Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1843 (10.1.1961)
- Date
- 1961-01-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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m* Maries, 10 de Enero de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1843 — 3 Auch eitle tuerce!isehe Wiedergutem Paris. — Auf Einladung des Pariser „Jüdischen Do kumeniationszentruins" (Centre de documentation Juive Contemporaine) sprach der Vizepräsident des Bundesverbandes der 'Israelitischen Kultiisgemeinden Oesterreichs, Diplomingenieur Simon Wiesenthal. vor einem sehr zahlreich erschienenen Publikum zum Thema: „Bestrafung der Kriegsverbrecher als moralische Wiedeigutmachung'. Den Vorsitz führte der bei iibrnte französische Schriftsteller Josef Kessel: unter den Anwesenden befanden sich zahlreiche Vertreter der Pariser Presse, des französischen Bundfunks, mehrere Schriftsteller und Künstler sowie viele Vertreter, jüdischer Oiganisaucnen. Ingenieur Wiesenthal knüpfte an die Veihattung Eichmanns an und betonte, dass auch beute, fünfzehn Jahre nach dem Kriege, die Ueberlebenden des giessen Blutbades. das die Nazis angerichtet haben, ein Verlangen nach einer moralischen Wiedei gutmachung tiagen. Die Ueberlebenden verwalten ein Vermächtnis der sechs Millionen hingemordeten Juden, das sich in einem Satze ausdrückt: Vergesst uns nicht vnd vergesst nicht unsere Mörder! Die ersten Nachkriegsjahre und die Massnahmen der alliierten Stellen bei Verfolgung der Kriegsverbrecher wurden einer eingehenden Analyse unterzogen; der damals immer stärker in den Vordergrund tretende Beginn des ,kaJ!en Krieges’ trat als neuer Faktor zutage. Je mehr sich der „kalte Krieg“ seinem Höhepunkt näherte, desto mehr wurde die Verfolgung der Naziverblecher aufgeschoben. Aus all diesen Eiwägungen und atu Giund zahlreicher Beispiele kam der Redner zu der Folgerung, dass die e'rsien Nachkriegsjahre, die zur Ausmerzung des Nazismus hätten dienen können nicht genützt wurden, Die bisher einzigen Gewinner des „kalten Krieges“ seien die Nazis, die sehr bill g für ihre ungeheuren Verbrechen davongekommen sind. Nicht nur die Alliierten, auch die Juden selbst haben in der Frage dei Verfolgung und Bestrafung der Kriegsverbrecher zum Teil versagt. Unsere Nacnkommen, die künftigen Generationen und die Historiker werden die Haltung der Juden in der Nazizeit und in der ersten Nachkriegsperiode einer gründlichen Analyse unterziehen. Unsere Kinder und Enkelkinder weiden uns Fragen stellen, die ums peinlich berühren werden: „Wieso war es möglich, ♦ Pension Familiar ■■ M Flamm Lr7 mJ unter Aufsicht I. Ehrw , der Rabbiner * * Dr. J- Fink und Dr. J. Oppenheimer I CHASCOJVJUS - Córdoba 38 1 QUADER VOM STRAND ZIMMER MIT PRIVATE AD — Telefonische Auskunftei; in Buenos Aires: 76-2312 und 70-5805 ♦ _ P UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKUÜPFTEN " TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen ü MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonnfag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGU1 2083 4 Quader vor Station Urquiza ii»»»»»»»»eeeee>ee»»4ee»ee»e»ee»44»»e«ee;i dass sich sechs Millionen Juden ohne nennenswerten Widerstand abschlachten Hessen?“ „Was haben die Ueberlebenden zur Bestrafung dei Möider ihrer Familien unternommen?“ Bei der Beantwortung der eisten Frage wird unsere Generation aniühren: Der ungeheure Druck, die Uebeimacbt, die List und das Verhalten der nichtjüdischen Bevölkerung haben den Juden eine Gegenwehr erschwert. Man wird erklären, dass es in vielen Fällen doch Gegenwehr gegeben hat, wie zum Beispiel der heroische Aufstand im Warschauer Ghetto, kleine Aufstände in Lemberg und in Auschwitz. Man wird darauf hinweisen, dass auch Mitglieder anderer Nationen abgeschlachtet wurden. Nun aber zur zweiten Frage. Hier bahgn wir kein! nennenswertes Alibi. Die j Ausrede, dass die Bestrafung ¡der Verbrecher in den Händen der Allheiten gelegen i hat, mag gelten; aber von jüdischer Seite hälfen viel giössere Anstrengungen ge- ■ macht weiden müssen.! An zahlreichen Beispielen schilderte der Redner, wie sehr das Interesse an einer Bestrafung der Nazis in j Deutschland und in Oesterreich geschwunden sei, wie durch grosszügige Amnestien nicht nur die kleinen, sondern auch die grossen Nazis davonkansen, wie ihnen das beschlagnahmte Veimögen z.uriickgegeben winde und wie sie wieder in der Wirtschaft, Verwaltung, in der Justiz und im der Politik hohe Stellungen erlangten. Ue. beral! 'siegte die Wahlaritbmetik über Moral, Gewissen materiellen hätte erfolgen den. Dann kam die Periode der materiellen Wiedergutmachung. die von Deutschland giossziigig gehandbabt wurde (in Oesterreich ist man noch nicht so weit). Der Re'dner warnt vor der Ansicht, die sieh sowohl b;i \ den Deutschen als auch bei i den Juden breit machen i könnte, dass wir nun „quitt“ wären. Die moralische Wiedergutmachung, die vor der materiellen hätte erfolgen Gering ist die Zahl der sollen, ist leider ausgeblieben. Eiehmann hat nicht allein die Juden urngebracht; viele seiner Helfer befinden sich noch heute jn Deutschland und in Oester reich. Die bestehende Gesetzgebung bie-- tet noch immer die Möglichkeit, diese Verbrecher einer gerechten Strafe zuzuführen. Der Redner betonte, dass in Westdeutschland heute die Tendenz besteht, alle Personen, die Verbrechen in der Kriegszeit begangen haben, zu bestrafen. Die Zentralstelle für Behandlung der Naziver brechen ln Ludwigsbuig wird von einem hervorragenden Mann geleitet, dem ein bewährter Mit. arbeiterstab zur Seite steht. Auch zahlreiche Staatsanwaltschaften haben jetzt Verfahren eingeleitet. Das israelische Dokumentationszentrum „Yad Washem“ hat den deutschen Staatsanwaltschaften Belastungsmaterial gegen fast tausend Verbrecher zur Verfügung gestellt, Der Redner hob die Wichtigkeit der Prozesse nicht nur für die Juden, sondern auch für die Nichtjuden hervor. Sie illustrieren viel besser als Bücher das Kriegsgeschehen und sind auch ein Schutzwall gegen das Aufleben neonazistischer Tendenzen. Die Prozesse dienen zur j Demokratisierung und übein errre grosse erzieherische Wirkung nicht nur auf die jüdische, sondern auch auf die deutsche Jugend aus. Die Prozesse sind die ersten Stufen der moralischen Wiedergutmachung. Neue Marken im Laufe des Jahres Tel Aviv. — Im Laufe dieses Jahres sind acht neue Markenausgaben vorgesehen. Sie markieren die hohen Feiertage, den Unabhängigkeitstag, den zehnten Jahrestag des Bonds Drive, den 200. Geburtstag des Baai Schern Tow, den 25. Gründungstag des Israelischen Philharmonischen Orchesters, die Konferenz des Hapoel sowie die Bedeutung der Aufforstung, v m m m m m m m MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER-" lPH| EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN 1. Sarmiento 1147 Cabildo 77! 1 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT’ „BEN 0 BENO HUTSCH! i2CKER Avda. CONSTITUYENTES (Ecke Monroe) % e, si - m$> 4002 ln des Jahres ersten Stunden wolTn wir unseren Kunden uitsern Neujahrswunsch bekunden Alles Gute! Auf Ihr Wohl! Freudig soll das Jahr beginnen, glücklich sei es immerdar, friedlich möge es verrinnen. Gute Fahrt im Neuen Jahr! Das wünscht Stadt unU Land, IHR Kleidorberoter IHR Wäsüheauoöiatt»r Juden in Europa gegenüber den sechs Millionen jüdischer Mäityrer Die am Leben Gebliebenen müssen für ihr Uebeiieben einen gewissen Preis bezahlen. Dieser Preis besieht in der Verpflichtung, das Vernoächnis der Toten zu erfüllen. Dieses Vermächtnis lautet: Vergesst uns nicht und auch nicht unsere Mörder! Demonstration in Casablanca Casablanca. — Am Tage, als Nasser in Casablanca eintraf, fanden antijüdische Kundgebungen statt, wie aus gut informierter Quelle mitgeteilt wird. (ITA) Neue Rechtsanwälte Tel Aviv. — Achtzig neue Rechtsanwälte, unter ihnen 12 Frauen, winden in einer Zeremonie zum Gericht zugelassen. (AWZ) Plast/ DAS SEIEST * AUCH BEDRUCKT MIT IHRER <9^ FABRICANTES INDUSTRIAS YEVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas ANDONAEGU1 1270 Buenos Aires T. E: 51 - 4810 , m Maipú 484 I. Maipú 982 TE. 31-7845 TE. 31-0357 P mm*. i Dr, Hardi Sworsenskf Asuntos Europeos exclusivamente I Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag?, 16—18 Uhr * Vom 2. bis 15. Januar zu spreche» t nur in Eil F AFILEN I __ Gunter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericano* Vom (k bis 22. Januar VERREIST «IE RI C1TTSFE RIEN) | PURVRREDON 2190 eeq. At. LAÄ VIERAS — T E *3.2613 *