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Jüdische Wochenschau · 1961-01-24 · 1847 (24.1.1961) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1847 (24.1.1961)
Date
1961-01-24
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Martes, 24 de Enero de 1961 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXII. — No. 1847 Manches geht durcheinander 1 (Schluss von Seite 1) gab allerdings zu: „Ich zweifle nicut daran, dass auch das Politische mitsprach ” Aber das „Weltjudentum” hrbe mit der Sache überhaupt nichts zu tun gehabt. Das habe er mit seiner Artikelserie eindeutig nachweisen wollen. Als erster Zeuge trat der ehemalige Generalstaatsanwalt beim Volksgerichtshof, Ernst Lautz, der jetzt 73 Jahre alt ist, vor den Rieh-' ter Bei dieser Gelegenheit' fielen die ehrfürchtigen Bezeichnungen der Zeugen als „Generalstaats-” und , Oberreichsanwalt auf. Lautz sagte, er habe das Reichsjustizministerium damals auf Schwächen der Anklage aufmerksam gemacht: Es sei nicht erwiesen gewesen, oass Grünspan im Aufträge jüdischer ..Hintermänner” gehandelt habe, andererseits habe er vor der Gefahr gewarnt, dass Grünspan bei dem 1942 in Deutschland geplanter Schauprozess „das vorher vereinzelt geäusserte Motiv der Homosexualität” erneut vorbringrn und damit der gegnerischen Kriegspropaganda unschätzbare Dienste leisten werde. Seine Bedenken wegen der illegalen Ueberführung Grünspans aus der nicht besetzten Zone Frankreichs nach Deutschland habe das Auswärtige Amt uamit entkräften können, dass es eint Erklärung der iranzösischen Regierung mit dem Einverständnis zur Abwicklung des Prozesses in Deutschland beschafft habe. In der damaligen Anklageschrift sei Grünspans Einlassung als unglaubwürdig hingestellt word:n, sagte Lautz. Das Reichspropaganda-Ministerium habe die Schuld des ,Weltjudentums” und der Hintermänner herausstellen wollen Nachdem er an höherer Stelle seine Bedenken vorgetragen habe Grünspan könne womöglich seine persönlichen Motive in den S-al schreien, sei der für Mai 1942 beabsichtigte Schauprozess abgeblasen worden. ‘ Dr, FREY! :; t * ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ : 4 Im Verlauf der Verhandlung gab es erbitterte Wortgefechte zwischen dem Vertreter des Nebenklägers, des Bruders des Ermordeten, und Graf Soltikow ebenso wie zwischen dem Angeklagten und dem Zeugen Lautz. Auf eine Frage des Staatsanwalts erklärte Lautz, ihm gegenüber habe Soltikow niemals erwähnt, er habe Kenntnis -on den französischen Originalakten. Auf Vorhalt von Soltikew gab Lautz_zu, dass der Vizepräsident des Volksgerichtshofes, Engert. die Möglichkeit erwogen habe. Grünspan im Prozess das Wort zu entziehen, wenn er auf den Paragraphen 175 kommen sollte. Diese Möglichkeit könne die Entscheidung, den Prozess gegen Grünspar, nicht durchzuführen, zumindest mit beeinflusst haben. Offiziell sei ihm eine Begründung für die Absetzung nicht gegeben worden. Er habe gewusst, dass das Propagandaministerium Briefe bereit halten wollte, die normale Beziehungen von Raths zu Frauen beweisen sollten. Immerhin dürfte schon aufgrund dieses Berichtes auffallen. dass sich der frühere Obereichsanwalt nur auf Vorhaltung gewisser Vorgänge erinnert .. Die ganze Sache macht einen peinlichen Eindruck, da ein echtes Interesse den Motiven der Tat nicht besteht. Soweit erinnerlich, soll sich die Familie von Rath nach der Tat korrekt geäussert und erklärt haben, dass sie mit den von den nichtungslager zum Tode verurteilt, später ¿a lebenslänglicher Haft begnadigt, 1958 entlassen. Der 77jährige Angeklagte, dem der medizinische Sachverständige „geistigen Altersabbau“ bestätigt hatte, nahm das Urteil unbewegt entgegen. Der Staatsanwalt hatte eine höhere Strafe verlangt. Kremer war der Professorentitel schon kurz nach dem Krieg wegen seiner dunklen Vergangenheit aberkannt worden. Es ist sicherlich nicht von entscheidender Bedeutung, ob ein Kriegsvci brecher nur 10 oder 12 Jahre Zuchthaus als Strafe für seine Untaten erhält. In diesem Falle stand ein Mann vor Gericht, der seiner Beruf ais Arzt dazu missbrauchte um seine Dienrfe im Getriebe der grossen nazistischen Mordmaschine zu DER STATUS DER JUDENHEIT New York. — Der Status der Judenheit in den U£7 und im besonderen die für die Zukunft zu erwartende Entwicklung bildeten eines der Hauptthemen der Debatte bei der dreitägigen Sitzung des Leitenden Ausschusses des American Jewish Committee. Ferner wurden über das Anwachsen der arabischen Propaganda, die in letzter Zeit von der Agitation gegen Israel und den Zionismus zu Angriffen gegen alle Juden unc vor allem gegen die nordamerikanischen jüdischen Bü-ger übergegangen ist, Beratungen abgehalten. (ITA! nicht ausgereicht haben dürfte. Immerhin hätte man leisten. Auch er hat natür- [ eine solche Begründung lieh eingewandt, dass er aut Befehl gehandelt habe. Der auf Befehl sein Gewissen auszuschalten vermag, und verbrecherische Handlungen auf Befehl vornimmt, ist trotzdem ein Verbrecher. Denn die Motive, die zur Tat geführt haben, ändern nichts am Sachverhalt und nichts am Tatbestand eines Deliktes. Vielleicht kann ein Gericht be; der Zumessung einer Strafe die Motive berücksichtigen; dies wird sogar meistens — und mit Recht — der Fall sein. Kremer konnte sien auf eilen „gegebenen Befehl“ aber nicht berufen Denn Nazis gezogenen Konse-1 Arzt hat höheren Ge- Abogado PUEYRREDON 2180 x * nachm. 16—19 Uhr J. Liebling FOüRNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al 4« j T £ 4Ï-234S/034C v 30Z1 \ I REAL PEN J f Füllhalter - J REPARATUREN 1 Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 _ VWUVWWUHVlHVrtW* Ootica DIPL. OPTIKER Sarmiento 829! 'T. E. 35 - 73 quenzen aus der Handlungsweise eines einzelnen durchaus nicht einverstanden sei. Immerhin gehörte damals Zivilcourage dazu eine solche Mitteilung — auch inoffiziell — zu machen. Das wollen wir nicht ausser Betracht lassen. Eine Verteidigung gegen den nazistischen Vorwurf, das Weltjudentum’ habe seine Hand im Spiel gehabt, halten wir nic,,t für notwendig. III. Mildes Urteil Das Schwurgericht in Münster hat der früheren KZ-Arzt, Prof. Dr. Johann Kremer, wegen Beihilfe zum Mord in zwei Fällen im Kcnzentrationslager Auschwitz zu zehn Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Strafe gilt allerdings durch die Haft in Polen als verbüsst. Kremer bleibt auf freiem Fuss. Das polnische Volkstribunal hatte Kremer bereits am 22. Dezember 1947 wegen seiner Tätigkeit im Versetzen zu gehorchen. Abgesehen hiervon befand sich der Professor zur Zeit seiner Untaten bereits in einem Alter, in dem er noch besser als ein junser Arzt das Verbrecherische seines Vorgehens erkennen musste. Dass das Gericht den Verurteilten auf freien Fuss liess, weil seine Haft in Polen auf die jetztige Strafe angerechnet worden ist, erscheint dagegen äusserst bedenklich. Man hätte noch verstehen können, wenn das Gericht von einer Inhaftierung Abstand mit der Begründung genommen haben würde, der alte Mann sei nicht mehr haftfähig, obwohl selbst hierzu das vorliegende Tutachten „geistiger Altersabbau“ \A&éLtthú. ek apeauxk HUTSALON Î i Jetzt in I u €! f r s ü ö î MOLDES 2 5 S 1; T. E. 73-8229 i 73-9155? Propiedades Franken berg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSEH GESCHAFFTER Manuela Pedraza 25M pl. b. Dp ß T. E. 70-7244 Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T E.: 48-2124 Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76.6784 u 76-2312 noch verstehen können; gegen eine Anrechnung einer früher verhängten Strafe dagegen dürften sehr ernste rechtliche Einwände angebracht sein. Dass sich das Gericht hierüber hinwegsetzte, legt die Vermutung nahe, hier habe ei ie bestimmte Absicht gewaltet, gegen die man sich wenden muss. Hätte es sich um Verbrechen gehandelt, deretwegen Kremer bereits abgeurteilt war, so hätte nicht ein neues Verfahren eüigeleitet werden dürfen. Denn niemand darf wegen derselben Straftat zweimal unter Anklage gestellt werden. Da jedoch eine neue Anklage ei hoben war und ein neues Verfahren eingeleitet worden ist, muss man annehmen, dass es sich um bisher nicht gerichtete Verbrechen gehandelt hat. Für diese also wäre auch nicht die Strafe der früheren Verurteilung anrechenbar gewesen. IV. Der Lagerkommandant Ms eine der Folgen der Festnahme Eichmanns darf auch die Verhaftung des letzten Lagerkommandanten von Auschwitz, des früheren SS-Sturmbannführers Richard Baer. angesehen werden. Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Wolf hatte eine Grossfahndung im Dezember angeordnet, nachdem er bei seinen Ermittlungen im Auschwitz- Verfahren zur Ueberzeugung gekommen war, dass der heute 49 Jahre alte „Massenmörder Baer“ noch leben müsse. Es wurde eine Belohnung von 10.000 DM ausgesetzt. Die Grossfahndung führte dann zum Erfolg. Der Massenmörder wurde festgenommen; er arbeitete seit Jahren unter einem falschen Namen auf dem Rittergut des Grafen Bismarck. Die beiden ersten Kommandanten von Auschwitz, Höss und Liebehenschel, waren nach Kriegsende von den Polen abgeirteilt und hingerichtet worden. Der I Adjutant von Höss, der! heute 65 Jahre alte friihe- | re SS - Hauptsturmführer Robert Mulka, war einige Wochen vor Baer in Hamburg aufgespürt und verhaftet worden. Insgesamt sind im Auschwitz-Verfahren bisher vom Frankfurter Amtsgericht U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky PueyrrecTón 2190. 1? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450,— jährl. „Voellige Uebereinstimiming” London. — Der Irak und ’’’ransjordanien haben Verhandlungen „erfolgreich und in völliger Uebereinstimmung der Gesichtspunkte” abgeschlossen. Das in Amman veröffentlichte Communiqué spricht von aufrichtiger Herzlichkeit bei den Verhandlungen und von den gemeinsamer. Interessen, die die beiden Bruderstaaten verbinden. Ueber den Inhalt der Vereinbarungen sagt die Mittei- ' lung jedoch nichts aus, und î auch der bisher geschäftsführende transjordanische „ „ , .... TT i Aussenminister, Tutundschi, gegen 37 Beschuldigte Haftbeschränkte sich auf die befehle wegen Mordes er- Mitteilung dass die Schaf. lassen worden. Der Kreis f einer Zollstelle an der dieser Personen setzt sich | Gr*nze vereinbart worden m der Hauptsache aus An- . In polltischen Kreisen gehörigen der Lagerlei.ung, , Ammans;Bagdads und Beider politischen Abteilung,; wird <?rwartet) dass Aerzten und Samtatsdienstgiaden sowie aus Rapport- und Blockführern zusammen. Nach fünfzehn dieser Beschuldigten wird noch gefahndet. Vier andere sind wegen Haftunfähigkeit noch hinausgehen auf freiem Fuss; jedoch die irakisch - transjordanischen Beziehungen über die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen und eine Normalisierung des Handels- und Reiseverkehrs nd auf eine Art föderativen Zusammenschluss hinzielen. (AWZ) wurden die gegen sie erlassenen Haftbefehle auf- | rechterhalten. Zwei weitere 1 -——— Beschuldigte wurden gegen! terlegte die vom Amtsgehohe Kautionen von der Un- ' rieht Frankfurt in Höhe von tersuchungshaft verschont. 50.000 Mark geforderte Kau- Einer von ihnen ist der im tien. November ebenfalls in : Offensichtlich hat es erst Hamburg festgenommene der Verhaftung Eichmanns Dr. Kurt Uhlenbroock, der bedurft, um die Auschwitzin Auschwitz Standortarzt Verbrecher dingfest zu magewesen sein soll. Er hinehen. Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214j RAYOS X \ PARA DENTOSE i TELEF. I VORANMELDUNG * HER VEN. u. GEMUETS-} KRANKHEITEN Í Dr. M. J. Kuhn I i proY. T RIVADAVIA 2625 III I Tel. 48-7524 î Mont., Mittwoch Freitag | I 17—20 Uhr T el. Anmel- dung erbet««». j ij Restauranl »Paso ¡: Paso 452 (al fondo) — T. E. 87 9259J!• Unter Aufaicht aes Vaad Harabonim dei Kehilla MITTAGS- und ABRNDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten j CONDE 2318 BERNARDO STERN und JUAN JULILSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTUCHER Malerarbeiten T. E. 76 7533 VARICES - ULCERAS DE LA PIERNA - ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL U M A N S K Y SARMIENTO 3116 7. E. 87 1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG Mil GASBETAEUBUNG - REGU. 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