Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1843 (10.1.1961)
- Date
- 1961-01-10
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Marte*, 1*5 da Enero d# Der Orden vom Neuen Tempel '(Schluss von Seite 1' Ringen zwischen der „blondbtaucu" Herrenrasse der Arier und der dunklen, schlechten Rasse der -.Sodom-ättlinge“, deren Verkörperung die Juden waren. Bei Lanz v. Liebenfels finden wir die Ideen der Easv-RieeinhsU. der Gründung aires Ox'dens der wirklichen Wissenden“ und andere Tiieoriea mehr, die dann später von Hitler und seinen Leuten in verschiedenen formen praktiziert wurden. Dass Hitler diesen Lanz von Liebenfels gekannt har, ¡berichtet Lanz selbst, ohne •über die Begegnung eine mähe re Mitteilung zu machen. Walter Görlitz findet eine Bestätigung seiner These. dass Hitler aus dieser Quelle der Ostara-Hefte geschöpft habe, in dem späteren Verhalten Hitlers. Als ev den Anschluss Oesterreichs vollzogen hatte, erfüllte der ..Führer“ seinem ältesten Lehrmeister, dem „Jörg Lanz von Liebenfels auf Burg Werfenstein“, Schreibverbot..’. Der Führer durfte keine Vorbilder h aben, jedenfalls keine solchen, die noch sprechen oder schreiben konnten. Mau kennt viele Fälle von Manschen, von denen Hitler in der Zeit seiner ersten Schritte gefördert worden j ist und die dann wie der J v, aissrussisclie General j Bislcunski in einem hitlerij sii.seheu KZ verschwanden, weil sie zu viel wussten... Die grösseren Werke der antisemitischen Standardliteratur wie etwa Houstan Stewart Chamberlain kannte Hitler noch nicht, als er nach dem ersten Weltkrieg seine politische Laufbahn mit seinem unerbittlichen Judenhass in München begann. Diese Bücher hat der „Autodidakt von iteltsamen Format“, wie er von seinem Biographen Gertitz genannt wird, erst gelesen, als er in Lundsberg wegen Hochverrats seine Strafe verbüsste. Er selbst hat einmal seinen Gefängnisaufepthah als seine ..Hochschule auf Staatskosten“ bezeichnet | Wenn man von diesen frühen Quellen erfährt, , aus denen Hitler seine ' Kenntnisse über das Judentum bezog, dann wird I all das, was sich später abgespielt hat. nur noch uni verständlicher. Er wäre jedoch nicht richtig, diese „Vorbilder“ des „Führers 1 des Grossdeutschen Reiches“ nur auf die Judenfrage zu begrenzen. Dass I Hitler eine eigenartige Vorliebe zu Karl May gehabt! hat. ist bekannt. Historiker behaupten, bei einem Vergleich des Stils der I Karl May - Bücher mit ' „Mein Kampf“ ,,beklem- ' mende“ Aehnliehkeit festgestellt zu haben. Be-; kenntlich hat Hitler später I einmal seinen Generalen! vorgehalten, sie besässen j nicht genug Phantasie, sie müssten Karl May lesen, um den modernen Krieg; zu begreifen mit seinen vielfältigen listigen Formen...; Das war nicht etwa ironisch sondern bitter ernst gemeint. j Wenn man sieh diese Fakten und manche ande- , re durch den Kopf gehen ' lässt, wird alles, was sich | abspielte, nur noch weit un. j verständlicher. Wie war es 1 möglich, dass ein Volk oder i beinahe 50 Prozent des Vol- < kes in den letzten freien j Wahlen, die es in der Weij marer Republik gegeben ' hat, einem solchen Manne i seine Stimme gab? Wie war es möglich, dass ein 1 Nichts zurückfiel aus dem er gekommen war. Schon die Frage der Herkunft Hiilers hat bis heute keine klare Beantwortung gefunden. Die Historiker haben in dieser Frage bereits resigniert. Mehr als das, was man bisher feststelien konnte, — und dies ist äusserst dü:rftig und unklar —, mehr als das kann man nicht finden und sagen. Nur eines ist sicher: Hitler selbst hätte niemals den Ahnenpass beibringen können, den er später von seinen Prätorianern forderte. Als Goebbels im Jahre 1932 im Berliner Sportpalast die Kandidatur Hitlers zur Reiehspräsidentenwahl proklamierte und leichtfertig den Sieg des ..Führers“ prophezeite, war Hitler gar kein deutscher Bürger, konnte also auch nicht gewählt werden. Die Geschichte der Staatsbürgerschaft Hitlers ist ein Kapitel mehr aus einem üblen Roman, der leider Wirklichkeit War. Als Hitler kurz vor dem ersten Weltkrieg nach München übersiedelte liess er sich bei den Polizeibehörden als Staatenloser eintragen; manche behaupten, er habe seine österreichische Staatsbürgerschaft verschwiegen, weil er sich seiner Dienstpflicht entziehen wollte. Er habe zwar dann von den österreichischen Behörden einen Gestellungsbefehl erhalten, sich später aber bei \ i thüringischer Innenminister! war — nid der Ernennung zum Gendarmeriekommis-! sar von Hildburghausen die : begehrte deutsche Staats angehörigkeit zu veri schaffen Drei Tage nach der Proklamierung Hitlers zum Kandidaten für die- Reichspräsidentschaft wurde er dann überraschend in Braunschweig zum Regierungsrat ernannt, wodurch er automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit erlangte. So wurde der „beste aller Deutschen“, wie die Nazis ihren Führer nannten, erst einmal Deutscher. Aber auch diese Komödie hat mar. ruhig hingenommen, obwohl damals noch alle Möglichkeiten offen standen, gegen solche Husarenkunststücke legal vorzugehen. Aber niemand unternahm einen energischen Schritt, und so konnte die Entwicklung weitergehen, die im Chaos endete. Niemand kann sich darauf berufen, dass hier die Nazis mit einem typischen Ueberrasehungsmoment gearbeitet und die andere Parteien übertölpelt hätten. Denn aus dem vorliegenden Aktenmaterial ergibt sich eindeutig, dass weiteste Kreise über die nazistischen Pläne unterrichtet gewesen sind. Hitler auf irgendeinem Wege die Staatsbürgerschaft zu besorgen, die eine unumgängliche Voraussetzung für seine Kandidatur als Reichspräsident gewesen ist. Die Ernennung Hitlers zum braunschweigischen Regierungsrat w7ar eine Weltzentrura der Kultur Tel Aviv'. ■ — „Israel ist nicht allein nur dazu bestimmt. als geistiges Zentrum für die Juden in aller Welt zu dienen, sondern sich in ein Weltzentrum der Kultur zu verwandeln“, erklärte kürzlich Erziehungs¬ und Kulturminister. Abba Eban. in einer Rede vor dem Oeffentlichen Rat für Kultur und Künste. Der Minister führte aus, dass sich die israelische Kultur auf die biblische Tradition, die Erfahrung des jüdischen Volkes in den Ländern der Diaspora und di« Wissenschaft und Demokratie unserer Generation gründen müsse (OSA- Ernennung eines Juden in Marokko Moulay Hassan ernannte Dr. Leon Benzaquen, eine bekannte Persönlichkeit im jüdischen Leben Marokkos und Staatsminister der früheren Regierung, zum Mitglied des Obersten Rates für die medizinische Wissenschaft. Dr. Benzaquen hat sich seit seinem Austritt aus der Regierung von der Politik ferngehalten. Seine Berufung wird als ein Beweis des Vertrauens in seine berufliche Arbeit angesehen. (ITA) la Semana Israelita Bisemanario — aparece los Martes y Viernes Editado pot Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarseniky Pueyrredón 2190. 1? izq. T. E. 33-28.1 S 80.8930 Abono-Preis: Argentinien; I 75.— pro Quartal Ausland $ 450.— jälul. Verbesserung der Böden Tel Aviv. — Die Flüssigkeit T, B. A., die hauptsächlich Brom enthält und zur Verbesserung von Böden dient, wird gegenwärtig in. einem Versuchslaboratorittat an der Küste des Toten. Merees erzeugt. Bisher hatte man dieses Präparat nur für die Ausscheidung von Mineralien in Laboratorien verwandt. Heute fabriziert man in. Israel 3.800 Tonnen Brom jährlich. Die industrielle Anwendung' der Methode, die jetzt ausprobiert wird kann dazu führen, dass diese Produktion auf viele tausende Tonnen erhöht wird. (OSA* Touristen aus i Brasilien den Bayern gemeldet. Si- Notlösung, denn nach Goeb- ♦ 4; ♦! t; : ♦! Dr FREY Abogado PUETRREDON 11M I* i*q nschni IS—19 Uhr j. Liebling j FOUR HIERE — 1 SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al 46 ■ T, E 43-2949/0340 y 9021 | ji REAL PEN I Füllhalter REPARATUREN ¡ ’ Spezialgeschäft CORRIENTES 569 TE. 49-5850 geschultes und traditions-1 belastetes Offizierskorps I solche Ratschläge hinnahm j ohne zu rebellieren? Wie : war es möglich, dass die 1 Wirtschaftsführer den Öko- | nomischen „Grundsätzen“ nicht widersprachen die 1 von den Nazis ln ihrer Kampfzeit vertreten wurden? Wie war es möglich, dass Kunst und Wissenschaft sich in den Dienst eines Regimes stellten, das mit Vienzüchter-Theorien das Menschengeschlecht nach Rassen klassifizierte? WrLe war dies und vieles andere möglich. Man wird zugeben, dass mit Hinweis auf die dämonische Redekraft dieses schrecklichen Mannes, mit Entschuldigungen wie Massenpsychose oder demagogischer Zauberkunst eine Antwort nicht gefunden werden kann. Je tiefer die Forschung vorschreiten will, desto geheimnisvoller wird das Dunkel um diesen Menschen, der sein Jahrhundert vor die Schranken forderte, vor dem die Welt zitterte und der dann ins eher ist, dass er seil 1924 keine Staatsangehörigkeit besass, weshalb die bayerischen Behörden ihr Vorhaben nicht ausführen konnten, Hitler auszuweisen. Lange Zeit hindurch bemühten sich die Nazis vergeblich darum, Hitlers Einbürgerung zu bewerkstelligen. Hierüber berichtet ein ausführlicher Aufsatz mit umfangreichem, dokumenbels war ursprünglich geplant, Hitler auf ein akademisches Amt zu berufen und ihm den Titel eines Professors an der Technischen Hochschule in Braunschweig zu verleihen. Dass dieses Vorgehen der braunschweigischen Regierung illegal gewesen ist, wmrde kurz vor Hitlers „Einbürgerung“ im! Landtag vom Führer der sozialdemokratiscnen Opposition mit aller Schärfe unterstrichen. Trotzdem geschah tarischem Material, der ■ nichts, um diesen illegalen in den Vierteljahresheften für Zeitgeschichte erschienen ist. Erst im Februar 1932 W'urde der bis dahin unentdeckt gebliebene Schildbürgerstreich Fricks bekannt, der schallendes Gelächter hervorrief, seinem Parteiführer im Jahre 1930 — als Frick Akt nach seiner Vollziehung \ ungültig zu machen. j Auch das ist nur eines der! Rätsel mehr, die den jäj hen Aufstieg Hitlers und des Nazismus umgeben. Wie war das alles nur möglich, was geschah, und warum konnte! ein Volk in den Taumel all : der Verbrechen verfallen, die dann in seinem Namen an der ganzen Menschheit | verübt worden sind? Wird es jemals eine Antwort auf diese Fragen geben? Rio de Janeiro — Nach einer Mitteilung der Israel- Botschaft bes_chten l.iKM) brasilianische Touristen itn Jahre 1960 Israel. (ITA) Witwe wünscht seriöse« j gebildeten und unabhän- , gigen Herrn, bis 59 Jakj re. zwecks j H t i r a t kenuenzulernen. — Zu-i Schriften unter ..E S, 27” an die Adm. der J. Wochenschau. ii Ontiea * Itisii iflPL. OPTIKK* ¡Sarmiento 8; Aiattka ek apeaux HUTSALON Jetzt in I Belgraño f MOLDES 2 56 1 T. E. 73-9229 73-9155 Propiedadei Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf voe WOHNUNGEN HAEUSER «ESCHAEFTEM Manuela Padraas 2I3@ #1. b. Dp. B T. X. 70-7244 Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4? J T. E.: 48-2124 Dr. B. 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