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Jüdische Wochenschau · 1961-03-10 · 1859 (10.3.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1859 (10.3.1961)
Date
1961-03-10
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viorne*, 10 de Marz« de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afi< XXH. — No. 1859 Geistige Front des Westens j und seine J schirmen”. Die Juden. (Schluss von Seite 1) fassungen. Die muselmanischen Länder sind heute weniger denn je bereit, ein gemeinsames Obefhaupt anzuerkennen. schon gar nicht diesen Nasser, der es verstanden hat. durch eine laute Propaganda immer wieder und erneut die Aufmerksamkeit einer auf Sensationen wartenden Welt auf sich zu ziehen. Die meisten muselmanischen Länder lehnen die Nasserschen Führungs- “‘¿“umsHschTGefahr anspruche lächelnd ab. be-, achten seine Drohungen und LTmWerbungen wenig und : gehen ihre eigenen Wege, sogar in der Haltu-g gegen. I über Israel. In diesem Zusammenhang braucht nur , auf die Wiederaufnahme der 1 Beziehungen des Iran zu Is-! rael hingewiesen zu werden. I HI.; Papst Johannes XXIII. , macht in Erkenntnis der ' grossen Gefahren, die der . Kommunismus für den Be-; stand der Religionen und j die Schar der Gläubigen bedeutet, grosse Anstrengungen. um ^ille Religionsge- | meinsehaften vnd Kirchen zu einem gemeinsamen Vor. j gehen zu veranlassen, ln i welcher Form diese Aktion eir.geleitet werden soll, ist Lehren ,,abzu- | angebrochenen Aera selbst- : verständlich auch den neueobwohl keine | en Ideen zugetan. Gerade Religionsgen.einschaft oder .Kirche im üblichen Sinne, sind gewiss an ein^r Ab- | wehrbewegung gegen die , materialistischen und kom- ' munistischen Doktrinen interessiert. Noch stärker! aber dürften die islamischen Führer für eine derartige Stärkung der geistigen Front gegen den Kommunismus eintreten. da die für sie bei weitem akuter und gravierender als für die Juden ist. Dies gilt sogar so weit, dass man von einer ge gewissen Immunität des jüdischen Geisteserbes gegen das kommunistische Gedankengut sprechen kann. Denn | nach mehr als 40jähriger kommunistischer Herrschaft : in der Sowjet-Union, nach der Dezimierung der fiih_ I renden jüdischen Schicht, nach zahl’osen Verboten und i Unterdriickungs - Massnahj men gegen jüdisches Ge j meinde- und Vereinsleben. I gegen die jiddische Sprache, Presse und Schule, und | selbst geeen das religiöse jüdische Leben bestehen i roch heute starke jüdische | Gemeinschaften in Russland. von denen wir wissen.! dass sie zum Stamme des wenn man diese besonderen und einmaligen Umstände berücksichtigt, wird man die Grösse des Schaupiels begreifen, dass wir heute nach so vielen Jahrzehnten kommunistischer Diktatur und Unterdrückungspolitik gegen Religionen und Kulturgemeinschaften, insbesondere aber gegen die jüdische Minderheit, von einem lebendigen, jüdisch-bewussten Judentum in der Sowjet-Union sprechen kön. nen. : Oft genug wurde hervorj gehoben. dass Judentum;- und Kommunismus sich aus- '• T ... ,. . . _ ■ ,, „ , 7 Initiativen, wie wir ihn un schbessendc Gedanken um. , T . c, , 1 . ,. /-.i ter Lenin, Stalin und Krutfassen. Aus diesem Grunde; , . , , ... . . ,? . . „ . ,s , „! schew kennen lernten. Die ist das Judentum Marker Der Exmufti leugnet London. — Amin el Husseini, der Exmufti von Jerusalem, leugnete kürzlich in Beirut, dass er Eichmann bei der , Massenausrottung der Ju-; den in Deutschland im zweiten Weltkrieg geholfen habe, wie hier ver. lautete. Der Exmufti entgegnete auf Fragen, er sei mit Eichmann niemals zusammengetroffen. ..Die 1 Nazis hatten weder meine Rätsel läge noch ande. j re Anstifter nötig, um : ihr Programm gegen die! Juden durchzuführen'’. | erklärte Husseini. (ITA) noch nicht mit aller Klarj jüdischen Volkes zurückkeh. heit erkennbar. Immerhin \ ren wollen. dürfte es sich um die Auslösung einer geistigen Bewegung handeln, in deren Verlauf die breiten Massen der Gläubigen und der Zweifelnden zu stärkerer Wachsamkeit erzogen und aufgerufen werden, um sich gegen den Kommunismus ♦♦♦♦♦♦♦ < \ Dr FREY ♦ t Abogado PUEYRREDON 1190 * ♦ I* tag. Î nachm 16—19 Uhr REAL PEN j U Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 Mit Stolz und einem starken Selbstbewusstsein kann das jüdische Volk -in der Welt auf die russischen Juden blicken, auf ihre Verbundenheit zu unserer und ihrer Vergangenheit, auf ihre Liehe und Treue zum Judentum ' und zur Judenheit. Dieses Phänomen des russischen Judentums ist umso wundersamer, wenn man bedenkt, dass die Generation der Revolutionszeit inzwischen ausgestorben ist. jene Generation, die noch gegen die kommunistische Gefahr geschützt als die anderen Gemeinschaften, wobei wohl verstanden sei. dass hier nur von dem kommunistischen Prinzip die , Rede ist. wie es heute vom kommunistischen Machtstaat verkörpert und gewaltsam durchgesetV wird, i Judentum und ..Ur-Sozia lismus“ dagegen sind aui sserordentlich verwandte : Ideenwelten, und der soziale oder sozialistische Gedanke i ist aus der jüdischen Vorstellungswelt nicht fortzudenken. Aohnliches gilt für deutlich als der Papst. Der! das Ur-Cbristentum als ei- Islamismus befindet sich ner aus dem Judentum her. heute sicherlich in einer . vorgeganger.en Sekte (ohne nicht-kleineren Krise als die die Absicht einer eigenen Katholische Kirche. Die gei- Rcligionsstiffung). das in seisfigen Entwicklungen der!ser absolute kommunistische 1 Staat trägt die gleichen , Merkmale, die einen faschi- ‘ stischen Diktaturstaat kennzeichnen. Einen wesentlichen Unterschied in Form, Zweck und Gesetzmässig- , keit der Diktatur von rechts i oder links gibt es nicht. Mit j Sozialismus oder der reinen kommunistischen Idee hat das alles nichts zu tun. IV. I Die Moslems sehen die Gefahr, die vom Kommu-! nismus droht, nicht weniger nem Wesen eine rein kommunistische Gemeinschaft war. was Ideen und Hoffnungen betraf. Gerade die berühmten Rollen vom Toten Meer, die man vor einigen Jahren entdeckte, be stätigen diese Auffassung und beweisen, dass es auch schon vor den Ur-Christen innerhalb des damaligen einen blühenden Ast am Judentums Sektierer mit je- Stamme des jüdischen Volnen Vorstellungen gegeben kes bildete. Die heute tra_ hat. ¿je dann später einem gende Schicht ist zu einem i einzigen Rabbi zugeschrie, grossen Teil noch während ken und zu einer Weltreli- oder nach der Revolutions- { gion entwickelt wurden, zeit geboren worden; sie Aber alle diese Ideen waren konnte nicht mehr die alte eminent sozialistische, und jüdische Erziehung erhal-! die Form der Lebensgeten, sie wusste nichts mehr meinschaft der Ordensmit. von den ..alten guten Zei-; gijeder oder der Sekte — ten” und war im Rausche und im Taumel einer neu J. Liebling! FOURNIERE — i SPERRHOELZER DIAZ VELEZ S224 al 46 } T. 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Die stürmische Entwicklung der letzten Zeit hat diesen Prozess der Erschütterung des Glaubens verstärkt und beschleunigt. Manche religiösen Lehren halten den Feststellungen der Wissenschaft und Technik nicht stand. Aber der Konservatismus NERVENu. GEMÜTS. KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN; prov. RIVADAVIA 2625 III Tel. 48-7524; und der Apparat der Kir. 1 ehen kann nicht so schnell I arbeiten, dass von einer ak- : tuellen Anpassung von Er. 1 kenntnis und Dogma die Rede sein kann. | Aehnliche Gedanken gel-; ten auch für die islamische . Welt. Hier aber muss man [ eine wichtige Besonderheit berücksichtigen, die zu ei- ■ ner weiteren Erschwerung und einer Vergrösserung des Problems führt. Die is- | lamischen Völker gehören 1 in ihrer Ueberzahl zu den | sogenannten „unterentwik.! kelten” Ländern. Dort be. \ wirken Wissenschaft und j Technik, Zivilisation und! Moderne nicht den normalen | Weg einer langsamen Evoi lution, dort werden mitunter Jahrhunderte vehement : übersprungen. Erkenntnis, i beschattet von ihrem stän-; digen Begleiter, dem Zweifel, führt in vielen Fällen zum Zusammensturz einer Welt, die nicht mehr ins I Heute und Jetzt einzugliedern ist, deren .Vorstellun. , gen offensichtlich überholt Tod eines Schriftstellers New York. — Hier verstarb Reuben Fink, ein bekannter jüdischer Schriftsteller und Journalist, im Alter von 72 Jahren. Fink kam im Jahre 1903 in die Vereinigten Staaten und liess sich bald darauf in Washington nieder. Er arbeitete dort journalistisch für das Handelsministerium und war von 1914 bis 1919 Berichterstatter für die Zeitung ..Der Tag". Fink gehörte zu den Gründern der Liga gegen die Diskriminierung bei Anstellungen und war eine Zeitlang ihr Präsident. Er war Mitglied des Beratenden Comités des American Jew. ish Congress. Unter seinen bekanntesten Schriften sind ..Die Juden im Staatsdienst” und ..Der nordamerikanische Bürger” zu nennen. (ITA) U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ios Martes y Vierne*. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190. 1? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450.— jährl. sind und der Vergangenheit angehören. Das Alte bricht zusammen. Damit ist neuen Gedanken, vor allem dem Kommunismus, das Tor geöffnet worden. Die Träger der religiösen Vorstellungen sind zugleich die Repräsentanten der untergegangenen Epoche, die man gerade überwand. Vor diesen Gefahren steht der Islam. Und trotzdem paktiert Nasser, einer der prominentesten Repräsentanten der islamischen Welt mit dem Kreml. Mit dieser Politik erzwingt er die Hilfe des Westens, indem er die Hilfe des Ostens annimmt. Nasser glaubt, russische Waffen und Waren ohne russische Ideologien I akzeptieren zu können, j Noch niemand hat straflos I ein solches Spiel getrieben. | Wie ein Kind, das mit veu, | er umgeht, nicht die Warnungen der Erfahrenen respektiert, schreitet Nas- | ser traumwandlerisch über den Abgrund. Ihn wird man nicht überzeugen. Wie reagiert aber der Westen? Was sagen seine Politiker und seine ' geistigen Führer zu den antisemitischer. Wegen des! ägyptischen Diktators- Warum schweigen sie noch? Diese Fragen verlangen ei. : ne Antwort. Der Westen weiss genau, dass derjeni-! ge. der seine politische Po- | sition zu schwächen versucht, auch seine geistige I Front erschüttert. VARICES — ULCERAS DE LA PERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMENTO 3118 T. EL 87 1362 Aíaitka j @ha][2Q&uxSx hutsalon j Jetzt in i B e I g r a ü o j MOLDES 2 5 6 1 I T. E. 73-3229 j 73-9155 i } /lont., Mittwoch, Freitag 1; 17—20 Uhr. Tel. Anmel- ] Gewaltstaat, jener alles be. \ j jung erbeten. { herrschende und unterdrük- | ...»■■»— kende Moloch mit seinen-; ~~ blutigen Organen zur Besei. tigung der Willensfreiheit und der Entfaltung eigener Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T. E.: 48-2124 - j Dr. j B. 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E. 44 9493 u. 44-1542? * A I Dr. Bernardo Goldstein M E D I C C Cardiología — Hospital Fernández i Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogrammp CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr

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