Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1961-01-31 · 1849 (31.1.1961) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1849 (31.1.1961)
Date
1961-01-31
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9612115-9612188--1067-9612190
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Martes,?1 de Enrre de 1ÍX»1 Sie erzaehlten ihr Leben.,, Año XXII. — Ko. 184) (Schluss von Seit© 1) matiseh. den Blick in das Weite, die Ferne, die endiose versunkene Zeit “ JÜÄJT RTf'JS. It *«« »»1 half ihrem MMtt düngen und solchen Illusio- ' nen geben sich die Men- , sehen hin. Auch diese Tochter der des erfasst, der damals sie alle umschwebte .. Keine besonders aufregende Geschichte ist das Leben dieser Frau gewesen, bis die deutschen Truppen in das kleine Städtchen in Galizien einbrachen. Gewiss, die Soldaten zogen bald weiter, nach vorn, nach Osten, wo sie wieder andere Menschen. andere jüdische Familien aufschreckten. die dort genau so frieplich lebten, ein hartes, ein freudloses, ein schweres, aber ihr Leben. Natürlich waren diese polnischen Juden auch schon vor Hitlers Auftreten an antisemitische Ausschreitunim Geschäft. Als der Kriegbegann, hatte sie zwei Kinder, noch sehr kleine Kinder. Die Soldaten zogen ab die SS besetzte den Platz, : übernahm die Polizeigewal und üble ihren Terror gegen die Juden aus. Die junce Famihe musste ihre schöne Dreiundeinhalb-Zimmerwohnung verlassen und in den sogenannten Juden- Wolmbezirk ziehen, wo sie mit noch vier anderen Menschen in einer Stube hausen musste. Natürlich war dieses Leben unerträglich, nachdem schon vorher der Judenstern angelegt werden musste, damit jeder Jude gekennzeichnet ..*- gvKennzeicnne gen gewohnt, die sporadisch und voge’frri sei Lind ie onffvnfan /7L% iilt’É» nnfov /T^v. .- _ a _ , _ ’ auftrater., die ihre Opfer forderten. die das Lehen verdunkelten. Aber eine generelle Verfolgung aller Juden und sogar aller Juden in ganz Europa, das war erstmalig und einmalig. Das war die grosse Erfin der wusste, dass er damit zur Zielscheibe jeglichen Angriffes werden konnte, ungestraft, ungesühnt, erbarmungslos. i Man musste Zwangsarbeit leisten. Männer und Frauen. aber auch die Allen und düng der nazistischen Mör- (j,-e Kinder. Die Frauen der . wurden zur Männerarbeit In solchen Städten gab-es herangezogen. Das Essen Wohlstand und Armut, wie überall auf der Welt. Nun. diese Familie lebte in Wohlstand, es war eine grosse Familie, die Eltern hatten acht Kinder, was damals noch keine Ausnahme war. Es war eine glückliche Familie, und als die kleiren Kinder noch zur Schule gingen, hatten die ' älteren Geschwister schon ■ geheiratet. Es war eine glückliche Zeit, die Menschen waren mit ihrem Los zufrieden, und wenn alles gesund war. und wenn die war unzureichend, die Unterbringung schlecht und die Behandlung nvenschcn- ■. unwürdig. Bei der Arbeit wurde auf die Zwangsarbei- ' ter eingeschlaeen. auch auf die Frauen. Niemand durfte das Ghetto verlas'- ~n. Wer cs tat. setzte sein Lehen rufs Spiel. Viele versuchten zu entkommen, die meisten dieser Unglücklichen wurden kaltblütig erschossen. Dann karrten die jungen Eheleute mit ihren beiden kleinen Kindern auf etwas Geschäfte gingen. war man! abenteuerlichen Wegen «I i1 -»L lw.la Vlnll/on _• < _ * glücklich. Sehwarze Wolken - am -Horizont verdunkelten das Leiten. Wird der Sturm ausbrechnn? Solange die Katastrophe nicht eintritt. du verschont bleibst. Sol eben Gedanken, Empfin- -- m ein anderes Ghetto, derartige ..Verlagerungen“ waren an der Tagesordnung. Die Kinder wurden ihnen - | abgenommen und in , das hofft jede;- Mersch, sie wird ¡- Kinderheim des Ghetto gevorühergehen, solange der ■ bracht, das unter der Lei- Biit.z in dein Haus nicht . tung des von den Nazis eineinschlägt. hoffst du, dass | gesetzten Judenrates stand. Dann kam eines Nachts die Entscheidung, die Wendung, das ..Schicksal“. Die Nazis haben fast alle polnischen Ghetti auf die gleiche Methode liquidiert. Die noch arbeitsfähigen Männer und Frauen wurden deportiert, wer übrig blieb, war dem Tod preisgegeben. Eines Nachts umstellte -die SS das Lager oder das Ghetto, an allen Seiten wurde Feuer angelegt, ein wildes Sehiessen auf die verzweifelt herumirrenden Menschen begann, um ein Entweichen zu verhindern, und dann .. brannte das Ghetto langsam aus. Tage und Nächte dauerten t ♦ t ♦ ♦ 4 4 4 ♦ I Dr, FREY* Abobado pxrzrpredon um r.echm IS— iS Uhr JL Liebling j FOURNIERE — i SPERRHOELZER j VELEZ 4M« al 46 | T. E ¿3-2349/0340 y 3021 f îf-4 1 REAL PEN I £ Füllhalter 5 REPARATUREN * Spezialgeschäft CORFíIENTES 5ö9 E. 49-5850 •WWVMHiMWVVHVWV^ mitunter solche Brände, der Wind trug die Asche i weit in die Welt hinaus, die ' stumm blieb. Dass die Deutschen so vorgegangen sind, wissen wir von Zeugen. Auch hier gibt es solche Zeugen. Wir wissen es aber von den Nazis selbst, : von ihren Berichten, von Fotografien, die sie hiervon machten, von ihren Geständnissen und Beschul-; digunger in Prozessen. j Die Frau wurde vom Mann getrennt, die Kinder , waren im Heim gebliehen. ' Die Fäuste und die Gummiknüppel der SS Hessen \ ihre verzweifelten Versuche scheitern, zu den Kindern, zu ihren Kindern zu gehangen. Wie vev weifelt diese Versuche waren, kann jeder heute r.oeh sehen. Bei dieser Deportation wurden dev ’jr>?}ück'.i;'j!.\n Frau die sämtlichen Zähne ausgei schlagen. Von vom?: Von Männern. Von weichen Männern?.- Von deutschen SS-Leuten Dann führte der Weg in i verschiedene Konzentra - lionshiger. In dem einen Lager -wurde den gefangene i Frauen ein Lederstriek mit einer Nummer um den Hais gehängt S<c musste schwerste Männe-arbeit verrichten. Eisenstücke sehlepner. und auf Lastwagen auflac’en Die Komman- > dantin de« Lagers, eine Frau - Neugebauer — vielleicht kennt sie jemand und sie , lebt gemächlich rigendwo i unter falschem Namen — zeichnete sich durch besoni dere Grausamkeit aus. Auch } im nächsten Zwangslagen war die Situation nmht besser. Männerarbpit, j schlechtestes und unzureP rnendes Essen, menschenunwürdige Unterbringung und die unmenschliche Be- ’ handlung. Prügel. Schläge. Strafen. Apneile, Grausamkeiten. Nur iunge Menschen ( dis sehr gesund waren, bevor der .Krieg begann, konnj ten diese Schrecken und j Strapazen i berstehen. i Ais die Russen kamen und die Nazis verjagten, hatten niese Menschen nur wenig Kraft, sich zu freuen. Aber vergessen haben sie es nicht wer sie hefreite, obwohl in dieser turbulenten Welt voller Widersprü. che für die Juden kein An- | lass besteht, die Russen zu; APPELL AN WIEN Wien. — Verschiedene Organisationen früherer politisch Verfolgter appellierten dringend an die Regierung, ihr Versprechen zu erfüllen und vor Ende März Entschädigungs-Gesetze zu erlassen. Die Organisationen unterstützen das österreichische Ersuchen an Deutschland, sich an den Entschädigungen zu beteiligen, verweisen jedoch darauf, dass Oesterreich in jedem Fall moralisch zur Zahlung von Entschädigungen verpflichtet ist. tITA) LA SEMANA ISRAELITA Bisemanano — aparece ios Martas y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190. W izq. *" ~ 83-2613 T. E. 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland S 450,— jährl. feiern. Aber alles hilft nichts: es waren die Russen, d e den meisten Sklaven des Hitlerismus die Freiheit geschenkt haben. Niemand braucht vor historischen Wahrheiten zu erschrecken, und die Feststellung hat nichts mit unseren sonstigen Differenzen mit dem Sowjetsystem zu tun. I Nach der Befreiung und einer längeren Zeit der ersten Rekonvaleszenz kehrte die 'apfei-e Frau, die alle Leiden überstanden hatte, nach Polen zurück, um ihre Kinder, ihren Mann, die Eltern und Geschwister zu suchen. Sie hatten im Unglück noch Glück, denn sie begegnete ihrem Mann, der ebenfalls alle Lager mit ihren Entwürdigungen und unmenschlichen Strapazen überlebt hatte und der ebenfalls gekommen war, um die Kinder und sie zu finden. Das sogenannte Kinderheim aber hatten die Nazis nach Auschwitz geschickt, wo aFe Kinder erbarmungslos veraast worden waren. Die Eltern waren umgekommen, die Kinder vergast, die Geschwister. die sieben Geschwister mit ihren Familien ein Opfer des nazistischen Blutrausches geworden .. Gebrochen. verzweifelt, krank .zogen die beiden Leute über die Landstrassen Polens — von Ort zu Ort wandernd, ob nicht vielleicht doch noch irgendwo eine Spur, ein Hoffnungsschimmer vorhanden sei. Lrnn aber mussten sie erkennen, dass ihre Suche vergeblich war. In Polen! konnten und wollten sie | nicht bleiben. So gingen sie, , wie so viele andere, zuj nächst nach Deutschland, i um von dort weiterzukom- | men, nach Palästina, das | damals von den Engländern; hermetisch verschlossen . wurde, oder in ein anderes I Land, das sie aufzunehmen_ bereit gewesen wäre. Glaubi I te<- sie doch, dass die Welt! übergingen, glauben Sie,! an ihnen wiedergutmachen , dass einer von uns gesund j würde, was gesündigt wor- 1 geblieben ist oder jemals gei den war. durch Tndosund werden wird? Tranen lenz, durch Gleichgültigi *n den Augen verbirgt die keit, durch Egoismus. Aber Krau ib" Gesicht. Die Verdie Welt b'ieb diesen ungangenheit hat sie überwälglücklichen Menschen, die! . . .... durch die Hölle des hitleri- Dort sitzt eine jüdische stischen Europas gegangen Frau, eine jüdische Mutter, waren, immer noch vereine jüdische Tochter. Träschlossen. Neue Lager, frei- , nenlos weint sie. Gebrochen lieh ohne Stacheldraht, aber krank sucht ihr Blick doch Lager und keine norin _ der fernen Vergangenmalen Wohnungen standen beit, was ihr die Wirklichfiir sie bereit. Der Kampf beit niemals wieder geben war nicht ausgekämpft, und er sollte niemals richtig ein Ende finden. kann. Sie ist nur eine unter vielen, die gleiches Schicksal und gleiches Leid tra- Glauben Sie. spricht eine gen'„tlie denselben Schmerz ere und doch inhnUevniin entpfmden, krank, gebrochen. — Nur nebenbei sei bemerkt, dass die unglückliche Frau einen Antrag auf Entschäleere und doch inhaltsvolle Stimme, glauben Sie. dass diese Zeit nicht ihre t‘ ifen Spuren zurückliess. Glauben Sie, dass eine Mutter uacjo triiic XViUCier m-o umokua« jemals vergessen kann, was digung wegen Schadens an mit ihren Kindern geschah. Körper und Gesundheit ge- Glauben Sie, dass diese Erlebnisse, dass die Pein um den Tod der Kinder, der Eitern. der sieben Geschwister jemals seelisch überwunden werden kann, dass ich, dass alle anderen in gleicher Lage wie ich, jemals das vergessen können, auch nur für kurze Augenblicke? Glauben Sie, dass die Leiden, die Entbehrungen und Peinigungen, die; stellt hat. Der Amtsarzt stellte fest: jahrelange Haft in Ghetto und Konzentrationslagern, Eltern verloren, sieben Geschwister verloren, hat harte Miinnerarbeit geleistet, ist 30 Prozent erwerbsgemindert, davon 0 Prozent durch Verfolgung... Was diese Frau gelitten hat. kann zwar durch kein Geld der Welt .wiedergutgemaeht’’ werden. Aber ei- Jacfcbo M Lapidus dip}. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T. E.: 48-2124 XÀiattha Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76-6794 u 76-2312 Ükajf2eaux\ HUTSALON Jetzt in u e i g r a it u MOLDES 2 5 6 1 T. E. 73-9229 73-9155 Dr. j B. Sehwarez I schwere Arteit “unter den , schrecklichsten Verhältnis- *?.Z!J l4a?u.?eVVSert'usen ohne ausreichendes- Es-!?st betrüblich was hier und bringune" uMer** SltbW^on"Äen Gu“ sa.rusrr -— ZAHNARZT i ESTOMBA 2283 — 52-8214 j RAYOS X j pAp/iprwmsE $ VERREIST BIS | 27. FEBRUAR ‘ VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA - ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY i? SARMIENTO 3116 E. 87 1362 ITERVEN. u. GEMRETSj KRANK HEITER j Dr. M. J. Kuhn prov. i RIVADAVIA 2625 III \ Tel. 48-7524 j Mont., Mittwoch Freitag? 17-^20 Uhr Tel. Anmel- ¿ dung erbeten.? I «P*» REX ilf DIPL. OPTIKER l Sarmiento S29| T. E. 35 - Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kaut oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER CESCHAEFTEN Manuela Pedraia 2520 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 I Restaurant »Paso ” ntr, Paso 452 (al fondo) — T. E. 87 925!>| i Unter Aubrcm des Vaad Haraoomro der Kehiila {? MITTAGS- und ABKMDTISCH | Anrichten von kleinen fcstiichkeiten und Banketten | W%WV\WWWV%VVVWWW»^VV%WWWVW* jDr. BENJAMIN L1PNIZKY I ZAHNARZT { flOtni^iSTHAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE-? HANDLUNG MH GASBETAEUBUNG - REGU- I LIERUNG OER ZAHNSTELLUNG? Sprechstunden Dienstag — Donnerstag — Sonnabend | nach •vorheriger Vereinbarung. * I JOSE HERNANDEZ 2518 T E 76-86^3 und 73-0500 j iwH44*4W BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUERRUNG SAEMTL1CHER Malerarbeiten r CONDE 2818 * E. 76 7533 * * 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 * Montag, Dienstag, M'ttwoch u. Freitag von li>—lä UOrJ * Es wird gebeten, s.ch vorher teielonisch anzumekler* 4 * 4 tSANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542J * A Dr. L KLEIN Médico M^gen. und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPhSCHSTUNDEN: Dr. Bernardo Goldstein MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Anadio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Chr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.