Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1855 (24.2.1961)
- Date
- 1961-02-24
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Vitruct, 24 4e Febrm 4e 2M1 ¿«BISCHE VOCKElICICi V XXII. — K«. fm OIE VERZERRTE VERGANGENHEIT (Schluss von Seite 1) werden solle. Er geht bei seinen Betrachtungen von der Wiedereinsetzung eines Schulmeisters aus. der offensichtlich als Nazi aus seinem Amt ausgeschlossen wurde. Aber hören wir. was der Artikelschreiben selbst zu sagen weiss: „Ara 24. Januar 1961 wurde in Schriesheim an der schon gekommen sind. Der Bergstrasse, in Anwesenheit persönlichen Einsatzbereit, von Kreisoberschulrat Diebl. ■ schaft einzelner, die sich den Gemeinderäten und den nicht bange machen lassen, I „Das sind offene, eines deutschen Mannes würdige Worte! Immerhin gehört, heute noch, ein gewisser Mut dazu, die Dinge schon wieder beim richtigen Namen zu nennen. Andererseits zeigt diese Begebenheit mit erfreulicher Deutlichkeit, wie weit wir mit der Bewältigung der verworrenen Jahre nach 1945 Geistlichen beider Konfessionen, der frühere Rektor der Volksschule, Hans Schuhmann, feierlich wieder in sein altes Amt eingesetzt ist es in manchen Fällen schon wieder möglich, das damals diktierte Unrecht auszulöschen. .Schuld an den ganzen Der Schriesheimer Bürger- 1 Schwierigkeiten, in denen meister H~eger erläuterte in seiner Festrede die Bedeutung dieses Schrittes: Die Anwesenden wüssten, so sagte er. dass unter norwir-jetzt stecken, sind na türlich die damaligen Alliierten, denen es seinerzeit im Siegerrausch und im Bündnis mit den Russen malen Umständen ein andeeinfach an der gebotenen rer Anwärter hätte berücksichtigt werden müssen. In diesem Falle aber gehe es, wie ebenfalls jeder wisse, um die Demonstration einer Wiedergutmachung, deren Notwendigkeit für jeden Einsichtigen alle anderen Gesichtspunkte in den Hin. Besonnenheit gefehlt hat. Wir Deutschen neigen nicht dazu, ihnen das nachzutragen oder moralisch anzukreiden. haben doch auch wir in jenen Jahren 1933 bis 1945 mitunter Fehler gemacht, wie wir ruhig eingestehen wollen. Und ausser- , bestanden haben, mit sol. 1 chen Typen wie dem Artikelschreiber nicht endgültig , aufgeräumt zu haben. Das i sind dieselben Schulmeister und ihre Helfershelfer, die , schon einmal eine Generation in unserem Jahrhundort verführt haben, bis es zu spät war und nur Trümmer übrig geblieben sind.; Es würde uns interessieren,; wie die verantwortliche Oef. fentlichkeit auf diese Ausführungen reagiert. Hieran; kann man wie von einem Barometer ablesen, wie weit die Dinge schon wieder gediehen sind, die Dinge, die zum Chaos überleiten... j Aber der Artikelschreiber von Ditfurth wird noch viel deutlicher. Unvermittelt geht er zu einer Verteidigung des früheren Generalstaatsanwaltes beim Freis- lerschen Blutgericht. genannt Volksgerichtshof, über ‘ und sagt wörtlich: j ,.Denken wir zum Beispiel an den Oberreichsanwalt a. ' D. Lautz. Jahrelang hatten ihn — nicht wir, so weit ist es AA«rkei»N»itf: ~ * •intr Regkrung Guatemala. — Israel ist das 14. Land, das die neue Militärjunta von El Salvador anerkannt hat.; Die Anerkennung wurde i dem Aussenminister Raul Gomera durch den is. i raelischen Botschafter! Shai ausgesprochen. j Einen Tag nach Israel , erkannten die Vereinig, j ten Staaten die neue Re- : gierung von El Salvador i an. (ITA) i Befehlshaber eines Volkes und seiner Armee, die in einem beispiellosen Ringen um Sein oder Nichtsein verstrickt waren. Die Attentäter hatten objektiv ohne jeden Zweifel Hochverrat begangen, und das in einem Augenblick, in dem das Schicksal der deutschen Volksgemeinschaft auf des Messers Schneide stand. Selbst wenn wir einmal unterstellen, dass Stauffenberg und seine Mittäter von unegoistischen, gutgläubigen Motiven erfüllt gewesen sein sollten, so ändert das an der juristischen Beurtei. tergrund treten lasse. Es sei dem sollte man in diesem höchste Zeit, das wiedergutzums'ihen. was dem Rektor Srhuhmann 1945 angetan worden sei, und die Gemeind? habe nicht gezögert, die jetzige Gelegenheit dazu zu benutzen. ..Die Umwälzung von 1945 hat. wie a’le Umwälzungen, auch viel Wertvolles und Bewährtes mit einer Handbe- W’egung unter den Tisch ge. wischt. Zusammenhang am besten überhaupt nicht von Schuld reden. Dass man es in den Jahren nach Kriegsende viel zuviel getan hat, ist ja der eigentliche Grund aller der Probleme, mit denen wir jetzt fertig werden müssen.” — I Das sind wirklich ..offene Worte eines deutschen Mannes”. Und es gehört ein alj lerdings trauriger Mut dadenn doch nie gekom- : lun£ *rer Handlungsweise men! - die Besatzung*- I d,f - ge™gS\emachte eingekerkert Aber a!s0 so11 ein Beamter> des' I uv eingekei Kert. Aber sen Pflicht es ist di Ein_ danach noch wurde ihm, h lt d Gesetze zu ge , f,aSLz.thn I,J!hre,-lan,g: von 1 währ leisten und den Uebfr.' deutschen Behörden die verdiente Pension vorenthalten, i Einem Manne, der es als; Beamter des Reiches dank seiner Loyalität und Tüch- | tigkeit bis zum Oberstaatsanwalt des höchsten deutschen Gerichtshofes, des treter zur Rechenschaft zu ziehen, was sollte Lautz damals anderes tun, als er getan hat?” Es ist nicht unsere Sache., die Widerstandskämpfer des 20. Juli. 1944 zu ver- .♦ fr* «. *♦ * ♦♦ < ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ V- Dr FREY Abogado PUEYRREDON ll»0 1* isq zu, 4 I ser 4 4 4 4 4 4 4 nachm 16—19 Uhr I REAL PEn| J ¡ Füllhalter t REPARATUREN Spezialgeschäft * CORRIENTES 569 T E. 49-5850 die Geschichte in die. Weise verfälschen zu dürfen. Das sind genau dieselben Machenschaften und Redensarten, mit denen man in der Weimarer Republik die Atmosphäre ver. ♦ | giftet hat und verhinderte, ♦ 1 dass anstelle einer würdi- ♦ | gen Vaterlandsliebe ein un- , $! echter und parteigebundei 4! ner Patriotismus gezüchtet •■i wurde, der schliesslich in . ' das nationalsozialistische mündete. Es , dass die Alli. j ierten nach dem deutschen j Zusammenbruch Fehler gej macht haben. Diese Fehler j können wohl aber nur darin j Volksgerichtshofs, gebracht | teidigen. Aber die Form hatte! Und die« nun bezeichder Rechtfertigung des frünenderweise nicht deshalb, Reren Anklägers Lautz weil dieser Mann als Beam , spricht für sich. Da ist vom ter versagt hätte — das Ge- 1 ..Führer” die Rede, dessen genteil war der Fall _ son. Mordtaten unerwähnt bliedern lediglich aus politi- 1Ben. und v°n einem Regischen Gründen. Als ob es in das die ganze Welt ins den anderen kriegführenden - Unglück stürzte. Diejeni- Staaten nicht etwa auch! «endie noch vor wenigen Sondergerichte gegeben hät- , Jshren als Helden gefeiert le. die mit drakonischen 1 wurden, werden jetzt als Strafen — Krieg ist nun ein- Hochverräter angeprangert, mal Krieg, wo gehobelt! Selbst die Motive ihres wird, da fallen Späne, und [Handelns werden in Zweifel Gemeinnutz geht vor Eigen, gezogen .und das^ nach allnutz — gegen alle die vordemwas 1“' gingen, die aus welchen Soweit ist , Mordsystem _! ist möglich, Gründen auch immer der kümpfenden Truppe in den Rücken fielen. Dem Obergesehehen ist! es also schon wieder?... Nicht genug damit preist der Schreiber die Haltung Kräften angezwetteR und kritisiert wird, um dann ganz offen zur Verteidigung der Mordtaten überzugehen, die unter dem Motto .Euthanasie’ begangen worden sind. Herr v. Ditfurth schreibt hierzu: ,.Da hatten während des Krieges im Hamburger i Krankenhaus Rochenburgsj ort einige Aerzte völlig I schwachsinnige und ver- I krüppelte Kinder, die von I ihren Eltern zu ihnen ge- ] bracht worden waren, durch; eine Injektion von ihrem I minderwertigen Dasein be-; freit. Jetzt erhoben sich auf einmal Stimmen von Leuten, welche die ganze Ange. . legenheit sensationell vor die Oeffentlichkeit zerrten und eine Untersuchung dar-! über verlangten, ob die gleichen Aerzte auch heute noch Kinder behandeln dürften. I ..Welche Verwirrung der Begriffe verbirgt sich bei näherer Betrachtung doch hinter dieser Forderung! Die Anklage unterstellt doch nichts anderes, als dass die — mehr als fünfzehn Jahre zurückliegenden, fachmännisch von Aerzten durchgeführten — Kindestötungen ein Unrecht gewesen seien, und ferner, dass eine weitere Tätigkeit der beteiligten Aerzte aus irgendwelchen Gründen bedenklich sein könne. Demgegenüber ist aber nun darauf hinzuweisen, dass bis 1945 eine solche Art ärztlicher Behandlung bei schwachsinnigen Kindern bekanntlich nicht nur zulässig. sondern sogar gesetzlich vorgeschrieben war. Von einer Strafbarkeit der Handlungsweise der betreffenden Aerzte könnte also dann allenfalls die Rede sein, wenn die Untersuchung ergeben hätte, dass sie die Tötung in einem oder mehreren der gesetzlich betroffenen Fälle unterlassen hätten. Das war offensichtlich nicht der Fall. Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat, gemeinsam mit der zuständigen Aerztekammer. dementsprechend denn auch festgestellt, dass kein Anlass bestehe, gegen LI SEMANA ISUAEUTA Bijemanario — aparece los Martes y Viernes, Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarcensky Pueyrredón 2190. iv iaq, T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 430,— jährl. (diese Aerzte rechtlich vorzugehen.” | Hier finden wir eine schwache Rechtfertigung des Mordes, wie er millionenfach vom Dritten Reich . begangen worden ist. Die \ Redensart vom ..minderwertigen Dasein” soll wohl alles Geschehen decken? Wer sind diejenigen gewesen, die beurteilt haben, was „minderwertiges Dasein” ist und was nicht. I Hier liegt eine völlige Begriffsverwirrung und Be-! griffsverdrehung vor, denn 1 mit Euthanasie hat das alles nichts zu tun gehabt, i Wir brauchen nur auf die Ausführungen zu verweisen, , die Prof. Viktor v. Weizsäk. 1 leer gemacht hat (veröffent- . licht in „Euthanise und; Menschenversuche'’, Verlag Lambert Schneider, Hei. t delberg, 1947). — Ist es wirklich schon wie- ' der so weit, dass sich EJe-! mente melden können, die eine noch nicht bewältigte; Vergangenheit heroisieren und erneut die Rechtsbegriffe und das Rechtsbev/usstsein eines Volkes ins Gegenteil verzerren? Ruf nach Nordamerika Prof, de Shalit. Leiter der Abteilung für Kernphysik, ging nach Amerika, wo er an der Standford-Universität, Kalifornien, und am Technologischen Institut von Massachusetts lesen wird. In Israel wird ihn Professor Harry J. Lipkin vertreten. f J. Liebling | FOURNIERE — Î SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 a) «6 i T E 43-2343/0340 T 3021 | JUDITH SCHENK0LEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallisbeutel - Käppchen - Maz. zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73-9155 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER CESCHAEFTEN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 Maitka (2k i &peau>c\ HUTSALON j Jetzt in | Delgraßö t MOLDES 2561! T. 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