsiden. ten Ben Zwi überreichte, i Somit sind die Neuwahlen unvermeidlich, nachdem drei Parteien, die Progressiven, die Mapam und Achdut Awoda, formell den Vorschlag Ben Zwis, die alte Koalition neuzubilden, abgelehnt haben. Die Progressiven geben in ihrer Antwort Ben Gurion die Schuld an der Krise und betonen, dass ihre Partei nicht ihre Haltung ändern wird. Akiba Gorin und Meir Argow von der Mapai wurden von Präsident Ben Zwi empfangen. Sie setzten ihn davon in Kenntnis, dass die Partei keinen anderen Aus- ¡ die Einberufung einer Sonweg aus der Krise als alldersitzung des Zentralcomigemeine Wahlen sähe. Sie tés zu sammeln, in der verwiesen darauf, dass die über den Beschluss des Mapai bemüht gewesen sei, Partei - Sekretariats abge die scheidende Koalition zu stimmt werden soll der beretten, und als dies sich als sagt: entweder Ben Gunon unmöglich herausstellte, ei- Regierungschef oder aUge. ne kleine Koalition mit den meine Wahlen jedoch keine ne Kieme .. dritte Alternative zulasst. Religiös-Nationalen zu bil den. Auch dieser Versuch uvu. ~ _ -*-° * sei fehlgeschlagen, und da sympathisieren, REISEN leicht gemacht durch Viajes Globus Alsina 1418 - 6° piso T. E. 38-5860 — 18-1447 38-8304 — 37-7589 die Fraktion nicht bereit sei ein Kabinett, das nicht von Ben Gurion präsidiert würde, anzunehmen, so habe sie sich für Neuwahlen entschieden. Es wurde mit Ueberrasehung auf genommen, dass die Mapai gerade d^ erste Partei war, die die" persönlichen Vorschläge des Präsidenten abgelehnt hat. Diese Haltung wird dahin wiese nanuug wnu ausgelegt, dass der Wunsch nehmen 4.564 Seiten ein und vorhanden ist, dem Druck zugunsten der Ernennung von Levi Eshkol oder Mosche Sharett für das Amt des Premierministers nicht nachzugeben. STROEMUNGEN IN DER MAPAI Inzwischen macht sich eine interne Strömung innerhalb der Mapai bemerkbar, die sich gegen Ben Gurion richtet. Die Anhänger Lavons haben eine offiziöse Sitzung der Arbeiterführer einberufen, um über die Mittel zur Verjüngung der Partei zu beraten. Eine zweite Sitzung fand später in der Wohnung von Professor Nathan Rottenstreich, einem Mitglied des Zentralcomites der Mapai, statt. | Rottenstreich. einer der I führenden Ideologen der j Partei, äusserte sich gegen I der Ausschluss von Lavon bei der Tagung des Zentralcomites im vergangenen Dezember, als beschlossen wurde, Lavon von seinem Posten als Generalsekretär der Histadrut zu entfernen. Die Gruppe um Rottenstreich hat eine Kampagne eingeleitet, um die nötige Zahl von Unterschriften für 1 Teppichhaus - M. Hochber^j > UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKUüPFTEN l TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN ► FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. [ Eigen« Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus l Calle ANDONAEGUI 2083 J 4 Quader vor Station Urquiza Mueblas Walßtoiuuuv MODERNE WOHN. 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DIE HALTUNG BEN GURIONS Jerusalem. — David Ben Gurion schaltete eine kurze Unterbrechung seiner Ferien ein, um seinen Pflich- Gerechtes Urteil für Eichmann ten als Ministerpräsident und Verteidigungsminister nachzukommen. Er weigerte sich jedoch, bei einer Kabinettssitzung zu präsidieren. (Schluss von Seite 1) sind in sechs Bänden ge bunden. j » Die Verhöre gingen vor j sich, nachdem man Eichmann die Anklageschrift j acht Tage vorher ausgehän-, digt hatte. Nach Vorbereitung des Materials bestimmten die Ermittl-- -• Eichmanns Position in der Nazi-Maschinerie, seine Rolle bei der Einführung der Gaskammern und seine Beziehungen zum Exmufti von Jerusalem. Ausser Lew und Servatius durfte niemand mit Eichmann sprechen. Die innerhalb und ausserhalb der Zelle diensttuenden Wächter hatten strikten Befehl, seine Fragen nicht zu beantworten. Ebenso wie allen Gefangenen in Israel wurden Eichmann täglich acht Zi- Nach der Erdbebenkatastrophe Paris. — In Agadir, das im vergangenen Jahr von j einem schweren Erdbeben ' heimgesucht wurde, welches 1 auch die jüdische Gemeinde fast vollkommen zerstörte, soll in Kürze ein neues 1 rabbinisches Gericht seine Arbeit aufnehmen. | Heute leben in der Stadt wieder rund 500 Juden.\ Aber die meisten ehemali-1 gen jüdischen Einwohner 1 sind noch nicht zurückge-1 kehrt oder wohnen noch in! der nahegelegenen Stadt! Inezgame, wohin sie nach der Katastrophe geflüchtet waren. i Vor kurzem wurde auch J eine jüdische Schule wiedereröffnet. (AWZ) W issenschaftlicher Austausch Hamburg. — Eine „Stiftung für den deutsch-englischen wissenschaftlichen Austausch für experimentelle medizinische Forschung” ist dieser Tage mit dem Sitz in Hamburg ins Leben gerufen worden. Wie die Universität Heidelberg mitteilte, wurde die Stiftung von dem jetzt in London wirkenden Professor Dr. Wilhelm Feldberg errichtet, der im Jahre 1933 aus Deutschland emigrieren musste. Sie wird gespeist aus den gesamten Einkünften, die der Gelehrte in den letzten Jahren als Wiedergutmachungsleistung der Bundesrepublik erhalten hat und die er in den nächsten sieben Jahren noch erhalten wird. Die Stiftungsmittel sollen dazu dienen, jedes «ahr einen jüngeren englischen Wissenschaftler nach Westdeutschland und einen deutschen Wissenschaftler nach England einzuladen. Die Stiftung wird von einem Kuratorium geleitet, das auch darüber bestimmt, welche Wissenschaftler für den Austausch ausgewählt werden. (AWZ) garetten zugeteilt, doch während der Verhöre, bei denen die Nerven stärker beansprucht waren, erhielt er eine Extraration Zigaretten. Täglich wurde der Angeklagte von einem Arzt besucht, und er bekam die gleichen Mahlzeiten wie seine Wächter, koscheres Essen, das der Kommandant der Wachmannschaft aus zwanzig verschiedenen Tel. lern aus wählte, um einen Vergiftungsversuch zu verhindern. KONFERENZ UEBER EICHMANN-PROZESS Jerusalem. — Eine Konferenz w’urde vor Beginn des Eichmann-Prozesses einberufen, bei der das Gericht und die Verteidigung das Reglement für die Verhandlungen beschlossen. Das Tribunal wird von montags bis donnertags am Vor- und Nachmittag und die Freitage vormittags tagen, worauf sonnabends und sonntags eine Pause folgen soll. Auf Vorschlag von Generalstaatsanwalt Hausner, der als Gerichtspräsident bei dem Prozess fungieren wird, erklärte die Konferenz ihr Einverständnis, dass als Beweise Dokumente in deutscher oder englischer Originalsprache angenommen werden sollen und ihre komplette Uebersetzung nicht vonnöten ist. Die drei Richter, die das Tribunal bilden, werden nächste Woche zusammentreten, um Beschlüsse über den weiteren Prozessgang zu fassen, was die vor dem Gericht zugelassenen Sprachen angeht und ob den Fotografen der Zutritt gestattet werden soll. Wie es hiess, erhob Dr. Servatius gegen die Ernennung von Richter Benjamin Halevi Ein wände, weil dieser im Kästner - Prozess Eichmann einen Teufel genannt hatte. Jetzt hat er sich anscheinend mit der Erklärung zufrieden gegeben, dass an dieser Ernennung nichts mehr zu ändern sei. ISRAELIS UEBER EICHMANN-PROZESS Jerusalem. — Israels Justizminister Pinchas Rosen erklärte, er garantiere, dass der Prozess gegen Eichmann gerecht geführt würde, denn Israel beabsichtige unter keinen Umständen, den Eindruck hervorzurufen, dass die öffentliche Meinung des Landes einen Einfluss auf den Spruch der Richter habe. Der berühmte Archäologe Prof. Jigal Jadin, sprach sich zugunsten der Todesstrafe aus. wenn die begangenen Verbrechen dieses Urteil rechtfertigen. Er äusserte, seiner Ansicht nach müsse Eichmann hingerichtet werden. Sollte Eichmann für schuldig befunden werden, so stelle er sich auf den schon von anderen vertretenen Standpunkt, dass grosse Schäden entstehen würden, wenn tie Hinrichtung Eichmanns symbolisch geschehe, um mit dem Problem des Nazismus und der Schuld des deutschen Volkes ein Ende zu machen. Geprüft und für gut befunden “Der gute Kamerad” für die kommenden Monate ist der Tigerzwirnanzug! Dieser Anzug bedarf auf | Grund der Erfahrungei un-! serer Kunden keine Werbung, weil dieser „gute Kamerad” mit 2 Jahren Garantie für sich selbst spricht. Vorrätig in Fertigkleidung und reichhaltiger Musterung für Masskleidung. Neueingan^ an englischen Stoff**", Maipü 484 I. TE. 31-7845 Maipü 982 TE. 31-0357 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente g Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACWN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT: 16—19 Uhr PUEVRREDON 2190 esq. A». LAS HERAS - T. E 83.2613 I