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Jüdische Wochenschau · 1961-01-27 · 1848 (27.1.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1848 (27.1.1961)
Date
1961-01-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Vi«nie*. 27 de Euere de 1961 »OIICHE An« HU. — Ne. 1848 Es genügten die zwoelf Jahre (Schluss von Seite 1) Das war die eine Seite der Republik-Gegner. Die anderen waren die Kommunisten. Sie spielten eine son erbare Rolle, eifern' Ltiich au. Befehl d.s Kreml, der Politik auf weite Sieht machte und seine Chancen witterte, wenn Hitler an ie Macht kommen ur.d die Weimarer Republik zerstören wiirce. Sie hatten ähnlich der nazistische SA einen eigenen Wehrverband, der die Bezeichnung „Roter _ jntkämpferburr ” führte seic Jahren verboten w-»r. Inoffiziell fu tionierte ihre illegale Mi-itär-Orga;sation nur um so besser. Millionen wählten damals noch den Hafer, rbeiter Ernst Thälmann, und Hunderttausende -\ren bereit, für Jen Sieg des Kommunismus ihr Theben einzusetzen. Die kommunistische Partei plädierte auch nach aussen für eine antiiaschis.isehe Einheitsfrort mit den Sozialdemokraten, befolgte aber im Grunde die Taktik des Gewährenlassens gegenüber Hitler. So kam es sogar im Laufe des Jahres 1932 zu einem gemeinsamen Streik in Berlin, den Nazi und Kommunisten organisiert hatten. Die Kommunisten erniiekten in der drohenden Hitler- Diktatur das Ende der .bürgerlichen Gesellschaft’; sie wollten also nur abwarten, was d«nn Käme. Die Folge musste n^c ihren Doktrinen aer Sieg des Kommunismus sein. Hierfür haben die deutschen Kommunisten zwar einen ( gewaltigen müssen keit bleibt zu einem guten Teil nicht hinter diesen geschichts - philosophischen Spekulationen und der vom Kreml eingeschlagenen litik zurück. Jnd wenn Smirnow heute so scharf gemelten zurief: „Meine Hergen den Nazismus reagierren) <jie Vereidigung durch te, so sichrrlieh auch des-! den Herrn Reichspräsidengen Blutzoll zahlen ( Wege seine Partei erliegen J , aber die Wirklichj werde. Alles Zureden Paj - ■ pens, Görings und der andej , ren Unterhändler half nichts. Hugenberg blieb bei seinem Nein. Erst als ] o- ( Meissner in das Zimmer 1 stürzte und den Versam-! ten wegen, weil die streckenweise Kooperation mit der hitleristischen Bewegung und Regierung eine historische Tatsache darstellt, die! ger warten lassen!” von den heutigen Herren des j Hugenbc.g nacn. Weil Kreml als äusserst lästig empfunden wird. Hitler war keine „deutsche Notwendigkeit”. Wir wissen heute, dass der letzte Kanzler der Repuolik —. . _ , . , einem der Anwesenden, t war um ll Uhr ange-, setzt, es ist bereits 11 Uhr j 15; Sie können den Herren! Reichspräsidenten nicht länjgab I Hinj denburg nicht warten konn-1 te, stimmte Hugenberg der i Reichskaczlerschaft Hitlers j zu .. j Dieser Bericht wurde von; Dr. FREY ♦ Abogad i PUEYRREDON 21H ♦ 1» uq ♦ J nachm 16—19 Uhr REAL PEN ji Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 5Ó9 T E. 49-5850 Uwwvwwwwwv weder von Papen noch von Sch’eicher und erst recht nicht Hitler sind als solche . anzusehen —, Dr. Heinrich Brüning, der kürzlich sei-, nen 80. Geburtstag in völli-! ger Zurückgezogenheit in! seiner nordamerikanischen 1 Wahlheimat beging, die furchtbare ' irtschaftskrise i trotz der heftigen Opposition von rechts und links j überwunden heben würde, wenn man ihm nicht in den Arm gef a. len wäre. ' Die damaligen Zustände wurden wohl am besten von Otto Braun, de n langjährigen preussischen Ministerpräsidenten, charakterisiert,' der im Laufe des Jahres > 1932 zurücktrat, weil er d s Gefuhl - atte. dass er sich auf seine Beamten nicht mehr verlassen könne. Er : natte keine Lust mehr, sich .; ..nach fast vierzehnjährig* Minister.¿tigkeit”. nur weil das Parlament unfähig war, einen Nachfolger zu DesHmi men, in diesem zur K -! schemme "eraogewüroig“. / Gremium den gassenbubenhaften Beschimpfungen par- lamentarischer Raufbolde auszusetzen'’ .. Noch aiii 30. Januar 1933 war es keinesfalls sicher, dass das ..Kabinett der deutschen Einigung” mit Hitler an der Spitze gebildet werden kür.ne. -ne hatte sien der Reichspräsident von Hindenburg dagegen gewehrt, dass „der Gefreite”, wie er Hitler bezeichnete, zum Reichskanzler gemacht werde. Nun war er bereit. Nur einer weigerte sich, das war der deutschnationale Geheimrat dem Stahlhelmführer Düj sterberg abgegeben, der j übrigens jüdischer Abstam-! mung gewesen sein soll und später ausgeschaltet wurde. I Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am | 30. Januar 1933 begann der Leidensweg der Juden, zui nächst in Deutschland, dann I in Europa. Es wäre jedoch j falsch, wenn wir übersehen j würden, dass mit der ‘ Machtübernahme auch der j Leidensweg vieler anderer i Völker seinen Anfang nahm, nicht zuletzt auch des deutl sehen, das durch seine politische Blindheit in fein ci- : genes Unglück rannte. Die Zerstückelung des alten Reiches ist nur eine dieser Folgen dieser längst nicht „Theodor Herzl” Haifa. — Das israelische Passagier - Schiff \ „Theodor Herzl” ist von i der argentinischen Firj ma „Americar Tours” j | in Buenos Aires für eine i 96tägige Touristenre se; j um c ie Welt gemietet i worden, wie Me israelij sehe Schiffahrts-Gesell-; i schaff ZIM m.iteilt. Das ■! Schiff befährt heute der.! Atlantischen Ozean und; wird im kommenden Noi vember von New York; nach Buenos Aires kom- \ men, wo es die erst. j Etappe seiner Reise bej ginnt. Die „Theodor ' j Herzl” wird auf ihrer Fahrt zu den Pessachfeii j ertager die Passagiere | j nach Israel bringen — (ITA) i selten gehört. Wer von uns hätte geglaubt, dass dies möglich wäre? gangenheit geworden ist. Viele sind noch am Leben, die Augenzeugen dieses Schicksals waren. Die nach- ■ ste Generation, schon in anj deren Ländern und unter j anderen Sternen geboren,' weiss kaum etwas davon, was ihre Väter oder Vorväj ter durchlebten. Für sie ist j Hitler der Haman unserer Geschichte, ein Ungeheuer . der Vergangenheit, einer für i die Kinder fernen Vergangenheit. Sie ermessen kaum den zeitlichen Abstand zwi-1 sehen dem alten und dem 1 neuen Haman. dem Juden- Wir verbinden mit dem 30. Januar 1933 ein furchtj bares Erlebnis, das unserem Dasein eine Wendung gab, das in seln;n Konsequenzen für Millionen aber i den Tod bedeutet*. Die nächste Generation kennt dieses Datum nicht. Wir | fragen uns, ob dies gut, ob j dies richtig ist. Es ist eir.e | schwere Frage, die wir bej antworten müssen, eine Fraj j ge, die n die Wurzeln unj; serer geistigen und morali-1 j sehen Existenz greift. Wohl i! die meisten von uns haben : | sich diese Frage irgendi; wann eirmal vorgelefet. Wir j i wollen versuchen, hierauf j ' Antwort zu geben: j .. Die,ses Nichtwissen um die poiniscber ¿uden> als 1 ’ : dieser eine Resolution a:i- | Schicksai de? Vä“er deutet! Dahf’ in Dwekher der pol- I acnicKsai aer vaier «ulet mschen Regierung Erfolg auf eine ungeheure Lebens-} bei der Verteidigung de? LA SEMANA ISRAELITA B'.semanark) — aparece ios Martas y Viernes, Editado por Estrellas Editoriai Ltda Verantwortlich; Dr. H. Svj arser.sky Pueyrredón 2190. U 12q T. E. 83-2613 80.6930 i Abono-Preis: I Argentinien: j $ 75.— pro Quartal . Ausland $ 450,— jähri. Oaiegierte protestieren Tel Aviv. — Verschiedej ne nordai.ierikanisehe Dele- ■ gierte verliessen den Konkraft hin, die in unserem Volk vo 'handen ist. Der Blick ist auf neue Ziele, auf neue Aufgaben, auf ein altneues Ideal gerichtet. Hier liegt die Zukunft. Trotzdem wäre es ein verhängnisvoller Fehler, wenn die neue Generation nicht aus dem Erleben ihrer Väter lernt, nur weil sie deren Schicksal nicht kennt. Das alte und viel zitierte Wort „Vergiss nicht, was dir Amalek tat”, spiegelt eine Weisheit und Lebenserfahrung wider. Es ist nicht die Predigt des Hasses, der nicht vergessen feind, wie er im Laufe unlässt, sondern die Mahi ... serer langen jüdischen GepunS zur Besinnung und zur : -¿usaP1rnenaroeit mit andeüberwundenen Vergangen-:?chichte öfter aufgetreten Einsicht, um aus dem Verj ’ W*e Z> B-! ist, den Feind, der mit der i P-angenen für kommende Waschern m Isiatotalen Ausrottung droht. * Zetten zu lernen. In diesem Sinne Landesgrenzen und der Verstärkung der Sicherheit gewünscht wird. Die Nordamerikaner widersetzten sich dieser Resolution mit dem Einwand, der Kongress soll politische Fragen vermeiden. Andere Resolutionen, die ohne Einspruch angenommen wurden, beziehen sich auf die Ausarbeitung e e Sonderprojekts zur Enrung der jüdischen Märtyrer Polens und die Schaffung eines besonderen Organismus innerhalb der Weltföderation polnischer Juden zur heit. Noch wollte niemand glauben. das; dieser ..Neubeginn” das Ende einer Epoche einleitete, auch für uns. Noch hofften alle, dass . -.1 r.ts sc heiss ^ecessen werde, wie es wird”, dass die Nazis Hemmungen haben würden, ihr verkündetes Programm auch durchzuführen. Abe- Rechtsbruch folgte auf Rechtsbruch. Gewaltakt auf Gewaltakt, Mord uf Mord. Wer musste nicht an das Wort oes Augustinus denken: „Remota justitia quid sunt reena nisi magna latrocinia?” — „Ohne Gerechtigkeit — was sind Staaten anderes als grosse Räuberbanden?” Wohl selten musste dieses Wort mit einer so grossen inneren Berechtigung auf ein Land angeden Feind, der nur hasst i fiesem sinne dürfen und der sich sein Weltbi’d { wir dieses traurige Datum nach seinem Hass formt.; nicht vergessen, diesen du- Vielleicht t issen die Kinx issen die der von heute nocu, wer , , . Hitler war. den sie sich a!=! Haman vorstellen. Aber die Namen seiner Paladine, die nicht weniger Grauen und Schrecken, nicht weniger Angst und Zittern hervorriefen, die Namen der Goebbels. Göring Himmler lind Heydricn, die Namen der Streicher und Lev und wie sie alle hiessen. diese Namen sind vergessen. Die meisten derer, die nicht mehr dort geboren sind, haben diese Namen nicht oder j steren 30. Januar 1933. wenn wifür unsere Kinder; sorgen und sie vor e'piphp-r l Schicksal bewahren wollen, wenn wir die erlebte Vergangenheit in einer neuen Gegenwart zu einer besseren Zukunft umzuschmieden versinken Das ist die Aufgabe und Sendung der ei. (ITA) Dia Türke! und Israel Stambul. — Die sportlichen Beziehungen zwisenen der Türkei und Israel, die während des Regimes v n Menderes unterbrochen waren, sind wieder aufgenommen worden. Die Behörden gestatten jetzt den a Haschen Mannschaften, nach Israel zu reisen, und erlauben wieder den Besuch is- >1)'”'t’on. die jene Epoche 1 raelischer Mannschaften. — überdauert hat. (ITA) Hugenberg. die graue Er i- J wandt werden wie auf den wichtig- Deutschland in seiner Get stait des .Dritten Reiches’, j j » J. Liebling i i FOURNIERE — i SPERRHOELZER DIAZ VELEZ ¿224 «1 4«! T. E 43-2349/0340 T 3021 j —»►. ........ .. nenz, der zu sten Totengräbern der Republik gehörte. Denn Hitler hatte seine Bereitschaft zur Uebernahme des Reichskanzleramtes erteilt, gleichzeitig aber erklärt, dass neue Wahlen seine Ernennung bestätigen müssten. Hiergegen wehrte sich Hugenberg. der sofort verstanden hatte, dass auf diesem Die Zeit der Schrecken und Verfolgungen wurde durch diesen 30. Januar 1933 eingeleitet, mit dem die Tragödie begann, die schon Jahre vorher präpa- | riert worden war. Keiner ahnte, was die Zukunft bringt, die nun fiir uns alle zu einer traurigen Ver- t Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kaut oder Verkaul von WOHNUNGEN HAEUSER CESCHAEFTEN Manuela Pedzaza 2930 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 I eh CLyiQCLULX^ HUTSALON Jetzt in B e I g r a n o MOLDES2561 T. E. 73-9229 73-9155 Confitería NIZA ' I ...'UM Conde 2020 76.0286 'V Jacobo M Lapidas1 dipl. Mohel! 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