Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1841 (3.1.1961)
- Date
- 1961-01-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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.. ...vw/mtm filter Dramatikerin silb öer „Frank. tuDC RudoU r ein verstehen, taffen fördem. Ef vereffent. •er Zeitung den Jean", eine jtö. : „Amr.da und ie Skizzen aus •eutschen Buch- Berlin, ertoman „Starke einem Nach, hur Saekheim. :n Lireraturkii 'age, das sich ' empfundener die Verfasserin as seltsam ahlliesst mit dem Hinweis auf ihr späteres, reifes dramatisches Schaffen und auf ihr damals so gar nicht vorauszusehendes Schicksal: „Eva Lotting weiss viel um das lebendige Theaterdrama und um den Roman mit dramatischem Kern Der Romanschriftstellerin und Dramatikerin, der der Unpreziösen und Schaffenslustigen wünsche ich Glück und Stern für den ferneren schweren Weg.” Er drückt damit genau das aus, was ihre Zeitgenossen als ihr Wesen empfinden: als den erfrischenden Gegensatz zu Dekadenz und literarischer Geziertheit. Und so wurden auch ihre Romane vom Leser empfunden. Eva Lotting sieht ihre dichterische Starke in ihrem dramatischen Schaffen. Viel schwerer als der Verlust ih. rer aus dem Vertrieb herausgezogenen Bücher, als der Verlust so mancher Prosa- Manuskripte, Frucht jahrelanger Mühe und so vieler Briefe und Dokumente von Zeitgenossen über ihr Schaffen, empfindet sie den Verlust dreier Komödien, die sie „Freunden” anvertraute, zu „untreuen Händen”, lei. der. Sie besitzt noch die Manuskripte einer Komödie „Die Blase”; zwei Stücke einer Trilogie: „Der Aufstieg des Oktavian”; „Das Haus des Augustus”; „Der Spieler” und zwei jüdische Dramen: ..Das Opfer” (Abraham — Isaak) und ..Jessika”. Zu dem Einakter ..Die schlafende Erinys” sagt sie mir: sieben Monate, meistens in Rom, habe ich daran gearbeitet. Es ist wohl das Konzentrierteste, was ich je schrieb. Es ist eigentlich nur eine Szene. Die Personen: 3 Tote und 2 Lebende, die für alle Fünf sprechen. Sie zeigt mir einen Original-Brief von Julius Bab, den er ihr am 2. Dezember 1951 geschrieben hat, und in dem es heisst: „Liebe Eva Lotting, iah habe jetzt „Die schlafende Erinys” gelesen. Das ist allerdings eine Arbeit von grösster künstlerischer Konzentration. Ich' denke, mit zwei guten Schauspielern und — vor allem! — einem guten Regisseur müsste es auf der Bühne starken Eindruck machen!” Dichterisch ist das Entscheidende, dass der gepresste Atem der Handlung auch in die Sprache gedrungen ist, dass sie den fliegenden Ton erhalten hat, der hier nötig ist. Ihre Persönlichkeit, ihr dichterisches Schaffen und ihr Schicksal verkörpern vielleicht in besonderem Masse das geistige Judengeschick unserer Zeit. Was kann von dieser reichen Ernte aus der „Welt von Gestern” her übergerettet und in die neu^ jüdische Geisteskultur eingebaut werden? Das ist die Frage dieser Zeilen. ELLA KALISCHER (New York) natischen Ge- Sina“, das als r Faust“ Anvanziger Jahre •egt hatte, - Drusenroman Jeelen“ ich in in. „Orientffentlichte, war 1890 in , also 18 Jahre satte im Syriaus in Jerusain München dierf, in Buierlin gelebt. Weltkrieg als at nach Konirut und Danen und ver- Bildung. sei- und seinen ross eines seit arabischauses orientaapäischer Kul- 1920 waren im ichauspielhaus. tiicke von ihm ■den: „Haremselsazar“. Interbesonders auch e „Raumschiiatete, von einer amilie name11® Leblanc abzustammen. Wäh. ren sein Bruder, der nationalistische arabische Schriftsteller Amin Dablan mit der arabischen Elite verkehrte, lebte Asis Domat, der in Berlin eine deutsche Frau geheiratet hatte, gesellschaftlich isoliert, denn arabische Kreise lehnten ihn wegen seiner prozionistischen Einstellung ab, und au den Juden fand er keinen rechten Kontakt. Als ich 1935 aus Haifa nach Jerusalem übersiedelte, verlor ich ihn aus den Augen und erfuhr erst später, dass ■er unter dem Einfluss seiner Frau einer Berufung nach Deutschland folgte und dort die Leitung der arabischen Sendungen des nazistischen Rundfunks übernommen habe. Er soll bei einem Bombardement von Berlin umgekommen sein. Heute erinnert sich kaum mehr jemand an ihn, und als Ben Gurion kürzlich in einer Rede seinen Namen erwähnte, wusste ausser mir weit und breit niemand, um wen es sich handle. IM JUNGEN STAAT Im Laufe der nächsten Jahre veröffentlichte ich meine Artikel ir. einer Anzahl jüdischer Zeitschriften Mauken ¡ markcm mit platten num. '$ -, rtTE B®0™ - VOLL- $ M?«hEA»»öABE» - EHSTE SERIE f BERATUNG | iT‘ Gu»ii«cache 2351, de?. 2 f ««. CABILDO f mehrerer Länder und deutschsprachiger und hebräischer Zeitschriften und Zeitungen in Israel. Seit etwa 15 Jahren gehöre ich dem Redaktionstab der in Tel Aviv erscheinenden deutschsprachigen Tageszeitung „Jedioth Chadashoth” an. die nach Einstellung des „Orient-Express“ unter dem Namen „Blumenthals Neueste Nachrichten“ als kleines, verfielfältigtes Blättchen mit Uebersetzungen aus der hebräischen Presse zu erscheinen begann und heute eine relativ grosse, jedenfalls wohlfundierte Zeitung ist. Für dieses Blatt bin ich seit der Staatsgründung als Parlaments-Berichterstatter tätig. Nur wer viel Phantasie hat. kann sich vorstellen, wie mannigfaltig die Erlebnisse und Eindrücke eines Journalisten in Israel in den letzten zwanzig Jahren gewesen sind. Als Hagana-Mann wurde ich am „Schwarzen Samstag“ Ende Juni 1946 um 3 Uhr morgens aus dem Schlaf heraus verhaftet und von britischen Soldaten ins Gefängnislager nach Latrun gebracht, allerdings neun Tage" später wieder freigelassen. In der Zeit, als man nachts nicht auf die Strasse durfte, weil die Polizei und das Militär nach Untergrundkämpfern fahndeten, war es etwas unheimlich, zwischen 1 und 2 Uhr nachts aus der Redaktion nach Hause zurückzukehren. Dafür gab es aber auch manche Genugtuung. Am Ta. ge der Eroberung von Beer Schewa, während Radio Kairo noch betonte, dass Beer Schewa von Aegyptern be . setzt sei, hatte ich bereits Geßitetatiäche A/otijen VON DER Jüdischen >Woclien^ | Unser BürtFiSt vom j i. Januar bis 15. Januar nur für [ Eilfälle (Reklamationen, dringend« 1 Auskünfte Anzeigen) geöffnet. j Wir bitten hfl., hiervon Kennt-: \ nis nehmen zu vvollen. r Synagoge in Scheveningen Kürzlich wurde die Synagoge in Scheveningen nach einer Restaurierung neu eröffnet. Sie hat nur Platz für 150 Besucher. Sie war ursprünglich während des ersten Weltkrieges erstellt worden, als. nael dem Fall von Amsterdam im Oktober 1914, viele osteuropäische Bewohner der SLdt nach Scheveningen flohen. Geistliche für den Bürgermeister Zum ersten Mal in der Geschichte wird der Lord Mayor von London zwei Geist, liehe zur Betreuung haben. Der eine, der nach Tradition den Bürgermeister zu Staatsanlässen in die St.-Pauls-Ka. th^drale begleitet, ist der anglikanische Priester Geor-' ge Appelton, ein prominentes Mitglied des Rates der Christen und Juden. Dazu hat Sir Bernard Waley-Conen — und das ist neu — einen „Hauskaplan” ernannt, der für die geistige Sorge der Familie des Lord- Mayor verantwortlich sein soll. Es ist Rev. Cyril Shine von der Central Synagogue. Ernennung eines Rabbiners Rabbi Mosche Ben Ami wurde zum Rabbiner aer Synagoge Mikwe Israel in Willemstad auf d-r Karibischen Insel Curaçao ernannt. Jeftchiwa-Universität wächst 5000 Stun„enten sind an der Jeschiwa-Universität immatrikuliert. 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Das Stern-College lür Frauen hat 350 Studenten. 90 mehr als im letzten Jahr. Ein neues Gebäude wird im kommenden Jahr fertiggestellt. Von den 6.000 Studenten, die an der Jesehiwa-Universität Diplome unc. Grade erworben haben, sind 1000 als Rabbiner und 80u als Erzieher tätig. 1800 die Bachelor- Grade erworber haben, dienen als Sozialarbeiter und Jugendführer. Polen ehrt jiddischen Autor Der polnische Ministerrat hat das Ritterkreuz des „Polonis Restituta“-Ordens dem jiddischen Autor Mark Rakowski verliehen. Der 70jährige Dichter wurde für legenheit, in den Strassen der Negew.Hauptstadt spazieren zu gehen, in der es keinen Araber, keinen Zivilisten, sondern nur Zahal- Soldaten gab. Auch bald nach dem Vorstoss der Zahal.Truppen nach Elat genoss ich das erhabene Gefühl, diesen äussersten Zipfel unseres Landes besuchen zu dürfen, der heute bereits eine respektable israelische Hafenstadt ist. Rückblickend hat man das Gefühl, dass es tatsächlich etwas Grosses ist aer letzten Generation der Galut und der ersten Generation der na. tionalen Unabhängigkeit und der staatlichen Freiheit anzugehören, — und das tröstet über manche Schatten der Enttäuschung hinweg, dass sich nicht alle Ideale verwirklichen Hessen. Man muss schliesslich aucti etwas den nächsten Generationen überlassen. seine soziale Tätigkeit, seine literarischen Bemühungen als Uebersetzer, Kritiker und Journalist geehrt. Im Laufe von 40 Jahren ha‘ er mehr als 50 grosse Werke aus dem Polnischen. Englischen. Französischen, Spanischen Deutschen, Italienischen und Russischen ins Jiddische übersetzt. Hochschule in der Wüste Die erste Hochschule in der Wüste wird in Israel unmittelbar bei Sde Boker entstehen. Bereits ist eine Anfangs-Summe von 250.000 IL für diesen Zweck bereit. Ziel der Institution soll es sein, die Israelis in Jahreskursen „Neger-Kultur” zu lehren. Ausser den Lehrräumen müssen Uhterküntte für den Lehrkörper und Studenten erstellt werden. Die Gebäu. de werden auf einem kleinen Hügel gegenüber dem bibliscnen Nahal Zin südlich von Sde Boker stehen. Richard Tucker als Kantor Der bekannte Tenor der Metropolitan Oper, Richard Tucker, der sich auf Besuch in Israel befand, betete in der Synagoge des Hechal Schlomo am Schabbat das Mussaf-Gebet vor. Aus der ganzen Umgebung waren d'^ Jerusalemer zurr Gottesdienst erschienen, viele Andächtige lauschten aut der Strasse. Ca rl eb ach-Strasse Der Bürgermeister von. Hamburg gao bekannt, dass eine Strasse in Altena nach Rabbin?r Dr. Jose! Carlebach benannt wird. ß?i, Leo Beeck nsii folgende Jahrgänge der ZEITSCHRIFT IM DEUTSCHEN HE IC ¡ 4. Jahrgang. 1898! 5. Jahrgang. 1899 6. Jahrgang. 1900 18. Jahrgang. 1912 28. Jahrgang.-. 1922 Wer diese Jahrgänge besitzt oder wer auch nur einen der genannten Bände hat, wird gebeten, de»- Redaktion der JUKDISCHEN WOCHENSCHAU hiervon Mitteilung zu machen (Buenos Aires, Pueyrredön 2190, Tel.:‘83-2013) ** PUBLIKATIONEN DES IF0 BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES oEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK' TUEBINGSU 1 S. ADLER-RUDEL OSTJUDEN IN DEUTSCHLAND 1880 — 1940 ZUGLEICH EINE GESCHICHTE DER ORGANISATIONEN, DIE Sl* ttETRSU- TEN, MIT EINEM GELEITWORT VON SIEGFRIED MOSES Ein# matenmreich-e sozial pol: tische Studie über aas Wanaerscnirxwu eu»#» jfteü- •etoea Grupp« im Schatten de« Antisemitismus und zwei« Weltkriege. ERNST SIMON AUFBAU IM UNTERGANG JU ED ISCHE ERWACHSENENBILDUNG IM NATIONALSOZIALISTISCHEN DEUTSCHLAND ALS GEISTIGER WIDERSTAND Ktae Darstellung ace einzigartigen Kampfes der deutsenen Juden um Selfcetb«- h&uptung durch die Macht der Bildung angesichts der drohende« Vernichtung durch physische Gewalt. WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU Pueyrredön 21W. lag, (83 2613)