Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1838 (23.12.1960)
- Date
- 1960-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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ySÄjGJ&UlCL 'i' E. PUEYRREDON 2190 nn 1® izq No. 183« BUENOS AIRES, VIERNES 23 DE DICIEMBRE DE 1860 Año XXI. ‘3* Alome für den frieden hiesii der Regierung -wurde enerstelltt; gisch geleugnet, ■ dass Israel auf dem Wege sei, Kejnwaf- Washmgion, — Die ge Israel Botschaft die Nachricht in Abrede, dass zwischen Nordamerika und Israel eine diplomati, sehe Fühlungnahme über dit Erstellung eines neuen Atommeilers in Israel stattgefunden habe. John McCone, der Präsident der Kommission für Atomenergie enthüllte, dass die Vereinigten Staaten die israelische Regierung um eine offizielle Auskunft ersucht haben. Die israelische Botschaft wollte sich hierzu nicht äussern, McCone batte erklärt, es bestehe „kein Zusammenhang” zwischen dem vermuteten grossen Kernreaktor und dem kleineren Versuebsmeiier, den Israel mit nordamerikanischer Hilfe errichtet, bat. Jerusalem. — Aus Quellen Alle Ueberlebenden der Konzentration^., und. Arbeitslager des Dritten Reiches haben „etwas zurückbehalten”. Das war wobi. allgemeine Erkenntnis derjenigen Instanzen und Körperschaften, die sich mit der Frage d'er Wiedergutmachung und Entschädigung beschäftigt haben. Dabei dürften wohl alle, die auch nur eint entfernte Ahnung von den Greueln und Schrecken dieser Lager haben, die Ueberzeugung vertreten, dass mit Geld niemals wiedergutgemacht werden kann, was dort den Menschen zugefügt wurde. Erst vor wenigen Tagen wurden Zeugen von Mordtaten nazistischer Funktionäre vernommen, die von den Verbrechen jetzt verhafteter Verbrecher aus eigener Kenntnis und als Tatzeugen zu berichten wussten. Dabei handelte es sich noch nicht einmal um jene Schreckenslager, die auf Befehl der obersten NS-Fiihrung von Eichmann und seinen Ge. hilfen geleitet worden sind, in fen herzustellen. Die Beamten zeigten sich besoigt, denn die weit, verbreiteten Nachrichten über Israels Absicht, eine Atombombe zu bauen, seien dazu angetan, die nordamei ikanisch-isi aelischen Beziehungen zu trüben. Auch würden der Vereinigten Arabischen Republik; hierdurch mehr als gute Gründe irr die Hand gespielt um auf die Sowjetunion einen Druck auszuben, der VAR noch mehr Waffen zu liefern. Die israelische Atorokommission -veröffentlichte eine Erklärung, in der kategorisch festgestellt wird, dass „Israel keine Kernwaffen herzustellen plant”. Die isdenen man systematisch an die Ermordung von Millionen Menschen ging. Es handelte sich nur um Verbrechen ln einem Ghetto... Obwohl der Gesetzgeber ohne Zweitel den ehrlichen Willen bekundete, den Ueberlebenden der Schreckenszeit, die in KZ, Arbeitslagern. Ghetti oder unter sonstigen menschenunwürdigen Umständen ihr Dasein fristeten, fijr ihre geschädigte Gesundheit eine kleine Geldentschädigung in Form von Renten oder einmaligen Zahlungen zu leisten, hat die Praxis der Entschädigungsämter und der Gerichte aus diesen Forderungen ein kom. pliz.iertes System von Paragraphen, Interpretationen und Untersuchungen gemacht, die in sehr vielen Fällen — vielleicht in den meisten — die durch das Gesetz gegebenen Ansprüche illusorisch machen. Da werden Beweise verlangt, die kein Mensch erbringen kann, weil die Nazis selbst dafür gesorgt haben, dass die SpuraeJische Atom - Forschung dient der Industrie, dem Akkerbau, der Medizin und Wissenschaft”, so heisst es. Es wird darauf hingewiesen, dass „vor kurzem ein Reaktor mit einer endgültigen Kapazität von 1000 Kilowatt in Betrieb gesetzt wurde, der mit noidamexikanischer Hilfe gebaut, worden^ ist.” Das .israelische Aussenministerium halte der Erklärung dieser Kommission nichts hinzuzufügen. Die israelischen Botschaften in London und Paris gaben ebenfalls offizielle Dementis ab. Die sowjetischen Propagandastellen giiffen sofort das „Atommärchen” auf, um die arabische Welt gegen Israel und. den Westen autzu hetzen. Die Rundfunk-Uebertragungen. in arabischer ren ihrer Un1.aT.en verwischt wurden. Da werden äiztliche Gutachten von Krankenhäusern, Kliniken. Sachverständigen und sonstigen Aerzten gefordert, die nun post festum ihre wunderbar begründeten Gutachten erteilen, die selbstverständlich nur auf Vermutungen wie „Wahrscheinlichkeit des Kausalzusammenhanges” und ähnlichen vagen Begriffen aufgebaut sind und meist zu Ungunsten der Verfolgten ausfallen. Viele dieser Gutachter geben ihre weisen Sprüche aufgrund der Aktenlage, ohne auch nur die Kranken gesehen zu haben... Und dann wird im Namen des Volkes Recht gesprochen, im Namen desselben Volkes, das dieses Unglück angerichtet hat. Es wäre gewiss verfehlt, die Schuld an dieser bedauerlichen Handhabung gut gemeinter und schlecht interpretierter gesetzlicher Vorschriften einzelnen Amtsärzten zu geben, auf die man mitunter die Verantwortung abwälzen will. Hier geht es um einen prinzipiellen Irrtum der zuständigen und der verantwortlichen Instanzen, die dieses System der „Gutachten nach Mass” zugelassen und gefordert haben, das zu neuem furchtbaren Unrecht führte. Hier muss eine gründliche Aenderung getroffen werden, die es gestattet, eine Fülle verhängnisvoller Fehlentscheid düngen ¿u korrigieren. Manchesmal gewinnt man den Eindruck, dass selbst diejenigen vergessen haben — oder es niemals wussten, — was sich wirklich in den Schreckenslagern Hitlers ab. gespielt hat, die nun heute über diese Vorgänge entscheiden müssen.. Da gibt es, um nur ein Beispiel unter vielen zu nennen, eine jüdische Frau, die vo» dem Krieg als Pädagogin ihre Schüler zu Lehrern für Volksschulen und Kinder- ' Sprache aus der Sowjetunion nach dem Mittleren Osten lehnten die israelischen Dementis rundweg ab und warnten die Ajaber vor neuen Gefahren, die sich über der arabischen Welt zusammen zögen. Paris. — Französische Kreise hielten ihr Dementi aufrecht. dass Frankl eich den Israelis helfe, eine Atombombe zu konstruieren. Gleichzeitig versicherten sie jedoch, dass die wissenschaftliche Zusamrnenai beit zwischen Frankreich und Israel neue Erfolge gezeitigt habe. Hierzu gehöre auch die Lieferung ernes ähnlichen Keinreaktors wie ihn ^ianada an Indien geschickt habe. Experten versicherten, Israel besitze wohl die Köpfe und Kenntnisse für di* Herstellung von Kernwaffen, doch es erzeuge sie nichl, weil die israelische Regie, nmg entschlossen sei, die Atomenergie für friedliche Zwecke zu verwenden. Seit kurzem, würden z. B. von französischen und israelischen Forschern gemeinsam erwogen, wie man die Atomenergie zur Entsalzung des Wassers, dessen Erfinder ein Israeli ist. benützen könne, um diesen Prozess dann in der Sahara anzuwenden. I Die französischen Experten betonten, dass der wissenschaftliche Austrn sch niehl einseitig sei. Sie gaben gern zu, das Frankreich aus über 200 israelischen Patenten und Erfindungen Nutzen zieht. Andererseits hatten (Fortsetzung auf Seite 8) gärten der grossen Jüdischen Gemeinde zu Warschau ausbiidete. Sie kam ins Ghetto, wo man ihr kleines Kind, das sie in ihren Armen tr ug, erschoss. Darüber hat die Frau, wie man kn Volksmund sagt, ihren Verstand verloren. Der wohlwollende Amtsarzt hat nun die Ver. pflichtung, eine Untersuchung vorzunehmen, ob die arme Frau verfoigungsbedingt krank sei oder nicht. Es treten Zweifel auf, ob es sich hier nicht um einen Fall handelt, bei dem man die Erkrankung der unglücklichen Frau als -„anlagebedingt” und nicht als ..verfolgungsbedingt” bezeichnen müsse. Bei dieser Unterscheidung handelt es sich nicht um die Erfindung eines etwa böswilligen Amtsarztes, sondern um die übliche Praxis, auf diesem Umwege über die Veranlagung für eine Krankheit die Zahlungsverpflichtung der Entschädigungsämter zu verringern. Heute, noch jammert diese unglückliche Mutter um ihr Kind, sie sieht das brennende Ghetto vor sich, sie schreit aus Angst vor ihren Verfolgern. Aber die Frage der Anlage bedingten Krankheit muss untersucht werden. Und der Arzt, der nun die Frau zu untersuchen hat, er muss die Entscheidung darüber treffen, ob hier eine Entschädigungspflicht gegeben ist. Natürlich hat das Amt oder das Gericht das letzte Wort. Kongress polnischer Juden Tel Aviv. — Ueber 150 Delegierte aus 15 Ländern, allerdings ohne Repräsentanten aus Polen, werden am 1. Weltkongress über die polnische Judenheit teilnehmen, der am 14. Januar hier im Mann-Auditorium eröffnet wird. Die Eröffnungssitzung wird eine Gedenkfeier für die 6 Millionen Juden sein, die von den Nazis ermordet wurden. Die übrigen fünf Tage werden mit Diskussionen über die wichtigsten Probleme ausgefüllt, die das Erbe der polnischen Judenheit und die deutschen Entschädigungen für die polnischen Juden betreffen. . I Der Kongress wird einen repräsentativen Ausschuss ‘ wählen, der mit den Deutschen über das in Polen ge- 1 raubte ur d nach Deutschland verschleppte Eigentum 1 verhandeln soll. Diese Zahlungen würden eine Hilfe für die Tausende von polnischen Juden darstellen, die heute über die ganze Welt verstreut sind. Bedeutende Delegationen aus Israel, den Vereinigten Staaten und Argentinien, sowie kleinere Gruppen aus England, Frankreich, Kanada, Brasilien, Uruguay, Perú, Chile! Mexiko, Australien, Belgién, Dänemark und Schweden werden zu dem Kongress erwartet. (ITA) WIE ICH ES SEHE Mur SterEsehilfe geleistet von JEHUDA GOTTHEIMER Nueva York. — La Ntié.n rre.acla División Norte., americana riel Congreso Judio Mundial yo na ¡ruciado *u»¡ esfuerzos para atraer el judaismo de Jts Estaños Unidos ai seno de Ja institución y hacerlo p«.iHerpe activo de sus gestiones, declaró ei Sr. Y «Luda Efsiern, dueclor de Ja División. Para el títeío se esta constiiu. yendo un Conseje, integrado per JUP múmbios sobre, salientes de las comunidades de teda la Unión, EJ judaismo estadounidense ha estado 'geográficamente alejado" de la gestión del Congrese Jucho Ni un. dial, informó el Sr, Ehstein "Sin embargo, estoy convencido de que nuestras multitudes, que desciende® de Santas comunidades, europeas para las que tanto .ha sícmificado el Congreso y su obra, lo admiran y están de acuerdo con sus actividades. EJ Sr. Ebstein agregó que no dudaba de la colaboración del judaismo norieameriesne cuando se dé cuente de que se treta de "una institución que tiene una comprensión tan cálidamente humana piara los problemas de nuestras comunidades en lodo el mundo De esto da p.rueba la manera en que ya han reaccionado muchos dirigente* judies de la. Unión al informárseles de la constitución de la División NorltamerL cena. FHAWK LEHMAN' New York — Die kürzlich gegründete Nordnmerikfiniscbe Abteilung des Jüdischen Weltkongresses bat ihre Bemühungen aufgenommen, um das Judentum in den USA in diese Organisation einzubeziehen md sie zur aktiven Teilnahme an Ihren Bestrebungen zu bewegen, wie Jehuda Ebstein, der Direktor der Sektion erklärte Zu diesem Zweck ist ein Ausschuss geb’kDt worden dem 100 hervorragende Mitglieder der Gemeinden des ganzen Landes angehören Das USA-Juaenlum ist von der Arbeit des Jüdischen Weltkongresses „geographisch entfernt” gewesen, führte Ebstein aus. „Ich bin jedoch überzeugt, dass unsere Massen, die von so vielen europäischen Gemeinden abslammen, für die der Kongress uni sein Werk soviel bedeutet haben, ihn bewundern uni mit seiner Tätigkeit einverstanden sind.” Ebstein fügte hinzu, er zweifle nicht an der Mitarbeit des nordamerikanischen Judentums, wenn sich dieses Rechenschaft davon ablege, dass es sich um eine Institution handelt, „die ein so warmes ra-mschiiches Verständnis für die Probleme unserer Gemein, den in der ganzen Welt zeigt.” Hiervon Jege die Art und Weise Zeugnis ab. in der viele jüdischen Führer der USA reagiert, haben, als sie von der Schäftung der Nordamefikanisehen Abteilung informiert wurden. FRANK LEHMAN Aber' eine Entscheidung geigen den untersuchenden I Amtsarzt ist sehr selten. Dieser Sachverhalt kann in hunderten Fällen überprüft werden. Er entspricht, djer Wirklichkeit und ist weder beschönigt noch aus irgendwelchen Gründen „schiel” dargestellt. Gelegentlich wird durch Prozesse in Erinnerung gebracht, was sich einst in den deutschen Schreckenslaegrn abgespielt hat. Einen kleinen Eindruck kann man von der entsetzlichen Wirklichkeit. dieser Leidenszejt erhalten, wenn man den Verlauf eines einzigen Verhandlungstages im Prozess gegen die frühere Lagerärztin Oberheuser liest, die jetzt mit allen Mitteln versucht, ihre Schuld zu leugnen. Diese Dame hat es verstanden, obwohl sie von einem internationalen Gericht zu 20 Jahren verurteilt worden war, wieder ihre ärztliche Zulassung zu erreichen. Als diese wieder abgesprochen wurde, Verklagte sie den zuständigen Minister als Vertreter des Landes, in dessen Grenzen sie wieder ihre „ärztliche Kunst’” aus übte. Hier folgt der Bericht: Die VIII. Kammer des schleswig-holsteinischen Verwaltungsgerichts machte es sich mit dem Fall Oberheuser, der Klage der früheren KZ.Aerztin Dr. med. Herta Oberheuser, gegen den schleswig-holsteinischen Innenminister Dr. Helmut Lemke, genannt von Sollenitz, nicht leicht. Die Klägerin mit ihrem Rechtsanwalt Dr. Bros« versuchte es über einen halben Tag lang mit allen Verfahrensfinessen, eine Vertagung zu erzwingen. Der Kern des Verfahrens, Entzug der Approbation durch Innenminister Lemke auf Grund der Reichsärzteordnung. trat stark in den Hintergrund. Verwall rings, gericbtsdirektoi' Busch hatte mit seiner Kammer sichtbare Mühe, sich durch den Wust bereits ergangener Entscheidungen und die hohen Slapel von Akten und Protokollen hindurchzufinden. Der Anwalt prellte gleich zu Beginn mit einem verfah. rensjurislischen Junktim vor. Er wünsche den Einblick in, die Verhandlungsakten des amerikanischen Militärgerichts Nr. 1 vom Sommer J947, das Herta Oberheuser wegen der Tötung von 18 Lagerinsassen bei den Sulfonamidversuchen im Konzentrationslager Ravensbrück verurteilte. Falls man ihm das nicht zugestehe, müsse er die gesamte Kammer als befangen ablehnen. Der Gerichtsvorsitzende (Schluss auf Seite 2) Bonn kauft israelische Waffen Bonn. — Das westdeutsche Verteidigungs-Mini, sterium bestätigte die Nachricht* dass es möglicherweise „mit einer israelischen Firma” einen Vertrag über die Lieferung von 120 ÜOo Patronen abschliessen werde Wie enthüllt wurde, hat die Firma in Tel Aviv auf ein Inserat geantwortet, das vom westdeutschen Bundesheer veröffentlicht wurde, und ein. Armee- Vertreter leitete danr Unterhandlungen mit dei Firma in Israel em j Dagegen dementierte | das Ministerium eine andere Nachricht, dass der Kauf vor Uniformen von der gleichen Firma geg plant sei, (ITA) |