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Jüdische Wochenschau · 1961-02-10 · 1852 (10.2.1961) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1852 (10.2.1961)
Date
1961-02-10
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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! — Viernes, 1« de Febrero de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXII. — No. 1852 UNERFREULICHE CHRONIK ten erneut in Halt (Schluss von Seit» 1) hen. die doch nur unter einer Mask* oder unter einer anderen Voraussetzung die gleiche Unrechtsjustiz ausübten. zu der man sie durch Sonder _ Bestimmungen ermächtigt hatte. Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass der Herr nordrhein-westfülische Justizminister wie al-; Holstein immer klarer. Be-! kanntlich wurde vor einigen Monaten in Kiel der Arzt Sawade verhaftet, weil fest, gestellt worden war. dass es sich um niemanden anderen als den lange gesuchten Dr. Heyde handelte, der sogar von den Amerikanern ' zu Tode verurteilt worden war. Sehr bald stellte sich ' heraus, dass Heyde-Sawade ' nur dadurch so lange uncrle anderen, die verlorene /kannt bleiben konnte, dass Positionen retten wollen, ohne dass man ihnen dabei antidemokratische Motive um 1 terstellen muss, dass alle diese Herren ihre Ideologie post festum gemacht haben und sich dagegen sträu- ' ben. die von ihnen vertretenen Auffassungen zuende zu denken. Nur derjenige, der den Mut aufbringen , wird, mit der Vergangenheit zu brechen, und der deswegen auch bereit ist. j auf die Repräsentanten die- 1 ser Vergangenheit Verzicht zu leisten, nur derjenige f wird die moralische Kraft ' haben an die Stelle der alten. morschen, verabscheu.i ungswürdigen Vorstellungen ‘ eine bessere Gegenwart zu! setzen. Mit gelegentlichen j Reparationen ist nichts ge-; tan. Aber vor dieser Klar- , heit der Entscheidung hat man Angst. Zu viele Kreise würden von der erforderlichen Säuberung erfasst werden. Sc, kann das Werk einer Regeneration nicht gelingen, und die Schlacken einer unrühmlichen Verer durch zahlreiche Personen bis in die höchsten Regierungsstellen geschützt worden ist. Nicht genug damit, hatte Sawade.Heyde selbst einen nicht unwichtigen Regierungsposten erhalten. obwohl einige ent. scheidende Persönlichkeiten keinen Zweifel an der Identität des Sawade mit dem berüchtigten Heyde hatten. Die trüben Schatten der Vergangenheit, die mit dem Fall Heyde-Sawade heraufbesehworen worden sind, haben im Kieler Landes- , haus eine wachsende Bestürzung ausgelöst, die im Ste’gen begriffen ist, zumal „man befürchtet", dass Heyde auspacken wird. Als im November 1959 auf Drängen der Sozialdemokraten ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss gebildet werden musste, um zu klären, wie viele Personen es dem Euthanasie-Professor ermöglicht haben,! trotz eines Haftbefehls 13 , Jahre lang als neurologigangenhek treten ständig j scher Gutachter für Sozialdeutlicher in Erscheinung. ¡ behörden und Gerichte tä- Zu welchen Folgerungen j tig zu sein, hatte man wohl die unentschlossene Haltung . mit keinen konkreten Ergebnissen gerechnet. Eine Klage gegen den Präsidenten des Landessozialgerichts in Schleswig, Bueiner Regierung führen kann, wird in Schleswig. Dr FRKVl ♦ 4 4 Abogado ♦ FÜETRREDON 219« * 4 is* 4 nachm 16—19 Uhr I REAL PEN Füllhalter? REPARATUREN *; ¡ Spezialgeschäft a 5 CORRIENTES 369 \ T E. 49-5850 \ imwvwvwwvmwwv Vernehmungen nicht fähig sei... Die Reaktion des Kieler Kabinetts gibt nun zu weiteren Spekulationen Anlass. Die Minister beteuerten ohne sichtlichen Grund, sie hätten niemals etwas mit Heyde-Sawade zu tun gehabt. Immerhin versicherte der Landesjustizminister, dass ..manches Vertrauen selbst durch hohe Landesbedienstete enttäuscht” worden sei. Wer die Verantwortung dafür trägt, wird nicht weiter gefragt. Nur nebenbei sei bemerkt, dass im Parlament dieses Bundeslandes. dem man allge. mein nachsagt, es würde die Vergangenheit von Politikern mit dem ..Mantel der Liebe” zudecken, ein ehemaliger SS-General als Abgeordneter sitzt. Der Frankfurter Journalist Hoffmann hatte es in dieser Situation gewagt zu behaupten, oer Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, von Hassel, und sein Kultusminister Osterloh hätten die Identität des Euthanasie-Professors Heyde gekannt. Er bekam dafür sechs Monate Gefängnis mit Bewährungsfrist, weil er diesen Beweis — noch nicht — führen konnte. In diesem Urteil kann man nur einen ungeheuerlichen Eingriff in die Pressefreiheit erblikken. Unter der Ueberschrift „Der ahnungslose Ministerpräsident” schreibt Dr. Müller-Meiningen hierzu in der „Süddeutschen Zeitung” u. a.: Tatsächlich scheint Hoffmann der Wahrheitsbeweis nicht gelungen zu sein. Ein halbes Jahr Gefängnis ist aber eine ganze Menge angesichts der Tatsache, dass i Köln. — Der wegen Sehän-! dung der Kölner Synagoge j zu zehn Monaten Gefängnis verurteilte kaufmännische; Angestellte Paul-Josef Scho, nen wird verdächtigt, in Köln ein humanistisches I Gymnasium und die Müllieimer Brücke erneut mit 1 Hakenkreuzen beschmiert zu haben. Er und der Maurer Willi Nicki, der an der Tat beteiligt gewesen sein soll, wurden wieder verhaftet. Der nordrhein . westfälische Ministerpräsident Meyers erklärte zu den neuen Vorfälle.!, dass man diesen Unbelehrbaren nur mit harten Strafefn begegnen könne. Der Zeitpunkt der neuen Schmierereien offenbare eine gewisse Systematik. Innenminister Dufhues sagte. die Bevölkerung lehne! solche Tater, entschieden ab. Min solle derartige Ausnahmefälle nicht überbewerten und keine Schlagzeilen daraus machen, sondern wachsam sein — „auch nach rechts.”! Der Kölner Oberstadtdirektcr Dr. Max Adenauer : erklärte, es sei offensichtlich die Einzelaktion eines Fanatikers. Es sei nicht , anzunehmen, dass eine Organisation dahinterstecke, da man sonst den bereits bekannten Täter nicht wieder vjrgeschickt hätte. Am 6. Februar des vergangeieti Jahres wurde Schönen wegen seiner er- 1 sten Tat, die er zusammen mit seii em Bekannten Arnold Strunk Ende 1959 verübte, zu zehn Monaten Gefängnis -verurteilt. Er hat seine Hai. verbüsst. Tn der damaligen Urteilsbegründung hiess es, Schönen habe man rtne staatsgefährliche Absicht nicht nachwei. sen können. Es sei ihm auch nicht nachzuweisen gewesen, dass er sich jemals antisemitisch geäussert oder betätigt habe. LA SEMANA ISRAELITA B.seir.anano — aparece -os Martes y Viernes, Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190. Y> izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.—pro Quartal Ausland S 450,— jährl. DIE HI BESTEHT WEITER Innsbruck. — Vom BVJ Tirols wurde zwischen dem 6. und 8. Januar in Kärnten ein ..Führerlager“ abgehalten. BVJ ist die Bezeichnung für ..Bund Volkstreuer Jugend“, der seinerzeit eine Tiroler Abteilung des von len Behörden auf Bundesebene aufgelösten „Bundes Heimattreuer Jugend” (HJ) war. An der „Führertagung“ nahmen die Funktionäre dieser Jugendgruppen aus allen österreichischen Bundesländern teil und fassten eine Reihe von Beschlüssen, in denen die Arbeit im „völkischen“ Sinne für das ganze Bundesgebiet festgelegt wurde. Es ist eine verhältnismässig kurze Zeit verstrichen, seitdem sich vor einem Wiener Gericht eine ganze Reihe Jugendführer der aufgelösten „Heimattreuen Jugend“ (HJ) wegen Neonazismus zu verantworten hatte. Die milden Strafen, die die Angeklagten erhiel- Verantwortung kann man j ten, scheinen eine Aufmunsich überhaupt leisten, um terung zu bedeuten die Arso ahnungslos zu bleibenbeit auf Bundesebene wiewie Herr von Hassel?”. ' der aufzunehmen. J. Liebling | FOURNÍERE - t SPERRHGELZER * DIAZ VELEZ 5224 »1 46 i T. E 43-2049/0340 r 3021 * resch, der seit 1954 das Ge- Herr von Hassel, wenn er heimnis des Dr. Sawade gekannt hat und ihn trotzdem protegierte, hatte auf Beschluss des Oberlandesgerichts Schleswig aus formalen Gründen fallen gelassen werden müssen. Auch die Eingeständnisse mehrerer Aerzte, sie hätten Heyde „aus Gründen kameradschaftlicher Verbundenheit” gedeckt, haben bis heute noen zu keiner Dienstenthebung geführt. Erst als die Vorwürfe gegen den Generalstaatsanwalt Voss immer heftiger wurden, der übrigens überraschend „aus Gesundheitsgründen” jetzt seinen Dienst liquidierte, wurden die Politiker alarmiert. Man nimmt jedoch an. dass Voss genau so wenig wie der Präsident des Landessozialgerichts Bu. resch aus Gesundheitsgründen vor dem parlamentarischen Ausschuss aussagen werde. Buresch jedenfalls legt seit Jahresfrist immer neue amtsärztliche Zeugnisse vor, dass er zu Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kaut oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER CESCHAEFTEN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E 70-7244 wirklich so im Stande der Unschuld sein sollte, wie das Gericht annimmt, von geradezu polizeiwidriger Ahnungslosigkeit darüber sein muss was sich in seinem Land abspielt, das sieh ohnehin schon einen Ruf wie Donnerhall erworben hat. Knapp 3.000 DM Monatspension für den in den Verfall unserer Justiz verstrickten Staats - Sekretär Schlegslberger, hohe Pension auch für weiland Ge. neralstaatsanwalt Lautz vom Volksgerichtshof, hartnäckig aufrecht erhaltene Approbation der medizinif sehen KZ-Hexe Herta Ober- { heuser. die Mitwisserschaft j des Präsidenten des Lanj dessozialgerichts Buresch, f der Herrn Heydes Identität | seit etlichen Jahren kannte l und seine Vergangenheit j? Trotzdem wurde der Journalist Hoffmann verurteilt. Man weiss nicht, welche Vergangenheit seine Richter hinter sich haben. Man tastet überhaupt ein wenig im Dunkeln. Denn wie eine schwarze Wolke lastet die Vergangenheit auf jedem Schritt, der unternommen wird. Die wenigen mutigen Männer können sich schon Btcht mehr durchsetzen. Und das ist das Fazit aus dieser unerfreulichen, aber notwendigen Chronik. Das Katz- und Maus-Spiel mit den Behörden wird also wieder beginnen, es werden neuerlich Vereine aufgelöst werden, die Mitglieder dieser Vereine werden Wochen später einen anderen Verein mit etwas geändertem '■ Namen, jedoch denselben Tendenzen, gründen, dieser wird wieder aufgelöst werj den und das Spiel kann von vorne beginnen, j Die auf der ..Führertagung“ gefassten Beschlüsse sehen unter anderem folgendes Programm vor: Abhaltung einer Arbeitstagung des „Ringes Volkstreuer . Verbände' im Februar, | ein Osterlager zwischen 26.! März und 3. April, eine weitere Arbeitstagung im Mai, diesmal auf Tiroler Boden. | Seinerzeit hatte Innenminister Afritsch die Erlassung I gesetzlicher Bestimmungen I versprochen, um Gründun- ' gen von Vereinen mit | durchsichtigen politischen Zielen zu unterbinden. Den > Personenkreis, der im „Ring Volkstreuer Verbände“ und im BVJ zusammengefasst j ist, kennen die Sicherheits- ' behörden zur Genüge aus der Tätigkeit der seinerzeit | aufgelösten oder verbotenen ‘ Verein«. Wann werden die Behörden endlich ernste Massnahmen ergreifen? Muss es so weit kommen, bis die Gerichte sich wieder mit den Teilnehmern an Aktionen beschäftigen müssen, was durch entsprechende Massnahmen schon vorher unterbunden werden könnte. (IPN) J ITER VENu. GEMÜETS-j i KRANKHEITEN i 1 Dr. M. J. Kuhn I deckte, —■ das sind alles 1 schleswig.holsfeinsche Lande sprodukte.” Und schliesslich wird gefragt: „Wie wenig ministe- , rielle und dienstaufsichtliche prov, RIVADAVIA 2625 III Tel. 49-7524 VERREIST BIS 5. MAERZ I 1 Ai&ttfui j * ßkapeau.* j Jacobo M. Lapidus' dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T E.: 48-2124 Dr. B.Sehwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 22*3 — 52-C214 RAYOS X PAR;» DENTOSE VERREIST BIS 27. 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E. 76 75S3» tc-ür. Dr. Bemarrfo Goidsfein M E D I C O Verreist vom 6. bis 25. Februar inkl. Vertreter: Dr. A. SANGUINETTI „CABJLDO 2464 T. E. 76-2406 Sprechstunden täglich von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr

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