Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1829 (22.11.1960)
- Date
- 1960-11-22
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Maries, 22 de Noviembre de I960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1829 Als die Scheiben klirrten (Schluss von Seite l) Und sind Ji .Tn die Empfänger, so ■ htigt es ihm vielleicht sic einzuschüc itern, auf i .'den Fall aber werden sie sich ärgern. Das ist ihm das Porto von 15 schwedischen Cents wert. Die Adressen werden mit der Hand geschrieben. In eine Stadt gehen meist Briefe hinaus, die von derselben Handschrift gi>z r ,t sind.,. Die sc.i ,<ed»sehen Behörden berufen f*:"h bei ihrer ablehnenden H ttung in erster Linie darauf, dass sie das Postgeheimnis nicht brechen dürfen, da das Postgeheimnis zu den Grundrechten einer demokratisch regierten Nation gehöre. Als mau in Argentinien während der Diktatur über das Erscheinen einiger Hetzblätter Klage führte, beriefen sich die Behörden auf die Pressefreiheo die in einem demokratischen Land auch gegnerischem Zeitungen zugestanden | werden müsset!). Es ist nicht Sonderlich schmeichelhaft, diesen Vergleich ziehen zu, müssen. Seit vielen Jahren hat Schweden eine sozial-demokratische Regierung, der man reaktionäre Motive bei ihren Entscheidungen nicht unterstellen soll. Wir selbst haben eine Republik mit freiheitlicher Verfassung aus nächster Nähe gesehen, da die meisten von uns in dieser Demokratie gelebt haben. Wir waren Zeugen, dass dieser freiheitliche Staat unterging und ein billiges Opfer der Faschisten wurde, weit er sich davor scheute, seine Freiheit gegen diejenigen zu verteidigen, die sie missbrauchten, um ihre Träger, uni die freiheitlichen und republikanischen Parteien zu stützen und zu vermit schonungsloser Grausamkeit eingetreleu sind. Die Nazis sprachen damals von „spontanen“ Aktionen, die von der Volkswut ausgingen. Dass es sich aber bei diesen Vorgängen um die nichten. In Schweden ge-! Ausführung von langer Hand sehieht heute, wenn auch in einem viel kleineren Umfang dasselbe. Unter Berufung auf Demokratie gestutfcet die Regierung, dass eine | antidemokratische Hetze entmacht wird, über deren Fol- 'geti sich niemand täuschen; kann. I Es besteht auch kein Zwei- |fel daran, dass diese Hetz- ■ briefe keine „Bomben“ sind. ¡Verständige Menschen werdet, sie ungelesen fovtwerfetr. Abet aarauf kommt es nicht an. Die Tatsache-bleibt be. I stehen, dass aus Schweden dieses Propagandamaterial in ¡grosser Zahl versandt wird. Pass der schwedische Namen;in der Welt hierdurch an Ansenen gewinnt, wird wohl niemand behaupten wollen. Dass gerade diese Rassen- und Volksverhetzung aus Schweden kommt, ist besonders betrüblich Sollte es vorbereiteter Pläne gehandelt hat, war vom ersten Augenblick an klar und ist heute durch zahlreiche Fakten bewiesen. Dies sei nur deswegen nochmals hervorgehoben. weil die letzten Schmierkampagnen dieses Jahres auch den gleichen „spontanen“ Charakter trugen und sich damit seihst als das blosstelUen, was sie auch wirklich waren, lang geplan- ¡verhaftet, te und gründlich vorbereitete annehmen Maschensehafteil der faschistischen Zentrale, die arbeitet. auch wenn man sie noch nicht ausgehoben hat. In den letzten Monaten haben die vissenschaftlichen und journalistischen Arbei- | teil zugenommen, die sich in Deutschland mit der noch nicht überwundenen Vergangenheit beschäftigen. Einen besonderen Gegestand der Untersuchungen bildete dai Martine« Montero besucht Israel Montevideo. — Der uruguayische Ausscnminisfcr Martine?, hat die Wiederholte Ei'ulttdüng von Israels Aussen minister Gulda Meir angenommen,' in Begleitung seiner Gattin Israel zu besuchen. Frau Meir hatte Aussennmnister Marünez während ihres Aufenthaltes in Montevideo im Jahre 1959 emgeladen und ihre Aufforderung gelegentlich eines Zusammentreffens in den Vereinten Nationen wiederholt. Msrtinez Montero sandte Frau Meir jetzt folgendes Kabel: „Dankbar berührt von Ihrem herzlichen Gedenken an Uruguay und den iort verlebten Stunden nehmen meine Frau und ich die von Eurer Exzellenz im Namen Ihrer Regierung ausgesprochene ehrende Einladung an, indem ich schon jetzt meiner Bewegung Ausdruck gebe, den von Legenden umwobenen Boden des Heiligen Landes zu betreten, der durch vorbildliche Arbeitsamkeit wieder fruchtbar gemacht wurde.” (ITA) kommunistische Funktionäre Niemand wird dass die Verhaftung von tausenden Komrnui nisten ohne jede Vorb. rei-! tung möglich gewesen wäre, 'genau so wenig möglich, wie der im ganzen Deutschen Reich geführte Schlag gegen men, die allem die Wahrheit enthalten würde; er habe die Brandstiftung allein und ohne Helfer ausgeiiihrt. Diese Mitteilung ist keineswegs neu. Bereits Göring hat in der Sondersitzung des hitlerischen Kabinetts, die am nächsten Morgen mit dem wirklich keine Wege geben.;bei der Reichstagsbrand, des- , sen Einzelheiten noch immer ie,nem Dr, FREY Abogado PUETRREDON 11M 1* tat). ] nachm. 19— II 9hl Aus eigener Werkstatt Lederkleidung CAMPERAS — JACKEN MAENTEL Umarbeitu&g - Aeuderung Massanfertigung in 24 St Garantiert bestes Leder G. Küchler CONGRESO 2485 fast Ecke Cabildo 2900 den Versand der Briefe zü; verhindern. Gibt es keine gesetzliche Grundlage dafür. , um die Brutstätten dieser Hetzpropaganda auszuheben Wir körnen nur ennehnvn, dass die schwedischen Behörden dieser Frage nicht ge ,nügend I schemren {Gleichgültigkeit r-der da-iuf ziirüekzufiihren sein, nass mar. dei Angelegenheit keire Bedeutung beimisst Diese Vorgänge um Aberg wurden nur erwähnt, um zu zeigen, wie wenig Menschen wie Völker aus der Vergangenheit und ihren Schrecken gelernt hallen. Deswegen ist es erforderlich, diese Schrekkenszeit nicht zu vergessen, die uns damals erzittern liess, als die Schergen des braunen Regimes in die jüdischen Wohnungen drangen, als sie unsere Gotteshäuser ansteck- ¡ten, mordeten und plünderten ... Auch das war nur ein ¡Präludium für die Dinge, die kommen sollten und dann das deutsche Judentum. Beieinzigen Thema „Reichstagsbrand“ stattfand, hier übe! informiert. Obwohl die Nazis nach einigen Tagen einen; Bericht ihres damaligen Ge- .st'apöehefs’ Rudolf Diels eirihieit'en. dass die Kommunisten ünbeteiligr seien, blieben sie bei ihrer Abwehrde Aktionen waren gründlich und seit langer Zeit vor. bereitet. Auslösender Anlass ■war einmal der Reichstagsbrand. Vorwand für die „Judenaktion“, genannt Kristall, ¡nacht, der sinnlose Mord an deutschen Sekretär nicht vollends aufgeklärt werden konnten, weil Nazis alle umlegten, die un- | mittelbar mit dieser Brandstiftung zu tun hatten, um alle Spuren au verwischen, die der Pariser Botschaft. Alle ¡Stellung und beschuldigten _ „die Kommunisten", wie sie später „die Juden“ verantwortlich machten. Zur Frage der Schuldam Reichtstagsbrand können und | Historiker, Beobachter und ¡Kenner des Nazifaschismus ¡sind sich ausserdem darin ¡einig, dass beide Aktionen auch unter anderen Vorwäri- La Semana Esraelita Bisemanario — aparece los Martes Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 85-2513 Argentinien: 60.— pro Quartal Abon„-Preise: I weiteres, bisher nicht be. ikaraUes Belastungsmaterial ¡zutage treten. das für <i:e Technik des nazistischen Terrors und damit auch fm die Erkenntnis der heule drohenden Gefahren von erheblichem Wert sem Kami, j Schliesslich muss inan | auch-darauf hinweisen, dass die grosse politische Aktion, die von den Nazis nach dem Reichstagsbrand gegen die Kommunisten, die Sozialdemokraten und alle anderen Parteien eingeleitet wurde, durch den -Boykott gegün die Juden „entlastet“ worden ist; der unter fürchterlichem Lärm und mit einer riesigen Propaganda nur wenige Tage nach dem Reichstagsbrand vor sich g.ng. Hierdurca sollte die Aufmerksamkeit der deutschen Oeffentlichkeit abgelenkt werden. Dass ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Aktionen bezur Aufhellung dieses ersten i t*en hätten abgewickelt werwollen wir in diesem Zustand, wird ernste'Forschung * ‘ Jon ~ J —. t i. C.’-L __I____ r*. < i J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 «1 46 T. E. 43-2349/0340 y 3021 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 » i Optica REX DIPL, OPTIKER Sarmiento 82í| T.E.3S-735 Aufmerksamkeit ¡alarmierenden Verbrechens mag dies nun auf führen konnten. Die Zeitschrift „Der Spiegel“ brachte eine Aufsehen erregende Artikelserie über dieses Thema und kam schliesslich zu dem verblüffenden Ergebnis, dass man wohl die Nazis mit Unrecht verdächtigen würde, ihre Hand im Spiel gehabt zu haben. j Es dürfte nicht verfehlt | sein, eine Parallele zwischen j dem Brand des Reichstages I und der Synagogen zu zie- I jhen. zumal die Brandstifter- ¡methoden ähnlich genug ¡sind, um zum Nachdenken Anlass zu geben. Die Synago- 'genbrände sollten die endgültige Zertrümmerung des 'deutschen Judentums einlei- . ten. Sie führten, zu dessen Untergang. Der Reichstagsbrand hatte die Vernichtung der KPD in Deutschland zu .seiner, unmittelbaren Folge. Ebenfalls, „schlagartig“ wurden in den Nachtstunden des 27. März 1933 einige tausend den könnet! und mit Sicher- , sammenhang nicht Stellung nehmen.' Wir überlassen dies heit erfolgt wären Es musste am Beginn der Naziherrschaft schon eine schwere Tat als auslösendes Moment genommen werden. Gewiss hätte man auch einen anderen Grund konstruieren können. Da die Nazis damals noch unsicherer waren. suchten sie einen sichtbaren Grund und nicht eine Ursache, die von Dritten ohne weiteres bestritten werden konnte. Dass der Reichstag angezündet war, konnte niemand leugnen. Jetzt will man auf die Behauptung des. Brandstifters von der Lubbe zuriickkonnden Fachleuten. Die „Vierteljahrshftfte für Zei1 geschickte“ haben im 3. Heft dieses Jahres eine weitere, wissenschaftliche Untersuchung dieses Fragenkreises angekiindigt, die wir abwarten wollen. Allerdings dürfte ¡unsere Anregung, auch einmal die Hintergründe und die wirklichen Zusammenhänge der Kristallnacht wissenschaftlich zu erforschen berechtigt sein. Es würde erweisen, j Der Weg des deutschen; Judentums führte von der | Diffamierung am 1. April ■1933 (Boykott-Tag) zur Verrichtung ihrer Gemeinschaft in den Novembertagen des ¡Jahres 1938 (Kristallnacht), ¡bis dann die Nazis ihre Endlösung auch an den deutj sehen Juden praktizieren ¡.konnten, die sich nicht retten konnten und in den Gas- {kammern oder bei den Missener,schiessungen im euro. päischen Osten untergingen. Afattha. <2k apeeUK HVTSALON „ Jetzt i„ Moinl£ai'0 v E s 9 c c « T-e 73-9229 1 73-9155 Judith Schenkolewski Rultuastickerelen Schabbosdecken . TaUisbeutet . Käppchen Massot-Tascben . Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 258» T. E. 73-9156 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER OESCHAEFTEN MTaouela Pedresa 2539 pl. b. 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