Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1858 (7.3.1961)
- Date
- 1961-03-07
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612269--1148-9612271- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Mohel 1× ep/1006163
OCR text
2 — Martes, 7 de Marzo de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU ABo XXfl. — No. 1858 Eine neue Welt im Werden (Schluss von Seite 1» hängige Existenz zu führen, ein Eigenleben, das aus einem Zweokverband einen Wert an sich machte, und dazu noch einen Wert, der höher als der Bürger oder die Summe aller Bürger eingeschätzt wurde. Die fiktive Persönlichkeit des Staates vei-drängte die ideale Persönlichkeit des Volkes. Selb.-t in den Demokratien nin-.mc der Staat den ersten Platz, ein. dem sich das Volk 'r terzuordnen hat. und nicht s Volk steht als Faktor an vorderster Stelle. Das Volk existiert für den Staat, und nicht umgekehrt der Staat für das Volk, wie es eigentlich und urspriing. lieh gedacht war. Diejenigen, die als erste Diener des Volkes gedacht und berufen wurden, schwangen sich zu den Herren über das Volk auf und erfanden eine Parole, die ihre Mission aus einem Dienst für das Volk in eine Herrschaft über das Volk umwandelten. Diese Losung bot ein neuer Begriff, der allgemein als ..Patriotismus-’ bekannt ist. Wer gegen den Staat, d. h. seine Beherrscher eingestellt war. wurde plötzlich als Volksfeind hingestellt, da es ihm am notwendigen Patriotismus ermangelte.; Je schärfer die Alleinherrschaft der ..ersten Diener” und derzeitigen Herren ei- * nes Staates ist. desto mehr wird mit ..Patriotismus” j gearbeitet. In allen Diktaturen ist der ..Patriotismus“ , besonders hoch im Kurs.! Dieser gezüchtete oder von oben her verlangte und dik. ' tierte Patriotismus hat mit einer echten Vaterlandslie- ■ be wenig zu tun. Niemals | kann es einen genormten 1 Patriotismus geben, wie nie- \ mals Lieb« befohlen oder vorgeschrieben werden kann. I Direkte Folgen solcher polL! tischer System sind Thesen j wie der ,.Heilige Egoismus”; oder der jeden Unrechtsi Staat charakterisierende | Satz: ..Recht ist. was unse- | rem Volke nützt”. — j Schon längst hat die j Dr FREY ▼ I i Abogado PUETRREDON tlSO 1* tsq. nachm 16—19 Uhi J. Liebling j FOURNIERE — t SPERRHOELZER j DIAZ VELEZ 5224 al 46 j T. E 43-2343/0340 y 3021 j -vvcvww*wvvvwwvww: i REAL PEN I Ji Füllhalter J REPARATUREN | Spezialgeschäft * CORRIENTES 5b9 < TE. 49-5850 l WWWHWWWHWV Ootica DIPL. OPTIKER Sarmiento 829¡ T. E. 35 - 735 Menschheit das Stadium ihrer Entwicklung durch- | schritten, in dem jeder ma. chen konnte, was ihm gefiel. Die Erkenntnis, dass Gesetze das Leben eines Volkes regeln müssen, die für alle Bürger gelten, ist heute Allgemeingut geworden. Das Faustreeht ist endgültig abgeschafft. Niemand darf sein Recht auf eigenen Wegen suchen, sondern jeder muss sich an die Bestimmungen halten, die ihm für die Durchsetzung seines Rechtes vorgeschrieben sind. Das ist eines der entscheidenden Grundprinzipe der Gesellschaftsordnung, die heutzutage für alle verbind'ich ist. Wer gegen die. ses Grundgesetzt verstösst, wird als Rechtsbrecher betrachtet und behandelt. Erstellt sich ausserhalb der 1 gültigen Gesellschaftsordnung. j Dieses von allen Völkern respektierte Prinzip der ge-; seilschaftliehen und staatlichen Ordnung gilt aber nur für die Bürger, für die Ein. j zelnersönlichkeiten, für das Individuum. Dass auch der . Staat in seiner Beziehung zu einem anderen Staat an diesen Grundsatz gebunden ist. das hat man bisher nicht ■ verstanden oder nicht beachtet. Im internationalen, j zwischenstaatlichen Leben herrscht noch immer das | Faustrecht, vielleicht in ei- , rer gemilderten Form, aber als ein allgemein nicht als j Unrecht empfundenes System. Folgt ein Land nicht , den Absichten oder Forde- ‘ rungen eines anderen Landes. so muss es damit rech-1 nen. dass der Stärkere ent-1 weder zu Sanktionen greift j oder marschiert. So ist es bis heute (nicht etwa nur bis gesternl gewesen und geblieben. Es gibt hierfür j zahlreiche. sehr aktuelle Beispiele, Tibet, Laos und andere . In jeder Demokratie herrscht Gedankenfreiheit. Warum soll es im internatinaien Konzert nicht Gedankenfreiheit geben? j In jedem Staat leben Men. j sehen mit verschiedenen : Auffassungen und Ueberi Zeugungen? Warum soll es j im internationalen Masstab [Mitmenschen angewiesen sind. Das ist eine so selbstverständliche und einleuchtende Wahrheit, dass weitenicht auch Völker mit ver. ire Erklärungen überflüssig schiedenen Vorstellungen et scheinen. Kann aber in geben? i heutiger Zeit ein Volk ohne „ , ,, . das andere bestehen? Sind Jnt 1 g - /; nicht a11« auf kulturellen, 'hen . Ind^uen nnt wissenschaftlichen und koma vel! “ en A Mhelnunfn , merziellen Austausch ange. und V eit - Anschauungen wiesen? Wer kann also schon jemals in einem Zweifel daran hegen> dass .Staatsverband zweifelhaft I die These der noStw^ndigen .gewesen, es sei denn «Koexistenz aller Natio*en handelt sich um Blutregieine absolute Notwendigkeit; me? Warum sollen Volker I darsteiit? und ihre staatlichen Orgaj ' , , . . nisationen nicht koexistie-! _ _ Erkenntnis in die ren können, auch wenn sie des. Lebens zu nach differierenden Grundj ‘‘^rtiaS^n ,lst„die sätzen regiert werden? i dl.§keit der Stunde. Wie _ . , , ¡wird aus einer Idee, aus ei- Dass jeder Mensch a-s nem Gedanken, aus einer Burger eines Landes in alsittlichen oder politischen U‘n. Sein!n-iLe-be"S:,U^S.er^' Forderung eine Wirklichkeit? Das ist die entscheigen an bestimmte Gesetze gebunden ist und nicht tun kann, was ihm gerade gefällt, sondern seine Handlungen nach den geltenden Normen ausrichten muss, ist eire Selbstverständlichkeit, selbst im freiesten Land den Frage, deren Beantwortung bisher nicht am menschlichen Intellekt ge. scheitert ist, sondern von den menschlichen Leidenschaften verhindert wurde. Dass die Vereinten Natioder Erde. Warum soll aber nen ins Leben gerufen wor den sind, und dass sie seit der Beendigung des zweiten Weltkrieges tatsächlich bestehen und arbeiten, dass Erfolge erzielt werden nicht auch im Internationakonnten. dass die Autorität len Leben seine Berecatij dieses Völkerbundes von algung haben? len anerkannt wurde und Dass kein Mensch einfach wird, darin besteht der ge. das Haus seines Nachbarn wattige Fortschritt, der ge. dieses gesunde Prinzip der ..gebundenen Freiheit”, wodurch sich der zivilisierte und kultivierte Mensch von der Tierwelt unterscheidet. besetzen oder beschlagnahmen darf, nur weil er stärker als der andere ist. diirfrr\acht worden ist. seit die Gewaltherrschaften der faschistischen Diktaturen zu. te klar sein. Warum gilt; sammenbrachen. dieser Grundsatz nicht mehr im internationalen Leben, in Diese Hoffnung soll man spüren, die uns gegeben ist. welchem bis jetzt jeder Natürlich haben die UN Starke ins Nachbarland ein. vielfach versagt — und ge- I marschierte, wenn er es für rade wir Juden hatten dies 1 zweckmässig hielt? — (oftmals zu beklagen —, ' All das sind Fragen, die ' aber besitzen doch eine mo- | sich von selbst beantworten, ralische Kraft und stellen! Trotzdem gibt es bis heu-; eine sittliche Macht dar, die te keinen internationalen j nicht einfach beiseite ge- Rechtskodex, durch welchen drückt werden kann, wenn 1 diese einfachen und wohl ..selbstverständlichen” Forderungen erfasst und zu einem von allen anzuerkennenden Völkerrecht erhoben man auch so mächtig wie! ein Krutschew ist. Alle j Energien der grossen Den- ■ ker und starken Männer un- I serer Zeit müssten darauf worden sind. Wenn aber die konzentriert werden, aus Gewaltanwendung aus den . diesen Vereinten Nationen internationalen Beziehungen j eine Art Weltregierung wer. gebannt wird, wie sie seit den lassen, die einen Jahrtausenden aus dem in. eigenen, internationalen nerstaatlichen Leben durch j Reehtskodex aufstellt, ver. allgemein gültige und aner. |-— kannte Gesetze verschwand,! * dann wird auch die Frage . bindlich für alle Völker und j Menschen, für die kleinen [wie die groessn Nationen, für die mächtigen wie die | einfachen Bürger der Länder, die alle gemeinsam die-! se Vereinten Nationen formieren. Wenn diese Idee eines internationalen Rechtes, das für alle Völker, Staaten und Regierungen gilt, realisiert wird, werden wir auch den Chauvinismus überwinden, 1 der wie eine schwere Krankheit heute das politische,! geistige und wirtschaftliche Leben belastet. Die alte und grandiose Idee des Weltbürgertums sollte trotz I der gesunden und echten,! trotz einer warmen und I auch natürlichen Vaterlandsliebe von neuem Ge. I stalt gewinnen und die Menschen und Völker be. i schwingen, über die kleinli-! chen Interessen und Gcgen- | sätze hinweg einen Weg zur gemeinsamen Aktion, zum : gemeinsamen Schaffen und i zum gemeinsamen Fort- ’ schritt zu finden. | Unsere Erde bildet eine I Einheit. Das ist ein simpler | Satz, der zugleich eine teife j Erkenntnis in sich birgt und den Willen wecken soll, [ über Gegensätze und Differenzierungen hinweg das ■ grosse Gemeinsame zu erblicken. das alle Menschen verbindet. Koexistenz und Völkerbund dürfen nicht nur brillante Worte und zündende Parolen bleiben, sondern müssen aus der Sphäre der Gedanken in den Alllag übertragen werden. Gerade weil heute mehr und mehr als in allen vorhergegangenen Zeiten die Einheit der Erde sichtbar und spürbar wird, gerade weil durch die ungeheuren Fortschritte der Technik die Erde auch kleiner geworden ist, und' die Völker geographisch und faktisch einander näher gerückt wurden, gerade aus diesen Gründen muss auch das Bewusstsein der Einheit und Einheitlichkeit viel stärker betont werden und einen realistischen Ausdruck finden. An die Stelle eines bisher LA SEMANA ISRAELITA Bisemanano — aparece tos Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarser.sky Pueyrredón 2190. W izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland? 450.— jährl. partikularistischen Denkens muss ein neuer, schöpferi- | scher Universalismus treten, für den die Postulate j der Menschlichkeit, der ' Menschenwürde und des I Menschenrechts nicht leere 1 Forderungen bleiben .sondern in den allgemeinen Rechts- und Sittenkodex der wirklich Vereinten Na- - tionen und in das Denken aller Völker und Menschen Eingang finden. Das ist der Weg zum Frieden, ein lan. ' ger und schwerer Weg. der sicher nicht in gerader Bahn zum Erfolg führen wird, I für den aber der Einsatz, der Kampf, die Arbeit gei rade der besten Männer ' und Frauen alleT Nationen lohnen wird.! Wir stehen am Wende, punkt zweier Epochen, wir , stehen an einem Scheideweg zwischen Leben und Tod. Geben wir die alte jü- ■ disehe Antwort und rufen wir die Menschheit auf, mit ihren eigenen Gedanken und Worten zur gleichen Ent- 1 Scheidung zu gelangen: Wählen wir das Leben!; Wählen wir den Frieden und den Fortschritt, wählen wir einen neuen Universalismus [ und Humanismus, die in je. j dem Menschen das Ebenbild Gottes und den Menschen sehen und deswegen die friedliche ..Koexistenz” aller als eine selbstverständliche Voraussetzung jeder „Existenz” betrachten. JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallisbeute! - Käppchen . Maz. zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73.9155 der Kriege, der Atomwaffen und Abrüstung von selbst erledigt sein. Niemand zweifelt daran, dass die Menschen, um existieren zu können, auf ihre ITERVEN. u, GEMUETS- KRANKHEITEN I Ai&ïtha Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76.6764 u 76-2312 Dr. M. J. Kuhn pro r. RIVÀDAVIA 2625 III Tel. 48-7524 VERREIST BÏS 5. MAERZ Ük apQcuiyc.\ I HUTSALON! £ i Jetzt in i î Belgrado 1 Imoldes 2561 i X T. E. 73-9229 J! 73-9155 I Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T. E.: 48-2124 î Dr. I B.Schwarcz ] ZAHNARZT 1 ESTOMBA 2283 - 52-12)4! RAYOS X? "’ARA DENTOSE J VERREIST BIS? 27. FEBRUAR Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kaut oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER CESCHAEFTEN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL ÜMANSKY SARMIENTO 3118 T. E. «7 1362 ¡Dr. BENJAMIN LIPNIZKY j ZAHNARZT | ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BEl HANDLUNG Mil GASBETAEUBUNG - REGU- | LIEHUNG DER ZAHNSTELLUNG T Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend I nach vorheriger Vereinbarung. f JOSE HERNANDEZ 2518 T. E 76-8f73 und 73-0500 Restaurant Paso?.. Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259; Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS- und ABKNDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUERRUNG SAEMTUCHER M a! e r a r CONDE 2318 Î beiten -. E. 76 75333; Dr, L. KLEIN Medien § * 5 * Magen, und Darmkrankheiten * * jf * Röntgen Untersuchungen $ * SPRECHSTUNDEN: * * * JMontag, D'enstag, Mittwoch u Freitag von 15—19 UhrJ ♦ Es wird gebeten. k.ch vorher telefonisch anzumelden ♦ * * JSANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542* * Dr. Bernardo Goldstein MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Eleetrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Sonnabend: 14—16 Uhr | Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr |