Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1961-01-31 · 1849 (31.1.1961) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1849 (31.1.1961)
Date
1961-01-31
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9612115-9612188--1068-9612191
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Martes, 31 de Enero de 1W1 LA SEMANA ISRAEL LT A Aü» XXII. No. 184» — 3 Emanzipation der Araberin Kasawubu gegen Nasser Die führenden Männer des ägypto-syrischen Nationalistenregimes sind sich darüber einig, dass sie den arabischen Frauen zu einer besseren Position in Familie und Gesellschaft verhelfen müssen. Auf lange Sicht würde es ihren ehrgeizigen Entwicklungsvorhaben schaden, wenn Frauen nicht in grosser Zahl am öffentlichen Leben teilnehmen könnten. Las Regime Nassers hat sich daher jetzt nach langem Zögern dazu entschlossen, die Emanzipation der arabischen Frau mit Hilfe einer Eherechtsreform gleich mehrere Schritte voranzutreiben. Nach islamischen Sitten- 'esa Saison-Aus- und Saison-Vorverkauf a MONAT FEBRUAR in unserer Bekleidungs-Etage Maipü 484, I. auf alle Fertig - Kleidung (Sommer, Herbst und Winter) bis zur Lagernummer 17.000 40 Prazsnt RABATT (nicht inbegriffen Masskleidu-g und Gabardinmäntel) Ab Lagernuhimer 17.001 30 Prozent RABATT Eine einzigartige Gelegenheit sich mit Qualitätsklei- | düng zu einem Drittel des Weltmarktpreises zu versehen. „Wir raeumen aus, Sie raeumen ein, alle werden zufrieden sein” Hinter jedem Kleidungsstück steht — mit seinem Können und seiner Zuverlässigkeit die Leistung des grossen Fachgeschäftes Maipü 484 I. TE. 31-7845 Maipü 982 TE. 31-Q357 gesetzen gehören Frauen grundsätzlich nicht ins öffentliche Leben. Der Koran die Heilige Schrift des Islams, weist den Frauen einen Platz im Hause an.Dort geniessen sie gewisse Rechte. Niemals sind jedoch ihre Rechte unabhängig vom Willen des männlichen Familienoberhauptes. Die Frau hat dem Manne untertan zu sein. Wenn er es wünscht, darf sie ihr Leben lang nicht ins Blickfeld anderer Männer geraten. Ist ein Gang ausser Haus gelegentlich unvermeidlich, so muss sie sich verschleiern. Der Koran wird heute nicht mehr überall nur eng ausgelegt. Seine Sittengesetze gelten jedoch, besonders bei den Bewohnern des syrischen Landesteils der Vereinigten Arabischen Republik, immerhin ndch als allgemeine Richtschnur. So kommt es dass man selbst in der syrischen Hauptstadt Damaskus drei- bis viermal soviel Männer auf den Strassen sieht wie Frauen; und die wenigen Frauen sind grösstenteils tief verschleiert. Im ägyptischen Landesteil der VAR ist man allgemein etwas freizügiger. Die Verschleierung war am Nil nie so stark verbreitet wie in anderen arabischen Gebieten. In den Millionenstädten Kairo und Alexandrien wird bereits eine bestimmte Anzahl Frauen von Warenhäusern, Banken, Handelsfirm vi unc auch Fabriken Geschäftige. Zudem gibt es einige hundert berufstätige Akademikerinnen, Aegyptische Frauen aus begüterten Kreisen haben häufiger Gelegenheit, ein Kaffeehaus oder Restaurant zu ’betreten. Andererseits sind aber Millionen von Fellachenfrauen durch jene ersten Vorboten der Emanzipation des „schwachen Geschlechts“ am Nil noch in keiner Weise berührt worden. REICHE FUEHRF.N MEHREHEN Auch das Eherecht der VAJI beruhte bisher ganz auf dem islamischen Sittenkodex. Diese religiöse Ueberlieferung gestattetees mohammedanischen Männern, eine Mehrehe mit höchstens vier Frauen gleichzeitig zu führen. Eltern können ihre Töchter ohne dferen Einwilligung verheiraten. Und ein Mann kann seine Ehe ohne Angabe von Gründen und ohne ♦ T jTeppiciaus - % Ubergf 'UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKNÜPFTEN ♦ [ TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN % FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. ♦ £ Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung | Auf Wunsch ZahlungserleichterungeR f MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonnta<r von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza | AUTO - REPARATUR . WERKSTATT! | „ B E N 0 ” | I BEÑO HUTSCHNECKER t Avda. CONSTITUYENTES 4902 j (Ecke Monroe) i T. E. 51 - 2205! Hinzuziehung von Behörden selber scheiden; er braucht rur unter Zeugen der Ehefrau dreimal zuzurufen: „Ich verstosse dich!“ Die Mehrehe ist allerdings eine kostspielige Angelegenheit. Der islamische Sittenkodex verlangt nämlich vom Mann, seine Ehefrauen materiell gleichzustellen. Keine darf bevorzugt oder benachteiligt werden. Die Mehrehe kommt also lediglich für wohlhabende Le te tu in Frage. Nach den letzten Statistiken hatten jedenfalls nur rund 120.000 Männer am Ni! zwei bis vier Ehefrauen. Dass die Scheidung seiner Ehe eine Ermessensfrage des mohammeu; nischen Mannes ist, hat zu schwerwiegender. Sozialproblemen geführt. Nach amtlichen Angaben kommt am Nil auf jede dritte Eheschliessung eine Ehescheidung. Frauen müssen mit vier, fünf oder mehr Kindern ins ohnehin arme Elternhaus zurückkehren und bekommen keine Unterhaltszahlungen. Mänbleiben mit einer vielköjfigen Kinderschar im frauenlosen Haushalt zurück. Nach und nach verwahrlosen Tausende von Kindern aus zerbrochenen Mohammedanerehen. Nun tritt Nassers neues Eherechtsgesetz in Kraft. Es soll schlimmste Auswüchse des überlebten islamischen Sittenkodex beseitigen. Zum Beispiel kann künftighin eine Ehe nur noch durch Gerichtsurteil aufgelöst werden Voraussetzung dafür ist, dass der Mann sich gegebenenfalls zur Unterhaltszahlung an Frau und Kinder bereit findet. Andererseits erhält jetzt die mohammedanische Frau das Recht, von sich aus auf ordnungsmässige Scheidung ihrer Ehe zu klagen. Bisher hatte sie dazu so gut wig, keine Möglichkeit, auch dann nicht, wenn der Mann sich eindeutig ehewidrig verhielt. Verliess eine Frau ihren Mann, so konnte er sie durch Polizisten zurückbringen lassen. Auch die Mehrehe ist durch Nassers neues Gesetz betroffen. Der Mann soll künftighin vor dem Standesamt erscheinen, wenn er eine zweite Frau zu heiraten wünscht. Dort hat er nachzuweisen, dass triftige Gründe für diesen Wunsch vorliegen, zum Beispiel Kinderlosigkeit der sglion vorhandenen Gattin. Schliesslich muss sich noch die erste Frau ausdrücklich mit der zweiten Eheschliessung ihres Gatten einverstanden erklären. Nassers neues Eherechtsgesetz zerst.ört noch keineswegs die überragende Vormachtstellung des mohammcdanischen Mannes in Aegypten und Syrien. Immerhin versetzt es ihr und dem islamischen Sittenkodex einen schweren Schlag. Wahrscheinlich worden deswegen viele islamische Würdenträger danach trachten, die korrekte Durchführung des Gesetzes zu luuferireiben. Der Präsident der Kongo- Republik, Kasawubu, brach die diplomatischen Beziehungen zu Kairo ab, weil er sehen musste, dass Nasser und seine Abgesandten sich dauernd in die inneren Angelegenheiten des Kongo einmischten. Kürzlich wurde einiges über die Methoden bekannt, die die VAR arwandte, um Lumumba zu helfen und ihren Einfluss im Kongo-Gebiet zu stärken. Der folgende Bericht enthüllt Einzelheiten über das Vorgehen Nassers. Der englische Captain des Zollpostens an der Grenze zwischen dem Sudan und Uganda würde sich kaum um den Konvoy von drei schäbigen Dodge-Lastautos gekümmert haben, wären die Fahrer nicht hellhäutige Araber gewesen. Das schien ihm seltsam bei einem lokalen Transport aus der sudanesischen Aequatorialprovinz, wo Araber höchstens in gehobenen Regierungsstellen oder im Handel, keinesfalls aber als i schwer arbeitende Lastwagenfahrer Geld verdienen.! Ein Blick auf den Fracht- , brief steigerte den Verdacht der Zöllner Wer sollte aus dem Sudan ägyptische Maschinenteile nach Uganda i schicken? I Eine Kiste wurde aufge- I bi'ochen, und die Maschinenteil? entpuppten sich als! sorgfältig zerlegte Maschi- 1 nengewehre in Packungen I der ägyptischen Armee.! Die Entdeckung der Zollwache und di? Aussagen * der Chauffeure bestätigten | einen Verdacht, den der I britische Geheimdienst in Uganda schon längs' gehegt hatte: es besteht eir.e weit- | verzweigte Organisation, durch welche die ägyptische Regierung kongolesische; Truppen in der Gegend von Stanleyville, die noch imj mer zu Lumumba halten, i mit Waffen versorgt, während ägyptische Instruktoren die schwarzen „Askaris” gleichzeitig für einen möglichen „Marsch auf Leopoldville” ausbilden. Die Route, die diesen geheimen Watfenstrorn durch Wüsten und Urwälder über den halben Kontinent dirigiert, ist selbst in der abenteuerlichen Geschichte : des Waffenhandels einzig dastehend: * die Waffen, meist sowjetischer Provenienz, wer- | den von Kairo per Eisen-! bahn nach Assuar expej 1 diert, wo die Waffen in „Maschinenteile“ verwan-! I delt werden, die dann auf altertümlichen Raddamp- 1 fern nach Wadi Haifa an der sudanesischen Grenze verschifft werden;; *von Wadi Haifa geht der Transport per Bahn bis Khartum, der sudanesischen Hauptstadt; von dort mit Nildampfern in das Grenzgebiet zwischen dem Sudan und Uganda, wo auf Lastautos umgeladen wird; ♦ die gefährlichste Teilstrecke ist jene zwischen! der sudanesischen und kongolesischen Grenze, die noeil imme. unter britiseher Verwa tung steht. , Nach Berichten aus Eni tebbe. der Hauptstadt Ugandas, handelt es sich bei den ägyptischen Instruk-; toren um ehemalige Offiziere jener ägyptischen Fedajin-Kommandos, die entlang der israelischen Grenze aktiv waren. Auel die Instruktoren müssen einen weiten Weg zur icklegen: sic schlüpfen entweder mit den Waffen über die Grenze, oder sie erreichen den Kon- , go — wie westliche Berichtei statter vermuten — ,,le-! gitim” als Angehörige des ägyptischen UN - Kontingents. | Die britischen Behörden des Uganda - Protektorats! können nur einen kleinen j i Teil der Waffen abfangen. I Wichtiges Kriegsmaterial wird direkt nach Stanleyville geflogen. Westliche Beobachter in Leopoldville 9ind davon überzeugt, dass Nasser im j Kongo eine Doppelrolle spielt: einerseits unterstützte er durch Entsendung ei- J nes starken ägyptischen Kontingents die Poliitk der Weltorganisation; andererseits hat er mehr als einmal spine Absicht verraten, diese Einheiten dem UN- Kommando zu entziehen ur.d sie Lumumba zu unterstellen, über den er im Xongon jenen entscheidenden Einfluss zu gewinnen hofft, der ihm in anderen neuen Staaten Afrikas bisher versagt geblieben ist. Der UN-Generalsekretär Hammarskjöld hatte sich von Nasser betrügen lassen. Kasawubu und Mobutu haben dagegen erkannt, welche Rolle die VAR und ihre Botschaft in Leopoldville spielten — und daher brachen sie die Beziehungen zu Kairo ab. Sowjetische Hilfe London. — Der Vizepräsident der VAR, Kriegsminister Marschall Amer, hat von seinem Besuch in Moskau die Zusage Krutschews mitgebracht, den zweiten Fünfjahresplan der Vereinigten Arabischen Republik für die industrieentwicklung durch sowjetische Hilfsmassnahmen zu unterstützen. Dies bezeichneten gutunterrichtete Kreise in Kairo als Hauptergebnis der Moskau-Reise Amers. Der sowjetische Ministerpräsident soll auch eine beschleunigte Fertigstellung des Assuan-Staudamms zugesagt haben, dessen Bauzeit nach den bisherigen Plänen bis 1968 veranschlagt ist. Die Sowjetunion habe ferner „vollstes Verständnis” für die Militärpolitik der VAR gezeigt und deren Haltung in Afrika- Fragen unterstützt. Wie verlautet, habe Amer die Einladung Staatspräsident Nassers an Krutschew zu einem Besuch in der VAR erneuert. (AWZ)! ^MuíBLíS Wofeunalui ~-——--- MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774 INTERN EIN NEUER ZWISCHENFÄLL Tel Aviv. — Eine israe- . lische Patrouille stiess auf eine Gruppe arabij scher Infiltranten. Ein Araber wurde 'bei die- I sem Zwischenfall gelö- J tet, der sich nach einer j langen Ruhepause an der. Grenzen Israels ereigne-; te. Die Nachricht wurde I von einem militärischen | Sprecher bekannt gege-i ben. (ITA) | ¡ Dr. Hardi Swarsensky ¡ 2 0 0 Asuntos Europeos exclusivamente ¿ É P J Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr 0 0 0 Csünter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSAdFN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN | BUEROZEJT: 16 19 Uhr PUEVRREDON 2190 esq Av. LAS HURAS — T. E S3 ,?01¡ 0 ♦s. m N&& «a. 0 T

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.