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Jüdische Wochenschau · 1960-12-02 · 1832 (2.12.1960) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1832 (2.12.1960)
Date
1960-12-02
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 2 de Diciembre de I960 LA SEMANA ISRAELITA ASo XXI. — No. 1832 » 3 Kenia war unser Schicksal „Einmal bin ich nicht mit dem letzten Zug gefahren”, sagt Max Joseph, ein jugendlicher Sechziger, dem ich in seinem gepflegten Heim in Nahariyas Rassco- Siedlung gegenüber sitze. Die Josephs sind vor kurzer Zeit aus Kenia eingewandert: Mann, Frau und zwei Kinder im Alter von 19 und 8 Jahren. In einer Zeit, in der Nachrichten aus Afrika die Schlagzeilen für die Tageszeitungen liefern, erschien es dem Berichterstatter interessant, mit einem Mann zu sprechen, der zwar nicht aus dem Kongo, sondern aus der britischen Kolonie Kenia nach Israel kam, aber immerhin aus Afrika. Aus der Sicht Israels erscheint der ganze Kontinent als brodeln, der Kessel, und die Welle der Unruhe und Feindseligkeit gegen Menschen weisser Hautfarbe schlägt überall gegen die Ufer der Siedlungsinseln, die den Europäern geblieben sind. Die Josephs stammen aus Westpreussen, Vater und Grossvater schon hatten ein grosses Gut von 500 Morgen (2.0000 Dunam), und Max mit der energischen Nase und den kurzgeschnittenen Haaren, lernte von Kindheit an mit Pferden und Kühen umzugehen. Auf den weiten Weidegründen Westprcu. Issens wuchs er nicht gerade zu. einem zartbesaiteten J ürig. ling heran. Viele, die auf dem Gut Neuendorf bei Fürstenwalde ihre landwirtschaftliche Ausbildung für Palästina erhielten, werden sich noch an ihn erinnern. Er war Instruktor in diesem Vorbereitungslager, bis die Gestapo im Jahre 1938 das Hachschara-Zentrum auflöste und ihn mit vielen anderen ins Konzentrationslager steckte. Seine Bemerkung, mit der er die Unterhaltung einleitete, dass er dieses Mal „nicht mit dem letzten Zug” gekommen sei, ^bezieht sich nicht nur auf ' die Verhältnisse in Afrika, UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKNÜPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. 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Wenn Max Joseph von Farmen in Kenia ei zählt, so muss nicht nur der Zuhörer in Nahariya, der an landwirtschaftliche Einheiten von höchstens 25 Dunam gewöhnt ist, sondern der Israeli im allgemeinen umlernen. Denn eine Farm in den unermesslichen Weiten dieser Kontinents hat ungefähr eine Grösse von 10.000 Dunam, was etwa der Ausdehnung von Gross - Nahariya entspricht. Ueber zwei Jahrzehnte arbeitete Max Joseph als Verwalter auf diesen Riesengütern, oft tagelang von zu Hause weg. die Steppen am Fuss des Mount Kenia, im. Pferdesattel oder in geJändegängigen Autos durchstreifend. Er lernte die Sprache der Eingeborenen, das „Swaheli”, und er lernte das Land mit seinen unvergleichlichen Naturschönbeiten bis hinunter an den Indischen Ozean kennen. Sein Fleiss und seine Energie halfen ihm, einen I bescheidenen Wohlstand zu erwerben. Arbeitsplatz und ein schönes Heim hat er nun verlassen... Er ist mit seiner Familie nach Israel gekommen, ohne klares wirtschaftliches Ziel, lediglich von dem Wunsch beseelt, in der Sicherheit des Landes Israel zu leben. Sein Entschluss, Kenia zu verlassen, reifte in den. bewegten Tagen der „Mau- Mau”-Bewegung heran. „Sie haben hier Kriege und Unruhen mitgemacht”, bemerkt Max Joseph, „aber das ist in keiner Weise mit dem Zustand zu vergleichen, in dem wir lebten. Wir hatten den Feind buchstäblich im eigenen Haus. Vielleicht war der Boy, der uns das Essen servierte, ein Mitglied der Untergrundbewegung, oder der ältere Mann, der mit harmloser Miene mich abends zu kranken Kühen auf die Weide holen wollte.” Max Joseph lächelt, und sein Zeigefinger drückt auf einen unsichtbaren Abzugshahn. „Ohne gutgeölte Revolver auf dem Tisch haben wir jahrelang keine Mahlzeit eingenommen. Wenn der Boy mit dem Essenstablett an der Tür klopfte, hielt ihn meine Frau mit der Waffe in Schach, während ich den Vorraum mit vorgehaltenem, schussbereitem Karabiner kontrollierte. Sie werden zu. geben, dass, es angenehmere Lebensbedingungen gibt. Wir empfanden die Zeit nach dem Zusammenbruch der Mau - Mau _ Bewegung, die Jahre der relativen Ruhe in Kenia — nur als Ruhe vor dem Sturm.” „Ich möchte, dass Sie mich richtig verstehen. Ich habe nichts gegen die Freiheitsbestrebungen der farbigen Völ. ker. Aber ich glaube, dass der „Sturm über Afrika” den weissen Mann bald hin- LA SEMANA ISRAELITA BISEJMANARIO INDEPENDIENTE Bi. Airea — PUEYRREDON 2190, IV iaq. — T. E. 83-2813 13. Kislew 5721 2'Dezember I960 wegfegen wird. Ich habe mit Interesse gelesen, was der Vertreter von Kenia bei der Konferenz von Rechowot im Monat August, Dr, Kiano, über die Einigkeit der Stämme in Kenia sagte. Nur wenn die Stämme der Masai, Wakamba und die hochintelligenten Kikuyu, zu denen der künftige Ministerpräsident Tom Mboya gehört, Zusammenhalten, wird Kenia das Schicksal des Kongos erspart bleiben. „Um der Erziehung und Zukunft unserer Kinder willen sind wir nach Israel gekommen. Ich hoffe, dass ich Gelegenheit, finden werde, meine in Kenia erworbenen Kenntnisse hier zu verwerten.” Auf einem Bücherregal steht ein Pokal, den Max Joseph vom Gouverneur von Kenia für die Anpflanzung der Pyrathum-Bäume, aus denen das D.D.T. gewonnen wird, als ersten Preis erhalten hat. „Kenia war unser Schicksal”,sagt Joseph. „Wenn wir jeden Morgen die Zeitung öffnen und in dicken Ueberschriften über den Kongo, über Algier, über die Mali- Föderation, über Ghana und über die Südafrikanische Union lesen, so empfinden wir es immer wieder, dass es richtig war, diesen schwelenden Brandherd verlassen und nicht gewartet zu haben, bis überall die Flammen blittig-rot zum Himmel schlagen!” Modisch praktisch und vielseitig für die Jugend und die reifere Jugend elfer Er ist, ob Sie es glauben wollen oder nicht, das meistgefragte Kleiclungsstück für den Sommer. Vorrätig in grosser Auswahl, stabiloform verai beitet. £è*éê Maipú 484, 1. Stock T. E. 31.7845 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO“ BmO HUTSCHNBCKER Arda. CONSTITUYENTES 4902 ( Ecke Meom) T. E. 51 2205 Die Lüge des Ex-Generals Washington. — Der Verband der jüdischen Kriegsteilnehmer in den USA hat das Pentagon aufgefordert, den als Zivilist bei der USA. Armee in Deutschland tätigen ehemaligen General Unrein zu entlassen. Unrein hatte gegenüber Lord Russell of Liverpool behaupet, die Gaskammern in dem Konzentrationslager Dachau seien nach cicim Kriegfür Propagandazwecke von deut. sehen Kriegsgefangenen gebaut worden. (AWZ) r/ Su bunco en Israel para toda dase de operaciones JMDUSTRIAL 8 COMMERCIAL BANK •OHKACIOmS BAWARIAS IH CfNSRAl mmiom tzfjíarj “""““"i «• a» ' y Sucursales fichu ét toloimmifa fiara la taifrkg tatiiwi Unwni« ÎQ13. r j„ «f, ¡¡ u Dr» Hardi Swarsensky * Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag y. 15_lg (Jhr Dr. Günter Frey! Asuntos Argentinos y Sudamericanos j TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN ' VERTRAECE - VERWALTUNGEN! 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