Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1841 (3.1.1961)
- Date
- 1961-01-03
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXII — No. 1841 lös.. feg. gs in Jerusalem die .sehe Koioiual.i!fti".:*jW Chamberlain bereits 1903 der Zionistischen Organisation diese? Angebot gemacht hatte. Selbst die zionistischen Unterhändler wussten, dass die ZO hiervon kaum Gebrauch machen werde. Denn Uganda ist nicht Erez Jisrael. Greenberg, der im Aufträge Herzls mit der britischen Regierung in London verhandel. fce, schrieb selbst, dass das Ostatrika-Angebot als solches wenig Wert habe, dafür utnsa grössere politische Bedeutung. Es war die erste Anerkennung des jüdischen Volkes als einer modernen Nation und der Zionistischen Organisation als deren Repräsentanz. Dass die britische Regierung diese Position gegenüber dem Zionismus einnalitn, kam 13 Jahre später iu der Balfour-Deklaration zum Ausdruck, in der be. reiis die Rechte des jüdischen Volkes auf eine Heinv- Jtätte in Palästina anerkannt wurden, Das war der Charter, von dem Herzi geträumt hatte.. Auf der Grundlage der Balfour-Deklaration wurde dann das Mandat des Völkerbundes geschallen, nachdem -der erste Weltkrieg beendet war. Als dann die Vereinten Nationen das Erbe des ersten Völkerbundes antraten, mussten sie steh auch mit der Lösung der Palästina- Frage beschäftigen. So kam es aur Gründung Israels. In einer neuen Welt fielen dec Zionistischen Organisation zwangsläufig neue, bisher unbekannte, und in ihrem Grunde doch die gleichen Aufgaben zu. nachdem der Staat geschaifen war. Nunmehr galt es, aus den Trümmern einer grausamen Zeit die auf wundersame Weise den Verfolgungen entkommenen Juden einem neuen Leben zuzuführen. Die Kämpfe, von denen Pa- Dr, FREY Abofado PUEYXREDON 1184 1*!•* nachm. IS—19 Uhr 4 und neues verursacht. Israel seine gewonnen. J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER 0LA2 VELEZ 5224 al 46 T. E. 43.3349/0340 T 3021 ii aen beiden ersten u-iegsjahren erschüttert Fde, waren durch die Fra. der geforderten Einwanderung von 100.000 Menschen ausgelöst worden. Eine Reihe von britischen und internationalen Kommissionen hatten sich zu Zwecken der Untersuchung gegebener | Möglichkeiten hierfür im •Lande eingefunden. Ihre (Empfehlungen hatten nur neue Kämpfe Blutvergiessen ‘Jetzt aber hatte . Unabhängigkeit Der junge Staat sollte die I Antwort auf die umstrittene Einwanderungsfrage erteilen. Alle Augen waren auf Israel gerichtet. Sieben arabische ’Länder hatten das soeben pi'oklamierte Land angegriffen. Es musste sich ohne Waffen gegen eine Uebermacht verteidigen. während die übrige Welt kaltblütig zusah, welchen Weg wohl die Entwicklung nehmen würde. Auch die UN reagierten nicht, obwohl sie doch durch ihren | Teilungsbeschluss und ihre ¡Resolution über die Schaffung des jüdischen Staates die Verantwortung —;• ünd nicht nur die moralische Verantwortung — übernommen hatten. In dieser Stunde seiner höchsten Bedrohung öffnete Israel seine Tore jedem Juden, der kommen wollte. Und sie kamen. Die Aufgabe ihrer Rückführung nach Israel und ihrer Einordnung in das Land konnte aber der junge Staat nicht übernehmen. Diese Verpflichtung oblag der Zionistischen Organisation, die aus dem „jüdischen Staat unterwegs" zum „jüdischen Volk unterwegs" geworden war. Wie eine Mutter nicht mit der Geburt ihres Kindes ih-! re natürlichen Funktionen beendet, so blieb noch manche Aufgabe der Zionistij sehen Organisation, die sich j darum bemüht, der neuen Lage gerecht zu werden. Dieser Prozess war mit vielen Schwierigkeiten verknüpft, die schon in der Tatsache ihren Ausgangs- I punkt haben, dass sich die Struktur und das Leben des I jüdischen Volkes durch die Existenz Israels entscheidend geändert hatten. Nach beinahe zwei Jahrtausenden war ein neuer dezidierender Faktor in unser Volksleben getreten, zu dem es Stellung zu nehmen heisst. Hiermit ist eiiie geistige Neu-Orientierung verbunden, die sich nicht von einem zum anderen Augenblick vollziehen kann. •' :! Sehr bald stellte es sich 'heraus, dass die Zionistische •Organisation nicht mehr die ¡eine und einheitliche Aufga- , he zu erfüllen und zu lösen habe, die ihr bisher obgele- | gen hat: al’e Kräfte auf die i Stärkung der Aufbauposition in Palästina und auf die I Errichtung des Staates zu konzentrieren. Die grosse aussenpoli tische Aufgabe . war nicht mehr Sache der ZO, denn dieses Ziel hatte sie erreicht. Wohl aber fielen ihr nunmehr zwei ganz (verschiedene Missionen zu: j die eine, die ihr Verhältnis ¡und ihre Arbeit gegenüber ¡Israel charakterisiert, die andere, die sich auf das jüdische Volk ausserhalb der Grenzen des jüdischen Staa. tes erstreckt. Das Problem „Israel und Galut“ ist uns nicht erstmalig in unserer Geschichte gestellt. Dennoch weist es heute neue Aspekte auf. Dass der Staat der natürliche Mittelpunkt des jüdischen Volkes zur Zeit des letzten jüdischen Staates vor seiner Zerstörung durch das mächtige Imperium Roma, 'nurm gewesen ist, bedeutete ¡eine' Selbstverständlichkeit, denn diese Galu; war ans dem Staat' erwachsen. In unseren Tagen sinh wir den umgekehrten Weg geschritten. Der Staat wurde von der jüdischen Galut geschaffen. Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Galut begreift, dass die Existenz Israels allein genügte, um die Schwerkraft unseres Volkes zu verlagern. Die meisten dürften dies heute schon fühlen, dass Israel der entscheidende Faktor im Le. ben des Galutjudentums geworden ist. .Früher gab es eine grosse jüdische Galut mit der Tendenz, den jüdischen Staat Neuer Chef des Generalstabs Jerusalem. — In seiner Eigenschaft als Verteidi. gungsminister ernannte Ben Gurion Brigadier Zwi Tsur'Zum Chef des Generalstabs. Ben Gurion würdigte die Verdienste des scheidenden Generalstabschefs Chaim Laskow. ITA) und das jüdische Land wiederzubeleben. Nun lebt das (jüdische Land, nun besteht der jüdische Staat. Wie jedes Volk in seinem Land j folgt auch Israel seinen Gesetzen und seiner nationalen Dynamik. Nicht immer und j nicht auf allen Gebieten muss diese Gesetzmässigkeit I und Dynamik mit den Vor. Stellungen und mitunter auch nicht mit Interessen der Galut iibereinstimmen. Dass aber dennoch die Einheit Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396, 4* J T E.: 48-2124 des jüdischen Volkes gewahrt und die Einheitlichkeit verteidigt werde, das ist die zentrale neue Funktion, die der Zionistischen Orga. nisation zufällt. Sie ist die Verbindung zwischen Israel und der Galut, sie ist die breite und hoffentlich unzerstörbare Brücke, die das (Volk in der Galut mit dem jVolk in Israel eint. Es ist | eine ungeheuer schwere Aufgabe, weil die Galut in sich j zerrissen ist, und weil eine neue Generation in Israel nichts mehr von jüdischer Galut weiss. Weite Kreise dieser neuen israelischen Generation verstehen überhaupt nicht, was Galut bedeutet. Sie ist ihnen fremd. Häufig bleibt sie ihnen uninteressant, und sie versteht auch nicht, wie es möglich ist, dass ein Volk in der Zerstreuung leben kann, soll oder will. Mit der Gefahr einer Entfremdung der neu heranwaehsenden Geschlechter Israels von Juden in der Zerstreuung wächst .die Aufgabe der ZO zu e'w> I '■•'igantischen Mission, die iWege und Mittel zu finden, die einer solchen Gefahr be- |gegnen werden, j Die Zionistische Organisation kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn es ihr gelingt, das „jüdische Volk unterwegs“ zu sein oder zu werden. Auch hier hat sie eine zweiseitige Mission. Wenn Ben Gurion dem jetzigen Kongress zugerufen hat, dass Zionismus den Gedanken der Alijah, der Wanderung und Uebersiedlung nach Is- Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT! 5STOMBÀ 2363 — 52 1214: RATOS X [ PARADENTÖSE j TELEF. i VORANMELDUNG I jrael beinhalte, so hat er Jnichts Ausserge wohnliches (gefordert, sondern nur eine i Wahrheit ausgesprochen. .Denn es kann auch ln Zukunft keinen Zionismus ge- ben, wie es ihn zu keiner Zeit unserer Geschichte gegeben hat. j Als der Staat gegründet wurde, wies man darauf hin, dass dieses kleine Israel nicht für die 600.000 Juden geschaffen worden ist, die zum Zeitpunkt seiner Pro. klamierung dort lebten. Dieser Hinweis gilt auch noch heute, wo sieh 2.000.000! Juden in ihrem Staat befinden. Die grosse Wanderungsj welle hat aufgehört, nachdem es gelungen ist, die unmittelbar Gefährdeten in Sijeherheit zu bringen. Nach ' Israel sollen aber nicht nur j diejenigen gehen, die von äusseren Fein der. bedroht j sind, sondern jeder Jude, der die Freiheit liebt.! Manche betrachten Israel als ein Wunder unserer Zeit (und, als eine jüdische Verpflichtung, die in der mehr oder weniger anständigen 'Zahlung eines Beitrages zur 1 Einheitskampagne tür Israel besteht. Diese Auffassung ist primitiv. Gewiss schafft | eine solche Leistung: zui gleich eine persönliche Verbindung zum Lande. Aber das Verhältnis des einzelnen Juden zu Israel darf sich niemals hierin erschöpfen. Jeder sollte begreifen, dass die Schaffung Israels nicht nur die Geschicke unseres Volkes grundlegend gewandelt hat. sondern das Schicksal jedes einzelnen Juden, gleichgültig, wo dieser lebt. Und auch das ist eine Aufgabe der ZO geblieben, den Juden in aller Welt klarzumachen, dass die zionistischen Auffassungen über unser Leben und unsere Volksexistenz in der Galut nicht aufgehört haben, rieh, tig zu sein, weil es heute einen Staat gibt. Trotzdem die jüdische Welt heute in la Semana Israelita Bísemanario — aparece lös Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrtedón 2100. I? izq. T. E. 83-2613 80.6930 Abono-Preis: Argentinien: $ 73.— pro Quartal Ausland $ 450.— jährl. einer relativen Ruhe lebt, weil es kaum Judenverfolgungen gibt, ist die jüdische (Position überall in der Galut I— und ausnahmslos — unsicher. Niemand sollte sich Ullusionen hingeben, dass er als Jude jrger.dn*a ausserhalb der gleichen Gefahren leben würde, von denen, das jüdische Leben zu allen Zeiten erschüttert worden ist. Die meisten hören solche Lehren und Warnungen nicht gern, weil sie ihr . idyllisches Dasein stören. Manche reden noch heute so wie einmal die europäischen und vor allem die deutschen Juden gesprochen haben: bei uns kann das nicht passieren. Und es ist dennoch „passiert“ sogai bei uns... Dem Zionistischen Kongress in Jerusalem fallen schwere Aufgaben zu: er soll dem jüdischen Volk in einer aufgewühlten Weit eine neue Orientierung ermöglichen. er soll die Einheit des Volkes sichern und Israel mit der Galut wie die Galut mit Israel zu einer grossen und unlösbaren Gemeinschaft verbinden. Der jüdische Genius wird im Selbstvertrauen auf seine Möglichkeit auch diese Fra- I gen lösen: die uns in dieser; Zeit des Uebergangs und des Neuaufbaus gestellt sind. VARICES - ULCER AS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UM AN SK Y i SARMIENTO 3116 T. E. *7 1361 ri»' l REAL PEN I; ¡Füllhalter!! REPARATUREN Spezialgeschäft i! CORRIENTES 563 * TE. 49 5850 f °ptica REX S>IPL. OPTIKER Sarmiento 82! T. E. 35 - 731 Ata.'itkií <?k ajaeauxi HUTSALON Jetzt in « B e I g i a r» o MOLDES 2 5 6 1 T. E. 73-9229 73-9155 s \ t: Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und imverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Podras« 2SM pl. b. Dp. B T. 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