Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1838 (23.12.1960)
- Date
- 1960-12-23
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 23 de Diciembre 1960 LA SEMANA ISRAELITA Afio X3T.Ï No. 183$ - 3 200 Jahre Der „Jewish Board of Deputies“, die offizielle Vertretung der Juden von Grossbritannien, feierte küzlich sein 200jähriges Bestehen. Den Anlass zu seiner Gründung bildete die Thronbesteigung von König Georg ICI. Die sefardisehe Gemeinde von London gründete damals einen besonderen Ausschuss, der, .<m seine Resolution zu zitieren, die Aufgabe hatte: „in Erwägung zu ziehen, war getan werden könne, um S. M Georg III. zu huldigen und nachher die dringendsien Angelegenheiten, die unser Volk betreffen, zu behandeln.“ Obwohl damals, hundert Jahre nach d<- Wiederzulassung der Juden in England, auch dii asehkenasischetGenieinde eine bedeutende Rolle spielte, durfte sie die Buidlgungsadresse nicht unterschreiben und war im Comité nicht vertreten. Die Aschenkenasen beschwerten sich bei der sefardischen Gemeinde und sandten schliesslich e-me gesonderte Glüekwunsehadresse an den König Später aber winde ein Uebereinkom.men getroffen, dass beide Gemeinden einen ständigen Kontakt aufrecht erhalten sollten, und diese Verbindung verlieh dann dem Board of Deputier seinen repräsentativen Charakter. Seit Beginn war die Tätigkeit des Board mit dem Kampf um die jüdische Gleichberechtigung verknüpft: F,r war nicht gegen eine mittelalterliche antijiidisehe Gesetzgebung gerichtet, denn die Benachteiligungen, denen die englischen Juden im 18. Jahrhundert ausgesetzt wurden, waren verhältnismässig geringfügiger Natur. Sie wären gesellschaftlich emanzipiert, konnten wohnen, wo es ihvon Rabbi SCHLECHTER |nen beliebte und verkehrten ¡in nichtjüdischer Gesellschaft. Sie durften jedoch ¡keiner öffentlichen Kör per- | Schaft angehüren und keine politischen Aemter beklej- Jden. Der Kampf ging also in I erster Linie um politische ¡Rechte; das Haupthindernis ¡bestand in einem Eid. dty ivon allen Beamtei und Offizieren geleistet werden musste und die Worte „auf den IGlauben eines wahien Christen“ enthielt.! Im Jahre 1836 erhielt der Board gesetzliche Anerken- , nurig durch zwei vom Farjlament angenommene Gesetize, die den jeweiligen Präsidenten des Board befugten, die ,,Ehe-Sekretare‘ der Sy- ■nagogen zu bestätigen, die ¡mit der Führung der Ehe- |matrikej, beauflagt winden. ¡Das nächste Jahr brachte eine sozusagen königliche Anerkennung, denn Königin Viktoria empfing persönlich eine Abordnung des Board ¡of Deputies, die ihr eine Huldigungsadresse anlässlich ihres Regierungsantrittes überreichte. Bis dabin worden solche Adressen von einem Minister in Empfang genommen. Im Jahre 1845 nahm das Parlament ein Gesetz an, das es Juden ermöglichte, städtische Aemter zu bekleiden, [ohne einen Eid in der christlichen Fassung leisten zu müssen. Auf diese Art konn. te Sir, David Salomon. ein janglo jüdischer Führer und Staatsmann, Gemeinderat .und Sheriff, später, im Jahjre 1855, der erste jüdische Bürgermeister von Lenden {werden. Im Jahre 1858! wurde dann das „Eid-Ge. setz“ erlassen, welches Lord Lionel de Rothschild gestattete, seinen Sitz mi Parlament einzunehmen und den Eid auf das alte Testament UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKf TUPFTEN | TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samslag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus CalJe ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 CabvUlo 774 * **«♦'*»• 9? [AUTO REPARATUR - WERKST AH; 8 K > 0 - S BBfO HUTS! T!?. ECKER i. CONSTITUYENTES Mhmth) ILN* MOS abzulcgen Nur an den Uni versitäter. wurden die Judennoch weiter diskriminieit, — erst im Jahre 1870 wurde der Eid abgeschafft, der bisher die Zulassung von Juden an Universitäten verhindert hatte. Der Board of Deputies verfolgte auch auline ksham die Lage der Juden in anderen Ländern und setzte alles dar. an,, um sjc zu erleichtern. Zu diesem Zweck appelberL er an die öflentliehe Meinung oder bediente sich der Vermittlung freundlic er Mächte. Infolge dieser Tätigkeit erreichte die Judenheit von Grossbritannren eine politische Position, die in keinem europäischen Lande ihresgleichen hatte. Ihre intensiven Interventionen zugunsten bedräi gter Gl. itj bensg-enossen schufen eine ¡Tradition, die von dei br.tischen Regierung im Laufe 'der letzten zwei Jahrburi- {derle aneikannt wurde. Interessante Beispiele solcher Interventionen sind die Ritualmord-Affäie von Damaskus im Jahre 1840, die Vorstellungen beim Zaren um eine bessere Behandlung ,der russischen Juden und die Bestrebungen zugunsten {der rumänischen Juden, deinen alle bürgerlichen und i politischen Rechte versagt! waren. | Obwohl der Board eine demokratisch gewählte Körperschaft war und die Mitglieder der verschiedenen Synagogen repräsentierte, so g eh orten seine Führer immer der anglo-jiidischen Aristokratie an. Infolge degrossen Zustromes von Juden aus Osteuropa, der in den achtziger Jahren einsetzle, änderte sich die Zusammensetzung des Board und auch seine Slellungnahme zu verschiedenen jüdischen Angelegenheiten. Zionismus, als eine politische Bewegung, wurde zu Beginn vom Board nicht unterstützt. Als es sich während des ersten Welt krieges zeigte, dass Grossbritannien vielleicht Palästina erhalten werde, um jjort ein jüdisches Nationalheim zu errichten, liessen es sich die Führer des Board angelegen sein, einen scharfen Trennungsstrich zu ziehen, zwischen Palästina als jiidisehem geistigen. Zentrum und einem Judenslaat, wie ihn die zionistischen Führer erstrebten. Der Präsident des Board, D. L. Alexander, veröffentlichte einen offenen Brief in der „limes“, in dem er sich von der Balfour-Deklaration distanzierte. Dieser Schritt wurde als ein Verrat angesehen und rief in der jüdischen Gemeinschaft eine grosse Aufregung hervor. In der nächsten Sitzung des Board wurde gegen Alexander ein Misstrauensantrag eingebracht und auch angenommen, und demzufolge hwte dieser sein Amt nieder. ’S"in Nachfolger wurde Stuart Samuel, Bruder des ■pä.ern Lord Herbert Sar°n- '■ d-r Sympathien für die zion>,tische Seche hegte _ Piespr Zw'.sebc iji.-jl] und -ein Ergebnis bilden einen Wendepunkt in der Politik des Board gegenüber dem Zionismus. Seit dem Jahre 1920, als Grossbritannien die Verwaltung von Palästina übernahm, begann der Board ein aktives Interesse für die Entwicklung des jüdischen Nationalheimes zu zeigen. Er bildete ein Palä. stina-Comit4, dessen Aufgabe ' es war, aufmerksam alle ' Ei eign'Sse zu verfolgen, die Vien Fortschritt des National, heims zu beeinträchtigen geeignet waren. Als im Jahre 1929 die erweiterte Jewish Agency gegründet wurde, entsandte der Board ’sechs sogenannte Nicht-Zicnisten als britische Vertre- •' ter '• Bei Ausbruch des Naziteirors im Jahre 1933 unternahm der Board energische Schritte, uro die dringendsten Bedürfnisse der Tausenden von Flüchtlingen zu befriedigen, die m England mittellos ankamen. Das LA SEMANA ISRAELITA BISEM AN A RIO INDEPENDIENTE ßa. Aire» — PUEYRREDON 2190, I» i*q. — I E. 83.261. Ö Tevei 5722 23. Dezember ISCil Das sind die Mitglieder des Board of Deputies der bi rti. sehen Judenhert, dessen Präsident ich bin und wo Meinungen frei ge;lu>sert wer. (den. Jrn Board besieht eine 'OOprozeot.'ge Mehl heit für die von Ben Gunun dm gehegte Ansicht.“ Es kam dann zu scharten I Meinungsverschiedenheiten zwischen den Führern oes Board, und Anlang 1948 wurde oer S1atu_ von Piofesser Brodetsky zum Gepi iiserdantt n der spanischportugiesischen Gemeinde, weiche dm Ursprung! er-en Gründer des Board gew.son waren. Auch nach der Ginndung des Slaates Jsiaei spielt der Board weiterhin eine lülv rende Rolle nn jiid.scnin Leoeh Englands Jrn Pri zip sind serne Funktionen unverändert, geolieben, ine audenneit Englands oliclrt mit begieifJichem Stolz aul »de , .. _ _ . lange Geschichte um. >ia- 1 swer es oar wan. gens|anci einer heftigen Deidition ihres Board ol Depurend des neges ur i ie nachdem ein früherer )ties Es sei nicht verschrie. vi< en. irren, cre m o ge tr ejnen Resolut irr,sgen, dass seine Arbeit »dt om ar lernngen ob ac os ai1trag eingebracht hatte, ¡von Enttäuschungen Deü'etwurden, war ebenfalls ber- . , , - ' - . , , es sei unerwünscht, dass der spieJgebena. , 'Präsident des Board gleich. Im Jahre 1943 wuide die zt.jtjg der Exekutive der Je- Prüsidentscbaft des Board 'w r\«ency, einer interna D.„W,r «„U.r R,r,,lot. ... lei war, ln mancher Ful en waren eher Bemühungen, ala Ei rungenschafie n. pner Tätigkeit als Erfolge zu verzeichnen. Im gtossen und ganzen aber ist die Bilanz hochaktiv. Wenige (iiebs. t,e t Von Professor Selig Brodel- ’tionalen Organisat ion ange* sky, einem Mitglied der Ziohöre Dieser Antrag wurde nrstischerr Exekutive, übermit 235 gegen 27 Stimmen nommen, der erste Prasipajj gebracht, führte jö- ¡Organisationen kör nen « en dent, der nicht irr England , zum Austritt einiger ¡ähnlicher Leistungen riihgeboren war. Es war von , Vertreter darunter der Remen. Anfang an klar, dass diese ¡Wahl auf die Aendenrog in der Zusammensetzung des Board zur iickzrfübien war Die Zionisten hatten die Erprobt, bewährt, verbessert Mehrheit gewonnen. ' . bl« ZWT Unter Piofessor Brodelskys rmz-yxi i Führung war der Board g'cg’CS'äi CARLTON-M^ICIllFStg eint in seinem Widerstand jn die neiie JahreSFiHlnie! gegen die negative Politik der britischen Regierung in Wer Erholung auf dem Lande oder am Wasser sucht, sollte Palästina. Die folgende Begebenheit in Professor Brodetskys Memoiren ist hier aufschlussreich: „Im Jahre ¡1947 erklärte Ben Gurion bei nicht formellen Besprechungen mit der britischen Regierung, dass man den Juden freie Einwanderung nach Palästina gestatten müsse, sonst sei dort ein Judenstaat zu errichten, Bevin sagte,dass er mit den wichtigsten Juden Englands gesprochen habe, und dass diese anderer Ansicht seien. Hierauf erwiderte Brodetsky: ,Mr Bevin, Sie mögen mit weisen Juden gesprochen haben, sicherlich mit reichen Juden, aber die wichtigsten Juden sind die die gewählt worden sind, um die Ansicht aller Juden des gaftzen Landes zu vertreten. auch, an Kleidung zu Hause Jass'en, was an die Stadt erinnert. Wir empfehlen Ihnen einen unverbindlichen Besuch bei uns, wir sind vortrefflich cierüslei. Sie na empfangen. FUER EILIGE KAEUFER STA Bl LOFOR M. FERTIG. KLEIDUNG, DIE GANZE LINIE. Und wenn Sie Masskleidur.g wünschen, ersi recht zu uns! IHR KLElDLHJBEJrtATEK Maípá 484 I. Maipú 982 31-7845 T. 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