Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1838 (23.12.1960)
- Date
- 1960-12-23
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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f — Viernes, 28 de -ötciemlwe de 19tg JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aäo XXI. — No. 163# Mir SteiMilfe geleistet (Schluss von Seue 1) aber legte überrasche»«! die Auflassung der Kammer dar: Im Verfahren würde man nur die berden Parteien bekannten Akten heranziehen, der Antrag auf Befangenheit werde zurückgewiesen Noch nremalsei eine gesamte Kammer für befangen erklärt worden. Eure weitere juristische Auseinandersetzung entstand denn zu der Frage, ob der Ueberleitungsvertrag vom 26. Mai 1062, den die Bundesrepublik mit England, Frankreich und USA abgeschlossen hat, beinhaltet, dass die Nürnberger Urteile nun Kriegsverbrecherkomplex; deutschen Urteilen gleichzusetzen sind. Wenn das als unterstellt gilt, muss das Innenministerium davon ausgehen, dass die Aerztin nach deutschem Recht be-- straft worden ist. Es muss dann nach dem Paragraphen 6 de Reichsärzteordnung von 1935-die Bestallung zuruck- »ebmen, weil erwiesen wä-!re, dass der Oberheuser we- 'gen einer schweren strafrechtlichen Verfehlung die fiir die Ausübung des ärztlichen Berufs erforderliche Eignung fehlt. i Der Vertreter des Innenministeriums, Ministerialrat Dr. Domahyl, führte dazu eine Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs ins Treffen, wonach ein alliiertes Urteil als deutsches Urteil gilt Der Anwalt der Herta Oberheuser setzte dem-ein Dr. FREY Abogado PUEYRREDON *198 1* lsq nachm. 16—19 Uhr Urteil des Bundesverwaliheuser, sie habe bei den Sultungsgerichts entgegen. Da- ¡fanornidversuchen nur Hand, nach ist das nicht grund- ¡langerdienste geleistet, insä.tzücn So, sondern von Fall zu Fall zu entscheiden. Dr. Brose verwies darauf, dass dem sie die Narkose verabreichte. Auf Ersuchen des Innenauch das dem ¿Staatssekretär a. D. Dr. Ministeriums Scnlegeiberger die Weiter- ¡wurde im Gerichttssaal verzahlung der Pension in Höhe lesen — äusserte sich die von 2 900 Mark monatlich! Aerzteka,mmer von Schlesauf Grund dieser Verwal-! wig-Holstem am 29. Juli 1960 tungsrechtspreebung zuge- 'zu den ihr übersandten standen worden ist. Es wur- . Oberheuser-Akten, eine Entde vom Gericht jedoch nicht jziehung der Bestallung wäre geklärt, ob der Ueberlci- J(früher) geboten gewesen, tungsvertrag in seinem Paraj Inzwischen seien aber 17 graphen 6 nicht die Kriegs- Jahre vergangen, darunter verbrecherurteile ausdrück- ¡sechsdreiviertel Jahre Haftlich von der Norm „wie ein ¡zeit. Unter diesem Gesichtsdeutsches Urteil1' ausj punkt müsse der Vorstand scfatiesst, ¡der Aeratekammer Zweifel Was sie nun in Ravens- ¡haben, ob ein Approbations- Servatius in Israel Jerusalem. — Der kölner Rechtsanwalt Robert Servatius, der bei dem im kommenden März stattfindenden Eichmann-Prozess den Kriegsverbrecher verteidigen wird, traf in Israel ein und verhandelte mit Staatsanwalt Gideon Hausner über die Vorbereitungen für den Prozess. Dr. Servatius überbrachte dem Häftling einen Brief seines Bruders Robert Eichmann. Er teilte ferner mit. dass die Frau Eichmanns den Gerichtsverhandlungen nicht beiwohnen wira. (ITA) Presse, nur dass sie das Gewesene in einem anderen Dicht zu sehen bemüht sind. Zwischen den Gutwilligen und den Unverbesserlichen gibt es gewiss viele Schattierungen, auch in den Entschädigungsamtern. auvti in den Gerichten, die beide ¡ihrer Opfer und Täter zu (entscheiden haben. Die Handhabung der Gesundheitsschäden entspricht auf der anderen Seite der Behandlung derjenigen, die dafür .verantwortlich sind, ¡dass Menschen nicht mehr gesund werden können, die durch die Schrecken der Laj ger und der nazistischen |Gewaltherr-schaft schreiten mussten. la Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado, por- Estrellas Editorial Ltdav Verantwortlich: Dr. H. Swarsenaky Pueyrredón 2190, 1<? izq. T. E. 83-2013 Argentinien: $ 60,— pro Quartal Abono-Preise: Wenn dies den Nazis nicht in ¡dem Umfang gelang, wie sie es geplant haben, so haben dertleusende ur.:l Millionen J Mit einer gewissen Genug- ¡s*e doch ihr Ziel erreicht, jtuung konnte man beobachiindetn sie die Gesundheit al-;ten, dass der Bundesgerichts- Uer zerstörten. die als ■' Nürnberg unter -mau'sich für den Fall Ra-!AnSesicht REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 J. Liebling I fourniere — I SPERRHOELZER | DIAZ VELEZ 5224 al 46 ] T. E. 43-2343/0340 y 3021 brück unter Anleitung des in Nürnberg zum Tode durch den Strang verurteilten Prof. Gebivudt, dem Leibarzt Himmlers und damaligen Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzest!) vollbrachte, schildert Prof. Mitscherlich in dem Buch „Medizin ohne Menschlichkeit". das in Schleswig auf dem Richter tisch lag-. Einer der Lagerärzte, Dr. Rosenthal sagte danach in Eid aus: „Ich habe einige Male gesehen, dass Dr. Oberheuser Häftlingen Benzinuijektionen gab. Sie benützte dabei eine Zehnkubikzentimeter-Injektionsspritze und gab die -Injektion in di« Armvene.-Die Wirkung war das Bild eines akuten Herztodes. die Patienten bäumten sich auf. denn brachen sie plötzlich zusammen.” Frau Oberheuser sagte vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig dazu' „Ich habe in Ravensbrück nur drei oder vier Patientinnen auf deren Wunsch den Gnadentod gewährt.” Das sei durch eine Morphiumspritze bei Frauen geschehen, die schon tagelang in Agonie gelegen hätten. An den ‘.Knochenzersplitterungs . Versuchen” yiil sie überhaupt nicht beteiligt gewesen sein. In dem Buch „Der SS- Staat” berichtet Prof. Eugen Kogon über die sogenannten Sulfonamidversuche: „Prof. Dr. Karl Gebhardt, Freund und Leibarzt Himmlers ...” liess die Operationen an meist polnischen Frauen (im KZ Ravensbrück) durch dte SS Aerzte Dr. Schiedlausky, Dr. Rosenthal, Dr. Ernst Fischer, Dr. Herta Oberheuser vornehmen... Die rein zur Beobachtung des Krankheitsfortschritts nicht weiterbehandelten Opfer starben unter grässlichen Schmerzen. Aber auch von den übrigen überlebte nur ein geringer Teil.” Dazu sagte Frau Oberentzug richtig sei, zumal Frau Oberheuser wieder praktiziere. Nach neueinhalbstündiger Verhandlung vertagte gehen Niemand kann erfas. alg oberste Instanz de; I Sklavenarbeiter trotz sen. was es wirkt; -h bedc-u tet, wenn er davon hört cder! liest, dass Millionen umgokonwnen oder, besser gesagt I umgebracht worden sind. ihre der deutschen Rechtsprechung Verfolgungen die Schrekin letzter Zeit einige Urteile kenszeit überlebten. Manherausgegeben het. die auf kana nuc dringend raten, ein grösseres als das bisher dass endlich-die augeabhck. gezeigte Verständnis für die i liehe Situation-beseitigt wird sich das Gericht sichtlich Umfang der Katastrophe Iqj^. det. Verfolgungen!die schon unerträglich geerschöpft... jist zu gewaltig, um ermessen jschliessen lässl Hier sind ' worden ist: hinter einem Frau Oberheuser hat, wie iÄU Wenn man aber at>e£. nicht hiiehstrichterfiche ¡neuen Stacheldraht von Pasie aussagte nur Sternehilfe dieser Verfoigun- Lausctaeidungeii-erforderlich. 1 ragraphen, Interpretationen Igen vor sich sieh, und aus ' -J — *- geleistet. Leider 3tehen die Aussagen ihrer eigenen Kolhierzu. Im übrigen braucht ¡sondern klare Anweisungen, und gutachtlichen Aeusse- -....... iwiiT . , ... ¡die entweder durch neue erj r-ungen versinkt das Rocht. Ifegeti in schroffem Gegensatz ®?*hct/ d*nn sfwinat gänzende-gesetzliche Beatim-'Au£ kleben Wegen wirddie ■ ■ - das Schicksal Gestalt. Im ¡.mungea fe,stgelegt werden!Vergangenheit-memals über, sollten oder durch Verwalwunden werden. Neues- Unseinetn Munde von seinen solchen Geschevensbrück nicht auf die;*»ens wird die Frage, ob ein Zeugenschaft der Beteiligte?! fernen einesfrüheren KZzu berufen Man braucht ller5!n,t' -Wahrscheinlichkeit auf die Verfolgung zurücktungsanweisungeu. die den rechtwächst-aus den Ruinen. sich weder auf die Aussagen der überlebenden Frauen zu stützen, die einst in Ra- .zuführen ist, zu einer bitteren Herausforderung, die als vensbrück unsägliches Leid 1fräfkunS u"d IrtMlie emp. erdulden mussten, erst recht :ianden werden muss oder nicht auf die Behauptungen solcher Akteure wie Frau Oberheuser, deren Funktion darin bestand, Versuche au machen und zu verhindern, dass es Ueberiebende gibt. Aufgrund einer Intervention des Jüdischen Weltkongresses wurde bekanntlich die Aktion des Grafen Bernadotte in die Wege geleitet, durch die dann eine grössere Anzahl von Frauen aus diesem Schreckenslager nach Schweden verbracht und gerettet wurden. Frauen i aller Nationalitäten, unter i ihnen viele Jüdinnen. Man j braucht doch nur die Schwe- I den zu fragen, in welchem Zustand sich diese Frauen befunden haben, um genau | zu wissen, was sich in die-! sen Lagern wirklich abge- I spielt hat. Wer sich die Mii- | he nimmt, und 'die hierzu erforderlichen starken Nerven bat, mag sich Einzel Schicksale erzählen lassen und dann selbst ein Urteil bilden, ob Menschen, die solches durchmachten, gesund bleiben oder wieder werden konnten... Aber das Einzels^hicksal vei-fchv/indet hinter den statistischen Ziffern, hinter ,den Zahlen, die in die Hunentscheidenden Instanzen i D*s Recht-ward erneut zp. klare Richtlinien erteilen. ¡Grabe getragen.iUnd hierbei Heute hat man die Verant. .'leistet* gerade diejenigen wortung auf -die Schultern ¡Sterbehilfe, die berufen wäbegrenzten Beamtenireneinen Ausgleich für die ¡einfach eine Farce ist. I Diese Vergangenheit, die ■ unsere eigene Gegenwart ¡war und auch geblieben ist. I weil eine Generation, die ¡solches erlebte, das Geschehene niemals vergessen kann die.se Vergangenheit ist auch vom deutschen Volk nicht überwunden worden. Immer wieder können wi-- über dieses Thema der nicht „überwundenen Vergangenheit“ lesen. Hierüber schreiben die echten deutschen Demokraten, die von dem ehrlichen Willen getragen sind, einen Weg in eine neue Zukunft zu finden Hierüber schreiben aller auch alle ehemaligen und jetzigen Nazis in ihrer umfangreichen eines und Aerztekreis-es gelegt. Diese Methode hat sich als völlig unbefriedigend erwiesen. Die Vergangenheit wird nur dann zu überwinden sein wenn nicht allein der gute Willen beteuert wird, sondern in der Praxis der Beweis darfür erbracht ist, dass man den unglückliche»! Opfern nazistischer Schand- und Gewalttaten wenigstens die materielle Sicherstellung ¡ihrer Existenz ermöglicht, die von Hitler, Himmler, Eichmann und Konsorten vernichtet »/erden sollte. 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