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Jüdische Wochenschau · 1961-01-31 · 1849 (31.1.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1849 (31.1.1961)
Date
1961-01-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 - 1? izq. fix JkMG¿&y¿hJGJZUÍCL Año XXII. BUENOS AIRES, MARTES 31 DE ENERO DE 1961 No. 1819 Bekaempfung des Antisemitismus Vereinte Nationen. — Die Sowjetunion und die VAR leiteten eine Kampagne ein, um die in der Sonderkommission für die Verhütung von DiskriminaHon und den Schutz der Minderheiten diskutierte Aktion zur Bekämpfung „antisemitischer Kundgebungen” zu stören. Sie behaupteten, der Antisemitismus sei nur eine der vielen Formen rassischer Diskriminierung. In der gleichen Sitzung übte der englische Sprecher Prof. Richard Hiscoks heftige Kritik a:i zwei jüdischen Organisationen, die er namentlich attackierte, indem er ihre Berichte über Antisemitismus „provokatorisch und zur Erzeugung von Panik geeignet” nannte. Es handelt sich um das American Jewish Committee und den Koordinierungs - Ausschuss der jüdischen Organisationen in USA, der hier die Bne Brit und den Board of Deputies der britischen ' und südafrikanischen Juden I vertritt. Die Subkommission setzte ' die Debatte über die anti- ■ semitischen Vorfälle vom 1 vergangenen Jahre fort, zu i denen die Schändung der | Synagoge von Köln Weihj nachten 1959 den Auftakt bildete. Noch vor Beginn! der Diskussion wurde von | dem Sowjet-Delegier*en Valentin Saposchnikow bean-! tragt, den Ausdruck „Anti- | semitismus” zu vermeiden.! Er bezog sich hierbei auf das Projekt einer Resolu-! tion, die jede Art von Ras- | senhass und die Diskriminierung aus nationalen oder! religiösen Grüpden veri dämmt. „Der Rassenhass be- ■ : schränkt sich nicht auf den j Antisemitismus”, führte Sa-! poschnikow aus. „Der Ras- 1 senhass wurde schon lange vor der Nazidoktrin geboren und wendet sich nicht nur gegen die Juden, son- , dern gegen Russen, Polen und Slawen im allgemeinen, i Die Rassenlehre entstand aus dem Kolonialismus und der Sklaverei.” Er forderte, dass ein von der Bandung- Konferenz im Jahre 1955 gefasster Beschluss eingej schleusen wurde. Diese Konferenz, bei der die Araber dominierten, hatte auch eine •scharfe antiisraelische Resolution angenommen. i Hierauf hielt Abdel Jamid Ghani. der Delegierte der VAR, eine lange Rede, i die viel gehässiger und antijüdischer war als alle bisher vor dem UN-Forum gehörten Angriffe gegen die 1 Juden. Er unterschied zwischen „Judentum”, das eine persönliche Angelegenheit zwischen Mensch und! Gott” sei. und ..Zionismus”, den er als „politisches Ken- WIE ICH ES SEHE ♦ X iSieerzaehlten ihrLeben...\ >♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ von JEHUDA GOTTHEIMER Es ist eine Geschichte, die in dieser unserer Zeit der Leiden der Massenmorde und des Volkselends keine aussergewöhnliche Geschichte ist, sondern das Erleben widergibt, wie es Millionen Menschen widerfahren ist. Und doch handelt es sich um ein Einzelschicksal, um die Erfahrung und die Enttäuschung, um das Glück und die Schrekken, die einem Menschen und nur ihm widerfahren sind. Trotz des Massenwahns unserer Zeit. trotz Massenleid und Massen, glauben, trotz Massenreaktionen und Massenware, kurzum trotz der erdrückenden und für unsere Epoche so typischen Erscheinung, dass die Masse jede Individualität erstickt und zu verdrängen droht, ergreift uns immer das Einzelschicksal stärker als das Los der Massen. Den Umfang der grossen Tragödie haben die wenigsten zu verstehen vermocht. Wer verfügt über die Vorstellungskraft, den Tod von Millionen unschuldigen Menschen begreifen zu können? Wer vermag sich plastisch vorzustellen, was man unter ein:r Million M'.nscl.cn oder gar unter sechs Millionen Opfern der Verfolgungen zu verstehen habt? Und wer hat die seelische Grösse, den Schmerz der Millionen nachzuempfinden? Weil diese, beinahe überdimensionale Anhäufung des menschlichen Unglücks die Schmerzempfindung des einzelnen ebenso wie sein Die Zionisten sind schuld Paris. — Der Chef des Nachrichtendienstes von Marokko, Minister Achmed Alui, beschuldigte die zionistischen Organisationen, „die Juden mit allen Mitteln nach Israel zu treiben.” Daher seien die Zionisten an dem Schiffsunglück vom 11. Januar schuld, dem 43 jüdische Menschenleben zum Opfer fielen. Diese Anklage bildet die erste offizielle Erklärung Marokkos über die antijüdischeu Vorfälle. Alui behauptete, „die Zionisten hätten durch die Entfes- , sclung eines verbrecherischen Feldzuges das jüdische | Problem in Marokko geschaffen und eine Flueht-; Psychose hervorgerufen.” | Der Minister verteidigte die Verweigerung der ' Auswanderung nach Israel und erklärte, Marokko könne seinen Bürgern nicht erlauben, „ein Land zu kolonisieren, das von Rechts wegen den palästinensischen Arabern gehört.” Er leugnete die antijüdi- -sche Diskriminierung, gab jedoch zu, dass die marokkanischen Juden, die eine Auswanderungserlaubnis beantragen, sich einem strengen Verhör unterwerfen müssen und ihnen Pässe verweigert werden, wenn sie nicht beweisen können, dass sie aus „einwandfreien Gründen” ausreisen müssen. Alui stellte die Massenverhaftungen von Juden während des kürzlichen Nasser-Besuches in Casablanca in Abrede, während er zugab, dass eine gewisse Anzahl von Juden sich „ausweisen mussten”, weil sic unter dem Verdacht standen, Kundgebungen gegen Nasser vorbereitet zu haben. Diese Beschuldigung wurde seinerzeit von den jüdischer Führern in Marokko als „lächerlich” bezeichnet (ITA) , intellektuelles Fassungsver. j mögen übersteigt, wird jeder Mensch — wenigstens! im Durchschnitt — von ei- I ner Finzeltragödie stärker i ergriffen als von einem : Massensehicksal. | Kein Dichter, kein Schrift- : steiler, kein Künstler, hat ■ di« Kraft, um einen Stoff | mit der gleichen Intensität,! Unmittelbarkeit und Wucht zu beschreiben, 'wie er vom i Leben selbst geformt wird. ' Derjenige wird immer der begabteste und begnadet-; ste Dichter bleiben, der es , versteht, die Lebensnähe : zu schaffen, dem Leben! nachzudichten und das Lei : ben zu beobachten. Wo Erj kenntnis und Sein zur Har- ' rnonie werden, dort liegt die :lebensnahe Schöpfung vor, | die der Mensen bewundern, begreifen und beherzigen kann. j Vielleicht kann dfr eini zelne die Empfindungen verstehen, die andere Men- ’ sehen bewegen. Natürlich j sind diese ' Empfindungen | , menschliche”, denn andere 1 als menschliche Empfinj düngen kann der Mensch! nicht haben. Aber wie die Gesichter der Menschen sich eines vom arideren uu- | terscheiöen, wie Millionen : und Millionen Menschen trotz der G r und gl e Ichheit jedes Gesichtes mit: dem i anderen doch alle verscliiaj den sind und unter viomn : Millionen das eine Gesiebt immer gefunden werden kann, das man sucht, so sind die Reaktionen auf Empfinden und Erleben, so sind die Gedanken und die Hoffnungen unterschiedlich. Inmitten eines ungeheuerlichen Massenschicksals aibt es dennoch stets das Hini zelschicksai. j Obwohl dieses Einzel. Schicksal sich unzählige Male bei anderen Menschen, bei anderen Männern, bei anderen Frauen, in anderen Familien wiederholte. obwohl dieses Einzelschick ml schliesslich doch immer zept” bezeichnete, „.dem wir uns widersetzen.” Abdel Ghani verkleinerte die Bedeutung der Hakenkreuz- Schmierereien vom Jahre 1960 und zitierte den Ausspruch eines englischen Schriftstellers, dass „die Juden sich selbst den Antisemitismus wegen ihrer Verachtung für die ,Gojim’ zuzusehreiben hätten.” EIN UEBERWACHUNGSaUSSCHUSS UN. — in der Debatte über Antisemitismus wurde vorgeschlagen, ein ständiges UN-Büro zu schaffen, das zu jeder Zelt „auf der Wacht” sein müsste, um mögliche Anzeichen von Antisemitismus in der Welt aufmerksam zu verfolgen. Der französische Delegierte erinnerte an das angebliche Komplott der jüdischen Aerzte in Russland, das er als Beispiel für Antisemitismus bezeichnete und das in irgendeinem Land Schule machen könne, auch wenn in der Staatsveiuassung Klauseln vorhanden seien, die den Rassenhass verpönen. Uruguay und Polen ' kritisierten den Bericht über Antisemitismus, der von dem Koordinierungs- , Ausschuss jüdischer Orga-! nisationen vorgelegt wur- , de. Sudan nannte die Bej sorgnis über den Antisemitismus „übertrieben”. Der Österreichische Delegierte Franz Momatsch setzte sich hinter den Kulissen aktiv für das Projekt des Koordinierungs - Ausschusses ein, der zumindest von zv/ei weiteren westlichen Ländern in der aus 14 Staaten gebildeten Kommission, nämlich von Grosbritannien und den USA, unterstützt wird. (ITA) EL NUEVO PUERTO DE ASHDOD Tel Aviv. — La construcción de ia primera parte del nuevo puerto israelí de Asdod, en el sur de la costa mediterránea de Israel, comenzará el próximo mes de abril. Se cree que será completada para la temporada de exportación de fruta cítrica de 1964-65. El costo de esta primera etapa será de 70 millones de libras israelíes. 21 compañías se han dirigido al Ministerio de Transportes de Israel pidiendo mayor información en relación con la licitación international para la construcción del puerto. Entre éstas se hallan tres compa¬ ñías isralíes, ocho americanas, cuatro francesas, tres británicas y una belga. Al finalizar esta primera etapa di construcción la capacidad del puerto será d un millón de toneladas anuales, incluyendo cuatro millones de cajas de fruta cítrica. Las tres etapas de la construcción del puerto serán completadas en 1975 cuando la capacidad del mismo será de 4,5 millones de toneladas de carga por año (en comparación con las 2.7 millones de toneladas que es la capacidad del puerto de Haifa en la actualidad ' SCHLOMO S. TANGER Der neue Hafen von Aschdod Tel Aviv. — Der Bm des ersten Teils des neuen israelischen Hafens von Aschdod im Süden der mittelländischen Küste Israels, wird im kommenden April beginnen. Man glaubt, dass er für die Exportsaison von Zitrustrlichten im Jahre 1964-65 beendet sein wird. Die Kosten dieser ersten Etappe werden sich auf 70 Millionen IL stellen. 21 Gesellschaften haben sich an das Transport- Ministerium Israels gewandt und um weitere Information im Zusammenhang mit der internationalen Lizitation für den Hafenbau ersucht. Darunter sind 3 israelische, 8 amerikanische, v französische, drei englische und eine belgische Firma. Nach Fertigstellung dieser ersten Bauetappe wird die Kapazität des Hatens eine Million Tonnen jährlich, einschliesslich 4 Millionen Kisten Zitrusfrüchte betragen. Die drei Etappen der Konstruktion des Hafens werden im Jahre 1975 vollständig sein, wenn seine Kapazität sich auf 4.5 Millionen Tonnen Fracht im Jahr (im Vergleich mit 2,7 Millionen Tonnen, die heute die Kapazität des Hafens von Haifa bilden) belaufen wird. SCHLOMO S. TANGER ähnliche Erlebnisse und Tatbestände, ähnliche Empj Bildungen und Erwartungen, ähnliche-Leiden und Schmerzen wiedergab, | bleibt es immer das eir.zelj ne Schicksal seines Trägers. Was verstehen wir schon, I wenn wir aus den Dok •- ' menten der Sehreckenszeit lesen, oder aus den Prozessen erfahren, die jetzt vor deutschen Geliebten abgerollt werden, dass dort in Litauen oder Polen bei einer Aktion zehntausend 'Menschen, Frauen, Greise, Kinder und Männer erschossen worden sind. Ist unsere Reaktion nicht die gleiche, wenn derselbe Bericht von zz.vanzigiausend oder nur von einhundert Unglücklichen sprechen würde. Und wird unser Herz nicht noch schwerer belastet, wenn es sich nur um des Los einer Familie gebandelt hätte?, Wer ceti Umfang der schrecklichen Tragödie begreifen will, die über unser | Volk nach dem unseligen j 30. Januar .1933 gekommen! ist, — vor jetzt 28 Jahren. 1 —, der sollte nicht ven den sechs Millionen Opfern sprechen, sondern vom Leid das sich in jedem einzelnen dieser unschuldigen Ivion-! sehen immer wieder und! immer wieder aufs neue vollzog. Es handelt sich um | ein sechsoilllionoufachcs Emzelsehieisal, um ein. , sec-hsmillioneniaciies Einzelleid. nicht um einen Schmerzensschrei, der sechs Millionen erfüllte, sondern um einen scchsmillionenfachen Schrei, den jedes einzelne Opfer ausstiess. Und die. welche aus der Katastrophe gerettet wunde, waren zu Skeletten abgemagert, abgerissen, mit leeren Augen in den tiefen Höhlen, Restbestände von sich selbst. Es gibt Bilder, die von den alliierten Soldaten aufgenommen wurden, als sie in die Schrekkenslager drangen und die unglücklichen Häftlinge befreiten. Es gibt Aufnahmen von den tausenden Toten, die sie vorfanden, die aufgestapelt w'aren, wie Holz, wie Massenware .. Mrssenschicksal? Nein, jeder dieser Toten hatte einmal eine Mutter, die ihn liebte, einen Vater, der um ihn sorgte, eine Frau, die mit ihm lebte, und Kinder, die seine Lebenszukunft trugen. Dort waren sie alle begraben, die Menschen, ihre Fehler und ihr grosser Schmerz. Noch gibt es lebende Zeugen der Schrecken. In einer Generation werden sie verschwunden sein. Dann wird man nur noch summarisch wissen oder auch nicht wissen, was in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschah, was geschah in der gleichen Zeit. als der menschliche Genius die Möglichkeit entdeckte und errechnete. das Atom zu spalten, und damit ein neues Zeitalter einleitete. Erleben nicht zu vergessen, ist eine gesunde und sehr ernste Forderung an sich wie an alle anderen Menschen. Wer nicht vergisst, braucht noch längst nicht von Rachegelüsten und „nachtragenden“ Gedanken erfüllt zu sein. Aber wer kann sich mit seinen Mördern oder denen seiner Brüder fraternisieren? Wer solches tut — oder wer solches verlangt —, fällt selbst auf das Niveau herab, au’ dem seine Mörder standen. Noch gibt es Ueberlebetide. auch hier in diesem und -dort in anderen Ländern. Sie sprechen selte'. weil es schmerzt, wenn die allen und schrecklichen Wunden aufgerissen werden. Aber manchesmal ergreift sie. die Vergangenheit, sie werden von Leid und Unruhe erschüttert, die sonst nur die stummen Begleiter ihrer schlaflosen Nächte sind. Dann sprechen sie nicht, e3 spricht vielmehr aus ihnen, eine tränenerstickte Stimme. klanglos und doch dra- (Schluss aut Seite 2) ■ Aktion gegen Antisemitismus New York. — Zwischen dem Weltkongress und Fahrern lateinamerikanischer jüdischer Organisationen sind Beratungen gepiant, um eine gemeinsame Aktion gegen das Aufflackein des Antisemitismus durchzuführen. Dr. Maurice Perl zweig wird im Februar nach Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay reisen, um direkte Korrtak'e. aufzunehmen. Tn einem kürzlichen Memorandum der Exekutive des Weltkongresses führt Dr. Perh.weig, der Leiter der Abteilung für Internationale Fragen des J.W.K., aus. dass antisemitische intern« icnale Organisationen neuerlich antisemitisch» Kundgebungen, im besonderen in Laie i c n m e r 1 k a, v c r b c r e i i e n Perlzweig wird am 6. Februar nach Santiago de Chile abr eisen. Vom 11. bis 13 Februar wird er einer Sondersitzung der laleiitametikarische.o Exekutive beiwohnen, an dev Verireter von mehr als 12 südamr.rikanisehen Landern teiinehmen werden. Von Buenos Aires aus wird Per;zweie Montevideo und später Ric de Janeiro, besuchen. (ITA)

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