Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1842 (6.1.1961)
- Date
- 1961-01-06
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612125--1004-9612127- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, I de E«»xo d( (351 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año xxii. — N», ma man (Schuss von Sene I) in Washington lagern. Aber so etwas ist noch verhältnismassig einfach. Wem aber «.gehören" eigentlich Filme, die als Geheimsache in Wehrm3chtsdienststelieii lagerten and nun irgendwo wieder ans Tageslicht komni en? Es kam einiges ans Tageslicht. Unter den 500.000 Metern NarmalfiLm. die in aller Welt besichtigt wurden, fand sich mancher interessante Filmstreifer., der erstmals zu sehen sein wird. So stammt aus dem Geheimmaterial des Oberkommandos des Heeres ein Dokumentarfilm über das .Unternehmen Seelöwe" die beabsichtigte und später abgeblasene Invasion Englands. Man s:eht die zu Landungsschiffen umgebauten und mit Flugzeugmotoven getriebenen Flusskahne, man sieht Invasions- Übungen ar. der Ostsee. Warschau lieferte Material aus dem Ghetto der polnischen Hauptstadt, das die ausgezeichneten Bilder in- Leisers Film „Mein Kampf' ergänzen wird. Und Himmler würde toben, wenn er wüsste, dass die ganze Oeffentliehkeit einen Film über „polnische Untermenschen" zu sehen bekommt, der laut beigefügter Notiz „nur in Gegenwart des Reichsführers SS oder nur mit dessen ausdrücklicher- Genehmigung” gezeigt werden durfte. Aus dem erhofften Film über „polnische Untermenschen" war nämlich ein Do- Dr. FREYf Abogad® PUEYRREDOW im 1« in* kument über die Grausamkeit der Deutschen geworden. Ueber 40 Archive steuerten Material bei, zwanzig Stunden Hitlerreden wurden abgehört (sie liegen beim Westdeutschen Rundfunk in Köln vollständig vor), über 2.000 Fotos ergänzen das j Filmmaterial, und Gerd Ru- I ge streut Interviews mit Leuten dazwischen, die ..damals" handelnd oder leidend 1 dabeigewesen sind. In insgesamt 300 Minuten erstehen dunkle Tage erneut in einer Sendung, der hoffentlich ein; mationen ü (»erbrachte, weil Adenauer erkältet war.) Man fragt sich wohl nicht zu Unrecht, aus welchem Grunde ausgerechnet Globke gezeigt wird, gegen den gerade in den letzten W ochen und Monaten von verschie- > denen Seiten Sturm gelaufen worden ist. Schliessüeh ist ■ doch Globke der Kommentator der Nürnberger Geset- | ze gewesen und dürfte sich I auch sonst äusserst aktiv im Nazibereieh bewegt haben. Wenn schon ein solcher Mann noch heute an einer Sie sind Bürger zweiter Klasse Die Juden Marokkos hanahmen verhindert, mit ihder Autoren entscheidenden Stelle steht. Erfolg beschieden sein wird, ¡obwohl sein Verschwinden immer lauter gefordert wird, ^dann muss diese Publikation ¡der FAZ beinahe als eine Provokation wirken. nachm 18—18 Uh* ■ ♦ »-»-i den Absichten entsprechend. In dieser Bemühung darf man einen ernsten Versuch erblicken, die Schrecken des Gewesenen unmittelbar wirken zu lassen. Es handelt sich um eine Anstrengung, die volle Beachtung fiir sich beanspruchen darf, besonders wichtig in einer Zeit, wo manche unerfreulichen Symptome' feststellbar sind, die Naziverbrechen zu vertuschen oder ihre Grausamkeiten zu verschleiern. Man denke nur an das Sasseninterview, das in der bonae. renser Abendzeitung “La Razón" abgedruckt war oder an andere nazistische Publikationen nr. Ein älterer Herr Die grösste deutsche Zeitung — sicherlich aber "die einflussr eichste, nämlich die .„Frankfurter Allgemeine ¡Zeitung“ — pflegt auf der dritten Seite ihrer täglichen Ausgaben stets das Bild bekannter Persönlichkeiten zu veröffentlichen, die entweder zu Besuch in Deutschland weilen oder aus anderen - Gründen dem Leserpublikum vorzustellen sind. In der Ausgabe vom Montag, den 5. Während weite Kreise sich darum bemühen, mit der nicht überwundenen Vergangenheit durch Anprangerung der Schuldigen oder der Mit. schuldigen Schluss zu machen, bringt die FAZ dem Herrn Dr. Globke eine besondere ■ Ovation dar. W illsie dadurch vergessen machen, was Dr, Globke über die Minderwertigkeit von Rassen geschrieben hat, als er jenes Schandgesetz kommentierte und begrüsste, durch das wir Juden zu rechtlosen Menschen deklariert worden sind? Mit höchster Verwunderung kann man nur diese Bildveröffentlichung einer Zeitung betrachten, die für sich in Anspruch nimmt, dass repräsentativste Organ eines demokratischen Staates zu sein, dessen Grundgesetz von der Gleichheit aller Mensehen ausgeht. Es ist nicht klar, ob diese Publikation eine Konzession sein 3oll. An wen, müssen wir fragen. Auch eine „liberalreaktionäre“ Zeitung mit einer Herausgebersehaft, in deren Reihen mindestens ein ben der Regierung ein Mejmorandum überreicht, in dem sie sich beklagen, als zweitklassige Bürger behandelt zu werden, trotzdem die Regierung behaupte, dass volle Gleichberechtigung herrsche. Solange die Regierung aus Parteiministern;bestand, war keine Ausicht auf eine Besserung vorhanden. König Mohammed V. und sein Solm. Kronprinz Moula» Hasiar., haben aber nunmehr se’tst d e Regierung übernommen. Sie haben oft gezeigt, dass sie Sympathien für die Juden haben, und deshalb hat der Präsident des nationalen jüdischen Rates. David Ammar, der im Namen von 200.000 •Juden spricht, die Gelegenheit benützt, um die jüdischen-Klagen vorzubringen. Die Juden, so heisst es im Memorandum, erhalten keine Pässe für Auslandsreisen. Dieser Beschluss wurde un-!ter ägyptischem Druck gefasst, um die Auswanderung ¡nach Israel zu verhindern. Die Benachteiligung der jüjdischen Bevölkerung gehe so ¡weit, dass sogar die sich bereits im Ausland befindlichen Juden Schwierigkeiten hätten, ihre Pässe zu emeu- I nen die Verbindung aufrecht; zu halten. | Eine weitere Forderung lautet auf Ausschreibung .von Wahlen in den jüdischen Gemeinden von 23 ¡Städten. Die Leiter der jüdischen Gemeinden wurden |Von den lokalen Behörden ernannt, welche d.e Ernen- ¡nungen für die jüdischen Gemeinden nicht nach den t Interessen der Gemeinden, ¡sondern nach Parteien vornehmen. Demokratische Wahlen sind notwendig, um den Bi se man ario — aparece los Marias y Viernes- Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich:, Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190. ízq. T. E. 83-2613 80.G930 Abono-Preis: Argentinien: $ 75.— pro Quartal Ausland $ 450.— jährl. Gemeinden repräsentative Vertreter zu geben. Im Memorandum wird verj langt, dass die Gebühren für j Koscherfleisch und -wein 1 erhöht werden dürfen, weil i durch diese Einnahmen die. Fiirsor.getätigkeit gedeckt werde. In letzter Zeit hätten viele moslemische junge Leute jüdische Töchter entführt und geheiratet, ohne dass die Zustimmung der jüdischen Eltern vorlag. Es habe sich gezeigt, dass viele | aufhören kann, dass dann anderen dagegen meinen, sie könnten jetzt zum Gegenangriff übergehen. Zwischen diesen beiden Polen der öffentlichen Meinung und der Gestalt gewinnenden Aktion nen ruht die breite Masse der Uninteressierten, die nichts mehr von ihrer eigenen Vergangenheit wissen will und das Wirtschaftswunder geniessen möchte... Sicherlich liegt hierin eine Gefahr, da eines Tages auch dieses Wirtschaftswunder I junge Marokkaner Frauen in Ijüdischen Kreisen suchten, | weil sie eine westliche Lebensauffassung haben. Die- ' ses Ziel werde meistens ¡durch Entführungen durch-! gesetzt. ern. Ein weiterer Vorbehalt bej Wenn die Juden_ nicht trifft die Sperre von Postmehr zweitklassige Bürger und Telegraphenverbindunf seien. so heisst es zum gen nach Israel. Viele jüdi- Schluss, würaen sie viel sehe Familien Marokkos hateher der Marokkanisierung ben in Israel Angehörige;! zustimmen, wodurch das sie werden durch die Mass- (Land gewinnen würde. Dezember, sah man einen j Journalist mit REAL PEN 5 Füllhalter J REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 IE, 49-5850 |IW J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ S224 al «8 T. E. 43-2343/9340 y 3021 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf vom WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Padrsaa 2330 pi. b. Dp. B T. E. 70-7244 vornehm gekleideten, älteren Herrn den engen Weg entlangschreiten, der vom Kanzlerhaus offensichtlich zur Hauptstrasse führt. Man durfte folgende Unterschrift lesen; „Staatssekretär Dr. Hans Globke besuchte am Wo-! chenende der. erkrankten Bundeskanzler in dessen; Haus in Rhöndorf (im Hini tergrund). Der oberste Beamte des Bundeskanzleram. tes ist keine „Graue Emii nenz“, wie Globke fälschlicherweise oft genannt wird: aber seine Stellung und seine Tätigkeit weihen ihn in vieles ein...“ (Es folgt dann noch ein kurze Bemerkung, dass Globke dem Kanzler die wichtigsten Akten und Infor. \Aia.ttka \ (2kapaaax^! HUTSALON I Jetzt in I uelgräüö jMOLDES 2 5 S 1 i T. E. 73-9229 f 73-9155 in einer bräunlichen Vorgeschichte sitzt, sollte davon Abstand nehmen, durch Veröffentlichungen dieser Art die herrschende Verwirrung nur noch zu vergrössern. Die Bezeichnung dieser Zeitung als „liberal-reaktionär“ ist weder ¡ein Paradox noch ein Wortspiel. sondern eine Wirklich, i keir,! rv. 3taik, rege, aber offens'cht-; lieh politisch nicht sehr eini drucksvoll. Die Parteien hüten ihre Mitglieder und müsisen auf die grosse Masse der I „unsicheren Kantonisten" ¡Rücksicht nehmen. Hier! dürfte das eigentliche Projblem liegen. Die Unentwegten wittern — allerdings nur zeitweise — Morgenluft. Sie haben sicherlich auch Angst voreinander. Und man weiss niemals, wer den anderen belasten wird, um seine eigene Haut zu schonen... Der bevorstehende Eich- NERVENu. GEMUETS- XRANKHEITEN mann-Prozess bat seine ersten Rückwirkungen auf Deutschland gezeigt. Die Geister haben sich hieran schon geschieden. Die einen —• gewiss die Mehrheit —, versuchen aus diesem Anlass die Atmosphäre zu säubern, j einmal reinen Tisch zu ma- ¡chett und durch ein offenes Schuldbekenntnis einen neu. en Weg zu besclire:ten. Die Der Zwiespalt Zwischen dem Gestern und ¡einem neuen Morgen werden die Alten wie die Jungen, die Parteien wie die Interessengruppen gezerrt. Die Kreise, die noch immer von einer nicht überwundenen Vergangenheit sprechen sind Dr. M. J. Kuhn î; SARMIENTO 3116 A Confitería NIZA C 9 * de 202 9 7$.0286 Servidos de ktneh de «alegoría Jacobo M. Lapidus dipl. Möbel TUCUMAN 2395, 4* J T. E.: 48-2124 ¡ prov. RIVADAVIA 2525 III Tel. 48-7524 Mont., Mittwoch, Freitag 17—26 Uhr. Tel. Anmeldung erbete*. Dr. B. Sdiwara ZAHNARZT iSSTOMBA 2253 — 52 8214 RAYOS X PARADENT OSE TELEF. VORANMELDUNG die bisher zufriedene Masse rebellisch und ein'' Opfer neuer Demagogen wird. Wieder einmal könnte die Phrase über das Wort, die Lüge über die Wahrheit, die Gesinnungslosigkeit über die Mensehheitsidee triumphieren. Deswegen geht es jeden an, welchen Weg die Entwicklung in Mitteleuropa nimmt. Deswegen müssen wir di« Bemühungen derer stützen, die sich für eine Besserung und Klärung einsetzen, die der Wahrheit dienen wollen, die zur Umkehi und zur Ein. sicht mahnen. Aber wir müssen auch wachsam sein, wenn sich Stimmen aus der Vergangenheit erheben, die lügen und lästern, oder wenn , Menschen auf treten, die im ¡Hintergrund bleiben sollten, ¡weil sie eine Mitverantwortung am Rückfall in die ■ Barbarei tragen. VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL U M A N S K Y T. E 17 13621 H. ROSEN Z WEIG TAILOR HENRY Tucusaé» 563, ¡mro Neues Telefon: 32.0913 OfMata Awswahl m imp. m4 M»d|w 3 CONDE 2916 BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG ÄUSFUEHHUNG SAEMTLIGHER Malerarbeiten f. E. 7675331 ¡Dr. BENJAMIN LlPNIZKY I ZAHNARZT J ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE- 1 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGUi LI35RÜWG DER ZAHNSTELLUNG | Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend | nach vorheriger Vereinbarung. \ JOSE HERN ANDEZ 2518 T. E. 78-8673 und 73 85« Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen -Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: r* t Montag, Dienstag, Mittwoch u. ÎEa wird gebeten,? ch vorher Freitag von 15—18 UtarjJ telefonisch anzumelden i Î SANTA FE 1391 * T. E. 44 9493 «. 44-15423 Dr. Bernardo Goldstein M E D I C C VERREIST VOM 1.—16. JANUAR Vertreter: Dr. A. SANGUINETTI CABILDO 2464 T. E. 76-2406 Sprechstunden täglich von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr , i. < Y" « \