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Jüdische Wochenschau · 1961-01-06 · 1842 (6.1.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1842 (6.1.1961)
Date
1961-01-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — 1? izq JfcJe*n&jta^\ae¿¿ta T. E. 8 3-2613 Año XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 6 DE ENERO) DE M#il No. 3842 von SAUL CARSON den, dem di* Bne Brit und "Welches Spiel treibt die Sowjetunion, mit ihren Juden? Nach jeiner 1< üiziieh vm genommenen. Zählung leben 2,268.000 Juden in Russland, und. da diese Zählung nur diejenigen einschliesst, die sich Selbst als Juden bezeichnen, so kann man annehmen, dass die oft genannte Zahl von drei Millionen Juden in der USSR richtig sein dürfte. Moskau verfolgt angeblich die Politik, sowohl die Einwie auch die Auswanderung zu fördern, wo es sich um die Wiedervereinigung von Familien handelt. In einem der UN vorliegenden Bericht kann man Jbierzu folgendes lesen: „Wenn die Sowjetregierung dem Prinzip der Wiedervereinigung von Fami- I. Die KZ-Äerziin Sie wollte nur „Sterbehil- ] ft>” geleistet haben, verteidigte sich die ehemalige KZ. Aerztin Oberheuser in dem Prozess, den sie selbst angestrengt, hatte. Wir haben über verschiedene Einzeihe], iten der Verhandlungen an dieser Stelle bereits vor kurzem berichtet. Nun ist das Urteil ergangen. Nach einer zwölfständigen Verhandlung hat die Achte Kammer des Schleswig-Hol. steinischen Verwaltungsgerichtes in Schleswig die Anfechtungsklage der Aerztin Dr. Oberheuser gegen den Kieler Innenminister Dr. (Lemke, der ihr wegen ihrer Tätigkeit in dem Frauen- Konzentrationslager Ravensbrück: vom Dezember 1940 bis zum Juli 1943 die Approbation entzogen hatte, kostenpflichtig abgewiesen. Landesverwaltungs-Geriehtsdirektor Busch stellte in dem Urteil fest, die von der iien und gew isser ethnischer Gruppen günstig gegenübersteht, so hat sie sicher im Fall der russischen Juden eine Ausnahme gemacht, denn die allgemein festgestellte Linie, die sie bei der Wiedervereinigung jüdischer Familien einschlägt, verläuft in einer ganz anderen Richtung.” Der Bericht, dem. dieser Satz entnommen ist, wurde der Subkommission für Verhütung von Diskriminierung und zum Schutz der Minderheiten, einer Unterabteilung der UN - Kommission für Menschenrechte, unterbreitet. Er ist vom Koordinierungs-Ausschuss Jüdischer Organisationen verfasst wor- Kiägerin zugegebene „Sterbehilfe” in drei oder fünf Fällen habe nach Ansicht der Kammer. allein noch nicht ausgereicht ihr die Approbation abzuerkennen. Lemke hatte seine Massnahme unter anderem auch mit diesem Argument begründet. Dagegen habe sich Frau Oberheuser durch ihre Beteiligung an den Sulfanomid.Experimenten mit etwa sechzig polnischen Widerstandskampf er innen einer so schweren sittlichen Verfehlung schuldig gemacht, dass die Bestimmung der Reichsärzteordnung als erfüllt angesehen werden müsse, in der es heisst: „Die Bestallung ist zurückzunehmen, wenn durch eine schwere strafrechtliche oder sittliche Verfehlung des Arztes erwiesen ist, dass ihm für die Ausübung des ärztlichen Berufes die erforderliche Eignung oder Zuverlässigkeit fehlt.” Noch am letzten Tage der der britische und südafrikanische Board cd. Deputies angehören, Der Bericht erbringt, Beweise für die russische Politik den Juden gegenüber, die im Gegensatz zu dem UN-Prinzip steht, das sich auf „das Recht eines jeden Menschen” bezieht, „irgendein Land, sein eigenes eingeschlossen, zu verlassen und in ein anderes Land zu wandern.-’ An einer anderen Stelle wird erwähnt, dass Krutsehew einem Journalisten aus Paris, der ihn fragte, ob die sowjetischen Juden nach j Israel auswandern dürften, geantwortet hat: „Wir sind dagegen. Wir begünstigen Verhandlungen war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen dem Prozessbevollmächtigten Rechts, anwalt Bruse und dem Gericht gekommen. Wie schon früher, hatte Bruse versucht, mit dem Hinweis die Verhandlungen unterbrechen zu lassen, dass er nicht genügend Einsicht in vier Akj tenkomplexe erhalten habe. Seine entsprechenden Anträ- |ge wurden abgelehnt. Danach versuchte Bruse, den Vorsitzenden der Kammer und eine Beisitzerin für befangen erklären zu lassen. Eine dafür gebildete Ersatzkammer wies jedoch auch diesen Antrag des Anwaltes zurück. Prozessbeobachter waren der Ansicht, dass Bruse das Verfahren verzögern wollte, bis der Haupt anwalt der Aerztin, Dr. Seidel, München, von einer Ostasienreise zurückgekehrt ist. Der Rechtsvertreter des Kieler Innenministers, Regierungsdirekter Domabyl, erklärte, Frau Oberheuser habe bereits in ihrem Gnadengesuch an den amerikanischen Hohen Kommissar ein Eingeständnis ihrer Schuld niedergelegt. Eine grosse Anzahl von Frauen, die durch die barbarischen medizinischen Versuche in Ravensbrück in ihrer Gesundheit aufs schwerste geschädigt worden seien, hätten vom Bundesfinanzminister Entschädigungen von je eintausend Dollar erhalten. Etwa 25 dieser Frauen würden gegenwärtig vom amerikanischen Roten Kreuz beobachtet. Bruse wies dagegen darauf hin, dass Frau Oberheusec nach ihrer Entlassung aus der Haft im Jahre 1952 eine Entschädigung als „Heimkehrerin” erhalten habe. Sie habe seitdem, wie von der Schleswig Holsteinischen Aei zlekammer bestätigt worden sei. ohne Beanstandung in Stoeksee in Holstein als Aerztin praktiziert. Hach II diese Auswanderung nicht." Ein anderes Mal gab der lussische Aussenminister folgende Auskunft: „Uns liegen, keine Gesuche von Personen jüdischer oder anderer Nationalitäten vor, die nach Israel auszuwandern wünschten.” Aus dem Bericht geht dagegen klar hej vor, dass die Sowjetregierung Kenntnis von dem. Wunsch vieler Juden hat, nach Israel auszuwandern. Er verweist auf die heftige Hasskampagne, die in. der Sowjetpresse geführt. wird und offensichtlich darauf hinzielt, die Hoffnungen der sowjetischen. Juden auf eine Auswanderung nach Israel zu .zerstören.” Der Bericht zi-! tiert Krutschew, der vor drei Jahren zu einer nordamerikanischen Delegation äusserte: „Ich bin sicher, dass die Zeit kommen wird, da alle russischen Juden, die nach Israel zu gehen wünschen, dies zu tun in der Lage sein werden.” Hier drückt der Koordinierungs - Ausschuss Jüdischer Organisationen seine feste Zuversicht aus, dass die „Zeit”, auf die Krutschew anspielt, „recht bald kommen möge.” Kürzlich wurde dieser Bericht den UN-Delegierten erneut zur Kenntnisnahme zu- I gestellt. Und das ist gut so, Abschluss d«r Verhandlung erklärte Frau Oberheuser, sie werde gegen das Urteil „selbstverständlich sofort Berufung beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg ■einlegen lassen.” Während man die unglücklichen Opfer der Experimente mit je 1.000 Dollar abgefunden hat, — das sollte offensichtlich die Wiedergutmachung sein, die man „grosszügig” den armen Frauen gewährte, deren Leben auf eine so grausame Art zerstört worden ist, — konnte diese „Aerztin” Jahre hindurch ungestört prak. tizieren. Als man ihr endlich das Handwerk legte, empörte sie sich noch und will nach ihrer Niederlage in erster Instanz .selbstverständlich’ Berufung einlegen. Sie glaubte offensichtlich, dass ihre Stunde wieder geschlagen habe, dass alles vergessen sei, was damals geschah, und woran sie einen so leb. haften und aktiven Anteil genommen hat. Ein Angeklagter im jetzt ¡•laufenden Sachsenhausen- Prozess meinte vielleicht garnieht ganz mit Unrecht, dass ganz andere Leute als 5 er vor den Richterstuhl gehören wurden, dass aber diese einflussreichen Personen noch immer frei herumlaufen würden. Natürlich ist dies keine Entschuldigung für irgendeinen Verbrecher, der sich bereitwillig in den Dienst der nazistischen Mordmaschine gestellt hatte. Dennoch sollte man diese Bemerkung eines Schuldigen nicht überhören und endlich ernsthaft versuchen, die dunkle und blutige Vergangenheit zu bereinigen, was Ein Antrag der Kommunisten Jerusalem, —- Die kleine Fraktion der Kommunisten in der Knesset versuchte ohne Erfolg die offizielle Zustimmung zur Zahlung von 20.(HJ0 Dollar an Dr. Servatius rückgängig zu machen. Schmuei Mikunis unterbreitete einen Antrag, in dem es heisst, Servatius sei ein Neonazi. Justizminister Pinchas Rosen erklärte hierauf vor dem Parlament, es liege „im Interesse Israels und seiner internationalen Verpflichtungen”, für Eichmann einen angemessenen Verteidiger zu stellen. Aus diesem Grunde habe die Regierung beschlossen, die Kosten zu tragen. Rosen führte aus, Servatius sei davon in Kenntnis gesetzt worden, dass die Summe von 20.000 Dollar die einzige Zahlung der Regierung sein Werde, gleich wie lange der Prozess dauern sollte. Ferner müsse Servatius formell erklären, dass die Familie Eichmanns zahlungsunfähig sei. Mikunis warf ein, Servatius beabsichtige, den Fall auszunutzen, um eine Revision des Protokolls des Nürnberger Kriegsverbrecher-Tribunals vom Jahre 1947 au erreichen und dass dieses Vorhaben „ernste Folgen haben würde”. Die Knesset lehnte den kommunistischen Antrag ab. (ITA) WIE ICH ES SEHE Wird man jetzt durchgreifen? von JEHUDA GOTTHEIMER Instituto de Criminología Tel Aviv. — El director del Instituto de Crimino■ logia, establecido ei año pasado, es el Prof. Israel Drupkin, notable crina enólogo qs».e vino de Chile. En el curso de Criminología, de dos año« de dura, edén que conduce a la obtención de un diploma, pueden inscribirse bachilleres, graduados de la Facultad de Derecho o de la de Medicina y un número limita- Jo de altos funcionarios, de vario* Ministerios. En el primer año se admiten 25 estudiantes. En el curso del primer año, los estudiantes asistíxán a cursos básicos de Derecho, Sociología, Estadística, Psicología, Psiquiatiía, Medicina Legal, etc. El segunde año esíaiá dedicado a estudios especiaJisados de Criminología. Delincuencia Juvenil. Penología, Filosofía Penal. Patología Social. Estadística Criminal, Psiquiatría Forense, etc. A lo largo de ios dos años, Jos estudiante« visitarán los tribunales, prisiones e instituciones médice-legales y psiquiátricas. SCHLOMO S. TANGER Institut für Kriminologie Tel Aviv. — Der Direktor des Instituts für Kriminologie, das im vergangenen Jahr gegiiinael wurde, ist Prof. Israel Drapkin, ein bekannter Kriminologe, der aus Chile herkam. Zu dem Kursus für Kriminologie, der 2wei Jahre dauert und zur Erlangung eines Diploms führt, können sich Abiturienten, Absolventen der Juristischen und Medizinischen Fakultät und eine beschränkte Anzahl von hohen Beamten der verschiedenen Ministerien einsebreiben. Im ers'en Jahr sind 25 Studenten zugelassen. Im Kursus ries ersten Jahres nehmen die Studenten an Grundkursen für Jura, Soziologie, Statistik Psychologie. Psychiatrie, Gerichtsmedizin, elc. teil. Das zweite Jahr wird spezialisierten Studien der Kriminologie, des Jugendverbrechertums und Strafrechts, der Philosophie des Strafrechts und Volks-Pathologie, Kriminal-Statistik, Geriehtspsychiatrie, etc. gevyidmet sein. Während der 2wei Jahre werden die Studentan die Gerichte, Gefängnisse und gerichtsmedizinisphen und psychiatrischen Institute besuchen. SCHLOMO S. TANGER denn vielleicht wird dies doch Einfluss auf die Sowjetdelegierten haben und sie -der Zeit näherbringen’'. Andererseits trägt der Bericht dazu bei, an den Illusionen derjenigen. Delegationen (oder anderer Leute) zu rütteln, die auch heute noch geneigt sind, an die Ehrlichkeit Moskaus und Krutschews Wahrheitsliebe zu glauben. bisher nur recht unvollkommen geschehen ist. II. Fernsehen Im Oktober des letzten Jahres begann das deutsche Fernsehen mit der Sendung der grössten Dokumentationsreihe, die jemals über die Zeit des Nationalsozialismus zusammengestellt worden ist. In vierzehn zweiwöchentlich aufeinander folgenden Fortsetzungen konnten nun Millionen die Zeit von 1933 bis 1945 noch einmal im Fernsehapparat mit- und nacherleben... Seitdem das Dokumentationsvorhaben „Das Dritte Reich” bekannt geworden war, kam erfreuliche Post ins Funkhaus am Kölner "Wallrafplatz. Aus dem ganzen Land erbaten Schulen, Jugendverbände und einzelne, Interessenten Prospekte über diese Sendung, die auf Wunsch jedermann zugeschickt wurden. Nach der ersten Ausstrahlung wurden dann natürlich wieder andere Briefe erwartet, „im Nazijargon, mit wüsten Drohungen und in jenem Stil, der geistige Auseinandersetzungen in den Saustall verlegt”, schrieb eine deutsche Zeitung in Kenntnis der Mentalität sehr vieler ihrer Landsleute. Die Leute vom Funk kennen das und haben sich ein dickes Fell übergezogen, Denn solche Vorhaben sind nötig, nicht um der Vergangenheit allein, sondern auch tim der Zukunft willen. „Das dritte Reich” ist eine Gemeinschaftsproduktion des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart und des Westdeutschen Rundfunks Köln. (Redigiert wird sie von Gerd Rüge, inzwischen Chefredakteur des Deutschen Fernsehens, in Zusammenarbeit mit Heinz Huber, dem Leiter der Dokumentär abteilung des Südfunk-Fernsehens und dem Schriftsteller Artur Müller. Die Beschaffung des Film, und Bildmaterials übernahm Dr. Kurt Zentner. Die Schwierigkeiten liegen auf der Hand. Die vom Ehrgeiz gepackten Fernsehleute schworen sich, alles bisher Uber das braune Regime Dargestellte in den. Schatten zu boxen. In Dutzenden von 'Ländern fahndeten sie nach Dokumenten über das „Dritte ijeit-b". Seit anderthalb Jahren ist Dr, Zentner an der Arbeit, seit einem Jahr läuft das Unternehmen auf vollen Touren, Rom und Paris, Washington und Kopenhagen, Warschau und Stockholm liefern Material aus privaten und öffentlichen Quellen. Selbstverständlich war das Bundesarchiv in Koblenz ebenso gefällig wie mancher Privat, mann. Dabei waren allerlei Probleme zu lösen. Bei jedem Filmstreifen müssen die Urheberrechte beachtet werden. So sind beispielsweise an die Ufa . Liquidatoren Gelder zu zahlen für Filme, die aus alten Ufa Beständen (Schluss auf Seite 3) Ehrenvolk Ernennung Rio de Janeiro. — Prof.. Fritz Feigl, der Präsident? der Konferenz jüdischer; Gemeinden in Brasilien,' . erhielt die Nachricht, dass er zum Mitglied der, Akademie der Wissen-’ schäften der alter Uni- - versität von Goten nurg: ernannt worden ist. Prof. Feigl ist ein Chemiker von Ruf, der einen Lehrstuhl an der Universität von Rio de Janeiro innehat (ITA)

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