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Jüdische Wochenschau · 1961-01-27 · 1848 (27.1.1961) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1848 (27.1.1961)
Date
1961-01-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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.a — Viernes, 27 de Enero de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII, — \o. 1S48 Vom Lebensbaum zum Baum des Lebens I von SCHALOM BEN-CHOHIN V" %?ÊiÊÈiiÊË mm pifiliiÄil ■á-fc - Die Wurzel unseres Tu bi-1 Schwat-Festes findet sieh : bekanntlich nur in der kur-! nen Notiz in der Mischna! st'^i(bte der Menschheit ist ' müssen also als Einheit be- Roseh Haschana I., 1, die te*' Baum von Schicksals-; trachtet werden, was für von vier Jahresanfängen j schwerer Bedeutung. So le-’ den weiteren Verlauf des spricht: Dem ersten Nissan ■ ®fn 'vir in ^en Paradiesparadiesischen Dramas sehr als dem Jahresanfang der Kapiteln der Genesis: „Und , wichtig ist. Sie zeigen zwei Könige und der Feste, dem i <?er Herr Hess ai>f-* Ansichten der gleichen Sa- «•rsten Elul als dem Jah-! wachsen aus der Erde alche. —Dass die Bäume in resanfang der Viehzüchter, j Ylei Baume, lustig anzuj der Mitte des Gartens gedem ersten Tischri als dem sehen und gut zu essen, den pflanzt werden, unterstreicht Jahresanfang für die Zeitt Baum ces Lebens mitten i lediglich ihre „zentrale“ rechnung und endlich dem ersten Sehwat (nach der Schule Scham ais), bezw. dem 15, Sehwat (nach der Schule Hillels) als Jahresanfang des Baumes „Roseh Haschana la Ilan“, worunter das Datum zum Beginn der Verzehntung der Baumfrüchte zu verstehen ist. Aus dieser spärlichen Notiz ist wenig über den Hintergrund des Festes zu ersehen und tatsächlich hat es in der uns bekannten Form in der Diaspora auch nur eine bescheidene Rolle gespielt. D e Kizzur Schulehan Aruch des Rabbi Schioma Ganzfried vermerkt nur, dass alle Gebete an diesem Tage wie sonst, mit Ausnahme von Tachanun, gesprochen wer-j den, aber dass es Sitte ist j verschiedene Baumfrüchte j zu geniessen. In der hala-; chischen Literatur der letzj ten acht Jahrhunderte i schwanken die Dezisoren j darin, ob Tu bi-Schwat als j Gesetz oder Brauch anzuj sprechen sei. „Magen Awj raham" (erschienen 1602); vermerkt unter Paragraph ■ 131, dass das Begehen die- | zu® TbegtrachtSenDinseiG<;SDei j Jemenilen in Israel P«»“«" Bäume am Tu bi-Schwat Maharam vermerkt im Namen des Rabbenu Gerschon. im Garten und den Baum Bedeutung für den Mendass am Tu bi-Schwat das j der Erkenntnis des Guten sehen. Diese wesentliche ur,d Bösen <Gen. 2. 9.)“! Mitte können wir noch von Hierzu bemerkt Wolfgang einem anderen Umstande Kretschmar in seiner Unj her wenigstens vermuten.“ tersuchung über Urbilder; Der Baum in seiner sc-hickdes Sems und Werdens im i salssehveren Symbol-Be- 3at hiertur aeu imRuu , biblischen Schöpfungsb-- I deutung wird uns so zu „Pri Ez-Hadar“, eine Anlicht 'Bern 1955): „Hier Beginn der Schöpfung schon thologie von Bibelsprüchen , werden zwei Aspekte herj sichtbar. wobei im althe- und Sohar-Auszügen, die j ausgehoben. Das Ernähren j bräiseben Mytnor der duasich auf die Früchte des : (gut zu essen), welches der ' listisehe Einfluss bereits Landes beziehen. Im Hin- Lebensbaum vershinbildi spürbar ist während die (ergründ aller dieser mehr licht. Und zum Zweiten:! altnordische Welt — Esche rudimentären Bräuche steht Das aesthetische Erfreuen \ ggdrasil — wie vermerkt aber das verschüttete Wis- (lustig. angenehm, schön; die beiden Funktionen des sen um die mythische Beanzusehen), welches uns I Leben;- und des Erkenntdeutung des Baumes. In unj den Baum der Erkenntnis nisbaumes in sich vereinigt, serem erneuten Brauche * ahnen lässt. Erkenntnis Leben und Erkennen hängt der Baumpflanzung am Tu knüpft am Schauen an, am , ja nun andererseits im hebi-Schwat ist das chtonij erfreuten Schauen. Das Kind j britischen Sprachgebrauch sehe Element wohl wieder entwickelt seine natürlich; j aufs engste zusammen, da stärker spürbar. Erkenntnis an den Dingen, 1 für das Erkennen und den In der hebräischen Urgedie es gerne sieht und gerj Akt der Fortpflanzung das- _ __! ne haben möchte. Im „Lu- : selbe Wort gebraucht wird. stigen“, Angenehmen des . Denn im Liebesakt findet Ansehens der Bäume aus- \ die tiefste Erkenntnis des seit sich erstmals ein Afanderen statt, das Mystet/OOO ___ lasten verboten ist. — Un ter kabbalistischem Einfluss hat bei den Sepharden der Tu bi-Schwat eine grössere Bedeutung gewonnen. Man hat hierfür den Tikkun ist, ein Bild, das wir auch beim Propheten Jeremia il7. 8) finden, der den Mann des Gottvertrauens mit einem fruchttragenden Baum vergleicht. Der Dichter des 96. Psalmes *12) lässt die Bäume des Waldes selbst den Lobpreis Gottes singen, wohl eint poetische Interpretation des Rauschens der Bäume. Der grosse Tröster des Jesaja-Buches (61, 3) spricht vom Baum der Gerechtigkeit, der herrlichen Pflanzung des Herrn, und di« Proverbia (3, 18) vergleicht die Thora selbst mit einem Baum des Lebens. Hier sehliesst sich ein Ring. Vom Baum des Lebens geht die Anthropologie der Thora aus und sie selbst wûrd in den Sprüchen Salomos zu einem Baum des Lebens. Von diesem Baum des Lebens wird allerdings für das Empfinden einer späteren Epoche, die sich hier sehr von dem naturnahen Gefühl des Dichters des 96. Psalmes unterscheidet, der natürliche Baum zu einer gewissen Minderwertigkeit verurteilt. Wer Worte der Thora, des Studiums unterbricht, heisst es in den Sprüchen der Väter, um (bewundernd) auszurufen: „wie schön ist dieser Baum“ begeht damit schon eine schwere Sünde. Der heutige Mensch in Israel ist den Psalmisten wieder näher, für den nicht nur die Himmel des Ewigen Ehre rühmen, sondern auch die Bäume, und der so gut versteht, dass das Kriegsrecht der Thora das Abhol-! zen von Fruchtbäumen bei i einer Belagerung verbieten. Aber andererseits dürfen wir auch den Protest gegen die Vergottung der Bäume, wie er sieh am Aschera- Kulte manifestierte, nicht übersehen, wie er etwa in der Vorschrift Deuteronomium (16, 21) zum Ausdruck kommt und bei den Schrift-Propheten häufig wiederkehrt. Zwischen der Naturverneinung und der Naturvergottung aber steht die echt hebräische Haltung, welche die Natur als die Schöpfung erkennt,- die dem Schöpfer untertan bleibt: „Fröhlich sei die Flur, und alles, was darin, es jauchzen auch alle Bäume des Waldes — vor dem Herrn; denn er ist gekommen. die Erde zu richten.“ Ps. 96, 12—13). In diesem Jahr sind 350 Jahre vergangen, seitdem , eine der geheimnisvollsten | Gestalten der jüdischen I Geschichte dahingegangtn j ist. El handelt sich um den berühmten Prager Rabbiner Jehuda Loew, berühmt in der jüdischen Welt unter dem Namen: Der hohe Rabbi Loew. Jehuda Loew, der seinen j Stammbaum auf König David zurückführte, wurde im Jahre 1525 in Posen geboren. Loew war 20 Jahre lang Landrabbiner in Mähren, um zuletzt als Gberrabbiner nach Prag berufen zu werden. Rabbi Jehuda war eine giesse Persönlichkeit und ausgestattet mit reichem Wissen. Ganz stellte er sich in den Dienst des Judentums. Aber auch bei Niehtjuden war er sehr angesehen. Er stand in freundschaftlichen Beziehungen zu dem grosen Astronomen Tycho Brahe, und einmal wurde er auch in Audienz von Kaiser Ludolf empfangen. Ueber Rabbiner Loew gibt es zahlreiche Volkssagen, deren ve.rbreiti.tste die Vom Golem ist Der Rabbi soll aus Lehm eine menschliche Gestalt geschaffen haben, in deren Mund er einen Zettel mit dem Gottesnumen legte. Die Figur bekam Leben und konnte alle Arbeiten verrichten. Man denkt an die elektronischen Gehirne von heute. Am Erew Schabbos nahm der Rabbi den Zettel immer heraus. Es wird nun erzählt, dass der Rabbi einmal vergessen habe, den Zettel zu entfernen, .vorauf der Golem alleilei Unheil am iclVete. Eiligst habe man den Rabbi aus der Synagoge gerufen, und nur mit grosser Mühe hätte er den Golem unschädlich machen können. Seit diesem Verfall, so berichtet die Sage weiter, habe der Rabbi diese Lehmfigur auf den Boden der berühmten Altneuschul in Prag geschafft, wo sie heute noch lieg n soll. Rabbi Echzechiel Landau, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebte und einer der grössten talmudischen Autoritäten seiner Zeit war, betrat einmal, in Tefillin und Tallis gehült, die Stelle, wo der Golem liege i sollte. Es heisst, der Rabbiner sei bestürzt zurück— gekommen und habe verboten, den Dachboden zu betreten. Rabbi Jehuda Loew war nicht nur ein grosser Talmudist, sonden, ein ausgezeichneter Kenner der Kabbala, jener jüdischen Mystik und Geheimlehre, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland ven Rabbi Seckel Wormser vertreten wurde, der vielen als der Baal Schern von Michelstadt bekannt ist. Ueber ihn werden wir vielleicht einmal später berichten. Dr. Carlos Vogel Spende für das Weizmann-Institut — - —- - - -, j fekt, der sich allerdings aus j rium, das erst dem sicht- Der benannte schwedider Lebenspolarität Innen- . bar wird, der vom Baum sehe Industrielle Dr. Axel i Aussen konsequent ergibt. : der Erkenntnis gegessen L. Wenner-Gren hat ^ni , — Leben und Erkenntnis; hat. Freilich steht diese Eri Trau Ulli? in ]Vfa#Trnl Weizmann-Institut in Rechogehören beide unzertrenn- ( kenntnis im Zeichen der1 ® wot eine Spende in Hohe . lieh,..zum Symbol des Bau- Sünde, denn die Schlange von 250.000 Dollar über- Die altnordische Wefist es, .die zum Essen Vv.i reicht. Auf seinen Wunsch tenesqhe Yggdrasil ist Le-; diesem Baume rät. soll,das Geld für die Erj bens- und Erkenntnisbaum j So. wie der Bavp für die richtung einer neuen elek- , zugleich. Seine .Wurzeln er- , Ur-Ipapulse menschlicher ironischen Rechenmaschi- , nähren und schützen,.. Seine ne in der Abteilung für anj Krone reicht zum Himmel, gewandte Mathematik des! von .dem Nachricht herabrnstituts verwendet werden, j gebracht wird bis zur Fiele unter der Leitung des! fe. Die Götter sprechen im - « " - TV-1_A ingesehenen Mathematikers Professor Pekeris steht, WTenner-Gren wurde wäh- •end seines kürzliehen Isra-?1-Besuches mit der Ehrennitgliedschaft des Weiznann-Instituts ausgezeichtet. (AWZ) . Baum Recht. Buddha hat seine grosse Erleuchtung unter einem Erkenntnis-? bäume. Der Baum schatff in den Mythen Erkenntnis, •yeil er Natur jLifid.Goist verbindet. Die beiden Bäume inmitten des Paradieses 4—4- ’ Existenz .zurrt Symbol wird, so auch für Herrschaft und Königtum in der Jothams- Fabel des Richterbuches '9, 8 ff). Nach Hiob (14, 7) ist der Baum das Symbol der Hoffnung, der wieder ¡■Schösslinge ansetzen kann, selbst wenn er abgehauen wird. Der Psalmist (1, 3) vergleicht den Frommen ' mit einem Baum, welcher an Wasserbächen gepflanzt! Madrid. — In Madrid fand in der im vorigen Jahre auf einer Etage eines frühe-; rer. Palastes eingerichteten Synagoge, die für 70 Personen Platz bietet, zúm ersten ¡ Mal eine Trauung statt. Das ¡ Zeremoniell wurden in einer sefardisch - aschkenasi- J sehen Mischung, vorgenomj men, da der Bräutigam, marokkanischer, Herkunft ist und die Braut aus asclíké- ' nasischem Hause stammt. (AWZ) Bau einer —t . r (s grÖHtor Auawahl: u. a. VlERERBLÖCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUM- $ ► MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (plancha*) — VOLL. S STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE 5 VORHANDEN - VERTHAUENSWUERDIGE BERATUNG^ '*" S Alfoniiö JViüRITZSON . Guanacache 2351, dep. 2 | ■ 'Ut »' * CABILiDO > •^”‘’"1 WWWWVWWW* Synagoge Erüssel. — Hier ersteht die erste sefardi$ehe (Synagoge. Herr Chaim. ein bekannter belgischer Ge: schäftsmann. hat für diesen Zweck eine Million > beigischer Franken gestiftet. Durch die Einwänderung scfardischer Juden aus dem belgischen Kongo und aus Aegypten Rat sich die spfardiscfie Gefneinschaft Biis- ' scls verdreifacht. lAWZ) .. Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ 1 Bde. Kl. 8P, I, 646 Seiten, 1 Tafeln. II. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr. Papier, in Ganzleinen geb. DM 52,— Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschung der antiken Geschichte und ganz oesonders zur Erkenntnis des nachbiblischen Judentums, seiner oolitischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Funde am Toten Meer haben ernoü+ die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen oestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind dar.ei für jeden, der sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEVY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser. Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile m 1 Band. Le . 8?, VI, 428 -f VIII, 595 Seiten ca, 2.048 Spalten) — Mit Nachträgen von Leberechi Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auflage — In Leinen geb. und auf holzfr. Pa^i?r gedfuckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sept. 1959) DM 145 — Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterouch ist das bis jetzt erschöpfende Werk,zur Erst hl je: ssung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: Geschichte des jüdischen ¿es V FLAVIUS JÜSEPUUS A- » r* * t f! ‘i Uebersetzt un'd mit Einleitung und Anmerkungen ‘versehen Von-Df. H. CLEMEN]^^., < Kl, 8<\ 695iSeiten( 2 Karten auf holzfr. Papier itrLernen Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 13 -ii ¿A Y!** i.) um*. Y**-Y tèN V'*hv y] fYYlY

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