Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1831 (29.11.1960)
- Date
- 1960-11-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Maries, 29 de Noviembre de 1960 I.A SEMANA ISRAELITA Año XXÍ. — No 1931 Juden in Berlin gedenken des 9. Lange Zeit nachdem Berlin in zwei Teile, Ost und West, gespalfen war, blieben die Juden Berlins in einer Gemeinde vereint. Es war manchmal sogar ein erheben, der Anblick, dass bei grossen jüdischen Veranstaltungen sowohl die Bürgermeister von Ost- und West-Berlin ge. memsam anwesend waren. Seit einigen Jahren ist dies nicht mehr der Fall, und die Beziehung der beiden jüdischen Gemeinden beschränkte sich auf den gemeinsa- ¡men Friedhof in Weissensee, der in Ost-Berlin liegt. Nachher mit der zunehmenden allgemeinen Verschärfung zwischen Ost. und West-Berlin. bekam die jüdische Gemeinde Westberlins ihren eigenen Friedhof an der Heerstrasse, und nur noch einzelne Bestattungen von westberliner Juden fanden in Ostberlin statt. Eins hörte aber die ganze Zeit nicht auf: die Mithilfe der jüdischen Gemeinde Westberlins für ihre jüdischen Glaubensbrüder und .Schwestern in Ostberlin in der Bewältigung der Durchführung ihrer Kultusangelegenheiten. Der Vorbeter für die Synagoge Rykestrasse kam an den Hohen Feiertagen alljährlich aus dem Westen, und ebenfalls kommt der Schochet jede Woche aus dem Westen nach Ostberlin, wo es. eine koschere Fleischerei gibt. Hierbei ergibt sich die absurde Situation, dass die sehr wenig traditionstreuen Juden in Ostberlin fast durchwegs koscheres Fleisch kaufen, da es in den anderen Fleischereien Ostberlins kein Rindfleisch gibt. Was während der letzten Jahre nicht passiert ist, ist, dass die jüdische Gemeinde in Westberlin im allgemeinen und ihr rühriger Vorsitzender, Heinz Galinski, im besonderen zu Veranstaltungen, die in Ostberlin stattgefunlen haben, eingeladen worden wären. Dieses Jahr ist begriissenswerterweise eine Aenderung eingetreten, indem sowohl die jüdische Gemeinde in Westberlin, wie Heinz Galinski persönlich, zur Einweihung eines Mahnmals in Ostberlin eingeladen worden sind. Heinz Galinski konnte durch Teilnahme an einer ähnlichen Veranstaltung in Westberlin dieser Einladung nicht Folge leisten, aber der Vorstand der Gemeinde Westberlins delegierte ihr Vorstandsmitglied, Siegfried Cohn, der damit bei der Einweihung des Mahnmals in Ostoerlin anwesend war. Das Mahnmal wurde anlässlich des 9. Novembers, der sogenannten „Kristallnacht”, in der die Synagogen Deutschlands vor 22 Jahren von M. K1LAI geschändet und verbrannt wurden, errichtet. Vor dem Krieg stand auf dieser Fläche das Altersheim in der Grossen Hamburger Strasse, von dem nach deiii Kriege ein Schutthaufen übrig geblieben war. Die ostberliner Stadtverwaltung hat diesen Schutthaufen abgeräumt und an dieser Stelle einen schönen Park angelegt. Hier steht das Mahnmal, und viele Tausende versammelten sich zu der Einweihung, bei der der Rabbiner Ostberlins, Martin Riesenburger, tiefempfundene Worte sprach. Auch in Westberlin fanden in verschiedenen Bezirken Gedenkfeiern und Einweihungen von Mahnmalen statt. Aber das eindrucksvollste Bild bekam man von der Gedenkfeier zum 9. November, die im jüdischen Gemeindehaus, welches auf der Fläche der früheren Synagoge Fasanenstrasse erbaut worden ist, stattgefunden hat. Bekanntlich hat die IRSO auch dieses Baugrundstück dem berliner Senat Teppichhaus - M. Höchberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKNÜPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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November wurde dem Vorsitzenden, Heinz Galinski, das nach seinem Wunsch und Plan erbaute und vollständig eingerichtete Gemeindehaus übergeben. Vor einigen Wochen bekam Heinz Galinski von dem Senat die Zusicherung, dass das Eigentumsrecht dieses Grundstücks und Gebäudes der jüdischen Gemeinde zu Berlin überschr ieben werden sollte. Am 9. November veranstaltete die Arbeitsgemein. Schaft der Vertretungen politisch, rassisch und religiös Verfolgter in Berlin eine Gedenkfeier anlässlich des 22. Jahrestages der Kristallnacht im Gemeindehaus Fasanenstrasse. Zu dieser Arbeitsgemeinschaft gehören der Bund der Verfolgten des Naziregimes, die URO, die Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten wie auch der FdP, der Wiedergutmachungsausschuss der CDU und, andere Organisationen. Der Vorsitzende dieser Arbeitsgemeinschaft ist der 88jährige Adolf Scnoyer, der schon vor dem Krieg Repräsentant der jüdischen Gemeinde war, und der ehrenamtliche Generalsekretär ist Rolf Loewenberg, der Wiedergutmachungs-Experte der berliner jüdischen Gemeir. de. Die Veranstaltung, die u 19 Uhr 30 beginnen sollt: hätte eine Stunde vorher K ginnen werden können, dtder 800 Menschen fassend Saal bereits überfüllt wa- Alle Nebensäle wurden dan durch die immer noch hinzu strömenden Menschen eber falls überfüllt. Man sah ui. ter den Teilnehmern de früheren Reichstagspj äs' denten, den über 80 Jahr: alten Paul Lobe und Frau den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Hennenberr die Gattin des Bundesmin sters Lemmer und viele a gesehene Persönlichkeit: des berliner Lebens. He:n Galinski begriisste die Gäste und die Versammelten und erntete orkanartigen Beifall, als er hervorhob, dass noch alte Nazis in wichtigen Steilungen sitzen, da sie durch ihre Fähigkeiten als „unersetzbar” angesehen werden. Der zweite Redner, Senator Joachim Lipschitz, meinte, dass immer noch keine Wortmeldungen der bei der Kristallnacht Dabeigewese. nen vorhanden sind, die ja am besten Sprecher innerer Umkehr der Deutschen sein könnten. Senator Lipschitz ehrte knapp zwei Dutzend berliner Bürger, die in der Nazizeit das Letzte hergaben und ihr Leben riskierten, um verfolgten jüdischen Menschen eine Fortexislenz zu ermöglichen. Diese Men. sehen wurden als „Unbesungene Helden” bezeichnet, und einige der Retter der Ju. den wurden sogar zu Ehrenbürgern des Lahdes Berlin ernannt. Die imposante Veranstaltung, die von musikalischen Darbietungen umrahmt war, hinterliess einen nachhaltigen Eindruck, insbesondere, da im Anschluss an diese Gedenkstunde eine Kranznie. derlegung am Mahnmal in der Säulenhalle des Gemeindehauses stattfand. D3,e Teilnehmer hatten auch Gelegenheit, die Ausstellung der Zeichnungen und Bildetder Kinder, urttj/ Jugcndalija-Heime Israels zu besichtigen. Einen Tag vorher wurde die sehr schöne Ausstellung vor. Zeichnungen aus Israel im Gemeinde- : haus. ■ unter Leitung von; Heinz Galinski und mit ei ner Ansprache des Delegierten der Jugendalija, Ruven Gollnn aus Israel, in feierlichem Rahmen bei grosser Teilnehmerzahl eröffnet. Ein sehr rühriges Damencomite , unter Leitung von Maria Brauner und Gerti Hoffnung führt in Berlin, eine gute Arbeit für die Alija Hanoar durch. Auch sonst zeichnet sich Berlin durch eine starke jüdische Aktivität aus So wur. de kürzlich ein grossangeleg. tes Referat von MendeJ. Karger in den überfüllten Räumen der Zionistischen Orga. : nisation Berlins unter der . Leitung des Vorsitzenden, , Car. Busch, gehalten. In den; nachfolgenden Tagen der . gleichen Woche fanden die.. Veranstaltungen der Jugendalija, der Freunde der Hebräischen Universität, ein Vortragsabend aus den Werken von Nelly Sachs u.a.m. statt. Im Gemeindehaus wur. de eine Herbst-, und Winler Modenschau zugunsten des .■ Jüdischen Nationalfonds ge-., zeigt. Trotzdem zeigt die Sta. tistik der letzten Monate, dass Berlin nicht mehr eine wachsende jüdische Gesneii!- de ist. Berlin zählt heute . 6.117 registrierte Mitglieder, , und wenn die Statistik ausweist, dass im letzten Monat 16 Zugänge gegenüber 21 Abgängen vorliegen, so sagt das genug. COLONIA DE VACACIONES CON PILETA de NATACION (Olímpica) Fetísoe, Caballos, Patinaje, Basket, Volley, Pelota a Paleta, Pelota al Cesto, Cine Sonoro, Jardín Zoológico, Grandes espacios de Juegos Infantiles. Todo en ios Grandes Parques dei Colegio Británico. Zona llamada “Córdoba Chica”. Personal ademado para cada especialidad. Varones y niñas de 4 a 12 años. INFORMES: Av. Gob, VERSARA 850, MORON Teléf 659-0283 y 1701 En Capital: Bolita? 579 - Teléf. 33-1721 y 30 0002 I í Dr. Hardi Swarsensky > Asuntos Europeos exclusivamente t Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. 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