Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1961-02-10 · 1852 (10.2.1961) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1852 (10.2.1961)
Date
1961-02-10
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9612115-9612215--1095-9612218
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Viem«s, 10 de Febrero de Uhíl LA SEMANA ISRAELITA AÄO XXII. — N». mt — s Viele Zeichen deuten auf eine gewisse Wendung in der marokkanischen Au. ssenpolitik hin. und weijn die Aussenpolitik dieses absolut monarchistischen Staates bisher parallel mit Tunesien prowestlich war, so beginnt sich dort nun eine gewisse ..neutralistische“ Linie durchzusetzen: Marokko hat nicht nur eine Delegation ..des guten Willens“. mit dem Istiqlal.Ceneralsekretär und früheren Premier Balfaradj an der Spitze zu Krutschew entsandt. sondern auch eine militärische Delegation, die mit Moskau über militärische Beihilfe an Marokko verhandeln sollte. Marokko verfügt augenblicklich nur über eine kleine Armee, und es gibt politische Beobachte?, die in den marokkanischen Verhandlungen über Waffenkäufe in Moskau nur den Versuch sehen, einen Druck auf den Westen auszuüben, der Regierung von Rabat Waffen zu verkaufen, die es ihr ermöglichen sollen, eine starke Armee auszubau. rn Aber die Wendung Marokkos an Moskau hat auch tiefere politische Bedeutung. Sie soll die Unabhängigkeit des Landes vom Westen demonstrieren und den Westen zwingen, sämtliche auf marokkanischem Boden befindlichen Militärbasen zu liquidieren. Westliche Waffenlieferungen grösseren Ausmasses an Marokko wurden bisher vor allem von Frankreich verhindert, weil Paris befürchtet, dass ein Teil solcher Waffen an die algerischen Rebellen abgetreten würde. Der jüngste marokkanische Flirt mit Moskau ist aber auch auf die fast allen afro-asiatischen Staaten gevoii unserem Somlrrkorrespondenlen münzt, die erst kürzlich ihre Unabhängigkeit gewonnen haben, um sie zu eige' nen Bemühungen zurückzu. 1 führen. Ihre Unabhängigkeit auszukosten und sie der Welt demonstrativ zu beweisen. Auf jeden Fall steht es fest, dass der Entschluss Marokkos, eine Politik der engeren Beziehungen mit Mokau zu führen, nach dem Besuch König Mohammed V. in Kairo reif wurde. Es scheint, dass Nasser den marokkanischen König zu überzeugen vermochte, ini dem er ihm die Vorteile vor Auge-i führte, die die VAR von den Beziehungen mit den beiden Weltblocks geniesst. Vorteile die auf i oer Ausnützung des Kalten Krieges beruhen. ABKUEHLUNG DER BEZIEHUNGEN MIT ’ TUNESIEN Aussenminister der Arabi. sehen Liga in ihrer Konfe-; renz in Shtoura (Libanon) i beschlossen haben, die marokkanischen Ansprüche auf Mauretanien zu unterstützen Tunesien, das die Arabische j Liga boykottiert, behauptet, ciie Beschlüsse der Liga und so auch der Beschluss über Mauretanien seien für es , nicht verpflichtend. Tunesien behauptet ferner, dass , seine Mauritanien-Politik im Einklang mit der afrikanischen Politik steht.! Mit der Anerkennung , Mauretaniens durch Tunesien hat Marokko seinen Botschafter aus Tunis heimberufen. Die so geschaffene Spannung wurde nur noch durch die sowje- , tisch-marokkanische Annäh. herung erhöht und auf diese weiterte. unterstützte er diese zuerst insgeheim und dann immer offener. Se n Treffen mit Roosevelt mi Jahre 1943 in Casablanca war bereits eine ofiene Herausforderung Frankreichs, und seine Rede in Tanger im April 1947 ntcHto eine klare Wendung der marokkanischen Politik c.ar. ln dieser Rede forderte der damalige Sultan und spätere König von Marokko die Uu. abhängigkeit seines Landes und erklärte, dass Marokko ein integraler Bestandteil der arabischen Welt sei. und im Rahmen der Arabischen Liga auch der arabischen Völkerfamilie anzugehören strebe. Diese Rede wurde in Pa. : ris als eine Revolutionserklärung betrachtet. Die französische Regierung rea-; gierte darauf mit der Ab- LA SEMANA ISRAELITA BIS KM AN ARIO IN D EP *N DIENT* ß*. Air*« - PUEYRREDON 219«, 1» i*q. — T. E. 33-261: 24. Schwat 5721 10. Februar l'WH DER NACHLASS VON GOEBBELS Weise scheinen die Traui berufung des damaligen Zugleich mit der marokkanisch sowjetischen Annäherung trat eine Abkühlung in den marokkanisch- 't tunesischen Beziehungen j ein Darauf ist auch die; Anerkennung mauretani-! scher Unabhängigkeit durch Tunesien zurückzuführen, was die Marokkaner als einen „Verrat an dem arabischen Nationalismus“ und dem marokkanisch-tunesischen Vertrag vom 31. März 1957 bezeichnen. Marokko behauptet bekanntlich, dass Mauretanien einen Bestandteil Marokkos darstellt und möchte diese eben unabhängig gewordene Republik annektieren. Der diesbezügliche marokkanisch-tunesisohe Konflikt begann eigentlich schon ir. dem Augenblick, als die : me von einer Vereinigung des Maghreb — Marokko, | Tunesien und Algerien — ausgeträumt. Seit sich König Mohami med V. die russische Riikkendeckung sicherte, begann er auch energisch die Liquidierung der fremden l Basen zu betreiben. Vor 1 allem hat er nun ein Auge I auf die Evakuierung der spanischen Armee aus den i Basen in Spanisch-Marokko geworfen. Nachdem die di-! plomatischen Verhandlungen auf diesem Gebiet schelter. I ten. drohte Mohammed V. kürzlich mit scharfen Mass-; nahmen“ und dachte dabei wohl an die versprochene i Lieferung sowjetischer Düsenflugzeuge. Residenten und der Ernennung des MarschaUs Alphonse Junin zum Residenten, sowie mit der zwangsweisen Evakuierung des Sultans und seiner Familie nach Korsika und später nach Madagaskar. Diese Massnahme haben den marokkanischen Nationalismus nur noch verstärkt, und so war Frankreich gezwungen, Mohammed V. Ende 1955 zu Bonn. — Der Prozess um een literarischen Nachlass von Hitlers Propagandaminister Dr. Goebbels ist noch röcht beendet. Der Bundesgerichtshof hat jetzt das Urteil des Kölner Oberlandesgerichts aufgehoben und den Fall zur Neuverhandlung nach Köln zurückverwiesen, weil noch einige Punkte geklärt werden iäiis. sen. Der Nachlass umfasst Zeugnisse Goebbels’ Doki.nraipicim. Briefe, Gedichte, Sehulbelte einen Roman un1 ein Drama. Kläger im Streit ist der schweizer Verleger Genoud. der das Eigentum an diesen Gegenständer. von Goebbels' Nachlassverwalter und seinen Erben erworben haben will. Beklagte sind der Verlag „Wort und Werk“, der den wesentlichen Teil der Gegenstände im Besitz hat, und eine Krankenschwester. Diese hatte einen Pappkarton in dem sich Dokumente befanden, kurz vor befreien. Nach längeren : Kriegsende von Hans Goebfranzösiseh-marokkanisehen ■ beis, einem Bruder des frii- Verhandlungeu wurde am heren Propagandaministers, 2. März 1956 die Unabhän-j geschenkt erhalten. Später gigkeit Marokkos prokla- , übergab sie den grössten iriert. j Teil des Inhalts dem Ver. Ob Mohammed V. nun tat-' lag „Wort und Werk”. VERRAT AN I RANKREH II PINTOR EUROPEO f CON EQUIPO ESPECIAL MULTICOLOR Y | TODOS TRABAJOS DEL RAMA Inform: desp. de las 17 lioras 791 - 9754 Mohammed V. übernahm die Macht aus den Händen j seines Vaters, Sultan Mu. laj Jussuff. im Jahre 1927. Als die nationalistische Bewegung in Marokko sich er. sächlich einen Flirt mit Moskau einzugehen beabsichtigte oder auf diese Weise nur den Westen erpressen möchte, wie es Saud! getan hat, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist die marokkanisch - sowjetische Annäherung ein politischer Akt, der dem Westen manches Kopfzerbrechen bereiten kann. Das Berufungsgericht in Köln hatte die Klage des schweizer Verlegers abge. v,lesen, weil die zugunsten c.er Erben sprechende Eigentumsvermutung nicht wifc.erlegt sei. In der ersten Instanz war Genoud das Veröffentlichungsrecht für titn literarischen Nachlass von Goebbels zugesprochen verden. t 4 WZ) $och vier Deutschs t in Haft Amsterdam. — Die in den Niederlanden nach dem kriege wegen Kriegs verbrechen verurteilten deutschen Sfr.alsangehörigen sind bis auf vier freigelassen worden. Für die vier übrig gebliebenen Gefangenen hat sich der niederländische Justizminister Entscheidungsfreiheit der Krone Vorbehalten so das es nicht ausgescnlossen ist, dass auch sie über kurz oder lang aus der Haft entlasen werden. Die vier sind von holländischen Sondergerichten zum Tode verurteilt und später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Die Schwere ihrer Verbrechen rechtfertigt nach Ansicht weiter Kreise der holländischen Oeffentiichkeifc keine Begnadigung. (AWZ) Um die aerztliche Approbation VERLEIH VON GESELÍSCHAFTS. ANZUEGEN KAGNER Das einzige jüdische Geschäft in dieser Branche. Cangall« 2553 — Tel.: 47-4709 Buenos Aires AtufBUS u Wateiuruiuüi Kiel. — Das Schleswig. ' holsteinische Innenministe- ' rium prüft, ob ausser der KZ-Aerztin Dr. Herta Ober-; häuser noch einem anderen \ [ Schleswig . holsteinischen j I Arzt die Approbationsur. i j künde zu entziehen ist. Ein i j Sprecher des kieler Innenministeriums lehnte es ab, j j den Namen des Arztes zu i nennen, da die Untersuchung noch nicht ,abgeschlossen sei. Der Arzt soll zu den 17 Medizinern gehören, gegen die in den ersten Nachkriegsjahren in Hamburg ein Verfahren wegen ihrer Tätigkeit in der NS.-Zeit ein geleitet worden war. Dieses Verfahren war jedoch später eingestellt worden. Der ehemalige Chefarzt im Konzentrationslager Ravensbrück. Dr. Fritz Fischer, der im Nürnberger Aerzteprozess zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde, soll nach den Feststellungen des schleswighclsteinischen Innenministeriums als Vertreter einer pharmazeutischen Fabrik in Ingelheim am Rhein leben und noch im Besitz sei. iwr ärztlichen Approbation sein. Fischer war der Vorgesetzte von Herta Oberhäuser. (AWZ) | Teppichhaus - M. Hoc^eir ♦ UNERREICHTE AUSW.-u-iL AN HANDGEKUÜPFTEN ♦ TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN ♦ FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. ♦ Eigen« Fabrikation — I'nverbindliche Vorführung | Auf Wunsch Zahlungserleichterungen ♦ MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND 1 GROESSEN AUSLEGEN VON APPARTEMENTS ♦ MIT REIN WOLLENEM VELOUR. ♦ Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag j von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus | Calle ANDONAEGUI 2083 J 4 Quader vor Station Urquiza Krutschew nach Kairo Sarmiento 1147 MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN! London. — Der sowieti- Cabildo 774 sehe Ministerpräsident Ni. | kil» Krutschew wird vor- >++++++•+++■ I aussichtlich im Frühjahr; rw~" *"*"'» l%i die Vereinigte Arabi- } AUTO - REPARATUR . WERKSTATT) | B P ]\ 0 t zt'itung ..Rose el-Jusef” BEÑO HUTSCHNECKER Lvda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E, 51 - 2205 I; meldete, soll der Besuch des | . Sowjetführers in Kairo Teil T ' einer I geplanten Afrikareise Krutschews sein. Während seines Aufenthaltes in Moskau hatte Marschall Amer, der stellvertretende Ministerpräsident der VAR, Nassers Einladung an Krutschew vor kurzem erneuert. (AWZ>! OTO JURIDICO INTERNACIONAL; i-. ¡ Dr. Hardi Swarsensky ¡ P i 0 Asuntos Europeos exclusivamente g 0 Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—iS Uhr g Günter Frey 0 Asuntos Argentinos y Sudamericanos \ TESTAMENT! - ERBSCHAFTSSACH^! VERTRAEGE - VERWALTUNGEN 0 . BUEROZEIT: 16—19 Uhr t _..._ i 0 PUEf RREDON 2190 esq.Ar. LAS HER AS — T. E 83.2013 ¿

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.