Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1851 (7.2.1961)
- Date
- 1961-02-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Martes, 7 de Febrero de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXn. — No 1851 Als am 20. November 1860 in Frankfurt am Main Isaak Markus Jost, der dort als J.ehrer an der israelitischen Realschule ..Philantropin” i una als Gründer und Mitari bener wohltätiger Werke beamtet war, nach kurzer Krankheit dahinging, glaubten aile st ine Freunde, dass sem Name noch auf lange Zeit hinaus genannt werde. Doch ist die Erinnerung an sein umfangreiches pädagogisches und wissenschaftliches Schaffen, an seine leb-; hatte Anteilnahme an den früher, Reformbestrebungen im Judentum und vor al.em an seine hervorragen- 1 den Verdienste um die indische Geschichtsschreibung recht balc geschwunden; jedoch zu Unrecht. Als Verlassetder ersten jüdischen Geschichte, die von einem jüdischen Gelehrter. geschrieben wurde, hat er ein bis zu seiner Zeit j stark vernachlässigstes Ge- 1 biet angebaut und bearbeitet Dass ihm, dem keine Vorarbeiten zur Verfügung standen, die Ueberwindung de*- Anti ngsschwierigkeiten gelungen ist. muss höher eingesch *t7t werden, als man es f-iiher getan hat. I und im Gegensatz dazu müssen die Schwächen sei- , nes Werkes der Zeit und den mangelnden Materialien zueeschrieben werden, die er«t na-h Erscheinen der Jostschen Darstellung in reicrerem Masse zu fliessen begannen. Jn etnei Würdigung an- ISAAK MARKUS JOST lässlich seines Todes schrieb ein Mitarbeiter: ..Das Verdienst. die Geschichte des Judentums und der Judenheit zum ersten Mal wissenschaftlich durchgearbeitet, und mitten durch ein Chaos von Details die Strasse gei öffnet und geebnet zu haben. macht seinen Namen unsterblich.” Die Wissenschaft des Judentums und die Geschichtsforschung haben einen riesigen Aufschwung genommen. Während der Name des Begründers der ersteren, Leopold Zurz in hohem Ansehen steht ist der Name Jost beinahe in Vergessenheit geraten. Jost kam 1793 in Bernburg zur Welt, wo er in den ärmlichsten Verhältnissen ai'twuchs und als Kind den erblindeten Vater führen musste. Nach dessen Tod kam der zehnjährige Knabe nach Wolfenbüttel in die Samson-Schule, die ihm zunächst nicht viel bieten konnte. A is jer.en entbehrungsreichen Jahren hat „ost zweierlei Erfahrungen mit stc.n genommen: Eine Genügsamkeit, die ihn bescheiden maente. und das Bewusstsein was es heisst, Waise zu sein, das sich ln seinen späteren menschenvon Dr. LOTHAR ROTHSCHILD ISRAEL - BRIEFMARKEN I AW WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA- | BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS f Agencia Filatélica oficial j del Estado de Israel, | VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep Argentina frrundlicren Werken geltend machte. Als Samuel | Meyer Lhrenberg die Leitung der Samson-Schule üoernahm. zogen moderne i Kultur und pädagogische Methode in die Anstalt ein. I Dieser geistvolle Mann wur- , de Jost zum zweiten Vater. ' j Schon während seiner Tä-! i tigkeit als Lehrer in Berlin : vei öffentlichte Jost sein ' grosses Hauptwerk ,,Gei schichte der Israeliten seit ' I der Zeit der Makkabäer bis i! aut unsere Tage” (9 Bände, j 1820 bis 1828), dem er, W'as | I auch die späterer Histori- | ker Graerz und Dubnow ta- | i ten, bald eine kürzere und | populäre Darstellung folgen j , liPfs: ..Allgemeine Ge- I; schichte des israelitischen 1; Volkes.”! ln Frankfurt, wo er von ISSfc bis 7V seinem Tod als; I,ehrer wirkte. erschien darr, als Fortsetzung des : ersten grossen Werkes seine ..Neueic Geschichte der Israeliten von 1815 bis 1843, : mit Naonfrägen und Berichtigungen zur Sfteren Geschichte” <2 Telle. 1846/47) 1 ergänzt durch eine ..Kulturgeschichte zur neueren Geschieht e der Israeliten”. Durch die<e übersichtlichen Gesamtdarstellungen hat ■ Jo^t der jüdischer. Ge-! Schichtsschreibung den Weg a:i deren Bestrebungen er mit vorsichtiger Mässigung sich beteiligte. Vorsicht, Ruhe und Güte waren seine hervorstechenden Charakterziige. und er übertrug sie in starkem Masse auf seine Darstellung, so dass Graetz, det feunge und Partei ergreifende breslauer Historiker über Jost das unfreundliche Lrteil fällen konnte: ,.In seiner Behaglichkeit ' und spiessbürgerliehen Ge- . setzthelt bebte er die Stür-; me nichf weder im Leben noch in der Geschichte, Wozu die Aufregung9” } An den Aufregungen der Relormkümpfe nahm er jedoch teil noch nicht in Berlin, aber in Frankfurt, wo di« Reformbemühungen 1 sich »Bf die Gottesdienste irr. Andaebtssaal des Thi- , lantroplnp konzentrierten. Ausser nem Rabbiner Dr. | Leopold Stein waren die ' führenden Reformfreunde wie Michael Hess. Jakob; Auerbach und Michael Creizenach T/ehrer an dieser Schule. Als im 10. Jahr sei-; ne“ Frankfurter Tätigkeit \ tintei dem Vorsitz von Leopold Stelr. die Zweite deut- ’ sehe Habbinerversammlung tagte war Jost ihr Sekretär. Ben erkensw'ert war der Austritt von Zacharias Frankel wegen der zu gezu ihrer weiteren Entwick- | rirgen Betonung der he lung geebnet. j bräischen Sprache für den In der neueren Geschichte j Gottesdienst. Jost blieb der spricht er von der Zeit, die; Versandung und Ihren Beer selbst miterlebt hat, und ' strebunger treu, obwohl er , mit ebenso grosser Liebe an i der hebräischen Sprache hir,g und viele hebräische Aufsätze in einem feinen, 1 gewandter, und zierlichen Stil veröffentlicht hat. Zu ihrer Pflege gab er die Zeitschrift „Zion” heraus, die er nach dem Tode Creizenachs einstellte. Er edierte auch einen punktierten , Misehnatext. Neben historischen und didaktischen Schriften trat Jost kampfgerüstet auf den i Plan, wo es judenfeindliche Angriffe abzuwenden galt. So wandte er sich in apologetischen Schriften gegen i die Bekämpfer der bürgerlichen Gleichberechtigung det Juden Nach seinem Tode bemerkte Ludwig Philippson. mit dem er gemein- ' sam das ..Institut zur Förderung der israelitischen Literatur” und das „Jahrbuch für jüdische Geschich- I te und Literatur begründet ' hatte, in seinem Nachruf in , der „,Algemeinen Zeitung; des Judentums”, deren treuer und regelmässiger Mitarbeiter Jost bis wenige : Tage vor seinem Tode ge- , wesen war: ..Eine ausserordet tliche Menge von einzelnen Aufsätzen in den verschiedenartigsten Zeitschriften würde es wünschenswert machen. dass j Nachweis wenigstens sammelt würde. Tage sind bereits über sein Grab hingegangen. Aus Tagen wer- | den Jahre. Aber sein Ge-; därhtnis wird aus keinem schwinden, der mit ihm in Berührung gekommen, und sein Name nicht nur bloss in den Annalen unserer Geschichte, sondern auch in denen der allgemeinen Wissenschaft bleibend sein.” Beides ist nicht in Erfüllung gegangen: es gibt keine ersenöpfende Jost-Biographie, und sein Name konnte sich die Bedeutung nicht erhalten, die ihm zugekommer. wäre. Neben der Wissenschaft wollen wir auch der Menschlichkeit gedenken, denn Jost war gross als Mensch. Er war bescheiden. liebenswürdig, zuvorkommene gegen jedermann una von seltener Herzensgüte. Seine Menschenfreundlichkeit hat in dem von ihm begründeten Waisenhaus für israelitische Mädchen in Frankfurt am Main ein erhebendes Denkmal gefunden. Diese Schöpfung wurtte auch in der ersten Nachricht aus Frankfurt vom 20. November 1860 festgehalten: I ..Unsere Gemeinde verj litrt in Jost einen ihrer be- ' sten Leb;er, die jüdische , W.ssenschaft einen unermi dlichen Forscher. Ohne i leibliche Nachkommenschaft zarückzulassen, -weinen eine Anzahl Waisenkinder, die in dem von ihm begründe-; ten .Frauenverein’ körper-! liehe Pflege und geistige Bildung erhalten, um ihn I wie um e’nen liebenden Va-; ter. Sein Andenken bleibt ihr i uns ewig erhalten durch ge- ] seine geistigen und wohltätigen Schöpfungen, die schönste Gedenktafel eines grossen Geistes und einer edlen Seele.” Josts Lebenswt-rk strahlt eine bedeutende Vielseitigkeit aus. Glückwunsch-, Blumen-, Geschenk- und Beileid- ABL0ESUNCEN zu Gunsten der í Asoc. Filantrópica Israelita!1 Cangallo 147S 1’ 40-4900 — 40.9535 CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEL wwmn ♦ KEHILLA PASTEUR 633 T. C. 47-9096—*9 ♦ Die Jüdische Gemeinde von Euenos Aires ♦ * fordert alle deutschsprechenden Juden auf, der 4 X Kehilla als Mitglieder oder Protektoren beizutre-J BEVOR SIE IN DIE FEIKIEN gehen! die EINHEITSKAMPAGNE ERWARTET IHRE tue» j ▲ Buenos Aires als Mitglieds ♦ sehen Gemeinde von —— ----^ ♦ anzugehören. Informationen und Antragsiormu- ♦ $ lare in unserem 3üro, Pasteur G33, 1. Stock. BEISTEVEIt EUER Wie liegen die Feiertage? Mittwoch den 1. März Dcrnerstag, den 2. März Freitag den 31. März Sonnabend, den 1. April Sonntag den 2. April Freitag, den 7. April Sonnabend, den 8. April Freitag, den 21. April Donnerstag, den 4. Mai Sonnabend, den 20. Mai Sonntag den 21. Mai Montag, den 22. Mai Sonntag, den 2. Juli Sonnabend, den 22. Juli Sonntag, den 23. Juli Sonntag, den 10. September Fasten Esthe: Purim Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Yom haätzmaut (Unabhängigkeitstag Israels Lag b’Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot Schiwa asar b’tamus Erew Tischa b’Aw Tischa b’Aw Erew Rosch Haschana 5722 AUFBAU und i* ISItAEL ANNAHMESTELLEN CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEL, Comité Centroeuropeo, Sarmiento 2378, 3’, T. E.: 47-3820 und sämtliche Sekretariate der angeschlossenen Organisationen und Gemeinden. 9999