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Jüdische Wochenschau · 1961-02-24 · 1855 (24.2.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1855 (24.2.1961)
Date
1961-02-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYKREDON 2190 - 1? izq. Año XXII. J&JkéMXiH&JsAXielilG, BUENOS AIRES, VILRNES 24 DE FEBRERO DE 1961 No. 1855 Eichmann handelte eigenmaechtig New York. — Die Behaup-[ europäischen Juden aufge-| die ,.Operation Nacht und i Staatsanwaltschaft tung Adolf Eichmanns, er langen und „liquidiert ’ Nebel” abrollte. überwachte die Deportation IL. In diesen Posten sind die ¡Ausgaben, die durch die KOSTEN DES PROZESSES Festnahme Eichmar.ns verursacht wurden, nicht inbe. Jerusalem. — Die Ge. ¡griffen, der Juden aus fünfzehn , Samtausgaben für den Eich I Ländern. Er handelte den mann-Prozess werden auf REHOERDI.IC'HE Befehlen seiner Vorgesetzdrei Millionen Israel-Pfund MASSNAHMEN ~ Worte zählt «, soeben un.; Sn zuwider um L*Z.bl veransehlagt. Diese ScMK-j ter dem Titel „Eichmann, 1 der Deportierten zu erhö. | ™ng kann je nach der Dau.J Jerusalem^ - D« Korden Herr der nazistischen hen und betätigte sich noch j er der Genchtsverhandlun- [^pondenten aus dem Aus- .¡Viordmaschine” veröffentweiter als Menschenschläch- I S«n Schwankungen licht wurde i ter. als schon Himmler perliegen. Der Betrag setzt Prozess beiwohnen werden, rJ sonlich gesen Ende des i sich wie folgt zusammen: , können die besonderen posei nur ein Rädchen in der wurden. Maschinerie der Nazis ge. Eichmann, so heisst es in wesen, die sechs Millionen diesem Bericht, plante und Juden ausrettete, wurde vom Jüdischen Weltkongress in einem Memorandum widerlegt, das 10.000 Installationen für Poststalischen Einrichtungen, wesen, Rundfunk, Kabel d*€ im Genchtsgebaude an- und Telefone: 950.000 IL, gele§‘ worden sind, an Umbauten des Gebäudes , Sonnabenden nicht benutzen, 370.000 IL. Gegenstände für ’ ™ das Arbeitsmimsterium technische Vorrichtungen, beschlossen hat. Dieser I Entscheid wurde nach einer In diesem Dokumentärsönlich gegen Ende des j bericht, der von Dr. Nehe- Krieges den Befehl erteilt mia Robinson, dem Direktor hatte, die Durchführung der des Instituts für jüdische die Juden betreffenden Fragen des Weltkongresses, ' Massnahmen einzustellen, verfasst wurde, wird festge. j Dr. Robinson verweist stellt, dass der ehemalige darauf, dass der Oberstleut- Obersturmbannführer Adolf nant-Rang Eichmanns teil-1150.000 IL, Sicherheitsmass , _ . . Eichmann im Mittelpunkt weise auf die Tarnung zu- \ nahmen 30.000 IL, Presse- Beratung 9em unf des Netzes sass, in dem die nickzuführen sei. unter der dienste 60.000 gL, Kosten der , Folizeiministenum hezann . gegeben. —-------- 1 Der Arbeitsminister verj wies darauf, dass den Jour. i nalisten genügend Möglichf _ __ . ___ ♦ i Leiten offen stehen, wenn ID E VER7FDBTF VFDCANCFNUFIT1 tbBmf WIE ICH ES SEHE Wie sie wüteten Die Oeffentlichkeit soll es wissen, und jeder von uns muss ein Berichterstatter hierüber sein, welche Verbrechen die Nazis in den ron JEHUDA GOTTHEIMER Inzwischen wurde beschlossen, dass verschiedene Omnibuslinien, die am Gerichtsgebäude vorbeifah. dreiwöchiger Verhandlung, direktor Vasters schilderte ren, umgeleitet werden sol- Es lautet auf 21mal lebens- | die Persönlichkeit des Angeklagten, der schon 1939 nach dem Einmarsch der einen veri Deutschen in dessen sude- Dazu kom- | tendeutsche Heimat in die länglich Zuchthaus und Ehrverlust auf Lebenszeit für 20 Morde und suchten Mord. Jahren ihrer Schandherr. | Mordversuch. Der Sraatsanschaft verübt haben. Hier folgt eine Information über die Feststellungen, die ein deutsches Gericht jetzt im Verfahren gegen einen men 15 Jahre Zuchthaus NSDAP und die Allgemeine für neun Fälle von Tot- | SS eintriit und 1940 in die schlag und einen zweiten Waffen - SS übernommen len. Die Errichtung eines vier Meter hohen Eisengitters, das die zum Gerichtsgebäude führenden Strassen abschliesst, ist seiner Beendigung nahe. (ITA) ilMJÖ Jerusalem. — El Prof. E. Dreyfus, del Departamento de Medici« . Ir terna de la Universidad Hebrea, trabajando en cooperación con el señor M. Be« Porath, del Instituto de Radium de Hadassa, y el Dr. J. Nenezel, de la Escuela de ¡Medicina, ha descubierto un nuevo método para diagnosticar los infartos al corazón. El método que involucra la absorción de V^dó radioactivo, es de utilidad en aquellos easos difíciles y complicados en que el examen clínico, el electrocardiograma y las pruebas d; laboratorio, o bien no r-velan síntoma-, de infarto o dan resultados erróneos. Se estudiaron unos sesenta casos, de los cuales ni número determinado había sufrido infartos y los demás se utilizaron como control. Después de prolongados experimentos se llegó a la conclusión de que los infartos podían descubrirse mediante la absorción de yodo radioactivo. El estudio correspondiente ha sido publicado por la Revista de Cardiología de los Estados Unidos y el método se utiliza ya en el Hospital Bit Hadegel, de Hadassa, en Jerusalem, y están introduciéndolo varias instituciones médicas de los Estados Unidos y Europa. SCHLOMO S. TANGER Eine wichtige Entdeckung Jerusalem. — Prrf. E. Dreyfus von der Abteilung für Innere Medizin der Hebräischen Universität hat in Zusammen? rbeit mit M. Ben Porath vom Röntgen-Institut der Hadassa und Dr. J. Nenczel von der Schule für Medizin, eine neue Methode zur Diagnose von Herzinfarkten entdeckt. Bie Methode, die die Absorption von radioaktivem Jod einschliesst, ist in jenen schwierigen und komplizierten Fällen von Nutzen, in denen die klinische Untersuchung, das Elektroradiogramm und die Laboratoriums-Analysen entweder die Symptome des Inforkts nicht aufweisen oder irrige Resultate ergeben. Es wurden rund sechzig Fälle untersucht, von denen eine bestimmte Zahl einen Infarkt gehabt hatte, und die übrigen wurden zur Kontrolle benutzt. Nach langen Experimenten gelangte man zu der Schlussfolgerung, dass die Infarkte durch Absorption von radioaktivem Jod entdeckt werden könnten. Die betreffende Abhandlung ist in der Zeitschrift für Kardiologie der Vereinigten Staaten veröffentlicht worden, und die Methode wird im Bet Hadegel-Krankerhaus der Hadassa in Jerusalem angewardt; verschiedene medizinische Institute in den USA und Europa führen sie ietzt ein. SCHLOMO S. TANGER walt hatte für den 57 Jahre alten Muzikant ursprünglich eine Verurteilung wegen 212 Morden in den Konzentrationslagern Mauthau Schinder der KZ machen! sen und Melk gefordert. in musste. Es handelt sich also nicht um „Propaganda”, wie dies von alten und neuen Nazis gelegentlich be seinem Plädoyer dann aber wurde. Zuletzt war Muzikant , SS-Scharführer und Sanilä.! ter in den Konzentrationsla. 1 gern Ravensbrück, Mauthausen und Melk. In Ora- 1 nienburg wurde dem vorher kaum im Sanitätsdienst Ausgebildeten die Tötung lebenslänglich Zuchthaus ] eines Menschen durch eine wegen 35 Morden beantragt, i Injektion demonstriert. Da die meisten Opfer des ’ hauptet wird, auch nicht KZ-Sanitäters nicht mehr um Tendenzmeldungen, wie einige ..gute Deutsche” meiaiu-sagen konnten, war Beweisführung für die die nen. Mit einer unvorstellba- Staatsanwaltschaft beson- Itn August 1944 übernahm Muzikant die Leitung des Häftlingsreviers im Mauthausener Aussenlager Melk, Durch seine Revierschreib. ren Grausamkeit haben dieders schwierig. Sic bot 37 j stube gingen Tausende von se Spiessgesellen des Drit -"r ->-10 1 ANKLAGE OFFIZIELL ERHOBEN Jerusalem. — Der israelische Generalstaatsanwalt Gideon Hausner hat dem Bezirksgericht von Jerusalem die Anklageschrift gegen den nazistischen Kriegsverbrecher Adolf Eiehnvann cffiziell unterbreitet. jahr 1945. Aber hier reichten die Beweise nicht zu einer Verurteilung aus. Fünf von Muzikant zugegebene Erwürgungen hielt Zeugen auf. darunter 18 aus .schwerkranken Häftlingen, I das Gericht fiir Morde, da Irgendeinem Grunde in ihre . von Melk. Er hat dort kran Fänge gerieten. Das ist ge-i ke Häftlinge nach überein schelten und kann nun nicht ' stimmenden Zeugenaussa- | Jcant niemals Mifteid mehr geleugnet werden; gen in schrecklichster Weise zeigt sondern ohne jeden ••’I u hier folgt der nüchterne Be- : misshandelt, durch Injektioj Grund roh und gefühllos ’ ,^!Lh!.b„e Zeit starben. Wie der Vorsitzende sagte, habe Muzilitleid gedem Tod seiner Opfer rechnen musste, wenn er den schwerkranken Häftlingen mit einem Würgegriff die rieht: Der frühere SS Sanitäter Gottlieb Muzikant wurde vom Schwurgericht Fulda wegen seiner Gewalttaten in , , .. , — - gefühllos nen umgebraebt, erwürgt ¡ die Häftlinge geprügelt, da oder verhungern lassen Muzikant stand während der Urteilsverkündung mil bleichem Gesicht regungsnationalsozialistischen Konlos in der Anklagebank und er diese nach seinen eige- | nen Worten nicht für Men-! sehen hielt. Die generel'e Verachtung des Lebens der .ihm anvertrauten Häftlinge er auch eine besonders niedrige Gesinnifcig gezeigt. Fünfzehnfacher Mord nahm das Gericht bei dem Tod der 15 verwundeten Slowaken an, die Muzikant nackt in ein leeres Zimmer ohne zentrationslagern zu lebens-! verfolgte auch dann mit un- I ha^e sich bei dem Ange- , Fenster sperrte ohne Wund- ' Länglich Zuchthaus verur. I bewegter Miene die Urteilsi k!aSten rait einer besonde. ' . „ - - ~- - „ , ... , .. , , Versorgung und Verpfleteilt. Das Urteil fiel nach begründung. Landgerichts-1 ren Boshaftigkeit und kaum g„n£ Hess und tätlich ver' zu überbietenden Bestialität gepaart. Muzikant habe Um die Regierungsbildung Jerusalem. — Ein Antrag der Cherut. die Bemühungen Ben Gurions um die Bildung einer neuen j Regierung zeitlich zu begrenzen, wurde in der Knes-; set mit 49 gegen 23 Stimmen abgelehnt. Gleichzeitig j gab die Mapai eine oifizielle Erklärung ab. dass die ■ Partei alle Möglichkeiten erschöpfen werde, um un-; ier der Präsidentschaft Ben Gurions ein neues Kabii »ett zu bilden, bevor sie die Ausschreibung neuer : Wahlen zu unterstützen gedenke. Es wurde darauf j verwiesen, dass die Mapai bestrebt sei, die gleiche | Koalition wie früher zustandezubringen. | Die Bemühungen der Religiös.Nationalen, die ¡anderen Kolitionspaiteien zu bewegen, einer neuen | Regierung unter Ben Gurions Führerschaft beizutreten, blieben bisher erfolglos. Sowohl die Mapam wie eie Progressiven betonten, ihre Position habe sich nicht gcändeit. Innerhalb der Mapai macht sich andererseits eine starke Opposition gegen jede entscheidende Konzession an den Religiösen Block fühlbar. i ITA > prügelte, bis sie nacheinan- , der starben. Einen Mordversuch hielt das Gericht für erwiesen, weil Muzikant | auf dem Gang des Reviers den schwerkranken österrei- Die ersten Todesopfer Mu. ehischen Arzt Dr. Horowitz nach oben gebuckelt und nach unten getreten. Sein Handeln sei nur zu verachten, betonte Vasters. brach. Bei einer Reihe von Anklagen wegen besonders grausamer Tötung sprach das Gericht Muzikant trotz schweren Verdachts mangels klarer Bew’eise frei. Als Einsatzstrafen für die neun Totschlagsfälle und den zweiten Mordversuch wurden insgesamt 94 Jahre Zuchthaus ausgesprochen, die das Gericht auf 15 Jahre Zuchthaus zusammenzog. Der Vorsitzende verkündete noch einen Beschluss des Schwurgerichts, dass das "Verfahren über die heimtückische Tötung von 48 Häftlingen durch Giftinjek tionen im Lager Mauthausen abgetrennt worden sei, weil hier die Aufklärung noch nicht abgeschlossen sei. Auch der Fall eines Häftlings. dem Muzikant im Duschraum der Revier. baraeke in Melk Wasser in die Nasenlöcher gegossen haben soll, bis dieser erstickte, wurde vom Gericht abgetrennt. In diesen beiden Anklagepunkten läuft das Verfahren weiter. Natürlich hat Muzikant wie alle anderen Mörder sofort dafür gesorgt, dass die Spuren seiner Verbrechen auusgelöscht weden. Die einfachste Methode war: die Opfer zu beseitigen. Die wenigen Ueberiebenden, die heute über viele Länder zerstreut wohnen, können auch nur über einen geringen Teil der Mordtaten aussagen. Aus diesem Grunde ist es nicht leicht, sich einen Gesamtüberblick über Umfang und Schwere der I Naziverbrechen zu verschaffen. Immerhin gibt der Prozess gegen Muzikant ' Anhaltspunkte genug, um j die Oeffentlichkeit aufzu-; klären und viele Einzelhei- | ten mitzuteilen, die von einem deutschen Gericht überprüft worden sind. — II. Neuartige Wiedergutmachung Jetzt bereits kann mau ganz ungeniert ..Wiedergut. i machung des Unrechts von 1945” in einer deutschen , demokratischen Zeitung fori dern. Dies tut ein Herr Hoi. mar v. Ditfurth, über desi sen Personalien wür nichts; wissen. Die Dreistigkeit die. j ser Ausführungen ist iiber-! raschend. Der Herr von Ditfurth, dessen Ergüsse in! der Zeitung ..Die Zeit” pu_ bliziert worden sind, meint, die Alliierten hätten dem : besiegten Deutschland viel Unrecht getan, das nunl mehr „wiedergutgemacht” ' (Schluss auf Seite 2) zikants waren nach den Worten des Vorsitzenden zwei alte schvverkranke Häftlinge, die er im Herbst 1944 durch Injektion eines Desinfektionsmittels tötete. Hier wie bei sechs anderen von Muzikant eingestandenen Abspritzungen hielt das Gericht Heimtücke. Grausamkeit oder niedrige Ge. sinnung nicht für gegeben anfiel und würgte, bis die. ser sich schon fast bewusstlos mit einem schnellen 1 Griff befreien konnte. Auf ) Mordversuch wurde auch im I Falle eines jungen Russen 1 erkannt, dem bei einem Fluchtversuch ein Fuss abgefahren worden war und den der Angeklagte in den Leiehenkeller sperrte, wo der Russe elend umkam. und erkannte deshalb auf Einen Totschlag sah da Totsrhh,» Ari.•/iirq„f Gericht noch darin gegeben, dass Muzikant einen jüdischen Häftling, der um die Totschlag.’ Muzikant bleibe jedoch nach wie vor dringend verdächtig, weit mehr ..a. Schwerkranke durch Todes. ■ Aufnahme in ^das Krankenspritzen beseitigt zu haben, revier bat, so schwer prü. vor allem bei der Evakuiegelte, dass er noch im Flur ruug des Lagers im Frühder Baracke tot zusammen- Konferenz der Botschafter Montevideo. — H er fand die Tagung der israelischen Botschafter in Lateinamerika statt, der es oblag, die Mittel und Wege zu prüfen, um die freundschaftlichen Bande aut dem Gebie1 von Kultur und Handel mit den süJame*’ikanischen Ländern fester zu gestalten. Die Versammlung wurde vom Generaldirektor des israelischen Aussenministeriums, Chaim Vachil, präsidiert, der im Flughafen von Carrasco; durch den stellvertretenden Generaldirektor des uruguayischen Aussenmin-stermms. Juan Felipe Iriart I V.nd den Subdirektor ctes Protokolls, Prof. Victor Luis Cao. empfangen worden war. | Der Konferenz wohnte ferner der Direktor der la , rein amerikanischen Abteilung des israelischen Aus s e nmi n i st er i u ms. Ab.aham Darom sowie Botschat- | ter Aue Eshel, Israels Repräsentant bei den UN bei roSS.*?™ ™

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