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Jüdische Wochenschau · 1961-02-07 · 1851 (7.2.1961) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1851 (7.2.1961)
Date
1961-02-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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des Juden Shylok ■’^dischea «entlichen ni der Na. ranstaltete! Subskrip. 1 d“s Maruckerei... »echoslowadas Früh. ü>igarn be. tlef ermun- •t Munkacz dortigen jüe> das Le- Zu dieser Sinsheimer entfliehen' Manuskriot ™ an. Da das Interes. fh das Pa. da", musste •b’den war- F riede sein :am“ - eimer den Buches ™t seinen mr Bombenselbst begab auf eine aus London, lamm Krank, wirklieh kei. ■lock!" limine des sich der bee Verleger des Manula« von ihm '«oh gekürzt •hf wurde. Nef-Tamidn. den Orih«oher Sora. - iten. Ganz- und man für wirklich durchaus ein [oh möchte mal den Auier in seiner ng vom März "ioht bekannt öcche Staatsr auoh heute i'.vätzine Polo, oder Mohren ge Othellos, n. auch wenn atdorig noch 0p]ten immer n-H Richti. jflt f(ir sie. Rötlich sorgfältige Analyse «es Shylock. dieser dramafectin Figur, ihrer Vorf°riiKn sowie ihrer ge. scbii4tlich bedingten Entstehung spiegelt zugleich die Uesckichte des Antisemitisfflus wider, seiner europäischen Voraussetzungen und Beweggründe, gibt auch dem Kenner der Materie neue enfschlussreiche, wissenschaftlich fundierte Aspek. te. Der Name Shylock wurde von Shakespeare in eine alte Anekdote eingefügt, die von einem Juden berichtet, der Anspruch auf ein Pfund fleisch nächst dem Herzen seines Gläubigers erhebt, weil er einen Schuldschein in Händen hält. Die Bedeutung des Wortes Shylock wird verschieden ausgelegt; die einen meinen, dass es auf die Bestandteile des Namen; in englischer Sorache zurickgeht, auf „Scheu- Loek“, andere vertreten die Ansicht, ihm liege eine he. brasche Wurzel — Sche.- lach das Deinige — zugrunde. Der Hauptstreit um Shylock aber war dieser: Weist Shakespeares Verhalten, seine Forderung auf antisemitische oder judenfreund. licke Einstellung? Hat man Sissheimer Darlegungen gelesen, dann weiss man sehr wohl, dass diese Einstellung zeitbedingt war und das man keinesfalls Shakespeare des Antisemitisras bezichtigen kann. Der Diekter Shakespeare verlieh— so analysiert Sins. heiaer - alten Stoffen, alten Stitken den Adel der Neuheil Das adelige Neue war shsespearisch. aber damit eboso elisabethanisch wie tumanistisch. Shvlock, der wwzianische Jude. hat Recht und Macht des StaaterVenedig in die Schranket gefordert. Daraus ergab sich ein Konflikt, der ohne Politik weder zu lösen noch zu begreifen ist. ,.Vor dieser Politik steigt das europäische Schicksal der über die Welt verstreuten Juden auf. In Shylock hat Shakespeare seinen Zeitgenossen eia Bildnis des jüdischen Volkes dargeboten.“ Sinsheimer zeigt auf. dass der jüdische Individualismus, seine Geburt, ein Produkt der europäischen Diaspora ist. In der christlich, mittelalterlichen Anschau, ung hat sich ein Bild vom jüdischen Volk summiert, dem kein Gesamtbild in der Wirklichkeit entsprochen hat. Und bis zum heutigen Tage hat sich dies erhalten: Was nämlich „der“ Jude tut, das wird von aussen übertragen auf das gesamte Judentum So setzte man Shylock gleich Judentum. Shylock fühlt sich in seinem Recht, ja. er muss sich in seinem Recht fühlen, er glaubt felsenfest, das Recht in Händen zu haben. Aber es ist nur das Judenre-cht. Shylock tritt mit seinem „Schein“ (ein Wort, das gleichen Doppelsinn enthält wie das englische ..bond“ — Strick oder Fessel) aus einem historischen in einen symbolischen Raum. Der Shylockprozess wurde die genialste Rechts- und Gerichtssatire der Weltliteratur, deren Kulisse das Schicksal der Juden des Mittelalters ist, das seine mythologischen Farben auf die Darstellung des Rechtslebens überträgt — wie Sinsheimer ausführlich und eindeutig darlegt. „Solange Shylock ais Figur wirkt, wird in ihm auch der Mythos vom Juden wirken. Denn in diesem ist die Unzerstörbarkeit der Figur, ist die Magie ihrer Wirkung begründet. Der Mythos is* es, der die zeitgebundene Psychologie der drama. tischen Person Shylock über die Zeiten hinweg konserviert und ihre Gültigkeit sicherstellt. Die Psychologie vergeht“, so schUesst Sinsheimer seine Geschichte dieser Figur, „der Mythos sät und erntet Dichtung.“ Sinsheimers Werk ist das Werk eines Mannes, der in seltener Vollendung den Kulturhistoriker, den europäischen Menschen und Juden in sich vereinigte; seine Shylock. Geschichte ist ein Buch, das den Namen des Autors wachhalten wird für alle Zeiten. Hermann Lewy I 1 ßuecher gesucht /! I fror allem werden gebraucht: t Ernennung aÍSüS; %t zm Vfeedeslnffl Staate“ ¡5e¡ tu«? ,, ¡sh tf«!*8,. von vor 70 St““. 7 kfinfrde- ¿n'rS Memoiren - Werke Berichte früherer jüdischer Gemeinden Statistische Werke Dissertationen über Themen | Brief - Sammlungen f Angebote sind zu richten unter ítem fVermerk „BUECHER” an die Adfministradóm der: I LA SEMANA ISRAELITA, jcVip. Fed,, Pueyrrerlón 2190, 1' izq. Theodor Fontane, bei seinem Tode einer der beliebigsten deutschen Erzähler, konnte sich diese Stellung _ im wesentlichen wohl durch den Sturm des ersten Weltkrieges — nicht lange erhalten. Jetzt wird er wieder cter Aufmerksamkeit dtr Lebenden nähergerückt: der'Nymphenburger Verlag, München, veranstaltet eine Gesamtausgabe seiner Prosa Schriften und Gedichte. Das Verdienst des Unternehmens ist nur im Bereich des literarisch Aesthetischen zu finden. Die Erzählungen Fontanes geben ein Büd des sozialen und kulturellen Deutschlands um die Jahrhundertwende, wie es anschaulicher und überzeugender nicht vorgestellt werden kann. Fiagen wir freilich, was Fontane von den Juden seiner Zeit dachte, deren Stellung im kaiserlichen Deutschland doch nicht übersehen werden kann, so lacsen uns die Erzählungen im Stich Die wenigen Juden, die er — in L Adultera und im Stechlin — auftreten last geben auf die Frage keinr Antwort. Seine Briefe sind es, die wir zur Hand rehmen müssen, unter ihnen vor allen die an George Friedlaender (Quelle & Meyer 1954), weil sie aus den letzten Jahren seines Lebens stammen, also die Einsichten einer langen und reichen Vergangenheit berücksichtigen. Georg Friedlaender war selbst jüdischer Abkunft, sein Urgrossvater, David Friedlaender (1750 — 1834), spielte in der berliner Judenreform eine Rolle, aber schon sein Sohn, Benoni (1773—1858) Georges Grossveter. war Christ, und Georg selbst hatte seine jüdische Herkunft völlig vergessen. Auch Fontane ignorierte sie in den Briefen. Friedlaender war Amtsrichter ir, Schmiedeberg im Riesengebirge, wo Fontane sich mit ihm anfreundete, als er im nahegelegenen Krummhügel zur Sommerfrische weilte. Fontanes Stellung zum Judentum wird zuweilen seinem Gedicht „Siebzigster Geburtstag” entnommen, in dem er seinem Aerger Ausdruck gibt, dass ihm, dem Manne der märkischen Geschichte. vom märkischen Adel an diesem Tage nicht die geringste Aufmerksamleit geschenkt wurde und sich statt dessen zahlreiche jüdische Bewunderer als Gl atulanten einfanden, unter ihnen sein Verleger Cohn, dessen er in den Schlussworten „Kommen Sie Cohn” mit Wärme gedenkt So gewinnt man den Eindruck, da-ss Fontane die Juden gegen den Adel herausstreichen wo'lte, sich als Judenfreund bekannte. Lesen wir freilich die Briefe an Friedlaender, so gewinnen wir einen anderen Eindruck. Wir können ihn zusammenfassen in dem Urteil, das sich viele, den Antisemitismus ablehnende Deutsche der Kaiserzeit zu eigen machten: der Jude — ja die Juden — nein. Freilich müssen wir bedenken, de^s Fontane eine spitze Zunge hatte und sieh nicht gern die Gelegenheit entgehen liess. eine witzige Bosheit loszulassen. Hier spielte wohl das gascognisehe Eiut seiner Ahnen mit. Auch war er ehrlich genug, den jüdischen Anteil am deut sehen Geistesleben anzuerkennt-n. So zitiert er (S. 159) IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: T. E. 63-2613 die Worte von Professor La.sson: „Sonderbar, die Jucen tun die deutsche Kulturarbeit und die Deutschen leisten als Gegengabe den Antisemitismus ’, und fügt hinzu: „Kolossal rchtig. leider die erste Hälfe noch richtiger als die zweite”. Und Seite 197: „Die Juaenfeindschaft ist, von allem Moralischen abgesehen .ein Unsinn, sie ist einfach undurchführbar.” Freilich fährt er mit Gedanken fort, die aus der Hexenküche des frühen Nationalsozialismus stammen könnten: „Alle Menschen, eie ich nier kenne, auch Militär und Adel, sind in eminentem Grade von Juden abhängig und werden es mit jedem Tag mehr 61 Pxozent aller Häuser Berlins sind in jüdischen Händen in 10 oder 20 Jahren werden es wohl 80 sein.” Und dann wieder: „Es ist uns gleichgiltig, ob der Ahnherr des alten Blücher ein Wendenfürst war, und so kann es uns auch gleichgütig sein, ob die künftigen Schlachten an der Katzbach von einem Abkömmling Moses oder seines Chefredakteurs Levysohn geschlagen werden.’ Levysohn war der Geburtsname von Theodor Wolff, Redakteur des „Berliner Tageblatts”, das im Mnsse-Veriag erschien. Damit kommen wir zu den Spötteleien, die Fontane nicht nur, aber doch mit Vorliebe, gegen Juden richtete. Schon in den siebziger Jahren hatte er aus Anlass der Abreise des späteren Direktors des Berliner Lessüigtheaters, Otto Br ahm, nach Paris einem Freunde geschrieben: „Der kleine Abrahamsohn geht nach Paris. Er braucht nicht zu besorgen, für einen preussisehen Offizier in Zivil gehalten und als solcher belästigt zu werden.” Diesen Ton schlägt er oft in den Friedlaender - Briefen ai). Seite 276: „Professor Lehfcld sieht so jüdisch aus. Dabe> ist er schon in der sechsten Generation Christ, freilich, wenn so wenig da- 1 et herauskommt. sollte man’s eigentlich lassen.“ Seite 108: „Oberhof ist zu besucht und zugleich zu einsam und langweilig, bloss grüne Bäume und geputzte Jüdinnen, die sich herumzieren.” Seite 111: „Es war sehr hübtsch in Kissingen, aber Juden gibt es in Berlin auch. Neun Zehntel waren. Juden, und das zehnte Zehntel ist schwach ausgestattet an Toiletten gevoss und meist auch an Physiognomien, dass ich einmal zu meiner Frau sagte: .Schade, dass das zehnte Zehntel nicht auch Juden sind’.' Seite 131: „Die Juden haben doch wenigstens eine Nase und einen guten Schneider, namentlich Schneiderin.” (Seite 271: „Dem gewesenen Rosenthal (Saint Cere, Berliner Berichterstatter des deutschfeindlichen „Figaro”), soll das Deutschsprechen wirklich schwerfallen. Wahrscheinlich wurde er in früher Jugend von Lemberg oc.ev Brodie nach Paris verschlagen ” Und im sichtlichen Behagen zitiert er ein Soortwort des jüdischen Literaten Paul Lindau: „Ein Fusstritt vom Herzog von Ratibor ist immer noch besser als ein Kuss von Bleichröder.” Zu diesen Aeusserungen treten andere, die nicht mehr als harmlose Witzeleien anzusehen sind. Seite 55' „Das ist eben der Unterschied zwischen christlicnem und jüdischem Geist. Der letztere hat so viel Blendendes und Verführerisches, und jeder Berliner (ich selbst in hohem Masse) ist ihm auf länger oder kürzer verfallen. Er hat auch viel Fördersames. Im ganzen ist er aber ein Unglück und etwas durchaus Niedrigstehendes.” Seite 110: „Mit der ganzen jüdischen Ueberlegenheit ist es überhaupt so so, und der germanische Knote ist eigentlich der Ueberlegene. Wenn man bedenkt, über wieviel Bildungsmittel die Juden verfügen, so ist erstaunlich, wie wenig dabei herauskommt. Sie sind lebonskluge« Mittelgut, am bester in der Medizin, wo dtr Schwindel anfängt. ” Seite 286: , AFe Klüngel sino schiimm, aber der Judenk'ünge’ ist der schlimmste. Wie mein Gefühl gegen den Agrariergeist beständig wächst, so auch mein Geiuhl gegen den JudengeisC, der uns 50 Jahre beherrscht hat von 20 bis 70, ist ko- Jrssa’ überschätzt worden; er repräsentiert eine niedrige Form geistigen Lebens.” Seite 312: „Die Juden bringen es fertig, im höchsten Grade feingeistig auch wirklich ehrlich mit idealen Dingen beschäftigt zu sein, elleilei Gutes zu tun, zu geben und zu helfen, und dabei Beständig zu mogeln und auch direkt zu betrügen, immer mit einem verklärter. und rabbinerhaft feierlichen Gesicht und immer durchdrungen von dem Gefühl, was ganz Besonderes, ein Liebling Gottes zu sein ” Seite 320 (aus Anlass der Dreyfusaffäre): „Die europäische Presse ist eine gr< sse Judenmaehe, die es versucht hat, der ganzen Welt ihre Meinung aufzuz wm gen.’ Alle diese Aussprüche auf eine Formel zu bringen, wird nicht gelingen. Die Stilform des Briefes, wurzelnd im freien Meinungsaustausch mit seinen wechselnden Stimmungen und onr,e allzu gewissenhaftes Streben nach Gültigkeit und Objektivität, bringt es mit sich, dass persönliche Briefe nicht auf die Goldwage geJeg werden sollten, auch oder gerade wenn sie von eh ein Meister des Briefes stammen wie Theodor Fontane Auch besteht kein Zweifel, dass er die Scheuss- F.cnkeiten des Dritten Reiches mit Ekel abgelehnt hätte vielleicht gar wäre er ihr Opfer geworden. Aber ein Judenfreund war er nicht. Das soll uns nicht hindern, ihn als Erzähler zu lieben, dessen Hauptwerke trotz aller sozialen Umwälzungen uns im Menschlichen unverändert fesseln. Israel - Marken io grösster Auswahl: u a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUM¬ MER - MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN iplanchas) - VOLL STAEND1GE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN - VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG Alfons« MORITZSQN Guanacache 2351, dep. 2 m«. C.ASU.DO IR BITTEN auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter lieber' Weisung der fälligen Abono-Gebühren frdl. Gebrauch machen zu wollen. Direkte Einsendung des Abono.Betrages in SCHECK — GIRO — BONO POST AL LA SEMANA ISRAELJTA Pueyrredön 2190, 1’ iaq. Capital Hierdurch überweiae ich Ebne« den Betrag von min . aus «ca nachstehender Abrechnung ln Er- I. U. 2. Quartal 1981 Hl$n 150 iTs,“ _Jahr 1961 ,, m$„ 3U0. n- (Name) ♦ ♦ «• « # (Adrease) W. B.: Wir bitten, Einzahlungen zu richten an: LA SEMANA IS RAE- ,,T. UTA. RSRAE- (Nicht «rewünschte Zahlung bitte ausstreieaerii

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