Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1848 (27.1.1961)
- Date
- 1961-01-27
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 27 de Enero de 1961 LA SEMANA ‘ISRAELITA Año XXII. — No. 184? - 3 DE1I FALLIMílIJKITl(7§ Innerhalb der Schriftenreihe von Yad Washem, Jerusalem, („Yad Washem Studies on the European Jewish Catastrophe and Resistance“) ist eine Arbeit von Aaron Zwergbaum, „Exil in Mauritius”, erschienen. Der Autor, der in Mauritius interniert war, als Sekretär des Zionistischen Comités des Lagers aktiv wurde und jetzt ein hoher Beamter in der Jewish Agency ist, hat hier zum ersten Mal die Mauritius- Episode in allen ihren Aspekten dargestellt — vom abenteuerlichen Exodus jener 1700 jüdischen Menschen aus Nazieuropa im September 1940, über die zweimonatige Fahrt, voller Entbehrungen und Leiden, Hoffnungen und Enttäuschungen, bis zu ihrer Landung in Palästina — um gleich darauf auf die Insel Mauritius verschleppt zu werden. Es war das erste Mal, dass die Mandatsregierung von der im Weissbuch von 1939 vorgesehenen Klausel Gebrauch machte, „illegale“ Einwanderer zu deportieren. Die Internierung auf jener tropischen Insel dauerte vier Jahre und sieben Monate, und schon aus diesem Grunde bildet das Exil in Mauritius einen extremen Sonderfall in der Geschichte der Palästina-Einwanderung. Innerhalb dieser langen Periode entwickelte sieh unter den Internierten ein gesellschaftliches, soziales und wirtschaftliches Leben eigenen Stils, und schliesslich sogar eine aktive zionistische Arbeit. Dr. Zwergbaum erzählt die Geschieh te jener Menschen Oesterreich, Polen, von HERBERT FREEDEN dadurch liest sich das klei- und — von ein paar Ausne Büchlein wie eine spannahmen abgesehen — nicht nende Kurzgeschichte. In ' angeschrieen, aber sie _m _ i. 1 -.4nlrt Of Mftlr nt der Tat, hier ist ein Stück neuer jüdischer Historie dokumentarisch verankert worden. Trotzdem dürfen einige kritische Bemerkungen nicht fehlen. In einem Kapitel „Die Psychologie und Soziologie des Lagers“ schreibt der Autor: „Die Internierten hatten nur einen Gedanken, nur ein Ziel vor sich — entlassen zu werden. Die Sucht nach der Freiheit war wirklich eine „wunderbare Besessenheit". Auch der Autor ist hiervon nicht ganz frei, auch er sieht und beschreibt die Mauritius-Episode isoliert. Was man vermisst, ist ihre Inbeziehungsetzung zum grossen geschichtlichen Hintergrund, auf dem sie sich abgespielt hat — zum Weltkrieg. Als die Flüchtlinge im November 1940 deportiert wurden, stand England allein im Kampt gegen das braune Weltungeheuer. Frankreich war gefallen; die britische Armee bei Dünkirchen geschlagen; auf dem Atlantik tobte die Schlacht gegen die U-Boote, und über den britischen Inseln wütete der Blitz der deutschen Bomber. Man kann diese Ereignisse nicht verschweigen, wenn man den Akt der Mandatsbehörden in eine realistische Perspektive bringen will. Die irternierten fanden in Mauritius, besonders am Anfang, harte Be- (dingungen vor, aber sie aus ' fanden auch physische Si- , der | cberheit — nicht nur als Juschechoslowakel, Danzig den vor den Nazis, sondern nd Deutschland mit der ru-, überhaupt Schutz vor dem igen und objektiven Feder I Kriege, es Juristen, er legt den j „Die psychische Haltung 'all sachlich, ohne Bitterder Internierten“, schreibt eit und Emotionen dar, Dr. Zwergbaum, „war nicht ind wertet die politischen durch unmittelbare Flucht nd psychologischen Fakbedingt; denn ihr Leben oren in abgewogener, vorwar nicht bedroht; sie wur- »ildlicher Weise. Gerade I den nicht brutal behandelt Teppichbaus - M. Höchberg] UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKrüPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eig«M Fabrikation — Unverbindlich« Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichter’ingen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND X GROESSEN AUSLEGEN VON APPARTEMENTS ♦ MIT REIN WOLLENEM VELOUR. I Verkauf an Private nur Samalag und Sonntag f von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus 2 Calle ANDONAEGUI 2083 \ 4 Quader vor Station Urquiza 2 sorgten sich sehr um ihre Zukunft“. Ohne von den Juden Europas der damaligen T.:ge zu sprechen — diese Sorge um die Zukunft war nicht auf Mauritius beschränkt, sondern erfüllte nicht weniger die Menschen in England und auf dem Kontinent, und bald danach die Massen Asiens. Oft liess der Krieg in seiner mörderischen Brutalität die Sorgen für das Morgen nicht eiumal aufkommen und überleben war das Einzige, das man erhoffen konnte. „Jene“, so heisst es bei Dr. Zwergbaum weiter „die Kinder in Palästina hatten, fürchteten, sie würden sie nicht Wiedersehen“. Auch dieses Gefühl war kein Spezifikum von Mauritius. Palästina lag nicht innerhalb des Kampfgebiets, und Mauritius war eine friedliche Insel — das Bangen von Millionen Eltern um ihre Kinder, die zu Land, in der Luft und zur See den furchtbaren Waffen der Deutschen gegenüberstanden, scheint nicht weniger legitimiert. Es ist wahr, dass das Essen der Internierten, das sie. ohne eigene Mühe vorgesetzt bekamen, weder reichhaltig war noch Abwechslung bot. Man sollte aber nicht vergessen, dass auch die' Bevölkerung Englands, darunter auch die Flüchtlinge dje für ihr tägliches Brot Wateummiv MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774 I AUTO - REPARATUR _ WERKSTATT t: 'r'! * B E N 0 . ¿ ’1 BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902; K (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 i i ’Í Ï CLUB 7 Zum Zweck der Modellverbesserung und Material-Erfahrungs? ustauschs ist Ihr Kleiderberater in ständiger Verbindung mit führenden Herrenbekleidungs - Fachleuten Euiopas. DEUTSCHLAND: Louis Ammerschläger, Frankfurt. 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Nach dem ersten Jahr der Internierung wurde das Lager in ein Familienlager umgewandelt: verheiratete Paare konnten zusammenziehen, neue Ehen wurden geschlossen, und die Zahl cer in Mauritius geborenen Kinder spricht für die Normalisierung der Beziehungen. Ein Familienleben, auch in der sogenannten Freiheit, war in jenen Tagen ein kostbares Gut, und selbst in der Atmosphäre des Internierungslagers durfte es eine gewisse Kompensation geboten haben, besonders wenn man berücksichtigt, wie viele Millionen von Familien jahrelang getrennt blieben, nicht nur räumlich dadurch, dass die Väter, Männer und Söhne an fernen Fronten in anderen Erdteilen kämpften, sondern auch durch die dauernde Gefahr, die die Trennung eines Tages, manchmal schon zur Ewigkeit machte. Im Jahre 1942, so berichtet Dr. Zwergbaum, hatten die Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei Gelegenheit, sich zum Heeresdienst zu melden, und am 16. April verliessen 86 die Insel, Weitere freiwillige Rekrutierungen erfolgten im Jahre 1943 für die polnische 1 Armee — acht Freiwillige! und für das britische Pionierkorps (25 Kandidaten). Die verhältnismässig geringe Zahl der Freiwilligen ist. aus dem verständlichen Ressentiment der Internierten heraus zu erklären, denn in England lag die Zahl der Freiwilligen unter den jüdischen Flüchtlingen viel höher. Erst im Jahre 1945, als cs möglich war, sich der Jüdischen Brigade anzuschliessen, meldeten sich weitere 78 Freiwillige. Der Autor stellt fest, dass zu Kriegsende ungefähr 50 % der in Frage kommenden Männer bei den alliierten Armeen dienten. Das heisst aber auch, dass die andere Hälfte, von der Möglichkeit I die Internierung mit dem LA SEMANA ISRAELITA f» BISE MAN A UfO INDEPENDIENTE B*. Aire* - PUEYRREDON 2190. 1* i*q. - T. E. 83-26H 27. Januar 1961 10. Schwat 5721 Soldatentum zu vertauschen kernen Gebrauch gemacht hat. Von einer gewissen Zeitfremdheit im Lager von Mauritius zeugt auch folgende Tagebucheintragung aus dem Jahre 1942, die Dr. Zwergbaum in seiner Schrift zitiert: „Die jungen Leute sehen, wie ihre besten Jahre sinnlos vergehen, Jahre, die benutzt werter sollen, um die Basis für iiire Zukunf* zu legen. Nur wenige Menschen sind hier in der Lage in ihrem eigentlichen Beruf tätig zu sein; und was man früher gelernt hat, gerät in Vergessenheit; es gibt keine Möglichkeit, mit neuen Entwicklungen und technischen Fortschritten Schritt zu halten.“ „Es ist kaum anzunehnen, dass Kriegsgefangene in deutschen oder japanischen Lagern ihre Jahre sinnvoller gestaltet haben, oder dass Truppen in der nordafrikanischen Wüste, auf Geleitzügen nach Murmansk, oder im Dschungelkrieg auf Südseeinseln sich besser auf ihre Zukunft vorbereiten konnten. Selbst wer nur zum Kartoffelschälen und Küchendienst abkommandiert war, in der britischen oder einer anderen alliierten Armee, konnte nicht mit den letzten Entwicklungen seines Berufes Schritt halten. Der totale Krieg, das sollte ipan in der Bewertung der Ereignisse innerhalb und ausserhalb vr r Mauritius nicht vergessen, kennt kein Privatleben. Diese Zeilen sollen weder die subjektiven Leiden der Mauritius-Internierten, noch das objektive Unrecht, dass ihnen geschehen ist, zu verkleinern suchen. Was sie beabsichtigen ist lediglich, jü. disches Geschehen nicht isoliert vom Weltgeschehen zu betrachten; die Gefangenen von Mauritius waren im Grunde in den Maschen des Krieges gefangen. Ohne den Hintergrund des Krieges, dessen schicksalshafte Wellen schliesslich die braunen Horden überrannt haben, kann der Fall Mauritius nicht verstanden werden. Handel mit der Türkei Te' Aviv. — Der Hanoelsausfai>'-'*h zwischen Israel und d«- Türkei ist aufgrund eines kürzlich geschlossenen Zusatzvertrages zum bestehenden Handelsabkommen, das im vergangenen März unterzeichnet wuirde, auf 18,5 Millionen Dollar gesteigert worden. Israel wird in erster Linie Pharmazeutika, Chemikalien, Druckpapier und Elektrogeräte liefern und dafür aus der Türkei Zucker, Feigen und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse erhalten. (AWZ) JSiederlaendisches Kreditangebot Amsterdam. — Die Niederlande haben der VAE einen Kredit von 50 Millionen Gulden angeboten. Das Angebot wurde der VAR-Regierung von Vertretern der niederländischen Industrie unterbreitet, die sich in Kairo auf hielten. In dem Communiqué zu dem Angebot hiess es, dass die Niederlande den Export von Kapitalgütern nach der VAR erweitern wollen. — (AWZ) *• P&A& tui pKipaxatwoi da ataja Viajes Globus Alsina (418, 6° piso T. E. 38-5860 - 38-1447 - 38-8304 J Dr. Hardi Swarsensky f £ Asuntos Europeos exclusivamente 0 Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr 0 Dr. Gunter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTI - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN "x. BUEROZEIT : 16-19 Uhr - T' » «¿«ii