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Jüdische Wochenschau · 1961-01-13 · 1844 (13.1.1961) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1844 (13.1.1961)
Date
1961-01-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 13 de Enere de 19SI LA SEMANA ISMAELITA AS* XXII. — Ne. IMt - 3 Israels grossstes Entwicklungsprojekt Israel schreckt vor grosszügige-i Plänen nicht zurück, denn wir leben in einer Zeit der Erfüllung von Visionen, und die besonderen und einzigartigen Verhältnisse, unter denen dieser Staat entstanden und sich seinen Weg durch die Fährnisse der Gegenwart in die Zukunft bahnen musste und muss — zwangen ihm die Flueht nach vorwärts auf. Trotzdem wird dieses Projekt manchem als Utopie erscheinen, denn es geht dabei um den Bau eines Riesentunnels von 108 Kilometer Länge und acht Meter Durchmesser vom Mittelländischen zum Toten Meere, der 20—670 Meter tief unter der Eroberfläche verlaufen soll. Der Tunnel soll vom Meeresstrand nahe des neuen Hafens Ashdod ostwärts naeh Rosch Sohar 600 Millionen Kubikmeter Seewasser im Jahre führen, wo es in einem gewaltigen Wasserfall ins Tote Meer binabstürzen soll Dieser Wasserfall würde fiir Israel eine natürliche Kraftquelle für die Gewinnung elektrischen Stromes bilden, der zur Entsalzung des Seewassers und für die Gewinnung von Magnesium aus dem Toten Meer ausgenützt werden soll. Die Durchführung dieses Plaues würde etwa 90 Millionen Dollar kosten. Der Plan ist nicht neu. Abgesehen davon, dass Herzl bere,ts im Jahre 1900 einen deutschen Ingenieur ▼on MEIR FAERBER. Tel Aviv um die Planung einer solchen Wasserleitung ersucht hat, äusserte der jüdische Ingenieur Brenicky 192« seine Verwunderung darüber, dass der Plan nicht aufgegriffen wurde, und Prof. Lowdermilk hat sich für ein ähnliches Programm der Leitung von Seewasser durch das Tal Jesrael zum Jordan eingesetzt. Der Autor des hier geschilderten P:anes ist der Ingenieur für den Negew-Distrikt Meir Rabinowitz, der sich zwei Jahre lang der Ausarbeitung des Projektes gewidmet hat, das von französischen, schweizer und israebeläuft sich jetzt nur auf eine Million Tonnen jährlich. Die Rentabilität des Werkes, dass die Energiequelle unmittelbar am Platz des Vorkommens des Rohmaterials hätte, wäre gewährleistet, denn dies bedeutet eine Ersparnis von etwa einem Drittel der Gestehungskosten. 2. In den letzten Jahren ..wanderte“ das Tote Meer um etwa 20 m ostwärts, und sein Wasserspiegel sank um 2 m. Die geplante Ableitung von 300 Millionen Kubikmeter Jordanwasser durch den Fegew-Bewässerungsplan und von Jarmuklischen Wissenschaftlern als nasser, dass die Araber zu Foto Kasjer AVDA. J. B. Justo 4363 T. E. 59.9105 FUER ALLE FESTLICHKEITEN durchführbar betrachtet wird. Auch der Vorsitzende der AtomenergieKommission der USA, Brigadier Strauss, äusserte sich positiv und setzte sich für das Projekt ein, In einem Gespräch mit einem befreundeten Journalisten, Jehuda Hagderati, Reporter des „Haboker“, verwies Ing. Rabinowitz auf drei Hauptmotive für die Durchführung des Planes: 1. Der grosse Niveauunterschied zwischen dem Meeresspiegel und dem 394 Meter tiefer liegenden Toten Meer lässt sich für ein gewaltiges hydroelektrisches Er.ergiewerk ausnützen. Der billige elektrische Strom würde ermöglichen, aus dem Wasser des Toten Meeres Magnesium zu gewinen, dass das Leichtmetall der Zukunft ist und nicht rostet. Die modernen Flugzeuge sind aus Magnehum hergestellt, das zu 90 Prozent aus Magnesium und zu 10 Prozent aus Aluminium bestehen. Das Tote Meer enthält, wie Ing. Rabinowitz behauptet, genügend Rohstoff für 22 Milliarden Tonnen Magnesium, also praktisch gesehen eine unerschöpfliche Quelle, denn die Weltproduktion dieses wertvoll«! 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E. 51 - 2205 Bewässerungszwecken ausnützen, also die Verarmung der beiden Hauptflüsse, werden eine weitere Senkung des Spiegels des Toten Meeres verursachen, denn jährlich verdunsten etwa 606 Millionen Kubikmeter Wasser auf diesem Meeresspiegel von tausend Quadratkilometern, eine Menge, die bisher vom Regenwasser und vom Jordan und Jarmuk ersetzt werden. Daher muss dem Toten Meer durch den Tunnel das Wasser aus dem Mittelländischen Meere zurüekgegeben werden. 3. Durch den Tunnel könnten Produkte des Toten Meeres zum Mittelmeerhafen geführt werden, wie in ihm auch Röhrenleitungen für Erdöl, Süsswasser, Kabeln, etc. gelegt werden könnten. Der Tunnel soll mit genügendem Gefälle gebaut werden, sodass der Strom des Wassers 1,5—2 Kubikj meter pro Sekunde beträgt, j bei einem Gesamtgefälle f von etwa. 80 m für die 108 km. Der Tunnel soll unter-! halb des Lachisch-Distrikts nördlich von Beer Schewa in ein Reservoir bei Rosch Sohar führen, wo 3—4 hyf droelektrtsche Stationen in Höhe von Md m angelegt 1 werden sollen. Bei Beer Schewa wird der Tunnel etwa 400 m unter der Erdoberfläche liegen, an anderer Steile bis zu 670 Meter. Natürlicherweise sind Lüftungsanlagen, entsprechend eingebaute Zellen für die Pumpstationen, Schienen für eine Untergrundbahn u. dgl. im Projekt vorgesehen. Diese Untergrundbahn wird fünf Millionen Kubikmeter ausgeschachtete Erde und Steine aus dem Tunnel hinaus und dafür 100.000 Kubikmeter Beton und 19.000 Tonnen Eistn für seinen Bau in den Tunnel hinein befördern, eine Arbeit, die fünf bis sechs aahre lang 2500 Arbeiter beschäftigen würde. Besondere Schwierigkeiten befürchtet Ing Rabino- Schubert-Revision verworfen Der Bundesgerichtshof In Karlsruhe hat durch Beschluss die Revision des ehemaligen Unterführers ■ aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen, Wil- 1 heim Schubert, genannt ' „Pistolen - Schubert”, verworfen. Schubert war am 6. Februar 1959 vor dem Bonner Schwurgericht wegen Mordes in 46 Fällen zu 46mal lebenslänglich Zuchthaus verurteilt worden. Das Urteil ist nunmehr rechtskräftig. Zusammen mit Schubert war damals in dem grössten KZ-Prozess der Nachkriegszeit der heute 49}ährige Gustav Sorge, „genannt „Eiserner Gustav”, mit 68mal lebenslänglich Zuchthaus bestraft worden. Sorge hat auf eine Revision ¿es Urteils verzichtet. witz nicht, da es sich vornehmlich um Kreidegestein handelt. Möglich ist allerdings, dass man auf Erdölschiehten und unterirdische Wasseradern stossen körnte, aber solche Hindernisse lassen sich bewältigen. Die Unternehmer, die sich in England und Frankreich mit der Planung der Untertunnelung des Aermelkanals befassen, haben sich bereit erklärt, das Projekt zu prüfen und einen Plan auszuarbeiten. V*n ihnen stammt auch die Kostenschätzung auf 90 Millionen Dollar. Die Planungs-Vorbereitungen würden gewiss mindestens ein Jahr dauern Inzwischen soll eine nationale Behörde für das Unternehmen errichtet werden das ökonomisch zu festigen wäre. Nebenbei bemerkt ist die Basis für die Entsalzung des Seewassers sein Einfrieren, und das kostet elektrischen Strom, den das grosse hydroelektrische Werk durch den Wasserfall von Rosch Sohar liefern könnte. Ferner värde das natür-! lieh Gefälle Treibstoff bis zu 40 Prozent ersparen. Auch für die Gewinnung von Nuklear-Energie aus Uranium oder Wasserstoff ist eine starke elektrische Strom quelle erforderlich, und schon aus diesem Grunde rentiert sich die Investition in das hydroelektrische Unternehmen, denn in 10—15 Jahren wird man Atomenergie zu wirtschaftlichen Zwecken verwenden. Ing Dr. Rudolf Larisch veröffentlichte im Februar 1940 und im Januar 1941 in der angesehenen Tageszeitung „Haares“ Vor- ( Schläge für die Intensivierung der Kali- und Brom- Gewinnung aus dem Toten Meer und betont« besonders die Bedeutung der Verwertbarkeit des Magnesium-Vorkommens. Während 1925 in der ganzen Welt nur 250 t Magnesium gewonnen wurden. waren es 1940 bereits 25.000—30.000 t. Das Tote Meer ist dafür besonders günstig, da die Verdunstung im heissen Klima von Sode nr 2—3 mal so schnell ist, wie z. B. am Strande des Mittelmeeres. 1 Dr. Larisch schätzt die Magnesium-Reserve des To- » LA SEMANA ISRAELITA B iS KM AN ARIO Bf DEPEN DIENT« •a. Air** — rUEYRRJEDOM 81M. 1* iaq. - T. E. RHU 25. Tevet 5721 13. Januar 1961 ten Meeres auf „nur” 5 Milliarden t, aber auch das wäre praktisch unerschöpflich, denn dieses ganze Quantum auf Waggons verladen würde einen Lastzug bilden, der um di« Erdkugel 50 Mal herumreichen würde. Magnesium wiegt nur 1,75 Mal mehr als Wasser, also nur ein Drittel des Gewichtes von Aluminium. Die Gewinnung des Magnesiums aus dem Wasser ist nicht leicht. Selbst das Magnesiumchlorid, das Halbfabrikat, bereitet Schwierigkeiten, denn dieses Salz zerfällt, wenn es erwärmt wird. Auch ist das Salz hygroskopisch, es saugt Feuchtigkeit aus der Luft. Man gewinnt das Me- , tall aus dem Chlorid durch j elektrischen Strom von 700 Grad, d. h. durch Elektro- | lyse in einem Ofen, und dazu braucht man viel und | billigen Strom. Die gege- bene Kraftquelle wäre, i nach dem Muster der I Schweiz, die Wasserkraft, wie sie auch Ruthenberg seinerzeit ic seinem hydroelektrischen Werk verwendet hat. Schon 1925 interessierte sieh Majcr Tolok, einer der Partner von Novomjejsky bei der Verwertung der Tote n-Meer-Konzession mehr für die Gewinnung des Mag-! nesiums als für die der Fottasche. Major Tolok war Fachmann für Transportangelegenheiten und sah | vorsur, dass Magnesium den Grundstoff für den Flugzeugbau bilden müsse. Vielleicht nähert sich nun tatsächlich die Verwirkli Heining des Projekts der Verwertung des Niveau-Unterschiedes zwischen dem Mittelländischen und dem Toten Meer zur Gewinnung bil’iger Elektrizität in grossem Masse, so dass auch der Magnesium-Schatz gehoben werden kann. Vorläufig antwortete mir der Sprecher des Entwicklungsiuinisteriums auf meine Anfrage nur, dass es viele noch nicht spruchreife Projekte gibt und dass ihm von unmittelbarer Aktualität oder bevorstehender Durchführung des Planes von Irg. Rabinowitz nichts bekannt sei. Dagegen soll sich I’inanzmiuister Eshkol im Gespräch mit den» Ne ge w-I Ingenieur positiv und ernstlich interessiert geäussert haben. Eine Investition von 90 oder 100 Millionen Dollar für ein solches Projekt, braucht man heute gewiss nicht als unerschwinglich oder als phantastisch zu betrachten, denn der nächste Fünfjahrespi an für die Entwicklung der chemischen Industrie im Negew wird auch nicht weniger Investitionen erfordern. K5% Bei ilarlton finden sie die gesamte Herrenbekleidungslinie stabiloformverarbeitet in F ertigkleidu ng Und wenn Sie Masskleülung wünschen, erst recht zu uns! Hinter jedem Kleidun gs-S tu eck sieht - mit seinem Koennen und seiner Zuverlaessigkeit die Leistung des grossen Faehgeschaeftes Grosse Aaswahl in Hemd» für Ae Herren und ihre Söhn*. '€a*££crti Ma'pu 484 L TE. 31-7845 Mcripü 982 TE. 31-0357! ESTUDIO JURIDICO HIQtUGOHU.! I ----------— j t Dr. Hardi Swarsenslsy J Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag:, Mittwoch u. 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