Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1842 (6.1.1961)
- Date
- 1961-01-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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LA SEMANA ISRAELITA — V««rnes, < de Enere de 19$1 Año XXII. — No. i?fl Wie Balzac die Juden sah Aus aller Welt grosse Künstler, befür seinen scharfen Blick und seine flammende Phantasie. erweist sich in der Schilderung des jüdischen Lebens als kurzsichtig uni verständnislos für die cel'giöse Begeisterung und der. nationalen Kummer der jüdischen Massen. In seinen Erinnerungen schildert so z.B. der Schriftsteller seine Reise von Paris in die Ukraine im September 1847. Zweck der Reise war der Besuch hei der Fürstin Eveline Hanski auf ihrem Gut in der Ukraine. Die Fürstin war die Geliebte Balzacs und wurde später seine Frau. Es war •eine sehr romantische Angelegender*.. Die Fürstin gehörte der bekannten polnischen Adelsfamilie Rzewski an. Als 18-Jährige heiratete sie len sehr reichen Gutsbesitzer Hanski. der doppelt so alt war wie sie. Wie die meisten polnischen Adeligen ih- *er Zeit begeisterte sie sich für die französische Literatur. Besonders hatten es ihr Balzacs Werke angetan, der iahr für Jahr an Berühmtheit gewann. Im Jahre 1832 schrieb sie stera, unter dem Einfluss irgendeines Romans, einen fecief, in dem sie ihrer Begeisterung Ausdruck gab. In einem dei ersten Briefe schrieb sie u. a.: „Für Sie weide ich immer die Fremde sein.“ Doch sie irrte sich. Nach kurzer Zeit lernte Bal- K3C sie kennen, und es entspann sich eine 'Liebelei, die lange Jahre hindurch an. dauerte. Sie trafen sich jedes Jahr in Wien, Dresden, Petersburg. »sw. Ihr Mann starb, doch aus verschiedenen Gründen heirateten sie lange Zeit hindurch nicht. Erst 185*3 fand die Hochzeit in. der Kirche von Berdifeichew statt, einige Monate, bevor Balzac in Paris starb. ln der Schilderung seiner Reise 1847 nun erwähnt Balzac einige Male verschiedene Völker und Stämme, denen •e auf der Reise begegnete. Einige Blätter seiner Ment'oiven widmete Balzac auf dieser Reise auch den Juden, wobei er jedoch hauptsächlich die Ansicht der Leute wiedeigibt, denen er in Poteo begegnete. Zu seinem Pech kam er nach Brody (da. mals an der russischen ak’en&ei gerade am Rosch von MOSHE GOLDSTEIN i Haschana, und selbstverständlich waren die jüdi- I sehen Kutscher durch nichts ]zu bewegen, am Feiertag zu! fahren. Das führte zu grossen Schwierigkeiten auf der Weiterreise. Mit noch grosse-! ren Schwierigkeiten war, I wie er erzählt, die Reise von ' Brody nach Bcrditschew verbunden. Diese Schwierig- ‘ keiten waren möglicherweise der Anlass, für die Erbittejrung Balzacs gegen die Juden Polens. Sonst wäre wirklich nicht zu verstehen, I warum ein Genie wie Balzac | Eigenschaften und Gewohnheiten der Juder. schilderte, die gar nicht existieren. In seiner Heimat kannte er keine Juden. Hie.. fand er sich in einer Umgebung, in der man sie auf Schritt und Tritt i traf und nicht ohne sie auskommen konnte. „Die Juden“, schreibt er, „haben damals einen ihrer grossen Feiertage gefeiert, und wenn sie ihr religiösen Zeremonien abhalten steht bei ihnen der ganze Alltag j still. Von Brody an ist altes ,in Händen der Juden. Ich habe noch nie etwas über eine Eroberung Polens durch die Juden gelesen, aber ohne Zweifel herrscht dort der Jude ohne dass er eine Regierung hätte. Die Juden Frankreichs oder Deutschlands unterscheiden sich in nichts von ihren Nebenmenschen. Ihre Religion und ihre Sitten haben sich der sie umgebenden Gesellschaft angepasst. Dort haben sie all» typischen Eigenschaften abgelegt, ausser der Emsigkeit im Geschäftsleben und der Sucht nach Reichtum. Ihre Sucht nach Besitz kleidet sich in Anständigkeit und in ihrer Emsigkeit im Handel sind sie zurückhaltend wie Franzosen. Der Jude ist Schriftsteller wie Heine, Musiker wie Meyerbeer, Sammler wie die Familie Fuld, und Bankier, wie die Familie Rothschild. Andererseits von der Stadt Krakau und weiter tauchen die wirklichen Talmudkenner auf. Verständlich ist, dass der Kaiser Franz II., als er die grosse Synagoge in Brody besuchte, und dort die wirklichen Judentypen sah, in ihre religiösen Gewänder gekleidet, zu dem ihn be- I gleitenden Prinzen sagte: Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 40 Centesimos Jahresabono 25.— $ urug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L. Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel, 42-640 ..Jetzt verstehe ich. warum .man mich auch als König | Jerusalems bezeichnet.“ j Die Juden haben auf keine 'ihrer Gebräuche verzichtet, sie haben keine Lust sich die ' Gebräuche des Staates anzueignen. Hat man ihnen das j Recht genommen. Boden zu | kaufen, so blieb ihnen eben; nur die Möglichkeit, sich mit ¡Handel zu befassen. Und das 'nützen sie voll aus. | Ich traf sie in den kleinen; Städtchen, ganz von Fliegen i eingenommen. Ich sah sie in 'die Gotteshäuser gehen, in I ihrer traditionellen Kleijdung. deren Sonderbarkeit mien zum Lachen brachte, ich sah sie bei einem sonder - j baren lustigen Maskenfest, ^hne dass sich jemand darüber gewundert hatte. Der polnische Jude fürchtet stets Verfolgungen, unter denen schon die Väter im Mittealter gelitten haben, und es hat sich die rassische Eigenschaft entwickelt, den : Besitz in so kleinem Umfang zu halten, das er leicht zu I transportieren sei. Aus die- | sem Grunde konzentrieren alle Juden die den Adeligen und Baronen gleichen wollen ihren Betsitz so, dass ihre Frauen typische Kopftücher 'eher aufsetzen, bestehend aus 'zwei grossen Blättern ge- ' schmückt mit Edelsteinen und Perlen. Daraus besteht der Besitz jedes jüdischen Hauses. Die einzige Sorge des Juden besteht darin, wie die kleinen Perlen in grosse umzutauschen, glanzlose in glänzende Perlen, fehlerhafte in fehlerlose. So ist es verständlich. das man Jüdinnen antreffen kann, die sich mit Kopftüchern schmücken, welche 100, 200. ja selbst 600 tausend Franken wert sind. Da sich also ihr- Vermögen darin ausdrückt, dass ihre Frauen die Trägerinnen des (Vermögens sind, sind sie bei | Aenderung ihres Domizils ■von jeder Sorge befreit. Es (gibt keinen Juden, der nicht in Edelsteinen oder Perlen ¡bewandert ist. | Die Juden schliessen sich nie den Christen an. Sie ¡wechseln ihre Religion nur, um Adelstitel zu erreichen ¡und Boden erwerben zu dürfen. Es gibt viele russische und polnische Familien, die jüdischer Abstammung sind. Die Juden Polens kann man mit den Blutmischungen Ln den Vereinigten Staaten vergleichen. Noch im fünften Geschlecht wird der Fleck nicht weggewischt werden, und die Polen der oberen Schichten erinnern I daran immer. Die Sucht, Vermögenswerte anzuhäufen und sie auf sichere Basis zu stellen, führt zur Taufe. Ihr Wagemut bei Spekulationen ist ausserordentlich. Grosse ¡Vermögenswerte kommen ihnen so plötzlich und verschwinden ebenso rasch ohne dass man es weiss, wohin. So j hatte vor 15 Jahren die Fa- Imilie Nathanson in Brody 'ein Vermögen von 50 Mill. Wo es hin ist, ist ein allgemeines Rätsel. Jetzt nimmt den Platz der Familie Nathsnsohn eine schweizerische; Familie ein. namens Haus- ’ ner. Auch die beherrschende Familie von Bcrditschew ist eine Familie Halperin. Verwandte derer, die ich be- [ sucht hatte. i ,.Die Juden sind auch ausserordentlich begabt in Diebstählen und darin ähneln sie d.n Chinesen. Die Zahl der Pferde, die gestohlen werden, besonders an der Grenze, ist unvorstellbar. Der Jude schreckt auch nicht vor Mord zurück, wenn er Gelegenheit hat, eine grosse Summe Geldes sich anzueignen. Die Rasse bleibt bei ihren sonderbaren Gewohnhe ten und bei ihrem zweifelhaften Glauben. Wmn 1 . einer jüdischen Familie sich einer findet, der n.cht Neigung zum Stehlen oder zum Geldschleppen hat eder die Christen zu betrügen, so geniesst er die Unterstützung der ganzen Familie. Er wird als Genie betrachtet und muss dafür immer in den heiligen Büchern lesen, sich durch Fasten kasteien and beten wie ein Fakir. Auch die Familie Rothschild hat solch einen Heiligen.“ Erschreckend ist es, diese Hetzreden aus der Feder eines der Grössten der Literatur zu lesen. Es gibt keine Gründe Balzac als Antisemiten zu bezeichnen. Dem grossen französischen Schriftsteller waren Juden und Juden fragen eben fremd Aus den Gerüchten, die er von seinen polnischen Freunden gehört hatte, hat-er diese öden Behauptungen verfasst. Wenn diese Kolportage von Irrtum überhaupt einen Wert hat, so ist es der, dass wir daraas die Geisteshältung der oberen polnischen Schichten in der ersten Half, t« des vorigen Jahrhunderts erkennen können. Reise nach Russland I Paris. — André Blumei, der führend im jüdischen Leben Frankreichs ist. wbd in Kürze nach Moskau reisen und dort von Kulturminister Frau Furtseva empfangen werden. Der „Lon don Jewish Chronicle-’ berichtet. dass dieses Zusammentreffen voi. dem französischen Kommunistenlührer Maurice Thorei verabiedet wurde, der kürzlich aus Moskau nach Frankreich zu j rückkehrte.! Blumel erklärte, er werde Frau Furtseva versch edene Vorschläge über die jirdische Kultur, u. a. über d;e Herausg-.oe einer zwei Mal monatlich erscheinrncen Zeitschrift in J:dd:sch und , Werk jiddischer Schriftsteller unterbreiten, d e seit dem jTode Stalins ihre Bücher nicht mehr veröffentlichen konnten. Ferner habe er die Absicht, das Thema der Gründung eines jiddischer Gastspiel-Theaters zur Sprache zu bringen. (ITA! Abkommen mit Mali Hoffnungen in Wien Wien. — Die Leiter der jüdiseneu Gemeinde gaben der Hoffnung Aasdruck. dass endlich eia Abkomme» über die Entschädigung für die Opfer der Naziverfolgungen geschlossen werden könne. Obwahl die Parteien der 'Koalition versprochen da. ben. ein« derartige Massnahme zu unterstützen, so haben sie bisher jedoch nichts in dieser Richtung unternommen. Oesterreich verhandelt gegen wärt :g mit Botin, damit Deutschland eiren TeT dieser Schuld auf sich nimm.. (ITA) Tel Aviv. — Zwischen Is rael und der jungen afnka- Buenos Aires nischen Republik Mali wurde (ITA den Verträge zur Zusammenarbeit auf technischem und kulturellem Gebiet abgeschlossen. Der Vizepräsident des neuen Staates, der ersi kürzlich seine Unabhängigkeit erlangte, unterstrich bei seinem jetziger. Besuch in Israel, dass der jüdische Staat das erste Land gewesen sei, das Mali schon vor zwei Jahren Hille anbot, als ncch niemand daran dachte. (OSA) discher Persönlichkeiten unter Führung des Grossrabbiners Danan. | Während der Audienz bekundete der Minister, a-er früher Botschafter in Kaiu war, seine Genugtuung üaer den Empfang, der den Delegierten von den jüdischen Gemeinden in Caracas und bereitet wur- Unterstützung israelischer Forscher Geschäftliche Mitteilung Die Lufthansa beförderte im September erstmals mehr als 100.000 Passagiere im i Monat und übertraf im gleichen Monat das gesamte Vori jahrs-Ergebnis an Passagier. | und Frachtbeförderung. Doch auch im Vergleich mit den europäischen Luftverkehrsgesellschaften konn. te Lufthansa beachtliche Erfolge erzielen. Angebot und Nachfrage dieser Gesellschaft stiegen von Januar bis September 1960 (gegen gleichen Zeitraum 1959) um 19%. Lufthansa hat ihr Angebot um 24 % und ihren Verkauf sogar um 33 % gesteigert. Damit hat sich die Auslastung der Lufthansa- Flugzeuge um 7 % Verbessert; keine andere europäische Gesellschaft konnte das Angebot und gleichzeitig den Verkauf bei steigendem Ladefaktor in diesem Masse erhöhen. Durchschnittlich alle fünf Minuten — bei Tag und bei Nacht — startet oder landet ein Lufthansa-Flugzeug irgendwo in der Welt. Rückkehr eines ma r okka n ischen Ministers Casablanca. Justizministei' Abdel Khalek Torres, der an der Spitze dar marokkanischen Delegation stand, welche eine Reise guten Willens durch lateinamerikanische Länder unternahm, ist nach Rabat zurückgekehrt. Er ^empfing eine Delegation jü- Jerusa'levn. — Prof. Lea Sachs, der Direktor der Abteilung für Viruset krankuagen und Erbsehaftslehre vem Wissenschaftlichen Weizmann-Institut in Rechowot, -hat vom Nationalen Gesundheits-Institut der USA e’-r.-a Subvention von 10©.8©9 Dollar erhalten, an seine Expe- 'nmer.te über die Pol!» der Viren bei den Ursachen des Krebses ioftsetzen zu können. Dr. Bernhard Zondak, der «»inen LehrstuML für Gynäkologie und Geburtshilfe as der Hebräischen Universität innehat, empfing eine Zuwendung van 11.40® Dollar vom Bevülkerungs-Ausschuss des Rockefeiler-Instituts für die Durchführung seiner Forschungsarbeit. (OSA) Israel - Marken j I mtömft Auswahl: w. s. VÖBRE* BLOCKS — MARKER MIT PLATTEN-KUM»?! MER _ MARKER MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (pla««baa) — VOLL,! STAENDXGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABE« - ERSTE SER« VORHANDEN — VCRfWAUEMSWVERDIGE BERATUNG; Alfonse MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 M«. CABU.ÖO Foto Kasjer AVDA. J. B. Justo 4363 T. E. 59 - 9105 FUER ALLE FESTLICHKEITEN Die glückliche Geburt ihres Sohnes ANDRES C LA UDIO zeigen hocherfreut an: Heinz Köster» und Frau Martha geh. Sckenkolewski Moldes 2561 Am 31. Dez-ember I960 STATT KARTEN PEDRO BUCHWALD ALBA BUCHWALD geb. WERTHEIM griissen als VERMAEHLTE Buenos Aires, den 5. Januar 1961 Sarandi 1350, 3= B Echeverría 2515 D Trauung: Montag, den 9. Januar 1961, um 21 Uhr in der Chaim Weizmann-Synagoge, Areos 2819. Am 21. Januar 1961 feiern unsere lieben Eltern und OroßCPltpTti Herr EUGEN JOSEPH *ud Fra« ROSA JOSEPH geb. HIRSCH, früher Bollendorf (Rhld.), jetzt Asunción (Paraguay), ihre GOLDENE HOCHZEIT. Wir gratulieren aus diesem Anlass herzlichst. Max Fraenkel Tilly Joseph Nelly Fraenkel gpeb. Joeeph Armand Joseph Ariel Fraenkel Luxemburg Asunción (Paraguay) Empfang Samstag, den 21. Januar 1961, ab 17 Uhr im Salon der Unión Hebraica del Paraguay, Gral. Díaz 275, Asunción, Paraguay